Bernd & Hilla Becher | Bergwerke und Hütten

30 05 2011

A current show at the Munich City Museum presents “unusual” works by Bernd and Hilla Becher – their selection focusses on photographs of mines and steel works, showing not singular monuments, but entire factories. The Bechers took such panoramic shots ever since, but kept them shut away.


Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, D 1967 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, D 1967 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel.

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Bernd & Hilla Becher | Bergwerke und Hütten

20. Mai – 11. September 2011

Münchner Stadtmuseum – Sammlung Fotografie
München

www.muenchner-stadtmuseum.de

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PR-Text: Seit nahezu fünf Jahrzehnten hat das Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher weltweit an einer umfassenden Bestandsaufnahme der Industriearchitektur gearbeitet. Sie dokumentierten Fabrikhallen, Gasbehälter, Stromverteiler, Fördertürme, Stahlöfen, die als anonyme Funktionsarchitektur nicht zum Kanon der Kunstgeschichte zählen und durch die urbanistische bzw. wirtschaftliche Entwicklung dem Verfall preisgegeben waren. Diese Gebilde wurden schon bald von der Kunstgeschichte als „anonyme Skulpturen“ (Karl Ruhrberg) erkannt. Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit auf die plastische Schönheit von industriellen Zweckbauten gelenkt, die gewöhnlich von unbekannten Architekten errichtet wurden.

Charlottenhütte, Niederschelden, Siegerland, D 1963 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Charlottenhütte, Niederschelden, Siegerland, D 1963 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Charakteristisch für den Stil der Fotografen Bernd und Hilla Becher sind die präzise Festlegung der Aufnahmebedingungen und das Bemühen um größtmögliche Sachlichkeit und Objektivität in der Wiedergabe des Bildgegenstands. Gewöhnlich werden die Gebäude frontal, von leicht erhöhtem Standpunkt, zentriert und bei Lichtverhältnissen erfasst, die eine gleichmäßige Durchzeichnung sämtlicher Gebäudeteile erlauben und dramatische Licht-Schatten-Effekte ausschließen. Auf diese Weise wird die von der Umgebung isolierte Physiognomie der Gebäude mit geradezu anatomischer Präzision freigelegt. Dieser dokumentarische Ansatz lebt von dem leidenschaftlichen Interesse am Gegenstand in Kenntnis von historischen Vorläufern wie Karl Blossfeldt, Eugène Atget, Albert Renger-Patzsch oder Walker Evans. Ziel ist die bestmögliche Lesbarkeit und Vergleichbarkeit der baulichen Strukturen. Auf inszenatorische und manipulierende Eingriffe im Bild verzichteten die Künstler Bernd und Hilla Becher weitgehend.

Zeche Friedrich der Große, Herne, Ruhrgebiet, D 1978 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Zeche Friedrich der Große, Herne, Ruhrgebiet, D 1978 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Die vorliegende Bildauswahl von Bergwerken und Eisenhütten konzentriert sich erstmals auf den Typus der Industrielandschaften, bei denen es nicht um die Darstellung einzelner architektonischer Objekte geht, sondern um die Situierung ganzer Anlagen und Werkkomplexe der Schwerindustrie in ihrem urbanen und landschaftlichen Umfeld. Solche „Panoramablicke“ auf die Industrie haben die Bechers von Anfang ihrer Arbeit an immer wieder gemacht, aber zunächst unter Verschluss gehalten. Erst als sie sich mit ihren typologischen Reihungen von freistehenden Gebäuden durchgesetzt hatten, entschlossen sie sich zu einer Ausstellung und Publikation der Industrielandschaften, in denen Produktionsstätte, Siedlung und Natur miteinander verbunden sind.

Ein Großteil der Aufnahmen von Bergwerke und Hütten ist im Ruhrgebiet entstanden. Ergänzt wird die Auswahl durch Fotografien aus dem Siegerland, aus Großbritannien, Frankreich und den USA, so dass sich im vergleichenden Sehen eine Sprache industrieller Architektur entdecken lässt, die sich unabhängig von regionalen und nationalen Grenzen im Lauf eines Jahrhunderts entwickelt hat.

