Christoph Faulhaber | Fidelity Real Estate in Zürich

14 06 2011

Project artist Christoph Faulhaber turns into an realtor: His realty firm “Fidelity Real Estate” offers properties in Cuba.  Yet between all the high gloss images and the exuberant descriptions, there’s something irritating: image and caption don’t match. Faulhaber combined photographs of decaying buildings, which he took in Cuba in 2008, with texts taken from an brochure praising luxurious estate in Florida. He only changed the locations’ names – now offering luxurious edifices in “boomtown” Havanna…

© Christoph Faulhaber

© Christoph Faulhaber

 

 

 

Christoph Faulhaber | Fidelity Real Estate
11. Juni – 16. Juli 2011
Cor Galerie, Zürich
www.corgalerie.com

 

 

 

© Christoph Faulhaber

© Christoph Faulhaber

 

PR-Text: In seinen Arbeiten der letzten Jahre exponiert sich der Hamburger Projektkünstler Christoph Faulhaber stets selbst: Eine seiner bekanntesten Aktionen ist das zwischen 2005 und 2007 durchgeführte Projekt “Mister Security”, bei dem er zusammen mit seinem Kollegen Lukasz Chrobok uneingeladen als privater Sicherheitsmann vor US-Botschaften und Konsulaten agierte. Mit solchen Aktionen und ihrer Dokumentation zog sich Faulhaber dauerhaft den Zorn der US-Administrative zu – Einreiseverweigerung und Stipendiumsentzug inclusive. Die Diskussion um Hoheitsrechte und Grenzen von öffentlichem und privatem Raum mündet bei Christoph Faulhaber in ein Ausloten der Grenzen künstlerischer Freiheit.

© Christoph Faulhaber

© Christoph Faulhaber

Für sein nun in der cor galerie zürich vorgestelltes Projekt wird Faulhaber zum Makler und Inhaber der Immobilienfirma “Fidelity Real Estate”, die verschiedenste Objekte auf der Karibikinsel Kuba zum Kauf anbietet. Das Hochglanzprospekt und die Aufmachung der als herkömmliche Immobilienwerbung getarnten Arbeiten täuscht nicht über die Irritation hinweg, die sich schnell einstellt: Bild und Bildlegende passen nicht zusammen. Fotografien, die Faulhaber 2008 bei einem Kuba-Besuch von den zerfallenden oder unbrauchbaren Gebäuden aufgenommen hat, verbindet er mit Texten, die aus einer Broschüre für Luxusimmobilien in Florida stammen. Nur die Ortsangaben wurden verändert, so dass nun luxuriöse und begehrenswerte Immobilien in der „Boomtown“ Havanna angepriesen werden. Auf subtile Art befragt Faulhaber die Wirkmächtigkeit der Bilder und ihrer Subtexte: „In einer Zeit, in der wir alles, was uns begegnet als Bilder oder Symbole lesen und in jeder Situation eine Einschätzung treffen müssen, was eigentlich dahinter steht, arbeitet auch die Kunst daran, sich diesen neuen Bildbegriff anzueignen.“ (Christoph Faulhaber)

In einem zweiten Schwerpunkt der Ausstellung stellt Faulhaber sein Projekt “Genossenschaften” vor, das bei dem “Kunst und Bau” – Wettbewerb der Genossenschaft Kalkbreite in Zürich mit dem 1. Preis bedacht wurde (240.000 CHF). “Mit der einstimmigen Wahl von Faulhabers Vorschlag wählte die Jury den konsequentesten und zugleich radikalsten Vorschlag.” (PR-Mitteilung der Genossenschaft Kalkbreite).

Info + illus. courtesy Cor Galerie




South HO’s Into Light in Hong Kong

12 06 2011

Into Light is a set of black and white photographs of pedestrian tunnels, taken at different locations in Hong Kong during the nights. The series expresses Ho’s view and feelings about a state of his life.

