Chinese Interiors: Robert van der Hilst und Meng Jin & Fang Er in Berlin

25 07 2010

During the summer, PHOTO EDITION BERLIN presents Dutch photographer Robert van der Hilst’s series “Chinese Interiors“ and the project “Love Hotel“ by Chinese artists MENG JIN & FANG ER. Both positions present the viewer complementary and unusual interiors of contemporary China.

© Meng Jin & Fang Er: "Love Hotel", 102 x 90cm, Edition 8, 2008 / 09

© Meng Jin & Fang Er: "Love Hotel", 102 x 90cm, Edition 8, 2008 / 09

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ROBERT VAN DER HILST Chinese Interiors

Fotografien aus den Jahren 2004 – 2009

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MENG JIN & FANG ER Love Hotel

Fotografien aus den Jahren 2008 / 09

24. Juni – 13. August 2010

Photo Edition Berlin

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© Robert van der Hilst: "Chinese Interiors" No.4, 110 x 131 cm, 2008

© Robert van der Hilst: "Chinese Interiors" No.4, 110 x 131 cm, 2008

Aus dem PR-Text: Robert van der Hilst lässt intime Bildserien für das Verständnis der Porträtierten entstehen, besonders vor dem Hintergrund der kulturellen Gepflogenheiten jenes Landes. In seinen Fotografien offenbart sich der Alltag der Menschen in ihren Gesichtern und Körpern, als auch in den inszenierten Interaktionen in den sonst eher schwer zugänglichen Privaträumen.

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LOVE HOTEL von MENG JIN & FANG ER

Gegenübergestellt ist das Fotoprojekt „Love Hotels“ des chinesischen Künstlerpaares MENG JIN und FANG ER. Auch sie thematisieren Interieurs. Ihre sind hingegen jederzeit zugänglich. Erstmalig arbeiten die beiden Fotografen an einer gemeinsamen Fotoserie. In den in China so genannten Love Hotels mieten die Künstler ein Zimmer für drei Stunden, in denen sie das vorhandene Mobiliar der Hotelzimmer stapeln, unter Decken verbergen und zu temporären anthropomorphen Gebilden formen. Anstelle menschlicher Körper arrangieren die Künstler die Gegenstände in einer Beziehung zwischen Nähe und Distanz zu einem ineinander verschlungenen Liebesakt.

© Meng Jin & Fang Er: "Love Hotel", 90 x 102 cm, Edition 8, 2008 / 09

© Meng Jin & Fang Er: "Love Hotel", 90 x 102 cm, Edition 8, 2008 / 09

Der flüchtige Moment des intimen Zusammenseins steigert sich während des Arrangierens bis zum Höhepunkt der fotografierten Skulptur vor der vorgefundenen Kulisse des Hotelzimmers. Die Gegenstände werden nach diesem Prozess an ihren ursprünglichen Standort zurückgestellt, sollen jedoch beim Betrachter einen Eindruck – jenseits von Glück und Dramatik – von einem Ausflug in eine andere Welt hinterlassen.

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Illustr. courtesy Photo Edition Berlin

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NEW Virtual Exhibition: Architektur|Erinnerung

19 07 2010

„Wir denken nicht an die Naturwissenschaft, sondern an die Architektur, wenn wir von Raum oder Zeit in Bezug auf unsere Erfahrungen und Erinnerungen sprechen.” Daniel Libeskind, Breaking Ground, 2004, S. 308

Diese Bebobachtung, wie sie Libeskind formuliert, lässt sich auch im alltäglichen Leben machen: Erinnerung und Vorstellungen werden oft mit räumlichen Bildern verbunden – sei es  etwa das „Studieren“ an der Universität mit Hörsälen, Bibliotheken, Mensa, sei es das „Zuhause“ mit dem alten Kinderzimmer, dem Garten der Großeltern, den eigenen Vierwänden, …

Unsere Erinnerungen und Erlebnisse sind sehr oft mit baulichen Elementen verbunden.

Ganz in diesem Sinne stehen auch unsere imaginären Bilder von Metropolen mit Bauwerken in Verbindung – was wäre Paris ohne Eiffelturm, London ohne Tower Bridge, New York ohne Wolkenkratzer?

Die folgenden KünstlerInnen nähern sich der Architektur-Erinnerung, dem persönlichen Erleben von Architektur aus verschiedenen Perspektiven an:

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“When talking about space or time in our experiences and memories, we are not thinking of natural sciences, but of architecture.” Daniel Libeskind, Breaking Ground (transl. by S. K.)