Ensley, Alabama, USA 1982 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Ensley, Alabama, USA 1982 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Nachdem die Eisenverhüttung als Industrie das Ruhrgebiet fast gänzlich verlassen hat und auch der Kohlebergbau in Europa vor dem Aus steht, stellt diese Sammlung eindrucksvoller Bilder einen inzwischen schon nostalgischen Rückblick auf eine vergangene Epoche der Industriegeschichte dar. Heute stehen viele der Anlagen zwar unter Denkmalschutz – auch eine Folge der Fotografien von Bernd und Hilla Becher – doch zahlreiche Industrie-Architekturen wurden bereits restlos zerstört und abgerissen. Die ehemals blühenden Industrielandschaften hinterließen Brachflächen, deren Neubewirtschaftung noch aussteht. Umso eindrucksvoller sind die Bildlandschaften der Bechers, die, als stille Monumente, einerseits die Vergangenheit des Ruhrgebiets unvergessen werden lassen und andererseits eine visuelle Argumentation für den notwendigen Strukturwandel einer ganzen Region darstellen.

Die Ausstellung wurde von Hilla Becher in Zusammenarbeit mit dem Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop und ihrem Leiter Heinz Liesbrock konzipiert. Zur Ausstellung ist ein Buch mit mehr als 150 Duotone-Tafeln und einem Text von Heinz Liesbrock im Schirmer/Mosel Verlag erschienen und zum Preis von 34 € im Museum erhältlich.

Info + illus. courtesy Münchner Stadtmuseum




Sabine Dorothea Schnell | L.A. Cuts / Im.Mobile

29 05 2011

vhs photogalerie Stuttgart presents works by Sabine Dorothea Schnell. Her L.A. Cuts try to capture the cityscape of L.A. with all its clichees – by reducing it to fragments and “cuts”. Thus she creates as dense portrait of this Global Village. “Im.Mobile” shows buildings from European metropolises, taken in “movement”.

Sabine Dorothea Schnell • Im.Mobile

Sabine Dorothea Schnell • Im.Mobile

Sabine Dorothea Schnell | L.A. Cuts / Im.Mobile

28. Mai – 24. Juli 2011

vhs-photogalerie,  Stuttgart
www.vhs-photogalerie.de

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Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

 

PR-Text: In den Bilder des Zyklus Im.Mobile steht nichts still. Gebäude aus den europäischen Metropolen Madrid, Paris und Berlin werden mit Mitteln einer Bewegungsfotografie aus ihren statischen Ort- und Raumbezügen gelöst. Die dadurch entstehende bildliche Unschärfe entzieht die fotografierten Objekte einer deutlicher Zuordnung, während sie sich miteinander überlagern, stützen oder farblich verbinden. Architekturen beginnen so vor unseren Augen ein riskant schönes Spiel gegen und mit der Schwerkraft. Das Feste, Unverrückbare, das Im.Mobile, gehorcht nicht mehr der gültigen Anschauung, es transformiert und verflüchtigt sich – ins Ungefähre.

Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

Die großformatigen Tableaux der Serie L.A.Cuts beschäftigen sich mit vertrautem Klischee von Los Angeles. Auch sie verwerfen die klassischen Strategien fotografischer Wirklichkeitsabbildung. Vielmehr nähern sie sich dieser ausufernden, zum großen Teil nur vom Auto aus erfahrbaren Stadtlandschaft der Megametropole Los Angeles mittels fragmentarischer ‚Cuts’. Die Bildursprünge sind fotografischer Natur und werden durch Ineinanderkopieren, Einfärbungen und Rasterungen zu Collagen gemischt. So erscheint das ikonische Los Angeles als ein Bildlabyrinth der Brüche. Es entsteht ein Kontraste verdichtendes Portrait dieses Global Village.

Sabine Dorothea Schnell hat ihr Studium der Fotografie an der Folkwangschule in Essen 1995 abgeschlossen und betreibt in Freiburg ein Studio für Gestaltung und Fotografie. Seit 2005 übt sie eine Lehrtätigkeit am Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel aus. Seit 2006 ist sie berufenes Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie.


Info + illus. courtesy vhs photogalerie, (c) Sabine Dorothea Schnell

 




Sebastian Stumpf | Nowhere Near in Braunschweig

29 05 2011

His own body is first and core medium which Sebastian Stumpf “applies”, his works are physical performances in public spaces: a nondescript architectural detail initiates a movement – surprising, ridiculous, unsettling. Together with a (video/photo) camera these actions are recorded and present another possibility on how to react to urban spaces.

