Stadtausstellung in Berlin: Realstadt. Wünsche als Wirklichkeit

26 10 2010

“Ohne die gelben Schilder mit der Aufschrift »Realstadt« hätte der Nicht-Clubgänger (Tresor, ick hör dir trapsen) von heute den Eingang in die (jedenfalls von außen) unscheinbare Industriehalle des »Alten Kraftwerks Berlin Mitte« wohl nicht gefunden.

Nur die enorme Gebäudehöhe lässt die Belohnung ahnen, die man erwartet, nachdem man per Velo die Heinrich-Heine-Straße ab Moritzplatz in Richtung Spree hinter sich gebracht hat. Nicht eben zu den schönsten Ecken zählt diese Gegend. Vorbei an Autoschlangen streckt sich die längste Platte Berlins etwa 1 km. Zu ihr gesellen sich ungepflegt wirkende Grünflächen und merkwürdige Gestalten mit mürrischen Blicken. Den Ausstellungstitel im Kopf, ist man hier tatsächlich mit einer »Realstadt« konfrontiert, für die es eine Menge (Verbesserungs-)Wünsche gäbe. ….

HIER WEITERLESEN: Beitrag von Christian J. Grotzhaus in der AZ zur “Realstadt”, Berlin

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Realstadt

Wünsche als Wirklichkeit
2. Oktober 2010 bis 28. November 2010 im Kraftwerk Mitte, Berlin

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Fotos: Realstadt




Currently in London: Zaha Hadid designs art fair booth for Pavilion of Art & Design

14 10 2010

For the fourth time, the “Pavilion of Art & Design” in London (Berkeley Square) presents selected works of Design, modern art, photography, jewelery and tribal arts. Swiss gallery Gmurzynska, one of the 50 leading international galleries, shows classical modern and contemporary art – in a fair boot exclusively designed by Zaha Hadid.

For an English info please use this link.

Pavilion of Art & Design, London 2010

13. – 17. Oktober 2010

Galerie Gmurzynska‘s booth by Zaha Hadid

Explosion Graphic for Pavilion of Art and Design / London, ZAHA HADID ARCHITECTS, Gmurzynska Gallery 30/09/2010

Explosion Graphic for Pavilion of Art and Design / London, ZAHA HADID ARCHITECTS, Gmurzynska Gallery 30/09/2010

Aus dem PR-Text der Galerie Gmuzynska: Spektakulär war schon die Ausstellung „Zaha Hadid and Suprematism“ diesen Sommer in der Züricher Galerie Gmurzynska, welche von Zaha Hadid kuratiert und designt wurde. Nun verwandelt die Stararchitektin den Messestand der Galerie bei „Pavilion of Art & Design, London 2010“ in ein Gesamtkunstwerk. Das dynamische, transformative Schwarz/Weiß Design des Messestands ist durch eine Explosion inspiriert. Somit entsteht ein Dialog zwischen dem Stand und den Kunstwerken der Klassischen Moderne wobei die Themen Abstraktion, Verformung, Zersplitterung und Schweben im Fokus stehen. Eine 2-dimensionale Zeichnung wird in einen 3-dimensionalen Raum projiziert, wodurch der Stand zu einem räumlichen Kunstwerk wird: Die Grenzen der flachen Bilder werden ausgedehnt und damit erlebbar gemacht. Diese Umgebung bietet die perfekte Bühne für eine Auswahl an Zaha Hadids Kunstwerken und Werken der Klassischen Moderne.

Die Stararchitektin Zaha Hadid hat im September den „Stirling Prize 2010“ gewonnen, die höchste Auszeichnung des „Royal Institute of British Architecture“, und wurde vom Time Magazine in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2010 aufgenommen.