A similar observation as described by Libeskind can be made in our everyday life: we connect memories and ideas with spatial images – being it “studying” at the university with its lecture theaters, libraries, cafeterias, being it “home” in the old bedroom we used as kids, the grandparents’ garden, one’s own appartment, …

Our memories and experiences are often connected to architectural elements.

In the same spirit we associate our imaginary ideas of cities with buildings – what would  Paris be without the Eiffel Tower, London without its Tower Bridge, New York without skyscrapers?

The following artists approach Architectural Memories, the personal experience of architecture in different ways:

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Michael á Grømma, Coast of California, 2008

Michael á Grømma, Coast of California, 2008 © M. á G.

Der junge dänische Künstler Michael á Grømma hat in seinen Gemälden seine Erfahrungen in Californien verarbeitet. Tatsächlich haben ihn die Erlebnisse vor allem der Städte Westamerikas zur Malerei gebracht. In einem Interview mit deconarch.com vom März 2009 erzählte Grømma:

Michael á Grømma, God is in the House, 100 x 100 cm, 2008

Michael á Grømma, God is in the House, 100 x 100 cm, 2008 © M. á G.

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“It all started when I visited California last year (2007). I loved the cities and I loved the whole vibe and feel of the place, and also the people living there. It inspired me a lot, and when I got home I wanted to tell people about my experience! Painting was a very natural choice of expression, and all of my motives are in someway connected to my experience in CA. I also include things like my huge fear of flying, and therefore the dilemma of me wanting to go back to visit again.”

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Beatrice Minda: Tomnatic 2004

Beatrice Minda: Tomnatic 2004 © B. M.

Beatrice Minda

Beatrice Minda © B. M.

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Beatrice Mindas Serie “Innenwelt” , 2003-2006, zeigt menschenleere Interieurs, die auf Kindheitserinnerungen der Fotografin an die Wohnräume ihrer Großeltern in Rumänien basieren. Zwischen 2003 und 2006 fotografierte sie in Rumänien sowie in Duetschland und Frankreich Zimmer von Rumänen, von im Exil lebenden Rumänen sowie Arbeitsmigranten. Sie wolle mit dem Projekt etwas gegen des Vergessen tun und der Welt ihrer Kindheit nachspüren, so Minda. Entstanden sind poetische Bilder voller Details, die Heimat, aber auch den Verlust einer solchen aufscheinen lassen.

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Hans Martin Sewcz, Portrait ICC Berlin, 2003 © H. M. S.

Der Berliner Fotograf Hans Martin Sewcz porträtiert funktionale Nutzbauten der Moderne und Postmoderne. Er begegnet diesen Gebäuden anders als gewohnt: nicht nüchtern, sondern emotional. Er porträtiert die Bauten wie „Persönlichkeiten“ mit ihren besonderen Stärken und Schwächen, durch die ihr Charakter zum Ausdruck kommt. Intuitiv reagiert Sewcz auf die urbane Umwelt, durch die er sich bewegt. So setzt ein Prozess der Auseinandersetzung ein, auf dessen Weg die Arbeiten reifen.

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Illus. die Künstler




Virtual Exhibitions: Experimenting with the blog medium

18 07 2010

Deconarch.com startet ein neues Experiment mit dem Medium Blog.

Ich habe mittlerweile schon über viele Künstler und Künstlerinnen berichtet und auf unterschiedliche Ausstellungen hingewiesen, sodass eine kleine Sammlung entstanden ist an spannenden künstlerischen Positionen. Allzu oft verschwinden diese aber im Archiv und rutschen aus dem Blickfeld.

In unregelmäßigen Abständen sollen daher “virtuelle Ausstellungen” zusammengestellt werden, in denen Künstler und ihre Werke, die bei deconarch.com vorgestellt wurden, zu bestimmten Themen und Fragestellungen präsentiert werden. In diesen virtuellen “Sehräumen” werden spannende Begegnungen möglich, die sich realiter so sicher nicht ohne Weiteres finden lassen – Denkanstöße, Entdeckungen und Überraschungen inklusive!

Kommentare, Meinungen, Anregungen sind natürlich sehr willkommen!


Deconarch.com starts a new experiment with the blog medium: I have reported about so many interesting artists and exhibitions so far that it makes a little collection by now. Unfortunately these artistic positions all too often disappear in the archives and thus you lose sight of them.