Sebastian Stumpf, aus der fotografischen Serie Sukima, 2009

Sebastian Stumpf, aus der fotografischen Serie Sukima, 2009

 

 

 

 

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Sebastian Stumpf | Nowhere Near

27. Mai – 17. Juli 2011

Museum für Photographie

Braunschweig

www.photomuseum.de

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PR-Text: Für Sebastian Stumpf ist der eigene Körper das erste und zentrale Medium, seine Arbeiten sind Performances im physischen Sinne des Wortes. Doch seine Interventionen im öffentlichen Raum sind nicht ohne das aufzeichnende Auge der Videokamera oder des Fotoapparates zu denken. Sie werden in präzise Aufnahmen übersetzt, Aktion und Bild sind untrennbar verbunden.

Sebastian Stumpf, aus der Serie Highwalk, 2010

Sebastian Stumpf, aus der Serie Highwalk, 2010

Der Raum der Stadt mit seiner vorgegebenen Ordnung und die leeren Räume zeitgenössischer Kunstinstitutionen bilden das Terrain, auf dem Sebastian Stumpf operiert. Dabei erscheint uns sein Auftritt vor der Kamera als ebenso artistisch wie subversiv: Ein unscheinbares architektonisches Detail wird plötzlich zum Auslöser einer körperlichen Leistung, welche erstaunt, verwundert, zum Lachen bringt oder verstört. So rollt er sich im letzten Moment unter sich schließende Tore von Tiefgarage, klettert auf kleine Zierbäumchen in modernen Reißbrettarchitekturen oder benutzt Brücken nicht zum Überqueren eines Flusses, sondern zum Sprung ins Wasser.

Als Protagonist seiner Fotografien und Videoarbeiten befasst sich Sebastian Stumpf mit künstlichen Räumen und urbanen Utopien – Orte, an denen der menschliche Körper nur eine abstrakte Rechengröße in einer geplanten Struktur ist. Er spürt deren Lücken und Spalten auf, deren Ausstiege und Sackgassen. In der 28-teiligen Fotoserie Sukima (2009) erscheint sein aufrecht stehender Körper, eingepasst in die strenge Geometrie der Fassaden von Tokioter Gebäuden, wie ein wunderlicher Wiedergänger von Le Corbusiers Figur des Modulors, jener Maßfigur des modernen Menschen.

Sebastian Stumpf, Still aus der Videoarbeit Tiefgaragen, 2008

Sebastian Stumpf, Still aus der Videoarbeit Tiefgaragen, 2008

Die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist in Stumpfs Arbeit nie allein auf sich selbst bezogen, vielmehr definiert sie sich über spezifische Orte. Seine Aktionen zeigen einen anderen Weg, um auf die Wirklichkeit des urbanen Raums zu reagieren, anstatt sie ausschließlich zu dokumentieren. In dieser Hinsicht knüpft Sebastian Stumpf an die Tradition verschiedener experimenteller Bewegungsformen an, wie z.B. dem »dérive« der französischen Situationisten, der in den 1990er Jahren von Jugendlichen entwickelten »Le Parkour«-Bewegung aber auch der Körperkomik früher Stummfilmhelden. Seine Bewegung im Stadtraum beugt sich nicht bekannten Konventionen, sondern behauptet die eigene, abweichende Haltung, die ein wenig mit Nonsens, aber viel mehr noch mit Eigensinn zu tun hat.

Info + illus. courtesy Museum für Photographie Braunschweig




Carlos Irijalba | The Road Not Taken in Berlin

28 05 2011

For the first time in Germany, Berlin gallery Sherin Najjar presents works by Spanish artist Carlos Irijalba (*1979 in Pamplona)  who questions and intervenes public spaces.

Carlos Irijalba Twilight 12, 2009 C-Print on Aluminium 100 x 200 cm Ed. of 5

Carlos Irijalba, Twilight 12, 2009, C-Print on Aluminium 100 x 200 cm Ed. of 5

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Carlos Irijalba | The Road Not Taken

21. Mai – 16. Juli 2011

Galerie Sherin Najjar, Berlin

www.sherinnajjar.com

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PR-Text: Die aufwendigen Inszenierungen und Interventionen im öffentlichen Raum des jungen Spaniers faszinieren und irritieren zugleich. Seine Serien Twilight (2009) und Unwilling Spectator (2011) führen uns in einen Bereich der zeitgenössischen Fotografie und Video Kunst, der für unsere Betrachtung Neuland bedeutet. Einerseits möchten wir Irijalbas Aufnahmen dokumentarisch lesen und sie als Belege eines konkreten Ortes gelten lassen, andererseits erkennen wir darin die Konstruktion und stellen so ihre Wahrhaftigkeit und Authentizität in Frage.