Akutelle Ansicht des Messestandes

Aktuelle Ansicht des Messestandes

Galerie Gmurzynska ist seit mehr als 40 Jahren spezialisiert auf die Meisterwerke der Klassischen Moderne, der zeitgenössischen Kunst und auf Künstler der russischen Avantgarde. An den drei Standorten St. Moritz, Zürich und Zug setzt die Galerie Zeichen und informiert über die wichtigste Kunst des letzten Jahrhunderts . Mehr als 100 Kataloge, Bücher und Werksverzeichnisse entstanden in enger Zusammenarbeit mit weltweit renommierten Experten. Galerie Gmurzynska wird in Zukunft ihr Galerieprogramm erweitern und ihren Fokus vermehrt auf die Werke des frühen 20. Jahrhunderts und deren Einfluss auf die heutige Kunst legen. Damit baut die Galerie eine Brücke zwischen moderner und zeitgenössischer Kunst.

Info + illus. Galerie Gmurzynska




Rezension: 3 Stadia 2010. Architektur für einen afrikanischen Traum

2 10 2010

Es liegt schon ein wenig länger neben meiner Couch und ich und Gäste blättern immer wieder gern durch seine Seiten: 3 Stadia 2010 ist nicht nur vom (Über-)Format ein eindrucksvolles „Coffee-Table-Book“. Es erzählt die Geschichten der drei Fußballstadien, die das Hamburger Architekturbüro gmp zur WM 2010 in Südafrika gebaut hat, in Texten und Bildern. Und es sind vor allem die eindrucksvollen Fotografien, die sowohl die Stadien illustrieren als auch die Städte “um die Stadien herum” einfangen und ein wenig WM-Flair nachwirken lassen.

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3 Stadia 2010
Architektur für einen afrikanischen Traum

Herausgeber: Falk Jaeger
DEUTSCH/ENGLISCH
176 Seiten
mit 157 farb. und 12 s/w Abbildungen
Hardcover
Format: 24 x 32 cm
Euro 34.00  sFr 60.00
ISBN 978-3-86859-063-0

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Herausgegeben von Falk Jaeger, der schon für mehrere Bücher mit dem Jovis Verlag zusammengearbeitet hat, versammelt die zweisprachige Publikation Beiträge von mehreren Autoren aus Architektur und Journalismus und teilt sich in zwei Kapitel: Während im ersten Teil die „Macher“, die Architekten von gmp und die Ingenieure Schlaich Bergermann und Partner zu Wort kommen, widmet sich der zweite Teil den Stadien selbst.

Die Architektur hatte einen sehr konkreten politischen Auftrag zu erfüllen – die Ausrichtung einer Fußballweltmeisterschaft war auch eine deutliche und bewusste Botschaft einer Nation an die Welt, dass hier ein neues, demokratisches Südafrika im Entstehen begriffen sei. Hellen Zille, einzige weiße Provinzgouverneurin Südafrikas, hat dafür eine eingängige Formulierung gefunden: „Yes Afri-can!“

So wurde etwa das Cape Town Stadium in Kapstadt nicht in einem schwarzen Township – Fußball ist in Südafrika vor allem ein „schwarzer“ Sport –, sondern mitten im weißen Viertel von Greenpoint errichtet (was freilich nicht ohne Widerstände auszuführen war).

Über die Entwicklungen des Landes Südafrika in den vergangenen Jahrzehnten, mit seinen Fortschritten, aber auch den Problemen, die nach wie vor herrschen, schreibt Afrika-Korrespondent Thomas Scheen. Hubert Nienhoff von gmp beschreibt die Erfahrungen der Architekten im Stadionsbau, welche Ziele sie konkret für die afrikanischen Bauten verfolgt haben und nicht zuletzt wie es dazu kam, dass gmp den „Hattrick“ in Südafrika geschafft hat. Er schildert aber auch, welche Probleme dem deutschen Architekturbüro begegnet sind, wie Zweifel und internationale Entwicklungen das Vorangehen der Projekte gebremst haben, wie die südafrikanische Art der Entscheidungsabläufe – „wait and see“ – gewöhnungsbedürftig und fremd waren.

