Brand Wand | HARF ZIMMERMANN in Berlin

Harf Zimmermann, born in Dresden in 1955 and raised in Berlin, experienced the ruins and gaps in the urban landscape of the postwar period, when European cities continued to bear the scars of World War II for a long time. In his monograph “BRAND WAND” (engl. fire wall), published in 2014 by Steidl, the photographer describes the barren fire walls in Berlin, as a “sea of bricks” and as “testimony to catastrophe and failure.” Ever since completing his studies at the Academy of Fine Arts Leipzig and his thesis project with Arno Fischer, entitled “Hufelandstrasse, 1055 Berlin” (1987), Zimmermann has been taking photographs with a large-format camera. For over twenty years he has been traveling with this heavy device to places such as Berlin, Leipzig, Dresden, and Warsaw, searching for traces of his own history written on these immense walls marking the end of a block of buildings or an empty lot: advertisements from the pre- and postwar eras, make-shift repairs, graffiti from the 1990s, contemporary restorations, or all of these things combined. Some walls are covered with grass and ivy, and trees have planted themselves in front of them and at some point grew higher than the building. Ignored or unnoticed by most, these remnants of destruction sometimes have the appearance of abstract paintings.

 

Harf Zimmermann Brandwand #1, 1992, 138 x 177 cm © Harf Zimmermann

Harf Zimmermann, Brandwand #1, 1992, 138 x 177 cm © Harf Zimmermann

Harf Zimmermann

BRAND WAND

21. April bis 24. Juni 2018

Alfred Ehrhardt Stiftung

Berlin

www.alfred-ehrhardt-stiftung.de

 

 

 

 

 

 

 

PR Info _ Harf Zimmermann, 1955 in Dresden geboren und in Berlin aufgewachsen, hat noch die Trümmerlandschaften und Lückenarchitektur der Nachkriegsjahre in den für lange Zeit entstellten Städten erlebt. In der Monografie „BRAND WAND“, 2014 im Steidl Verlag erschienen, beschreibt der Fotograf auch die Brandwände in Berlin, diesem „Meer aus Ziegeln“, als „Zeugnisse der Katastrophe, des Scheiterns“. Wie sein Kollege Robert Polidori in seinem Begleittext zum Buch herausstellt, sind „diese Bilder tatsächlich das visuelle Hintergrundmotiv von Harf Zimmermanns eigener Lebensgeschichte. […] Harf hat am eigenen Leib die Veränderungen erlebt, die Deutschland in den letzten sechzig Jahren durchgemacht hat. Wenn man diese unbehagliche Entwicklung der Geschichte betrachtet, wird klar, dass es sich nicht um eine Geschichte beständigen Fortschritts handelt, sondern um eine Entwicklung in Brüchen und Diskontinuität, pointiert von Katastrophen“.

Harf Zimmermann Brandwand #9, 2011, 177 x 219 cm © Harf Zimmermann

Harf Zimmermann, Brandwand #9, 2011, 177 x 219 cm © Harf Zimmermann

Seit seinem Studium an der HGB Leipzig und seiner Abschlussarbeit bei Arno Fischer „Hufelandstrasse, 1055 Berlin“ (1987) fotografiert Zimmermann mit großformatigen Kameras. Über 20 Jahre hinweg war er mit seiner schweren Apparatur an Orten wie Berlin, Leipzig, Dresden oder Warschau unterwegs, auf der Suche nach den Spuren seiner eigenen Geschichte, die sich in die Mauern eingeschrieben hat: Werbung aus Vorkriegs- und Nachkriegszeiten, notdürftige Reparaturen, Graffiti der 1990er Jahre, zeitgenössische Sanierungen, oder alles auf einmal. Von Gras und Efeu überwuchert, mit wilden Bäumen davor, die irgendwann die Gebäude überragt haben, wie ein Dschungel, der sich zurückholt was ihm zusteht. Unbeachtet und unbemerkt von den meisten, dabei wirkt es manchmal sogar wie abstrakte Malerei.

„Über die langsam gewachsenen Spuren von hundert Jahren haben sich in Windeseile, praktisch wie in den letzten Minuten der Geschichte, unzählige neue Schichten gelegt. Als könnte es nicht schnell genug gehen, zu tilgen und wegzupinseln. Sprächen wir nicht über Städte, sondern über Bäume oder arktische Bohrkerne, könnte man an den obersten Ringen den Turbo-Klimawandel der letzten Jahre ablesen.“ (Harf Zimmermann)

Info + illus. courtesy Alfred Erhardt Stiftung

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