Thus, at irregular intervals, I will arrange “virtual exhibitions” of artists and their works already presented on deconarch.com, dealing with particular questions and sujets. These virtual “imaginative spaces” offer the possibility of encounters that would not happen just like that in reality – providing you with food for thought, discoveries and surprises!

Comments, advice, suggestions are most welcome, of course!




Neue Galerie für Architekturfotografie f75 in Stuttgart: Amrei Heyne zeigt Heiner Leiska und Klaus Frahm

14 07 2010

Im Mai hat in Stuttgart die Fotogalerie f75 ihre Türen geöffnet. Die Galerie am zentralen Marienplatz bietet ein Forum für alle, die Architektur und Fotografie im weitesten Sinne miteinander verbinden. Neben regelmäßig wechselnden Fotoausstellungen dient die Galerie als Treffpunkt zur Kommunikation und Diskussion über aktuelle Themen der Architektur und Fotografie.

In May, f75 was opened in Stuttgart: the new photo gallery focuses on architecture and photography. The gallery considers itself as a meeting point and wants to offer a forum for discussion and communication on current questions on architecture and photography.

Initiiert wurde f75 von Fotograf Wilfried Dechau, der sich mit Rüdiger Flöge (Leiter der Stuttgarter vhs- Photogalerie) und Daniel Fuchs (Fotoagentur artur) die kuratorische Arbeit teilt.

Aktuell werden als Beitrag zum “Fotosommer Stuttgart 2010″  von Amrei Heyne die Fotografen Heiner Leiska und Klaus Frahm in der Galerie präsentiert.

© Heiner Leiska

© Heiner Leiska

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Heiner Leiska
Jammerbugten – one mile of a beach

16. Juli bis 12. August 2010

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PR-Text: Heiner Leiska zeigt in seinen Fotografien – entstanden auf einer einzigen Meile Strand der Jammerbugten Küste 2007/8 – die unberührte Schönheit und Vielfalt der Natur. Er schärft unseren Blick für das Wesentliche fernab technischer Sensationen und bietet dem Betrachter ungewöhnliche Aufnahmen der Elemente.

© Klaus Frahm

© Klaus Frahm

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Klaus Frahm

DOM

20. August bis 16. September 2010

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PR-Text: Klaus Frahm fotografierte auf dem Hamburger Dom erstmals 1978/79.  Erst in seinen Schwarz-Weiss-Aufnahmen, ganz ohne Publikum, an Umbau- oder Ruhetagen entstanden,  wird die Trivialität und zugleich Pop-Art des überaus farbenfrohen Spektakels überdeutlich – Träume,  Alltag und Architektur einer faszinierenden Scheinrealität abgebildet.

Info + Illus. courtesy Amrei Heyne

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Jan Banning’s “Bureaucratics” in Innsbruck

14 07 2010

Another chance to see Jan Banning’s multi-awarded photo series BUREAUCRATICS: Innsbruck, Austria, FO.KU.S presents  Banning’s documentation of the officials portrait series until the end of July. Since 2003, the photographer has portrayed public servants in their offices, in India, Jemen, USA, France, …

© Jan Banning. USA, 2007

© Jan Banning. USA, 2007

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Jan Banning – BUREAUCRATICS

10. Juni – 31. Juli 2010

FO.KU.S Foto Kunst Stadtforum, Bank für Tirol und Vorarlberg Stadtforum, Innsbruck

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PR-Text: Für sein mehrfach ausgezeichnetes Projekt Bureaucratics warf Jan Banning einen Blick hinter die Kulissen staatlicher Institutionen in verschiedenen Ländern und Kulturregionen dieser Welt. Er porträtierte Beamte, Staatsdiener und Staatsdienerinnen in ihren Amtszimmern, vom einfachen Archivar bis zum höheren Beamten. Dabei ist eine fotografische Studie über die Kultur und die Symbole öffentlicher Verwaltung entstanden. Begonnen hat Jan Banning das Projekt im Jahr 2003 mit einer Porträtserie über indische Staatsbeamte; es folgten Reisen nach Russland, Bolivien, Frankreich. Liberia, China, in den Jemen und in die USA. Aufschlussreich und unterhaltsam zugleich legt er das prosaische Thema “Bürokratie” in einem faszinierenden Bilderbogen dar.