Auch Knut Göppert vom Tragwerksplaner-Unternehmen gibt Einblicke in die Art und Weise des Arbeitsprozesse, die den Ingenieuren in Südafrika begegnet sind. Mit fremden und zunächst unbekannten Anforderungen war ebenso umzugehen wie mit spezifischen Erfordernissen der lokalen Wirtschaftsförderung – so wurden etwa die zu vergebenden Aufträge auf möglichst viele Büros aufgeteilt und ungelernte Bauarbeiter auf der Baustelle gezielt qualifiziert.

Der zweite umfangreiche Teil ist den drei Stadion-Bauten in Durban, Port Elizabeth und Kapstadt gewidmet: Moses Mabhida Stadium, Nelson Mandela Bay Stadium und Cape Town Stadium. Neben einem Porträt der Städte von Richard Klug und Wolfgang Drechsler – Klug ist seit 2006 ARD-Korrespondent für das südliche Afrika mit Sitz in Johannesburg, Drechsler seit 1995 Afrika-Korrespondent für das Handelsblatt mit Sitz in Kapstadt – mit einem Überblick über die jeweiligen historischen Entwicklungen und die soziale Situation vor Ort, folgt die Darstellung des jeweiligen Gebäudes von der Entwurfsphase bis hin zum fertigen Bau von Falk Jaeger. Kurzweilig geschrieben bieten die Texte eine ganze Reihe von Informationen und interessanten Einblicken, die nicht nur Fußball-Fans ein paar der architektonischen Facetten der WM, sondern auch Architekturinteressierten die Stadienbauten näher bringen.

Den Abschluss bildet ein weiterer Text von Richard Klug, in dem nachgezeichnet wird, welche besondere Bedeutung das Fußballspielen in Südafrika hat und wie die Fußball-WM auch „Balsam für die nationale Seele“ war: Dazu gehören amüsante Anekdoten wie die von der „Makarapa“, der ausgefallenen Kopfbedeckungen der südafrikanischen Fans, und natürlich der unüberhörbaren „Vuvuzela“, dazu gehören aber auch ernste Geschichten wie die von der „Makana“, der wohl seltsamsten Fußball-Liga weltweit: 1963 beantragten die Häftlinge auf der Gefängnisinsel Robben Island, Fußball spielen zu dürfen. Erst vier Jahre später wurde der Antrag gewährt und die Gefangenen konnten beim Fußball den harten Alltag im Gefängnis im wahrsten Sinne ein wenig „überspielen“. Fußball ist in Südafrika immer auch politisch.

„3 Stadia“ bildet einen schönen Nachklang zur WM 2010, bei dem auch die Schwierigkeiten rund um die Bauarbeiten sowie im südafrikanischen Alltag erwähnt werden. Allerdings herrscht der positive Blick auf die Realisierung der „Architektur für einen afrikanischen Traum“ vor. Schön wäre es noch gewesen, wenn auch Südafrikaner zu Wort gekommen wären. Aber das könnte ja in einem Nachfolgeband nachgeholt werden – in vier Jahren etwa: Dann wäre es interessant zu erfahren, was mit den Stadien nach der WM geschieht.




ARCHITEKTUR IM FILM: Cinema Quadrat in Mannheim

1 10 2010

Eine kleine Filmreihe des Mannheimer Kinos Cinema Quadrat widemt sich im Oktober der “ARCHITEKTUR IM FILM”. Besonders freue ich mich, dass darunter auch “Visual Acoustics” ist, der Doku-Film von Eric Bricker über Architekturfotograf Julius Shulman, auf den ich bereits mehrfach hingewiesen habe (am 24.10.).


8.10. / 9.10. / 12.10. /13.10. jeweils 19.30h
MUSIK FÜR HOCHZEITEN UND BEGRÄBNISSE (MUSIKK FOR BRYLLUP OG BEGRAVELSEN)
NOR 2002. R: Unni Straume, D: Lena Endre, Bjorn Floberg, Goran Bregovic. 97 Min., OmU

14.10. – 17.10. jeweils 19.30h
BUILDING THE GHERKIN – NORMAN FOSTER BAUT IN LONDON

CH 2005. R: Mirjam von Arx. Dokumentation. 89 Min. OmU

19.10.-20.10. jeweils 19.30h
DER ARCHITEKT ANTONI GAUDÍ – MYTHOS UND WIRKLICHKEIT
DEU 2010. R: Frederike Müller. Dokumentation. 69 Min.