South HO, Into Light XIV, 2007-2008, Gelatin silver print, 45 x 45 cm, Edition of 10

South HO, Into Light XIV, 2007-2008, Gelatin silver print, 45 x 45 cm, Edition of 10

 

 

 

South HO | Into Light

Date: 8 – 18 June 2011

Blindspot Gallery, Hong Kong

www.blindspotgallery.com

 

 

 

PR-Text: Into Light is a set of black and white photographs of pedestrian tunnels, taken at different locations in Hong Kong during the nights. The series expresses Ho’s view and feelings about a state of his life, “I am standing in darkness and about to pass through a tunnel of light. I do not know how long the tunnel is and how long it would take to pass through it, the only thing I am certain is that at the end of it, darkness will re-appear,” Ho says. The series of works is produced with traditional silver halide process, and each piece of work is hand printed by the artist.

South HO, Into Light I, 2007-2008, Gelatin silver print, 45 x 45 cm, Edition of 10

South HO, Into Light I, 2007-2008, Gelatin silver print, 45 x 45 cm, Edition of 10

Ho was awarded the Hong Kong Contemporary Art Biennial Awards 2009 with his Into Light series. In 2010, he was selected as one of the nominees for the Société Générale Chinese Art Awards 2010 with the same series. Into Light is collected by the Hong Kong Heritage Museum and the Kiyosato Museum of Photographic Arts in Japan.

About South HO
Born in Hong Kong in 1984, Ho graduated from The Hong Kong Polytechnic University in 2006. Ho has been actively participating in photography exhibitions since 2007. He established his studio in 2008 and is a member of photography organization The Photocrafters. Ho currently lives and works in Hong Kong.

About Blindspot Gallery
Blindspot Gallery is set up to bring contemporary photography, an art form that has entered the blind spot of the Hong Kong art market, to a higher degree of visibility. We feature both established and emerging photographers and artists, mainly from the region but not limited to.

Info + illus. courtesy Blindspot Gallery




In the land of limitless opportunities: Friederike Vahlbruch in Worms

11 06 2011

Friederike Vahlbruch‘s paintings are both realistic and surrealistic at once. She exceeds the limits of gravitation, diving into a surreal fantasy. The lines of central perspective transform into waves and spirals and open up infinite possibilities of re-viewing the well-known world.

© Friederike Vahlbruch

© Friederike Vahlbruch

 

 

 

 

 

Friederike Vahlbruch
Land der unbegrenzten Möglichkeiten
22.05. bis 19.06.2011
Kunstverein Worms
 

 
 

 
 

 

PR-Text: Die 1964 in Genf geborene Malerin Friederike Vahlbruch studierte 1984-1990 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und lebt seit 1991 in Köln. Einige ihrer Bilder waren bereits im Rahmen der Animal-Art-Ausstellung 2010 zu sehen. Nun präsentiert sie aktuelle Ölgemälde aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Eine gleichermaßen realistische Malerei auf handwerklich hohem Niveau, die sich spielerisch, manchmal auch satirisch einer surrealistischen Phantasie hingibt. Die Gesetze der Schwerkraft werden überwunden und die Linien der klassischen Zentralperspektive verwandeln sich in Wellen und Spiralen. Dieser Zerrspiegel eröffnet unbegrenzte Möglichkeiten, die Welt neu zu sehen, die eigenen Gefühle neu aufzuwirbeln und die persönlich erlebten Reiseeindrücke spannend zu erzählen.

MIDTOWN 2011, Öl auf Nessel, 70x170 cm

MIDTOWN 2011, Öl auf Nessel, 70x170 cm © Friederike Vahlbruch

Weitere Infos HIER




Maximilian Meisse | Tempelhof in Stuttgart

10 06 2011

Maximilian Meisse‘s photographs were taken at Berlin airport Tempelhof between 2006-2008, only shortly before the final lockdown of the airport. In large formats he “collected” vistas of this location.