© Jan Banning. Yemen, 2008

© Jan Banning. Yemen, 2008

Jan Banning, geboren 1954, in den Niederlanden, studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte bevor er 1981 als freier Fotograf tätig wurde. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der sozialdokumentarischen Fotografie. Für seine Arbeit, die regelmäßig in internationalen Zeitungen und Magazinen erscheint, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter einen World Press Photo Award 2004, den Lead Award 2007, sowie insgesamt zehn Auszeichnungen und Nominierungen bei der Vergabe der Zilveren Camera für das beste niederländische Pressefoto des Jahres. In seinen mehrschichtigen, intensiven, streng konzeptuell gestalteten Bildern hält Banning souverän die Balance zwischen ernsthaftem Erkunden und der Lust am Absurden.

Illus. courtesy FO.KU.S




Exhibitions: Loredana Nemes in Köln, Deimel + Wittmar in Gelsenkirchen

11 07 2010

Two exhibitions in Western Germany: Romanian born photographer Loredana Nemes, now based in Berlin, series documents the architecture exteriors of Muslim men’s cafés in Berlin. Both as a woman and of another cultural background, she isn’t allowed to enter these locatios. Thus she asks the male guests to portray them behind the characteristic milk glass and curtain blinds of these cafes.

Photographers Deimel + Wittmar have been focusing on architecture of the 1920s for now more than 15 years. They don’t aims for prosaic documentation, but for the visualization of a historical and esthetic experience.

Loredana Nemes, "Oriental Temple, Kreuzberg", 2008, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 100 x 122,5 cm, Auflage 3 (+ 1 A.P.)

Loredana Nemes, Oriental Temple, Kreuzberg, 2008 © L. Nemes

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Loredana Nemes – Männer

1. Juli – 28. August 2010

Eröffnung: Mittwoch, 30. Juni 2009, 19 Uhr

Baukunst Galerie Köln

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Aus dem PR-Text: Wie ihre erklärten Vorbilder – die Pioniere der Reportage- und Streetfotografie Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams und Elliott Erwitt – entfaltet Loredana Nemes die Kraft ihrer präzise komponierten Schwarz-Weiß-Fotografien mit dokumentarischem Ethos und emotionaler Hinwendung zum Sujet. So hält die Künstlerin mit ihrer Linhof Plattenkamera in der Serie „Berliner Männerwelten“ (seit 2008) die architektonische Außenansicht der türkischen, orientalischen und arabischen Männercafés in den Berliner Bezirken Neukölln, Kreuzberg und Wedding fest, zu denen ihr der Zutritt als Frau und kulturell nicht Zugehörige verwehrt bleibt. Darüber hinaus bittet sie die männlichen Besucher der Cafés, sich hinter den für diese Institutionen charakteristischen Sichtschutzvorrichtungen aus Milchglas und Vorhängen porträtieren zu lassen.

Loredana Nemes, SV Galatasaray, Neukoelln, 2008

Loredana Nemes, SV Galatasaray, Neukoelln, 2008 © L. Nemes

Auf diese Weise visualisiert sie die Geschlechtertrennung zwischen Mann und Frau, die der westeuropäischen Kultur kaum noch vertraut ist und doch zum alltäglichen Nebeneinander in vielen multikulturell geprägten Großstädten gehört. Dabei konterkariert die hohe Wiedergabegenauigkeit der Details durch die Großformatkamera das Spiel mit unserer Neugierde auf das Unbekannte. Gleichzeitig übertragen die Strukturen der Sichtschutzvorrichtungen die islamische Verschleierung der Frau auf das männliche Geschlecht und spielen auf unsere damit verbundenen Denkmuster an.

Dem gegenübergestellt wird die 2006 begonnene Serie „Über Liebe“, in der sich die Künstlerin – inspiriert von dem Werk der Künstlerin Sophie Calle – erstmals selbst in ihre Bilder miteinbezieht. Mehr…

Illus. courtesy Baukunst Galerie Köln

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© Deimel + Wittmar

© Deimel + Wittmar

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DEIMEL + WITTMAR

STOCKHOLM, BRÜSSEL, GELSENKIRCHEN. INTERIEURS DER 20ER JAHRE

Galerie Hundert, Gelsenkirchen

10. Juli bis 18. September 2010

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© Deimel + Wittmar

© Deimel + Wittmar

PR-Text: Das renommierte Fotografenpaar Deimel + Wittmar beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit der Baukunst der 20er Jahre in Europa. Dabei geht es ihnen weniger um eine nüchterne fotografische Dokumentation als vielmehr um die Sichtbarmachung eines geschichtlichen und ästhetischen Erfahrungsgehalts.

Dabei ergeben sich überraschende visuelle Korrespondenzen und Bezüge. Es zeigt sich, dass der genaue und beharrliche Blick der Fotografen auch in Gelsenkirchen Spuren einer Moderne findet, die man eher in den etablierten Metropolen vermuten würde.