20.10.-23.10. / 26.10. jeweils 19.30h
OSCAR NIEMEYER – DAS LEBEN IST EIN HAUCH (OSCAR NIEMEYER – A VIDA É UM SOPRO)
BRA 2007. R: Fabiano Maciel. Dokumentation. 85 Min., OmU

24.10. um 19.30h
VISUAL ACOUSTICS – THE MODERNISM OF JULIUS SHULMAN

USA 2008. R: Eric Bricker. Dokumentation. 83 Min., engl. OF

Mehr zum Programm von Cinema Quadrat




“Architektur muss brennen.” _ New TASCHEN book: Coop Himmelb(l)au’s complete works

22 09 2010

A new TASCHEN book is honouring the complete works of Austrian architects of Coop Himmelb(l)au:

(for Engl. information please click here)

Screenshot aus dem TASCHEN-Buch Coop Himmelb(l)au

ISBN: 978-3-8365-1788-1
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Verfügbarkeit: September 2010

PR-Text: “Coop Himmelb(l)au ist keine Farbe, sondern die Idee, Architektur mit Phantasie leicht und veränderbar wie Wolken zu machen.” So beschreiben die Architekten selbst den Namen und das Konzept ihrer Gruppierung. In den 1960er-Jahren mit pneumatischen Kugeln und interaktiven Installationen beginnend, schuf die aus den Architekten Wolf D. Prix, Helmut Swiczinsky und Michael Holzer bestehende Gruppe nach der Leitlinie “Architektur muss brennen” schroffe Interventionen im urbanen Kontext. Ihre Gebäude ähneln überdimensionierten Schallkörpern mit tanzenden Silhouetten und kollabierenden Linien voller Dynamik und Echos. Als eine von nur wenigen Gruppen jener frühen Tage gehört Coop Himmelb(l)au heute dank seiner herausragenden Ausdruckskraft und Professionalität zu den international führenden Architekturbüros.

Herausgeber und Architekt erarbeiteten gemeinsam diese umfassende Werkschau, die mit ihren unzähligen, sorgfältig gewählten Skizzen, Modellfotos und technischen Zeichnungen neben visueller Opulenz auch einen Blick in die Planungswerkstatt von den Anfängen 1968 bis zu den aktuellen Großprojekten bietet.

Zu den bekanntesten Projekten von Coop Himmelb(l)au zählen: Dachausbau Falkestraße, Wien (1988); Groninger Museum: Ostpavillon, Groningen, Niederlande (1994); UFA Kinopalast (Kino), Dresden (1998); BMW Welt, München (2007); Akron Art Museum, Ohio, USA (2007) sowie Central Los Angeles Area High School #9 of Visual and Performing Arts in Los Angeles, USA (2008). Unter den jüngsten von Coop Himmelb(l)au auf der ganzen Welt verfolgten Projekten sind zu erwähnen: Musée des Confluences in Lyon, Frankreich; House of Music in Aalborg, Dänemark; Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main und Dalian International Conference Center in China.

Mehr Informationen




SLIDE-Magazin Nr. 5: Holz

22 09 2010

Die neue Ausgabe des Corporate Publishing-Magazins SLIDE des Schweizer Schiebebeschlagsysteme-Herstellers Hawa ist da und kann online gelesen werden:

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SLIDE. Magazin für Architektur, Design, Handel, Handwerk, Nr.5

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Thema der Ausgabe ist Holz. Vorgestellt werden u.a. verschiedene Bauwerke mit und aus Holz, aber auch die Entdeckung der “neuen Stradivari” und ein “Gespräch” mit dem alten Appenzeller Fensterschieberli.