Carlos Irijalba Twilight 2, 2009 100 x 150 cm C-Print on Aluminium Ed. of 5

Carlos Irijalba Twilight 2, 2009 100 x 150 cm C-Print on Aluminium Ed. of 5

In Twilight hinterfragt Irijalba das unterschiedliche räumliche und zeitliche Erleben von alltäglichen Orten und des Spektakels. Die Umdeutung von Realität durch Intervention im öffentlichen Raum, deutet der Philosoph Guy Dubord in seinem literarischen Werk „Gesellschaft des Spektakels“ als eine Infragestellung der realen Welt durch Surrogat. Real Erlebtes wird zunehmend durch seine Repräsentation ersetzt, die aber wiederum ganz reale Auswirkungen auf unser Leben hat. In Twilight ist Licht für den Künstler die Quelle der Aufmerksamkeit. Irijalba hat eine Flutlichtanlage aus einem Fußballstadion demontiert und damit den entlegenen Wald Irati im Norden von Navarre rätselhaft illuminiert. Damit hinterfragt er die Notwendigkeit von Licht in der westlichen Kultur für die Erschaffung von Realität und wie Licht die Realität lenkt und definiert.

Auch in seiner neuesten Werkserie Unwilling Spectator inszeniert Irijalba Eingriffe in einer alltäglichen Umgebung. Über mehrere Wochen besuchte der Künstler eine der vielbefahrensten Straßenkreuzungen Chinas, die Laiguangying Kreuzung der 5. Ringautobahn in Bejing. Dort erforschte er die Künstlichkeit der Architektur und ihre Umgebung. Schließlich pflanzte er in die Mitte der ringförmigen Autobahn einen kleinen Wald von Bonsais, um die etablierte Ordnung des Ortes durcheinander zu bringen und die kollektive Konstruktion der Wirklichkeit zu hinterfragen.

Info + illus. courtesy Galerie Sherin Najjar




Burke + Norfolk: Photographs from the war in Afghanistan

27 05 2011

Michael Hoppen Contemporary London presents a new series of photographs by Simon Norfolk, commissioned by Tate Modern.  In the autumn of 2010 Simon Norfolk began a photographic project in Afghanistan, taking its cue from the work of nineteenth century British photographer John Burke.  Norfolk’s images reimagine or respond to Burke’s Afghan war scenes in the context of the contemporary conflict.

A security guard’s booth at the newly restored Ikhtiaruddin Citadel, Herat, 2010 40x53" from an edition of 7 © Simon Norfolk

A security guard’s booth at the newly restored Ikhtiaruddin Citadel, Herat, 2010 40x53" from an edition of 7 © Simon Norfolk

 

 

Burke + Norfolk: Photographs from the war in Afghanistan

New series of photographs by Simon Norfolk, commissioned by Tate Modern

13th May – 18th June 2011

Michael Hoppen | Contemporary

London

www.michaelhoppengallery.com

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PR-Text: “Burke is an enigma; working with him was like looking for a man amongst shadows. He left no diaries or records, unlike other Imperial photographers from the same generation. There are no photographs of him. In a couple of sketches we see him from behind, but never his face; that has to be more than just reticence, surely?”  Simon Norfolk

Some of the nonsensical property development taking place in Kabul. This district of the city, Karte Char Chateh, is remembered by Kabulis as that part of the bazaar which was burned by the British in 1842 as collective punishment  for the killing of the British Envoy. The fires still burned when the British retreated two days later. Kabul, 2010 40x53" from an edition of 7 © Simon Norfolk

Some of the nonsensical property development taking place in Kabul. This district of the city, Karte Char Chateh, is remembered by Kabulis as that part of the bazaar which was burned by the British in 1842 as collective punishment for the killing of the British Envoy. The fires still burned when the British retreated two days later. Kabul, 2010 40x53" from an edition of 7 © Simon Norfolk

Michael Hoppen Contemporary is pleased to present a new series of photographs by Simon Norfolk, commissioned by Tate Modern.  In the autumn of 2010 Simon Norfolk began a photographic project in Afghanistan, taking its cue from the work of nineteenth century British photographer John Burke.  Norfolk’s images reimagine or respond to Burke’s Afghan war scenes in the context of the contemporary conflict. A symbiotic project, Norfolk takes references from Burke’s original portfolios.