Die Galerie Hundert zeigt aus ihrem umfangreichen Oeuvre Arbeiten aus Stockholm, Brüssel und Gelsenkirchen. Einige Fotografien werden in signierten Editionen durch die Galerie Hundert angeboten.

Illus. courtesy Galerie Hundert




Review: Informal Arrangements by Peter Bialobrzeski

8 07 2010

Kliptown is not only the oldest, but also a historically very important part of Soweto: In 1955 the anti-Apartheid Congress of the People was held here, when the Freedom charter got published. This Charter became the basis of the new South Africa’s constitution. Kliptown however remained very poor black township. Peter Bialobrzeski photographed the interiors of the shanties, which the inhabitants are trying to turn into homes, against all odds. The calm, unagitated photographs reflect these efforts and present striking “portraits in absentio” (no humans are present in the photos) of Kliptown’s inhabitans.

Kliptown ist nicht nur der älteste, sondern auch ein historisch für die Geschichte Südafrikas sehr bedeutsamer Bezirk von Soweto. 1955 versammelten sich hier 3000 Apartheid-Gegner – unter ihnen auch Walter Sisulu und Nelson Mandela – zum Congress of the People und formulierten die Freiheitscharta, ein Gegenentwurf zu damaligen Apartheid-System. 1990 wurde diese Charta zur Basis der Verfassung des neuen Südafrikas. Seit fünf Jahren erinnert ein steinernes Monument auf einem neu angelegten Platz an die Charta.

© P. Bialobrzeski

Kliptown ist aber auch ein Stadtteil Sowetos, der das Scheitern – oder zumindest die Schwachstellen – der Charta allzu augenfällig aufzeigt. Noch lange nicht sind die darin formulierten Ideale realisiert und flächendeckend umgesetzt. Rund um den Gedenkplatz in Kliptown leben die schwarzen Armen in Hütten, die mehr an Verschläge erinnern. Im Viertel neben dem WM-Stadion, Soccer City ist knappe 10km Luftlinie entfernt, wohnen sie in provisorischen Unterkünften, deren Einrichtung oft nicht einmal dem Wert eines Eintrittsticket entsprechen würde.

© P. Bialobrzeski

Trotzdem versuchen diese Menschen, ihre Unterkünfte zu einem Heim werden zu lassen. Mit Blättern aus Werbezeitungen werden Wände tapeziert und Farbe hineingebracht, mit Postern, Seiten aus Unterwäschekatalogen, Stoff wird Wohnlichkeit erzeugt. Kalender, Vorhänge, auf Betten drapierte Kissen. Hier steht Beauty-Zubehör, dort liegen Kleider, hier ein Fernseher, dort Radio oder DVD-Player.

Der deutsche Fotograf Peter Bialobrzeski blickt in diese Hütten, die so eng sind, dass sie kaum auf das Bild zu passen scheinen. Er präsentiert Ansichten der Behausungen, sehr private Einsichten – ohne Menschen zwar, aber dadurch fast noch intimer: Hier nämlich wird die private Hülle, der persönliche Rückzugsort der Bewohner Kliptowns porträtiert. Gleichsam „schutzlos“ wird er dem Blick der Kamera offenbart und so zum „Porträt in absentio“ – die räumliche Hülle, das Zuhause verrät oft mehr über seinen Bewohner, als man denken mag.

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Peter Bialobrzeski: Informal Arrangements, Text von Peter Bialobrzeski, Indra Wussow, Gestaltung von Peter Bialobrzeski, Kathrin Hufen, Deutsch, Englisch, 2010. ISBN 978-3-7757-2660-3

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Bialobrzeski präsentiert diese fast intimen Einsichten in einer ruhigen, unaufgeregten Bildsprache, die sich auch in der Machart der Publikation, bereits dem 7. Projekt des Fotografen mit dem Hatje Cantz Verlag, widerspiegelt. Den fast seitengroßen Abbildungen wird sehr viel Platz eingeräumt, ohne Text oder Beschriftung wirken sie ganz für sich und lassen den Betrachter viel Raum, um sich in sie zu vertiefen.

Voraus geht ein kurzer einleitender Essay auf Englisch und Deutsch von Indra Wussow, deren Johannesburger Kulturstiftung jozi art:lab den Fotografen überhaupt erst zu seinem Projekt in Südafrika gebracht wird.