Afrika jetzt! Die Stadien von Gerkan, Marg und Partner. Ausstellung und Buchpräsentation in Berlin

13 06 2010

Aus gegebenem Anlass..: “WM, WM, wir fahren zur WM!” :-) Wer es aber nicht gleich nach Südafrika schafft, kann in Berlin die Gelegenheit nutzen, sich die drei neuen Stadien in den Küstenstädten Durban, Port Elizabeth und Kapstadtvon Gerkan, Marg und Partner in einer Ausstellung anzusehen.

For current reason … “WM, WM, wir fahren zur WM!” (German fan song, means more or less: Let’s go to the championship!). Who can’t make it to South Africa, though, can still watch the three new stadiums in Durban, Port Elizabeth and Cape Town designed by German Gerkan, Marg and Partner in a Berlin exhibition. A new book by Felix Jaeger tells the stories of and around the stadiums.

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“Ke Nako Afrika – Afrika jetzt!“

11. Juni bis 11. Juli 2010

Kutscherhaus am Kurfürstendamm (Geschäftsstelle des Architekturpreis Berlin e.V)

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Bei der Ausstellungeröffnung am Donnerstag, dem 10. Juni 2010, präsentierte Falk Jaeger sein neues Buch 3 Stadia 2010. Architektur für einen afrikanischen Traum. Die Publikation erzählt auch die Geschichten rund um die Neubauten.

Cover "3Stadia 2010"

PR-Text: Erstmals findet eine Fußballweltmeisterschaft auf dem schwarzen Kontinent statt. Drei der zehn dafür vorgesehenen Stadien sind von den Architekten gmp von Gerkan, Marg und Partner in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren schlaich bergermann und partner aus Deutschland geplant und realisiert worden. Mit ihrer aus der Konstruktion logisch entwickelten, zeichenhaften Statur zählen sie zu den schönsten Stadien der Gegenwart. Das Buch erzählt die Geschichten um die drei Stadien und stellt die neuen Wahrzeichen der südafrikanischen Küstenstädte Durban, Port Elizabeth und Kapstadt vor, die zu architektonischen Orten für den afrikanischen Traum geworden sind.

Falk Jaeger (Hrsg.), 3 Stadia 2010. Architektur für einen afrikanischen Traum, deutsch/englisch, 176 Seiten, Jovis Verlag, Euro 34.00, ISBN 978-3-86859-063-0

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Die Baunetzwoche widmet übrigens ein Spezialausgabe ganz der WM 2010 – aus architektonischer Sicht.




Neue Bücher: Von Walter Niedermayr bis Peter Bialobrzeski. Hatje Cantz im Herbst 2010

10 06 2010

Out now: the autumn program of German art book publisher Hatje Cantz – including several interesting architecture+art publications. And because it’s Fifa World Cup, we’re starting with 2 photo books about South Africa, then turn to Italy and to – it can’t be missed – Berlin.

Please use the links for an English description of the books.

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Thomas Hoeffgen: African Arenas

Thomas Hoeffgen, eigentlich international erfolgreicher Mode- und Werbefotografen, hat sich von der Begeisterung, mit der in  Afrika Fußball gespielt wird, anstecken lassen und seit 1999 immer wieder Fußballspieler und Zuschauern in Nigeria, Namibia, Botswana, Sambia, Malawi und Südafrika fotografiert – auf den typischen improvisierten Sandbolzplätze des Kontinents mit zwei Holzpflöcken als Tor, aber auch in den Betonarenen der Städte mit ihren Flutlichtern und Tribünen. (Ausstellungen: Auswärtiges Amt, Berlin 30.4.–2.6.2010 | Deutsche Akademie für Fußball-Kultur, Künstlerhaus im KunstKulturQuartier, Nürnberg 5.6.–18.7.2010).