© Maximilian Meiße

© Maximilian Meisse

 

 

Maximilian Meisse | Tempelhof

8. Juni bis 15. Juli 2011

f75, Stuttgart

www.f-75.de

 

PR-Text: Die Fotos der Ausstellung wurden in den Jahren 2006-2008, kurz vor der endgültigen Schließung des Flughafens Tempelhof aufgenommen. Mit kühl distanziertem und doch einfühlsamem Blick hat Maximilian Meisse ein wichtiges Kapitel der Zeit- und Architekturgeschichte in beeindruckenden Großfotos festgehalten. Sich selbst bezeichnet er in aller Bescheidenheit als einen »Sammler von Orten«. Hätte er tatsächlich nur gesammelt, wäre wohl kaum eine derart überzeugende, authentische Fotoserie daraus entstanden.

 


2008 ist im Ernst Wasmuth Verlag das dazu gehörige Buch gleiche Titels erschienen.

 




Annett Zinsmeister in Stuttgart: Raum I: Kein Ort. Nirgends?

8 06 2011

What is particular about rooms, spaces, cities, what forms their identity even though they might appear unspecific, inhospitable at first view. Annett Zinsmeistertraces these questions. Her interest focusses on architecture, on questioning perception and its limits, on concept of spatial design. Her series virutal interiors challenges the facades of the typical prefabricated high rise buildings of the GDR.

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Annett Zinsmeister
Raum I: Kein Ort. Nirgends?

11.06. – 09.07.2011

14-1 Galerie, Galerienhaus Stuttgart

www.14-1-galerie.de

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Eröffnung: Freitag, 10.06.2011, 19h

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PR-Text: „Utopie … als Entzifferung eines Codes, als Analyse von Lebenszusammenhängen, als flexibles Modell von Möglichkeiten und als partielle evolutionäre Stationen, die … immer die Grundlage neuer Visionen für die nächste Generation sein könnten.“ (Annett Zinsmeister)

Das Spezifische, das Besondere und die Identität von Räumen, Orten und Städten – mögen diese auf den ersten Blick auch noch so unwirtlich oder unspezifisch sein, sind es, denen Annett Zinsmeister in ihren Arbeiten auf den Grund geht. Das Interesse der Professorin für Gestalten und experimentelles Entwerfen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart kreist dabei immer um die Architektur, um die Hinterfragung von Wahrnehmungsgrenzen und die Auseinandersetzung mit Konzepten der Raumbildung und Darstellungstechniken. Aktuelle und historische Entwicklungen der Wahrnehmung und Gestaltung von Raum, auch im Zusammenhang mit den neuen Technologien, werden thematisiert, Sehgewohnheiten dabei in Frage gestellt.

Ihr Interesse zielt dabei vor allem auf die urbanen Problemzonen und Randgebiete, konfliktgeladene Orte, die für Zinsmeister Orte des Übergangs darstellen; Orte die eine besondere Vergangenheit haben und eine ungewisse Zukunft. Solch einen Ort stellt der Plattenbau dar und in mehreren Serien hat sich Zinsmeister mit dem Phänomen der Plattenbauarchitektur auseinandergesetzt. Der Plattenbau, die „Platte“, als architektonische Baukastenarchitektur mit ihrem Typensortiment, die ein kulturelles Phänomen darstellt, in dem sich sozial-utopische Visionen und politisch repressive Realitäten vereinen, oszilliert zwischen einer abschreckenden Monotonie des Seriellen und einer Faszination ihrer minimalistischen Ästhetik. In der Reihe virtual interiors verdichtet sich das Wechselspiel zwischen den beiden Aspekten und Zinsmeister kehrt die Fassaden virtuell nach innen in reale Innenräume oder wie beim Containerprojekt in den Innenraum eines Containers. Räumliche Irritationen und surreale Raumeindrücke lassen die Grenzen zwischen Innen- und Außenraum nicht mehr unterscheiden.