John Burke (1843-1900) was the first photographer to make pictures in Afghanistan. He accompanied British forces during the invasion that became the Second Anglo-Afghan War from 1878-1880 producing a small number of albums of prints for sale to the general public. These were sold through his studios in Rawalpindi, Peshawar and the summertime mountain retreat of Muree in a region which is now Pakistan but at the time was the borderlands of British Imperial India.

A view of Kabul City from Bala Burj, 2011 40x53" from an edition of 7 © Simon Norfolk

A view of Kabul City from Bala Burj, 2011 40x53" from an edition of 7 © Simon Norfolk

Simon Norfolk was born in Lagos, Nigeria in 1963 and educated in England finishing in Oxford and Bristol universities with a degree in Philosophy and Sociology. After leaving the documentary Photography course in Newport, S. Wales, he worked for far-left publications specialising in work on anti-racist activities and fascist groups. In 1994 he gave up photojournalism in favour of landscape photography. In 2004 Simon won The Infinity Award from the ICP in New York and in 2005 Le Prix Dialogue in Arles. His work appears regularly in the New York Times Magazine and the Guardian Weekend.

Info + illus. courtesy Michael Hoppen Contemporary

 




GELBFIEBER von Michael Brynntrup

26 05 2011

The yellow fever is rampant in tropical and subtropical regions, yet not in Asia. Michael Brynntrup, one of most important directors shown at the Berlinale for 15 times, focussed on his very own impressions and observations of the “Far East”. Galerie M, Berlin presents seven video installations and ten photo works by Brynntrup.

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GELBFIEBER von Michael Brynntrup

15.05. – 17.06.2011

Galerie M, Berlin

 

PR-Text: Die Ausstellung präsentiert sieben Videoinstallationen und zehn Fotoarbeiten, die Eindrücke und Beobachtungen des Künstlers in ’Fernostasien’ künstlerisch zusammenfassen. Höchst subjektiv betrachtet er ’Land und Leute’ und selbstverständlich auch den europäischen Blick auf die Kulturen des ‘Fernen Ostens’ selbst.

Das Gelbfieber-Virus ist in tropischen und subtropischen Gebieten in Südamerika und Afrika verbreitet, nicht aber in Asien.

Mit über 15 Teilnahmen bei der Berlinale gehört Michael Brynntrup zu den meistgezeigten Regisseuren des bedeutendsten Festivals in Deutschland. Das Museum of Modern Art New York widmete ihm mehrere Ausstellungen. Zahlreiche internationale Experimental- und Kurzfilmfestivals zeigten Retrospektiven seiner Arbeiten. Michael Brynntrup lehrt als Professor für Film und Videokunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Er lebt in Berlin.

 




Räume im Exzess: Die Verschleifung von Realität und Virtualität. Interview mit Jochen Eisentraut

17 05 2011

Der Berliner Architekt und Künstler Jochen Eisentraut schafft Bilder, die oft Grenzgänge zwischen Kunst und Architektur, aber auch zwischen den Medien sind: Gezeichnete Skizzen überträgt er in den Computer und verwandelt sie dort in dreidimensionale räumliche Gebilde. Linienwirbel fügen sich zusammen zu überraschenden, komplexen Ansichten.

Wandler in exzessiven Welten, 2010

Wandler in exzessiven Welten, 2010

Eine wichtige Rolle spielt für Eisentraut dabei die Emotionalität, die gerade in der häufig durchrationalisierten Architektur untergeht. Seine Räume sind experimentelle Räume im Exzess, in der dionysischen Ekstase oder im magischen Glühen von Licht und Klängen: Sichtbar gemachte Möglichkeitswelten, die als Gegensetzungen zu den rationalen Gegenwartsräume Irritationen schaffen können.