Thomas Hoeffgen: African Arenas, Hrsg. Nadine Barth, Text von Nadine Barth, Ian Hawkey, Thomas Hoeffgen, Gestaltung von Julia Wagner, Deutsch, Englisch, 2010. ISBN 978-3-7757-2668-9

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Peter Bialobrzeski: Informal Arrangements

Sehr viel ernster hingegen Peter Bialobrzeskis neuestes Projekt Informal Arrangements, das Innenansichten südafrikanischer Slumhütten zeigt. Die Fotos entstanden 2009 in Kliptown, einem Vorort von Soweto, in dem 1955 Mitglieder der Anti-Apartheid-Bewegung die »Freedom Charter«, ein Zehn-Punkte-Programm,verabschiedeten, das bis 1990 verboten blieb und heute einen wesentlichen Teil der südafrikanischen Verfassung darstellt. Trotz des historischen Auftrags hat sich die Lebenssituation der Bewohner informeller Siedlungen in den vergangenen 20 Jahren kaum verbessert.

Soccer City, Johannesburgs neues, extra für die WM 2010 gebautes Fußballstadion, ist weniger als zehn Kilometer Luftlinie entfernt. Eine Eintrittskarte auf dem internationalen Markt ist teurer als die gesamte Einrichtung einer Hütte auf den Fotos von Peter Bialobrzeski. Die Bilder erzählen von dem Wunsch, das Heim mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln wohnlich zu organisieren.

Peter Bialobrzeski: Informal Arrangements, Text von Peter Bialobrzeski, Indra Wussow, Gestaltung von Peter Bialobrzeski, Kathrin Hufen, Deutsch, Englisch, 2010. ISBN 978-3-7757-2660-3

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Auch aus bzw. über Italien gibt es gleich zwei schöne Bände: Gregory Crewdson: Sanctuary und Walter Niedermayr: Recollection, dessen beeindrucke Arbeiten mir schon lange aufgefallen sind.

Walter Niedermayr (*1952 in Bozen) ist einer der großen europäischen Fotokünstler unserer Zeit. Seine sensible Bildsprache, die in den letzten Jahren von zahllosen anderen Fotografen leider viel kopiert wurde, ist durch die zurückgenommene Farbdichte gekennzeichnet. Einem breiten Publikum bekannt wurde Niedermayr durch seine Bildserien zu alpinen Landschaften, Architekturen und Infrastrukturen.

Für dieses Projekt reiste er in den Jahren 2005 bis 2008 nach Teheran, Isfahan, Yazd, Schiraz sowie in kleinere Städte und zu historischen Stätten des Iran. Es entstand eine neue Werkgruppe, in der er die architekturhistorischen Zusammenhänge der aktuellen iranischen Architektur vor ihrem kulturellen und geschichtlichen Kontext hinterfragt. Das vom Künstler selbst in enger Zusammenarbeit mit den Grafikern und dem Verlag entwickelte Projekt wird, wie die vorangegangenen Bücher Niedermayrs, sicher wieder ein Höhepunkt der »Fotobuchkunst« werden.

Walter Niedermayr: Recollection, Gestaltung von Mevis & van Deursen, Deutsch, Englisch, 2010. ISBN 978-3-7757-2738-9

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Gregory Crewdson, der Großmeister rätselhaft verdichteter Fotoinszenierungen hat ein neues Sujet gefunden: die römische Cinecittà.

Bislang waren Crewdsons Serien enorm aufwendig und erforderten große Produktionsteams, eigens gebaute Filmateliers und professionelle Schauspieler. Nun aber kehrte er nur mit einem kleinen Team zurück und arbeitete für seine eindringlichen schwarz-weiß Aufnahmen zerbröckelnder Fassaden und verlassener Straßen vorwiegend mit natürlichem Licht. All dies bedeutet jedoch nicht wirklich einen Bruch zu Crewdsons früheren Serien, denn der dramatische Subtext seiner Bilder, das unheimliche Gefühl, dass in ihnen die Vergangenheit wieder zum Leben erweckt wird, findet sich auch hier.