Info + illus. courtesy 14-1 Galerie

Mehr über Annett Zinsmeisters Arbeit im Interview HIER.

 




BUNKERbiotop: Subterranean beauty in Stuttgart

6 06 2011

The Kunsthaus Schill in Stuttgart presents BUNKERbiotop, peculiar photos of a peculiar place: From 1945 until 1985, the Bunker under the central market square of Stuttgart was in use, first as bunker, then as a popular hotel. Nowadays it is deserted and mostly forgotten. But nevertheless the rooms are still widely populated – by bacteria and mildew. The photographs show strangely beautiful views of this biotope.

Link to publication BUNKERbiotop, German / English

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

 

 

 

 

 

 

BUNKERbiotop

Joerg Esefeld /edition esefeld & traub

mit open end

Galerie im Kunsthaus Schill, Stuttgart

 

 

 

Die Fotografien entstanden unter Tage, im Bunkerhotel unter dem Marktplatz von Stuttgart, vor dem Stuttgarter Rathaus. In diesem Tiefbunker war von 1945 bis 1985 war das populäre Hotel am Marktplatz untergebracht. Ursprünglich Schutz für bombenbedrohte Menschen und später Unterkunft für Reisende, sind die unterirdischen Räume heute Lebensraum für Bakterien und Schimmelpilze.

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

“Lichtlose Zimmer, geringer Luftaustausch, extrem hohe Luftfeuchte, moderate Temperaturen sowie ein üppiges Nährstoffangebot aus Papier, Kleister und Textilien bieten ideale Bedingungen für Mikroorganismen. Auf den Wänden überlagern sie in modrig-morbiden Schichten die Spurender früheren Bewohner. Die Bilder des photographischen Musterbuchs zeigen Mikroorganismen in scheinbarer Symbiose mit den Resten deutscher Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.Sie konzentrieren sich auf die übriggebliebene, papierdünne Verkleidung derBunkerwände, die Tapeten aus den 1950er bis 70er Jahren. Weil die heutigen “Bewohner” diese Dekoration buchstäblich zum Fressen gern haben, finden sich Wandbeläge in den unterschiedlichsten Stadien des Zerfalls. Die Photographien richten den Blick aufein temporäres Biotop, das – mitten in der Stadt im Untergrund verborgen – in Stille und Vergessenheit gedeiht.” (Werner Lorke)

Die Publikation BUNKERbiotop kann HIER online durchstöbert werden.

 




Beth Yarnelle Edwards’ Suburban Dreams in Berlin

5 06 2011

American photographer Beth Yarnelle Edwards documents inhabitants of American and European suburbs in their homes. Thus she presents a facetious portraits of man in his “homely” environments.

aus Suburban Dreams (2011): Lucia, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

aus Suburban Dreams (2011): Lucia, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

 

 

 

Beth Yarnelle Edwards | Suburban Dreams

02. Juni bis 09. Juli 2011

Petra Rietz Salon Galerie, Berlin
http://www.petrarietz.com

 

 

 

 

PR-Text: Private Lebensträume manifestieren sich besonders im häuslichen Umfeld, das von uns selbst geschaffen wird. Die Art der Einrichtung verrät einiges über Vorstellungen und Wünsche, die wir an das eigene Leben stellen. Hier schaffen wir einen Mikrokosmos, in dem wir uns frei bewegen, mit anderen interagieren und persönlichen Interessen nachgehen. Beth Yarnelle Edwards dokumentiert in vielschichtigen fotografischen Bildkompositionen amerikanische und europäische Vorstadtbewohner und zeichnet so ein facettenreiches Porträt des Menschen im Kontext seiner häuslichen Umgebung. Die amerikanische Fotografin geht in ihren inszenierten Fotografien der Frage nach, was uns dieses private Umfeld tatsächlich über uns und unsere Lebensträume verrät und zeigt eine Vielfalt von unterschiedlichen Lebensentwürfen auf.

aus Suburban Dreams (2011): Mareike, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

aus Suburban Dreams (2011): Mareike, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