Im Mai sind Arbeiten von Jochen Eisentraut in der Gruppenausstellung “crossart international goes Hamburg” – zusammen mit Anja-Alexandra Kaufhold, Kerstin Kleemann, Thomas Demuth und Bernd Müller – in der rimaju-Galerie in Hamburg zu sehen (7. – 28. Mai 2011)

Ende August werden Arbeiten von ihm gemeinsam mit einem Fotokünstler in Berlin zu sehen sein. Gezeigt werden unter anderem zwei farbintensive Werke aus der Serie „Magische Räume – Raumskizzen zu Brahms, Sinfonie Nr. 4“ vom letzten Jahr.

Im Interview mit deconarch.com erläutert Jochen Eisentraut seine Arbeitsweise mit Skizze und Computer, spricht über den wechselseitigen Einfluss von Architektur und Kunst und über die besondere Bedeutung gebauter Strukturen – real ebenso wie virtuell.

(c) Abb. Jochen Eisentraut,

www.jochen-eisentraut.de

INTERVIEW

Jochen Eisentraut, Sie übertragen gezeichnete Skizzen in den Computer und bearbeiten sie dort weiter. Welche Vorteile bietet diese Vorgehensweise?

Dionysischer Raum im goldenen Lichtrausch, 2009

Dionysischer Raum im goldenen Lichtrausch, 2009

Mit Hilfe von Skizzen kann man sehr schnell Ideen visualisieren, ohne diese ganz konkret ausformulieren zu müssen. Skizzen bleiben bewusst im Vagen, lassen Interpretationsmöglichkeiten offen. Indem ich die gezeichneten Linien vom Blatt löse und sie frei in den virtuellen Raum stelle, behalte ich die Unschärfe bei, erweitere aber die Möglichkeit des Skizzierens um eine räumliche Dimension. Das gezeichnete Linienwerk lässt sich zu räumlichen Gebilden zusammen- und in Szene setzen. Beim virtuellen Durchwandern bin ich selbst immer wieder fasziniert und überrascht von der Komplexität der neu geschaffenen Räume.

Welche Möglichkeiten bietet die künstlerische Ausdrucksweise?

Rein technisch erweitert der Computer meine künstlerische Ausdrucksweise enorm, indem er etwa die in den virtuellen Raum transformierten Linien aus verschiedenen Richtungen beleuchten oder betrachten lässt. Da aus den Linien ein dreidimensionales Flechtwerk entsteht, lassen sich natürlich auch stereoskopische Bilder erzeugen.

Künstlerisch interessant ist für mich aber vor allem die den Bildern eingeschriebene Ambivalenz, die es erlaubt, latente Schwebezustände, etwa zwischen Architektur und Natur, oder allgemeiner zwischen Künstlichkeit und Natürlichkeit, darzustellen. Die Bilder werden so zu Projektionsflächen, die je nach Betrachtungsintention changieren oder bestehende Abgrenzungen in Frage stellen.

Latente Architekturen II, 2008

Latente Architekturen II, 2008

 

(Wie) beeinflussen sich Architektur und Kunst gegenseitig?

Künstler wie Olafur Eliasson arbeiten ja oft hochgradig raum- und architekturbezogen, spielen geschickt mit unserer Wahrnehmung und liefern Anschauungsbeispiele atmosphärisch dichter Räume. Solche Konzepte atmosphärischer Inszenierung sind für die Architektur sehr aufschlussreich. Versuche, Kunst nachträglich an Architektur an- oder unterzubringen – die sogenannte Kunst am Bau finde ich dagegen oft unbefriedigend.

Viel interessanter wird es, wenn Architekt und Künstler von Anfang an konzeptionell zusammenarbeiten. Ein aufregendes Beispiel ist ein kürzlich fertig gestelltes Hotel in Wien, das der Architekt Jean Nouvel zusammen mit mehreren Künstlern entwickelt hat. Insbesondere die Lichtdecken der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist sind zu einem wesentlichen Element der Architektur geworden. Ein anderes gelungenes Projekt ist die Eberswalder Bibliothek von Herzog & de Meuron mit ihren bedruckten Fassadenelementen. Hier wird die Architektur ihrer integrativen Rolle für die anderen Künste wieder gerecht.

Latente Architekten II, 2008 | Dynamischer Raum, 2008 | Götzengeraune, 2009

Latente Architekten II, 2008 | Dynamischer Raum, 2008 | Götzengeraune, 2009

 

Und wie beeinflussen sich Architektur und Kunst in Ihrer Arbeit?