Abbildungen Hatje Cantz




Schöne Stadt – Urban Cliches: Ausstellung mit Stefan Hoenerloh und Hans Martin Sewcz in Berlin

3 07 2010

Vernissage morgen, 4.7.10 um 18h!

Eine Plattenbausiedlung ist trist, eintönig, hässlich. Das Leben hier ist unpersönlich, anonym, uniform. In modernen Zweckbauten, wie man sie in Marzahn findet, will keiner leben, auch wenn sie zu ihrer Zeit als fortschrittlich, modern, erstrebenswert galten. Altbauten hingegen haben Konjunktur: Hohe Räume, luftig und mit einem besonderen Flair wohnt es sich in ihnen gemütlich, individuell, schön.

Aber wer nach Marzahn kommt, findet zwischen den Hochhäusern viel Grün, offene Plätze, Kunst am Bau – es ist bei weitem nicht so trist, wie es das Klischee von der 70er-Jahre-Plattensiedlung glauben macht.

Altbauten sind schön, funktionale Nutzbauten sind hässlich: Sind die „Schubladen“ im Denken so einfach oder sitzen wir urbanen Klischees auf?

Stefan Hoenerloh

Stefan Hoenerloh, Empire of Light, 2010 © S. Hoenerloh

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Schöne Stadt – Urban Cliches

Ausstellung in der Galerie M

5.7.2010 – 17.9.2010

kuratiert von Karin Scheel und Simone Kraft

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Menschenleere Häuserschluchten, verwaschene Hauswände, hohe Bauten in teils verzerrender Untersicht, an denen deutlich der Zahn der Zeit nagt, zeigen Stefan Hoenerlohs Gemälde. Momentaufnahmen, Ausschnitte aus verschiedenen historischen Altstädten europäischer Städte scheinen die von Grau- und Brauntönen dominierten Stadtansichten zu präsentieren. Hoenerlohs Stadtporträts sind reine Fiktion. Fast in altmeisterlicher Manier komponiert er seine Bauten aus architektonischen Elementen auf die Leinwand. Dabei balanciert der Künstler auf der Grenzlinie zwischen Fiktion und Erinnerung und „baut“ auf der Leinwand Architekturen, die sich an der Grenze des Möglichen bewegen, die realistisch zu sein scheinen und es doch nicht sind. Hoenerlohs Stadtpanoramen wirken beunruhigend, verstörend, sie sind eine Spur zu trist, zu grau, um „schön“ kontemplativ zu sein. Zu deutlich sichtbar sind die Spuren des Verfalls, die die Zeit hinterlassen hat, um „schön“ im landläufigen Sinne zu sein. In einer Gratwanderung zwischen malerischer Perfektion und realistisch Möglichem schöpft der Künstler die Möglichkeiten der Malerei aus, komponiert, eröffnet Perspektiven und vermischt Sichtweisen, ohne den Anspruch, Wirklichkeit abzubilden.

Hans Martin Sewcz, Portrait ICC Berlin, 2003 © H. M. Sewcz

Dem stehen Hans Martin Sewcz Fotografien gegenüber. Sie zeigen Ansichten von Berliner Bauten aus den 1960er und 1970er Jahren, Nutzbauten wie der ICC  oder dem „Ahornblatt“, die zwar funktional und zweckmäßig sind, aber weniger als „schön“ empfunden werden.

Sewcz begegnet diesen Gebäuden anders als gewohnt: nicht nüchtern, sondern emotional. Er porträtiert die Bauten wie „Persönlichkeiten“ mit ihren besonderen Stärken und Schwächen, durch die ihr Charakter zum Ausdruck kommt. Intuitiv reagiert Sewcz auf die urbane Umwelt, durch die er sich bewegt. So setzt ein Prozess der Auseinandersetzung ein, auf dessen Weg die Arbeiten reifen.

Der Fotograf nimmt bewusst die Position eines Beobachters ein, der der ihn umgebenden urbane Umwelt unvoreingenommen begegnet und sie auf sich wirken lässt. Seine Architekturfotografien transportieren eine Realität moderner und postmoderner Zweckbauten, die meist verborgen bleibt: Sie zeigen ein unerwartetes, ein „schönes“ Gesicht der funktionalen Gebäude. Die Seherwartungen des Betrachters werden herausgefordert und auf den Kopf gestellt. Macht er sich die individuelle Perspektive des Fotografen zu eigen, kann er sich mit einem neuen Blick durch die Stadt und ihre Architektur bewegen und seine eigenen urbanen Klischees hinterfragen.  (Text: Simone Kraft)