Der Betrachter erhält Einblick in alltägliche Rituale und persönliche Vorlieben der Bewohner, die häufig in Begleitung eines Haustiers erscheinen. Aufgenommen in Küche, Bad oder Wohnraum und umgeben von persönlichen Dingen scheinen die Porträtierten mit der Art ihres Auftretens, der Wahl ihrer Kleidung und der ausgeübten Tätigkeit etwas aus ihrem Leben erzählen zu wollen. Die fotografischen Arbeiten sind eine Mischung aus dokumentarischer und inszenierter Fotografie, die auch Aspekte der Selbstinszenierung beinhaltet. Nach eingehenden Gesprächen mit den zu porträtierenden Personen wird gemeinsam ein aufwendiges Setting erarbeitet, das filmischen Charakter besitzt und die Basis für die anschließend freie Improvisation bildet. Die endgültige Entscheidung für ein bestimmtes Szenario fällt während des Fotografierens und verleiht den Bildern einen scheinbar spontanen Ausdruck. Die farbintensiven Fotografien sind grafisch und räumlich präzise konzipiert und orientieren sich an kunstgeschichtlichen Vorbildern wie „Las Meninas“ von Diego Velazquez oder Dokumentarfotografien von August Sander. Die dargestellten Personen haben etwas Stereotypes an sich. Ihr direkter Blick in die Kamera und in Richtung des Betrachters lässt den Stolz auf sich und das eigene Heim erkennen. Einige scheinen wie beiläufig erfasst und ungeachtet der fotografischen Beobachtung in ihr Dasein vertieft zu sein.

aus Suburban Dreams (2011): Dietlinde, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

aus Suburban Dreams (2011): Dietlinde, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

Edwards Fotografien zeigen Facetten unterschiedlichster Gemütszustände und Lebensmodelle auf, die mitunter eine beklemmende Atmosphäre transportieren. Die Petra Rietz Salon Galerie präsentiert eine Auswahl von Innenraumaufnahmen, die individuelle Lebensvorstellungen zeigen, dennoch gesellschaftliche Normen und Konventionen verdeutlichen und zur Auseinandersetzung mit fremden Idyllen einladen.

Info + illus. courtesy Petra Rietz Salon Galerie

 




Ralf Brueck | Distortion in Köln

4 06 2011

Ralf Brueck is an artist/photographer who transforms pure photography into an autonomous, individual work or art. He “brutally” changes and distorts his motives – land- and cityscapes -, thus questioning photography’s ability to illustrate reality. Brueck’s works are currently on show in Cologne.


© Ralf Brueck, Yellow fountain, 126 x 96 cm, 2011, c-print

© Ralf Brueck, Yellow fountain, 126 x 96 cm, 2011, c-print

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Ralf Brueck | Distortion

04. Juni – 10. Juli 2011

Galerie Mülhaupt, Köln
www.galerie-muelhaupt.de
www.ralfbrueck.com

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.PR-Text: Ralf Brueck ist ein Kunstfotograf, der durch den künstlerischen Zugriff eine reine Fotografie zu einem autonomen, individuellen Kunstwerk verwandelt. Das visuelle und konzeptuelle Potential von Bildern ist dabei unerschöpflich und die Aufgabe des Auslotens immer neuer, durch die technische Entwicklung angeregter, unerprobter Möglichkeiten der Fotografie beschäftigen Künstler weltweit.
Mit seinem Interesse an der Erschließung neuer Darstellungsformen und seiner spezifischen fotografischen Inszenierung befragt Ralf Brueck zielbewusst die Beschaffenheit der Fotografie hinsichtlich ihrer Wiedergabe von Realität.