Am liebsten würde ich behaupten, dass es in meiner Arbeit gar keine Trennung zwischen Architektur und Kunst gibt, was sich allerdings zumindest für die architektonische Arbeit mit ihren massiven Sachzwängen nicht aufrecht erhalten ließe. Immerhin gibt es vielfältige wechselseitige Einflüsse. Ausgangspunkt meiner künstlerischen Projekte sind oft archetypische Elemente aus der Architektur – ein Kuppelraum, eine Pyramide, eine Passage oder eine Urhütte – die dann eine Metamorphose erfahren. Die neu entstandenen Bilder können dann durchaus in architektonische Konzepte zurückfließen – beispielsweise wird man in einigen Entwurfsskizzen Motive meiner Bilderserie zu latenten Architekturen wiederfinden. Es gibt auch Themen, die mich in der Architektur interessieren, die ich aber erstmal besser künstlerisch ausprobieren kann – etwa die Idee eines barocken Geistes, der einen Raum zum Bersten bringt.

Latente Architekturen, 2008

Latente Architekturen, 2008

Ich will zukünftig noch mehr darüber nachdenken, wie man die künstlerischen Ergebnisse mit Architektur verschmelzen kann, diese also anders in Architektur einbringen kann, als nur ein Bild an die Wand zu hängen – wobei ich Bilder durchaus als etwas sehr schönes und beruhigendes empfinde.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihren Arbeiten?

Ich setze in meinen Arbeiten Begriffe wie Lust, Glück, Magie, Aura und Spiel gegen eine Entzauberung der Welt durch Rationalität und Askese. Die dargestellten Räume im Exzess, in der dionysischen Ekstase oder im magischen Glühen von Licht und Klängen sind Entwürfe gegen eine durchrationalisierte, auf industrielle Standards reduzierte, den Gesetzen von Marktwert und Rentabilität unterworfene Raumproduktion. Es sind experimentelle Räume, Fluchtorte und zugleich sichtbar gemachte Möglichkeitswelten, die als Gegensetzungen oder Einstülpungen in die rationalen Gegenwartsräume Irritationen schaffen können. Die Konstruktion von Räumen und Orten – fiktiv oder real – ist ja immer auch ein politisch konnotierter Akt.

Wie finden Sie Ihre Motive und Themen?

Den theoretischen Hintergrund bilden philosophisch-soziologische Texte von Nietzsche über Luhmann bis hin zu Robert Pfaller. Besonders letzterer hat mir die Augen geöffnet bezüglich der Lustfeindlichkeit unserer neoliberalen Kultur.

Flug des Vogel-Haus, 2009

Flug des Vogel-Haus, 2009

Oft sind natürlich architektonisch-räumliche Fragen Ausgangspunkt, wobei viele Arbeiten aus der Konfrontation (und anschließenden Verschleifung) von Gegensätzlichkeiten entstehen. So war zum Beispiel für die Serie mit dem Titel „Der Vogel Haus“ ein zeremonielles Vogelhaus aus Papua-Neuguinea die erste Inspiration. In meiner Arbeit habe ich das Motiv dann zu einem merkwürdigen Zwitterwesen zwischen einem Vogel und einem Haus verarbeitet. Auch die Musik bildet eine interessante Inspirationsquelle, vielleicht, weil sie mit Perfektion Rausch und Lust erzeugen kann.

Würden Sie uns ein Projekt näher vorstellen?

Ein paradigmatisches Projekt ist die Bilderserie „Tanz eines dionysischen Raumes“. Im Hinterkopf hatte ich dabei nicht nur Nietzsches dionysisches Prinzip in der Kunst, sondern ganz anschaulich auch die Techno-Clubs, die im Berlin der 1990er Jahre entstanden. Das waren für mich dionysische Gegenwelten, Fluchtorte der temporären Ekstase und des Rausches, abgeschirmt von der Außenwelt und mit einer ganz eigenen, flüchtigen Ästhetik. Für meine Bilderserie habe ich einen Raum aus einer Pyramide (also einer geometrisch-rationalen Form) konstruiert, in den ich ekstatisch bewegte Formen eingetragen und so den Raum in einen rauschhaften Tanz versetzt habe. Dabei entstehen im spielerischen Umgang mit dem virtuellen Material manchmal flüchtige Gebilde wie die einer Phallusfigur, die in einem Bild erscheinen und im nächsten wieder mit dem Raum verschmelzen. Vielleicht denkt man dabei auch an den Planet Solaris aus dem gleichnamigen Buch von Stanislaw Lem, der aus seiner Substanz Trugbilder schafft, die sich gleich darauf wieder verflüchtigen.