Gregory Crewdson: Sanctuary, Einleitung von A. O. Scott, Gestaltung von Sarah Gifford, Deutsch, 2010. ISBN 978-3-7757-2734-1

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Und natürlich darf auch Berlin nicht fehlen: Agentur OSTKREUZ: Die Stadt und Christian von Steffelin: Palast der Republik

Mittlerweile leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Welche Hoffnungen und Wünsche verbinden sie mit der Stadt? Auf welche Weise prägt die Stadt ihren Alltag und ihre Beziehungen zu Umwelt und Mitmenschen? Die Fotografen der Berliner Agentur OSTKREUZ sind diesen Fragen nachgegangen. OSTKREUZ steht dabei für eine bestimmte Vorgehensweise, nämlich den Kern der Dinge zu erkennen, ihn abzubilden und in diesem Abbilden ehrlich zu bleiben. Die 18 Fotografen porträtieren die Bewohner der Stadtutopie Auroville in Indien, der Slums von Manila und des von der Mitte aus zerfallenden Detroit, sie dokumentieren das am Reißbrett entstandene chinesische Ordos, die Künstlichkeit der Straßenzüge Dubais und die zerbombten Häuser von Gaza. Was am Ende aufscheint, ist das Porträt einer Stadt, die alle Städte ist.

Die beteiligten Fotografen:

Sibylle Bergemann, Jörg Brüggemann, Espen Eichhöfer, Annette Hauschild, Harald Hauswald, Pepa Hristová, Andrej Krementschouk, Ute & Werner Mahler, Thomas Meyer, Dawin Meckel, Julian Röder, Frank Schinski, Jordis Antonia Schlösser, Anne Schönharting, Linn Schröder, Heinrich Völkel, Maurice Weiss

Ausstellung: C/O Berlin, Postfuhramt 8.5.–4.7.2010

Die Stadt: Vom Werden und Vergehen, Hrsg. Ostkreuz – Agentur der Fotografen, Vorwort von Marcus Jauer, Protokolle von Marcus Jauer, Anne-Dore Krohn, Nachwort von Felix Hoffmann, Gestaltung von Naroska Design, Deutsch, Englisch, 2010. ISBN 978-3-7757-2659-7

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Seit 1993 fotografiert Christian von Steffelin (*1963 in Karlsruhe) die drastischen Veränderungen im Osten Berlins seit der Wende. Sein Interesse gilt hier insbesondere den kurzlebigen Stadien einzelner Bauten und Stadträume und deren Vergänglichkeit. Eine Langzeitstudie widmete er dem Palast der Republik in einem Zeitraum von 1994 bis 2009.

Von Steffelin dokumentiert die einzelnen Phasen des Verfalls des einstigen Zentrums der Macht: von den Resten der entfernten Inneneinrichtung über den Baukörper im Rohbauzustand bis zur übrig gebliebenen freien Rasenfläche. Diese Bilder des langsamen Verschwindens offenbaren den gewaltigen Widerspruch zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Christian von Steffelin: Palast der Republik, Gestaltung von Kai-Olaf Hesse, Text von Christian von Steffelin, Ulrike Westphal, Gerwin Zohlen, Deutsch, Englisch, 2010. ISBN 978-3-7757-2721-1

Presseinfos und Abb. Hatje Cantz




Asmara – Africa’s Secret Capital of Modernism in HDA Graz

9 06 2010

One of the biggest ensembles of modern European architecture can be found in Eritrean capital Asmara. Only Miami South Beach, Tel Aviv and Napier (NZ) have comparable ensembles. The development toward a modern city started only in 1889, when Ethopia was occupied by Italian colonists. Asmara, a city looking back on over 700 years of history, became a military base, in 1900 it was declared capital of the Italian colony Eritrea. With Mussolini’s takeover in 1922 the city became a modern metropolis within few years, until 1941. A touring exhibition presents the intriguing architectural history of Asmara – Africa’s secret capital of Modernism, currently visiting Graz, Austria.