© Ralf Brueck, Pink mist, 168 x 210 cm, 2011, c-print

© Ralf Brueck, Pink mist, 168 x 210 cm, 2011, c-print

Der Ausstellungstitel Distortion bedeutet als Begriff eine Verzerrung oder Verformung und meint allgemein eine Verschiebung von Strukturen durch Gewalteinwirkung. Anders ausgelegt kann in Beziehung zu den Werken Ralf Bruecks auch von einem “ Zugrunderichten“ des Bildes gesprochen werden. Die Radikalität dieser Formel steht dabei exemplarisch für den massiven, bildmanipulativen Eingriff Bruecks und die daraus resultierende Dynamik. Das formale Ergebnis seines speziellen Bildeingriffs erinnert an einen Barcode, der die DNA des Bildes darstellt.

Imposante Landschaften wie Wald und Wüste und singuläre architektonische Details stellen in den Fotografien Bruecks die abgebildete Wirklichkeit dar. Ihre Gegenständlichkeit wirkt jedoch nicht alleinstehend auf der Bildoberfläche. Sie wird durch den künstlerischen Eingriff der digitalen Manipulation dekonstruiert:
Baumstämme und Felsen verzerren sich anhand ihrer Farbigkeit zu abstrakten, blockhaften Farbstreifenbündeln und erzielen mit ihren Horizontalen und Vertikalen auf der Bildebene reibende, geometrische Effekte. Durch die Verlängerung und Ausdehnung der Bildinformationen entsteht eine neuartige äußere Form, die die Monumentalität der Landschaften frappierend unterstreicht.

© Ralf Brueck, A day after tomorrow, 153 x 210 cm, 2011, c-print

© Ralf Brueck, A day after tomorrow, 153 x 210 cm, 2011, c-print

Mit seiner höchst kalkulierten Komposition und der originären Formensprache der Barcodes leistet Ralf Brueck darüber hinaus seinen Beitrag zur Frage nach der Ergiebigkeit der fotografischen These von der Konstruierbarkeit der Bilder und der Welt.

Ralf Brueck, Jahrgang 1966, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bernd Becher und Thomas Ruff, bei dem er 2003 sein Diplom als Meisterschüler machte. Seit 2001 ist der in Düsseldorf lebende Künstler mehrfach mit Stipendien und Preisen für sein fotografisches Werk ausgezeichnet worden. Mit der Anfang Juni 2011 eröffnenden Ausstellung Distortion präsentiert der Künstler seine zweite Einzelausstellung in der Galerie Mülhaupt.

Info + illus. courtesy Galerie Mülhaupt




CHRISTIAN FREUDENBERGER NEUE HÖHLE REAL in Köln

4 06 2011

Christian Freudenberger‘s paintings show architectures from the in- or outside, sometimes extended with a further element, which creates a processual character. All the paintings are deserted. Freudenberger’s images are highly abstracted, the pictorial side stands back, thus giving room to an indexical aspect: there is only traces, indices that hint as to what the images show. Currently his works are on show at DREI, Cologne.