 

Raumgewebe im Rausch des Tanzes, 2009

Raumgewebe im Rausch des Tanzes, 2009

Was ist charakteristisch für Ihre Arbeit – in Ihren Worten?

Ein besonderes Charakteristikum ist sicherlich die Verschleifung von Realität und Virtualität, also von analogen, handgefertigten Skizzen mit den Möglichkeiten dreidimensionaler Computertechnik. Das gibt den Bildern eine oszillierende Hybridität, die sich oft auch in den Inhalten fortsetzt.

Zum Abschluss noch eine allgemeine Frage: Welche Bedeutung hat Architektur, die gebaute Umwelt für uns?

Als Architekt muss man sich der gesellschaftlichen Verantwortung, die mit der Herstellung neuer gebauter Wirklichkeiten einhergeht, bewusst sein. Die meisten Menschen werden den gebauten Strukturen unterworfen, ohne darauf Einfluss nehmen zu können. Deshalb halte ich soziologische Fragen nach gegenwärtigen soziokulturellen Rahmenbedingungen und menschlichen Bedürfnissen für sehr wichtige Parameter der Planung. Mich interessiert zum Beispiel, wie Architektur und Stadtplanung auf den in jüngster Zeit immer wieder diagnostizierten spielerischen Umgang der Menschen mit ihrer eigenen Identität reagieren kann. Die strukturellen Umwälzungen der digitalen Revolution bedingen wohl ebenfalls eine Neuverortung der Menschen, die wir bislang kaum erfasst haben

Jochen Eisentraut, haben Sie herzlichen Dank für das Interview!

 

 




Transformable Design: Chuck Hoberman in Stuttgart

12 05 2011

A unique opportunity: Until May 20, you can see Chuck Hoberman’s Transformable Design in Stuttgart. Hoberman is an US architect and designer,  inventor of folding structures, most notably the Hoberman sphere (if you like to “wiki”).

HOBERMAN

Transformable Design, New York

Arbeiten des amerikanischen Architekten und Designers Chuck Hoberman.
09.05.2011 – 20.05.2011
Stuttgart

Eintritt: kostenlos

Veranstaltungsort:
Universität Stuttgart K1
Keplerstraße 11
70174 Stuttgart

Veranstalter:

Universität Stuttgart Institut für Entwerfen und Konstruieren

 




Pierre Juillerat at Art Amsterdam 2011

11 05 2011
A little notice for everyone in Amsterdam: Swiss artist Pierre Juillerat will be presented at Art Amsterdam 2011 by dr. julius | ap, Berlin. deconarch.com introduced Pierre Juillerat’s work with an interview few months ago: “Deconstructing and reconstructing structures, experimenting with intuitive colour neighbourhoods and offering them in another context.” Interview with Pierre Juillerat

 

Q_46.8038, 2010, and Q_46.8037, 2010, Pigmented ink on archival paper 42 x 29,7 cm Edition of 12 + 3 EA's Dated, signed

Q_46.8038, 2010, and Q_46.8037, 2010, Pigmented ink on archival paper 42 x 29,7 cm Edition of 12 + 3 EA's Dated, signed

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Wolfgang Berndt, Ingrid Cerny, Edgar Diehl, Stephan Ehrenhofer, Pierre Juillerat

represented by dr. julius | ap, Berlin
Art Amsterdam
11.05. – 15.05.2011
RAI, Europaplein 22
Parkhal (hal 8)
Amsterdam
stand N° 049
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New urban paintings by Tobias Weber in Zurich

10 05 2011

Another exhibition you shouldn’t miss: When in Zurich, go and see Tobias Weber‘s new urban paintings at Galerie Alex Schlesinger. By the way, deconarch.com’s very first interview was an email interview with Tobias Weber in April 2008 (Link)!


Tobias Weber

© Tobias Weber

 

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TOBIAS WEBER

“Neue Städtebilder”
13. Mai bis 12. Juni 2011

Galerie Alex Schlesinger, Zürich

www.galas.ch

Vernissage: Donnerstag, 12. Mai 2011, 18-20 Uhr

Im Rahmen des “Open House Weekends der Zürcher Galerien” ist die Galerie am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Juni von 11-17 Uhr geöffnet.