Across a dark Land | Ohad MATALON in Berlin

Podbielski Contemporary presents for the second time the Israeli artist Ohad Matalon with his most recent project, a series of images entitled Across a dark Land. Matalon is one of the most acclaimed and respected Israeli lens-based artists. He takes us into a Land of Darkness, with no people, almost no life and no daylight. All that attracts the artist’s attention are single buildings or structures, even fragmented things, sometimes isolated trees, lonely and solitary. They seem to be leftovers of a disappeared world. A strangeness made stronger thanks to the night, that is, in itself, a “different”, meaningful dimension: beloved by Romantics and Surrealists, the dark, obscure night is a metaphor of perdition, transgression and departure from reason. Choosing residual elements, abandoned in space in front of a vague, open, blurred and borderless horizon, specifically shot at night, Matalon doesn’t only force his viewer but also photography itself to face strangeness, to be out, excluded from a more typical and familiar dimension.

© Ohad Matalo

© Ohad Matalo

 

 

Ohad Matalon

Across a dark Land

19. September bis 15. November 2014

Podbielski Contemporary, Berlin

www.podbielskicontemporary.com

 

 

 

 

 

Info _ Ohad Matalon bringt uns in ein Land der Finsternis, ohne Leben und Tageslicht. Die gesamte Aufmerksamkeit des Künstlers gilt einsamen Gebäuden oder Strukturen, einzelnen Fragmenten und isolierten, abgelegenen Bäumen. Sie erscheinen wie Reste einer verschwundenen Welt. Diese Fremdartigkeit wird durch die Nacht verstärkt, welche in sich, eine „unterschiedliche“, bedeutungsvolle Dimension darstellt: heiß geliebt von Romantikern und Surrealisten, ist die dunkle, finstere Nacht eine Metapher für Verdammnis, Sünde und Verlust von Vernunft.

© Ohad Matalo

© Ohad Matalo

Indem Matalon restliche Elemente, fast Fragmente, verlassen vor einem vagen, offenen, unscharfen und endlosen Horizont auswählt, um sie gerade nachts zu fotografieren, zwingt er nicht nur den Betrachter, sondern auch die Fotografie selbst, sich der Fremdartigkeit zu stellen, der Tatsache, außerhalb von allem zu sein, ausgeschlossen von allen typischen und vertrauten Dimensionen. Wir befinden uns – zumindest in einigen Bildern – eindeutig in einer Kriegszone. Die Gebäude in Target ii, Zeelim und A Safety House und Urim, gleichen einem Sieb; unzählige Einschusslöcher oder Einschläge haben den Putz zerstört, die Wände demoliert und Teilbereiche zum Einstürzen gebracht. Sogar der Krieg selbst scheint sie verlassen zu haben.

Diese Bilder sind nicht da, um zu informieren. Sie ergreifen weder Partei noch beziehen sie Stellung. Besonders heutzutage wird der Nahe Osten von der Medienwelt und den Informationskanälen buchstäblich verschlungen. Erfolgshungrig und gierig lauern sie auf ein Bild, das denunziert, verrät, anklagt und eine Grenze zwischen Gut und Böse zieht.

Malatons Werk generiert Fragen und Probleme, auch die bedauerlichen und schmerzlichen. Es gibt keine Antworten. Seine Bilder sind zweifellos Fragmente der porträtierten Realität. Dies ist die Realität eines, an einer blutenden Grenze und ständig unter Druck und der Angst vor einem Angriff lebenden Menschen.

Matalon kaschiert die politische, militärische und sogar gewalttätige Beschwörung, die seine Subjekte mit sich tragen, nicht. Trotz allem verleiht er ihnen eine theatralische und gänzlich künstliche Aura, welche im Gegensatz zur wahren Natur der Fotografie steht. Das Bild ist ebenso ein Fragment der Realität, als auch eine Bühne. Wo sind wir? Was wollen wir hören? Was suchen wir? Gewalt, Schönheit, Geschichte, etwas Spektakuläres? Ohad Matalons Bilder beziehen sich offen auf die Klassik, auf das ästhetische Konzept der Erhabenheit des 18. Jahrhunderts, allerdings mit einem neuen Ansatz, dem einer neuen, überzeugend zeitgenössischen Version. (Text von Prof. Martina Corgnati)

Die Ausstellung bei Podbielski Contemporary findet im Rahmen des 6. Europäischen Monats der Fotografie Berlin statt.

Im November 2014 präsentiert Ohad Matalon seine neuesten Arbeiten in einer Einzelausstellung im Tel Aviv Museum of Art.

Info + ilus. courtesy Podbielski Contemporary

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