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CHRISTIAN FREUDENBERGER

NEUE HÖHLE REAL

04. Juni – 16. Juli 2011

DREI, Raum für Gegenwartskunst, Köln

www.raum-drei.de

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Infos der Galerie über Christian Freudenberger: Die Malereien von Christian Freudenberger zeigen Architekturen in Außen- oder Innenansicht, je nach Werkkomplex versehen mit einem weiteren Element, das dem Dargestellten einen prozesshaften Charakter verleiht. Sämtliche Bilder sind menschenleer. Sie halten dadurch den Betrachter auf Distanz und definieren seine Position als die eines Außenstehenden, und doch ruft z.B. das Bild eines Hochhauses sofort eine Empfindung hervor, als könne es sich hier nur um ein Déjà-vu-Erlebnis handeln: „Das kenne ich zwar nicht, aber genau das habe ich schon einmal gesehen.“ Anders bei den Innenräumen. Die Begegnung mit diesen Bildern kommt eher einem: Jamais-vu-Erlebnis gleich. Man kennt alles genau, aber man fühlt sich fremd. – Christian Freudenberger überträgt hier das „Umkehrverfahren“ der traditionellen Fotografie, das er für die eigene malerische Bildproduktion verwendet, auf die Rezeption des Betrachters. Dabei zielt die Bildaussage nicht allein auf den speziellen Fall einer medial vermittelten Wirklichkeit, sondern auf die Prozesse der Derealisierung und Virtualisierung in nahezu allen Bereichen.
Ob die für die dargestellten Architekturen verwendeten Vorlagen tatsächlich Fotografien sind oder vollständig im Rechner generierte Wirklichkeiten, spielt dabei eine weniger bedeutsame Rolle. In beiden Fällen löst sich das Bild dessen, was abgebildet werden soll, zunächst auf – entweder in Daten der Chemie oder Daten der Informatik. Das Bild verliert also völlig seinen Status als Bild. Nur auf diese Weise, über die Verkürzung einer „Versprachlichung“ der Bilder ist es möglich, die Welt medial zu vermitteln. Und diese Wirklichkeit lässt es z.B. zu, dass jeder weiß, wie es z.B. in New York aussieht, auch wenn er selbst nie dort gewesen ist. Die Realität wird dem Besucher zum Déjà-vu- oder zum Jamais-vu-Erlebnis. 

Wie das medial vermittelte Bild selbst, so ist auch die Malerei von Christian Freudenberger in allerhöchstem Maße abstrakt. Man kann von „Darstellung“ im engeren Sinne kaum mehr sprechen. Der ikonische, im konkreten Sinne also abbildende Aspekt tritt hinter den indexikalischen Aspekt zurück, d.h. es gibt nur Spuren, Verweise, Indizien, denen man genau nachgehen muss, um auf das zu kommen, was eigentlich abgebildet sein sollte oder könnte. 

Die Spuren aber führen vor allem bei den Bildern, in denen „Handlungen“ oder „Kunst“ zu den Räumen hinzutreten, zur Re-Konstruktion einer Wirklichkeit, die es nicht gibt oder gegeben hat. Die geistige Aktivität, initiiert durch die Kombination disparater Wirklichkeitsfragmente, führt zur „Wahrheit als Fiktion“, wie sie sich nicht allein in den Malereien, sondern auch in den Architektur- und Landschaftsmodellen von Christian Freudenberger zu erkennen gibt. (Ulfried Weingarten)

More images on Christian Freudenberger’s website.

 




Ralf Peters | Fotoarbeiten 1998 – 2010 in Zürich

2 06 2011

He doesn’t consider himself a typical photographer. Ralph Peters‘ stersses out that the photographs are a material he is working with to point out something crucial about reality and how it is communicated medially. His photographs are lighted in an unusual way, and afterwards changed digitially.

© Ralf Peters

© Ralf Peters

 

 

 

 

 

Ralf Peters | Fotoarbeiten 1998 – 2010

27.05.2011 – 16.07.2011

Galerie Andres Thalmann, Zürich

www.andresthalmann.com

 

 

PR-Text: Ralf Peters sieht sich selbst nicht ganz der Spezies der Fotografen zugehörig; er betont vielmehr, sich des Fotos als seinem Material lediglich zu bedienen; die Fotografie ist das Medium, mittels dessen er über die Realität und deren mediale Vermittlung etwas Wesentliches auszusagen hofft. Um dies zu erreichen, ist der Betrachter als Partner, als neugierig wie kritisch wahrnehmender Beobachter gefordert. Und nur weil die Fotos durch ihre fremdartige Schönheit und teilweise beängstigende Undurchdringlichkeit eine geradezu bannende Faszination ausüben, gelingt es, etwas Bedeutungsreiches sichtbar zu machen. Das selbst aufgenommene Foto als Basis ist häufig bereits durch aussergewöhnliche Ausleuchtung des Sujets geprägt, ehe es per Computer auf seine jeweilige Intention hin zusätzlich verändert wird. Diese Kapazitäten lassen sich optimal ausnutzen, wenn die Fotos nach formalen oder thematischen Kriterien zu Serien zusammengefasst werden. Denn eine serielle Ordnung erleichtert es dem Betrachter, vergleichend das Individuelle und Essentielle jedes einzelnen Fotos verstehen zu können, auch im Hinblick auf eine übergreifende Aussage. Die Titel der Serien wie der Einzelfotos differieren, erweisen sich aber als ausgesprochen sinnreich: den Fotos unter dem Oberbegriff Tankstellen antworten austauschbare Hotelanlagen, die zu Mix zusammengefasst sind; als Einzeltitel können Farben ebenso herhalten wie Eigennamen.