For extensive English information please read on: Asmara Architecture

Asmara - Afrikas heimliche Hauptstadt der Moderne. © Edward Denison 2010

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Asmara – Afrikas heimliche Hauptstadt der Moderne

HDA Graz

10. Juni bis 31. Juli 2010

Photographs: Edward Denison

Architectural models: Wolfgang Knoll (Atelier fuer Architektur + Gestaltung, Stuttgart)

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PR-Text: Mit der Befreiung Eritreas 1991 begann auch die Wiederentdeckung der räumlichen und baulichen Qualitäten der Hauptstadt Asmara als ein eindrucksvolles Beispiel des europäischen Städtebaus des frühen 20. Jahrhunderts. Trotz der Wirren des Zweiten Weltkriegs und des 30-jährigen Befreiungskampfes blieb die Architektur der Moderne fast vollständig erhalten und wurde seit dem Abzug der Italiener 1941 kaum verändert. Dieses Erbe wurde unter kolonialen, faschistischen und rassistischen Bedingungen geschaffen. Trotzdem identifiziert sich die Bevölkerung in hohem Maße damit und strebt der Staat Eritrea die Aufnahme der Architektur ins UNESCO Weltkulturerbe an.

Die Wanderausstellung, die u.a. unter der Schirmherrschaft der UNESCO und der UIA (Union International des Architects) steht, zeigt in Bildern und Modellen herausragende Beispiele moderner Architektur in Asmara unter Miteinbeziehung der historischen Zusammenhänge. Sie soll letztlich ihre Wanderschaft in Asmara beenden.

Kuratoren: Prof. Dr. Omar Akbar, ehemaliger Vorstand und Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau und Naigzy Gebremedhin, ehemaliger Direktor des CARP (Cultural Assets Rehabilitation Project)

Initiator und Leihgeber der Ausstellung: Projektgruppe „4Asmara – Arbate Asmera“ im „Verein zur Förderung von Bildung und Publizistik zu Umwelt und Entwicklung e.V.“

Infos + Abb. HDA Graz

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Cover: Asmara – Africa’s Secret Modernist City, Edward Denison, Guang Yu Ren & Naigzy Gebremedhin, 2003

Die Ausstellung basiert auf dem Buch Asmara – Africa’s Secret Modernist City” von Edward Denison, Guang Yu Ren & Naigzy Gebremedhin (Merrell Publishers, London/New York, 2003). In vier thematischen Einheiten wird nicht nur die Architektur, sondern auch ihr gegenwärtiger sowie ihr historisch-sozialer Kontext beleuchet.

Zum ersten Mal wurde die Schau im Oktober 2006 im Deutschen Architektur Zentrum in Berlin gezeigt, danach folgten Stationen in verschiedenen Städten weltweit. Zuletzt soll die Ausstellung als ständige Ausstellung in Asmara zu sehen sein.

Weitere Infos auf der Webseite Asmara Architecture.

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Now on DVD: VISUAL ACOUSTICS: The Modernism of Julius Shulman

12 05 2010

Now available on DVD:  The documentary movie “Visual Acoustics. The Modernism of Julius Shulman” by Eric Bricker will be released on DVD on May 25th.

Since VISUAL ACOUSTICS premiered theatrically in New York last October, the movie has since been screened in over 50 cities across the U.S., it won several awards and convinced an enthusiastic audience in the U.S. and Europe.

The documentary film project explores the monumental career of architecture photographer Julius Shulman. “Taking its aesthetic cues from Shulman’s own sensual and nuanced photography, the film’s narrative is built from a blend of Shulman’s own images as well as in depth interviews with architect Frank Gehry, designer Tom Ford, artist Ed Ruscha, actress Kelly Lynch and writer Mitch Glazer, publisher Benedikt Taschen, Academy Award – nominated cinematographer Dante Spinotti, and a host of others.” The documentary is narrated by Dustin Hoffman. More details HERE.

A pre-order of the DVD for $25.00 which includes shipping can be ordered online through May 24th HERE.

Finally, the television premiere of VISUAL ACOUSTICS is May 24th at 8:30 p.m. on Sundance Channel. More information can be found HERE.