Bettina Pousttchi | THE CITY in Wolfsburg

The Wolfsburg art prize 2014 „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ is awarded to the German-Iranian artist Bettina Pousttchi. The award is coupled both with an exhibition in the Städtische Galerie Wolfsburg in May 2014 and with a considerable publication. Furthermore there will be an acquisition for the collection of the Städtische Galerie Wolfsburg. Bettina Pousttchi works equally in the field of media, photography, video and sculpture and deals primarily with subjects as perception of time and drawing of boundaries. As subtle interventions in the course of daily life circumvent our perception, so do the objects of Bettina Pousttchi – which are often taken from public spaces – underrun our cognition. They are formed anew as sculptures, referring both to ordinariness and art history. In her works she uses therefore barriers or bollards from which she creates new, abstract forms. The barriers are repeatedly made use of, thematizing subjects as borders and borderline experience, as well as discharge of energy.

Bettina Pousttchi "The City" 2014, Fotoinstallation, Fassade Schloss Wolfsburg (Simulation) © Bettina Pousttchi

Bettina Pousttchi „The City“ 2014, Fotoinstallation, Fassade Schloss Wolfsburg (Simulation) © Bettina Pousttchi

 

 

Bettina Pousttchi

The City

24. Mai – 28. September 2014

Städtische Galerie Wolfsburg

www.staedtische-galerie-wolfsburg.de

 

 

 

 

Info _ Der Wolfsburger Kunstpreis „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ wird im Jahr 2014 an die deutsch-iranische Künstlerin Bettina Pousttchi vergeben. Insgesamt ist der Preis mit 80.000 € dotiert, verbunden mit einer Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg und einer umfangreichen Publikation. Zusätzlich gibt es einen Ankauf für die Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg.

Bettina Pousttchi "The City" 2014, Fotoinstallation, Fassade Schloss Wolfsburg (Simulation) © Bettina Pousttchi

Bettina Pousttchi „The City“ 2014, Fotoinstallation, Fassade Schloss Wolfsburg (Simulation) © Bettina Pousttchi

Der Preis wurde 1959 erstmals verliehen und versteht sich als eine fördernde Initiative für Künstlerinnen und Künstler, die sich in der Mitte ihrer Laufbahn befinden. Idealerweise kann er als Katalysator für Rückschau und Weiterentwicklung wirken.

Bettina Pousttchi arbeitet gleichermaßen in den Medien Fotografie, Video und Skulptur und beschäftigt sich vorrangig mit Thematiken wie Zeitwahrnehmung und Grenzziehungen. Fragen nach Kunst im öffentlichen Raum – den sie auch immer wieder mit Arbeiten bespielt – finden sich in ihrem Werk regelmäßig wieder. Die Vielfalt und inhaltliche Vielschichtigkeit der Arbeiten haben die Jury überzeugt und waren ausschlaggebend für die diesjährige Entscheidung.

Wie subtile Interventionen im Alltag unterlaufen Pousttchis Objekte, die oftmals aus dem öffentlichen Raum entnommen sind, unsere täglichen Wahrnehmungsmuster. Sie formieren sich neu zu Skulpturen, die sowohl Bezüge zu einer Alltäglichkeit als auch zur Kunstgeschichte aufweisen. Dabei verwendet sie in ihren Arbeiten zum Beispiel Absperrgitter oder Poller, aus denen sie neue, abstrakte Formen erschafft. Die immer wieder verwendeten Absperrgitter thematisieren Grenzen und Grenzerfahrungen sowie die Freisetzung von neuer Energie.

Bettina Pousttchi in ihrem Studio, 2014 © Bettina Pousttchi, Foto: Norman Konrad

Bettina Pousttchi in ihrem Studio, 2014 © Bettina Pousttchi, Foto: Norman Konrad

Bekannt geworden ist Bettina Pousttchi mit ihrer Arbeit „World Time Clock“ (seit 2008), in der sie einmal um die Welt flog, um in allen Zeitzonen eine öffentliche Uhr jeweils um 5 Minuten vor 2 Uhr zu fotografieren. Mit der ortsspezifischen Arbeit „Echo“ (2009/2010) rief sie eine historische Architektur und den hiermit verbundenen Zeitgeist wieder in Erinnerung, als sie mit ihrer Fotoarbeit die vier Außenwände der Temporären Kunsthalle in Berlin mit einer großen Plakatwand bedeckte, die eine digitale Montage von Aufnahmen des Palastes der Republik darstellten. Hier werden Fragen nach der Spiegelung von Ideologie in Architektur offenbar.

Für die Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg ist neben einer Präsentation in den Ausstellungsräumen mit Installationen, keramischen Arbeiten und einem Video auch eine Arbeit für die Fassade von Schloss Wolfsburg geplant. Auf 2.150 m² wird Bettina Pousttchi eine Fotoinstallation auf einer Plane anbringen, die den Nordflügel des Schlosses und die Seitenflanken bedeckt. „The City“ nimmt Bezug auf die Geschichte Wolfsburgs als Planstadt des frühen 20. Jahrhunderts. Die Künstlerin wird ein zusammenhängendes Motiv aus zehn Gebäuden errichten, die alle in Bezug stehen zur Geschichte des Wolkenkratzers, der architektonischen Ikone der Moderne.

Bettina Pousttchi, geboren 1971 in Mainz, lebt und arbeitet in Berlin. Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Rosemarie Trockel und Prof. Gerhard Merz und an der Université de Paris VIII. Teilnahme am Whitney Independent Studio Program des Whitney Museums in New York.+

Info + illus. courtesy Städtische Galerie Wolfsburg

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