© Ralf Peters

© Ralf Peters

In die Serie Skyline finden diejenigen Fotos Aufnahme, die in extremem Hochformat gehalten sind und dem auffallend neutral gehaltenen Himmel jeweils den Hauptschauplatz einräumen. Die einzelnen Szenarien wie hier die Wohninseln in Seehaus und in Haus-Fluss sind hingegen auf ein Minimum reduziert, ziehen aber gerade dadurch die besondere Aufmerksamkeit auf sich. Ringsum von See, Flussmündung oder Meer umschlungen, zeigen die Inseln in Peters Fotografien bei aller Schönheit auch die Gefährdung auf, die sich bei steigendem Meeresspiegel auf Grund der Erderwärmung einstellt.

© Ralf Peters

© Ralf Peters

Was hier dem vollen Licht ausgesetzt ist, das offeriert Peters an anderer Stelle in nächtlicher, ja finsterer Umgebung. In den Fotos der Serie Night / Colours ist jeweils ein Objekt durch extreme Beleuchtung geradezu plastisch herausgehoben, wodurch es das Foto dominiert, während der andere, den Gegenstand umgebende Teil in gänzlicher Dunkelheit versinkt. Da eine Lichtquelle nie auszumachen ist, vermitteln manche Fotos sogar den Eindruck, als erstrahle ein Licht aus dem Inneren des Körpers. Das Rad hingegen taucht wie ein magisch helles Zeichen aus der weiten Schwärze auf; letztere verstärkt den Eindruck wundersamer Leuchtkraft. Dieser Effekt kommt in besonderem Masse in dem Foto Brücke zur Geltung. Hier hat Peters das technische Konstrukt mit der Kombination von langer Belichtung und starken Lampen frontal derart angestrahlt, dass die im Grunde simple Brücke skulptural freigestellt als erhabene Erscheinung aus dem Dunkel hervortritt. Trotz solcher Steigerung und Überhöhung des alltäglichen, vielfach banalen Bildthemas driften die Fotos nie ins Enthobene ab, weil sie den Bezug zur Realität nicht verlassen. Hier z.B. konterkarieren die Brücke verschmutzende Graffitis das Pathos. Belangloses und Ausserordentliches sind verschwistert in der medialen Konstruktion der Wirklichkeit, welche ja weitgehend unseren Zugang zur Welt prägt.

© Ralf Peters

© Ralf Peters

Die Tankstellen, seien sie nun auf ein Gelb, Blau, Rot oder Grün hin angelegt, ähneln sich in ihrer funktionalen Anonymität im Bewusstsein, dass sie realiter längst auf wenige Konzerne reduziert sind. Tankstellen blenden und werben mit ihren Farben, eine Methode, welche Traktoren normalerweise nicht nötig haben; trotzdem ist in dem Foto Maschinen die Ausleuchtung der zu schmalem Fries gereihten Garagen mit ihren schweren Fahrzeugen durch Spiegelungen der Glasfront noch gesteigert. Zudem intensivieren hier wie in den meisten Nachtbildern die ungewöhnlich grossen Schwarzpartien im Verhältnis zu den jeweiligen lichten Ereignissen deren unerklärlichen Zauber. (Renate Puvogel)

Info + illus. Galerie Andres Thalmann