Ganz besondere Ansichten „Von Menschen und Häusern“ im neuen Jahrbuch des HDA Graz

12 03 2010

Als eines der schönsten Bücher 2009 in der Kategorie „Kunstbücher und Fotobände” ist es vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gerade ausgezeichnet worden, für den Staatspreis 2009 ist es nominiert: Mit „Von Menschen und Häusern. Architektur aus der Steiermark. Architektur Graz Steiermark 2008/2009″ ist dem Haus der Architektur HDA Graz ein ungewöhnliches, ein besonders schönes Architekturbuch gelungen. Herausgegeben von Ilka und Andreas Ruby ist der Band – zugleich auch das Jahrbuch 2009 des HDA – anders aufgemacht, als die bisherigen Jahrbücher, die alle 2 Jahre erscheinen, und entspricht so gar nicht der Vorstellung, die man gemeinhin von Jahrbüchern hat: etwas trocken, etwas behäbig mit vielen Texten und Berichten über Aktivitäten der Herausgeberinstitution.

Im Gegenteil, das zweisprachig auf Deutsch und Englisch veröffentlichte „Von Menschen und Häusern“ ist in einem größeren Format gehalten, das die bessere Lesbarkeit vor allem der Abbildungen ermöglicht, und konzentriert sich ganz auf die Architektur: Gezeigt werden Aufnahmen von den zwölf besten aktuellen Bauprojekten der Steiermark, die für den Architekturpreis Landes 2009 nominiert waren. In dem entsprechend zwölf Kapitel umfassenden Hauptteil des Jahrbuches werden die Bauwerke in den Fotografien von Livia Corona vorgestellt, einer in New York lebenden mexikanischen Fotokünstlerin, die eigens für dieses Projekt eingeladen wurde.

Präsentiert werden so unterschiedliche Bauprojekte wie ein „In-Side-Out“-Haus (Arquitectos), ein ökosozialer Wohnbau (Hubert Riess) in Graz, Wohn-, Büro- und Geschäftsbauten (Innocad, Markus Perntahler, Splitterwerk, X Architekten), der Umbau des klassizistischen Palais Thinnfeld, in dem sich seit 2007 das HDA befindet (Ifau und Jesko Fezer), aber auch eine Messe-Halle (Riegler Riewe), vier regionale Markstplätze (Hog) und das neue Stadtzentrum Troifach (Yes-Architecture), ein Veranstaltungszentrum (Gangoly + Kristiner) sowie ein Natur- und Alpincamp (Holzbox).

© Livia Corona

In-Side-Out, Pischelsdorf, Arquitectos, Photograph by Livia Corona © 2009

In Coronas Fotografien werden die Bauwerke anders porträtiert, als man es von der herkömmlichen Architekturfotografie gewohnt ist: Keine Standard-Aufnahmen von isolierten Gebäuden in idealisierter Perspektive, Innenansicht, Außenansicht, Aufsicht, sondern Ansichten von Häusern mit Menschen, belebt, bewohnt, genutzt. Oft sind die Bauten selbst gar in den Hintergrund gerückt, vor dem sich alltägliche Szenerien abspielen – nicht umsonst heißt der Band „Von Menschen und Häusern“. Die enge Verbundenheit von Gebäuden und ihren Bewohnern ist ein Aspekt, der in der typischen „Hochglanz-Architekturfotografie“ mit ihren stilisierten und ästhetisierten Gebäudeaufnahmen meist ausgeklammert wird. Coronas Ansichten hingegen stellen ein Gegenmodell dazu dar. Sie zeigen eine Reportage über die Möglichkeiten von sozialräumlichen Handeln.

Corona, die den Rubys wegen ihrer besonderen Herangehensweise an Architektur und deren Abbildung aufgefallen war, überlegt sich für jedes Projekt eine Geschichte, die mit Personen nachgestellt, inszeniert und in analoger Technik fotografiert wird. Für das  Jahrbuch hat ein dreiköpfiges Assistententeam  aus Graz die Fotografin ständig vor Ort begleitet, hat Darsteller/Schauspieler gesucht, die Inszenierungen mitgestaltet und in jeglicher Form assistiert. Ein äußerst aufwendiges Projekt – doch die Mühen haben sich gelohnt.

© Livia Corona

Frog Queen Graz, Splitterwerk, Photographs by Livia Corona © 2009

Der Ansatz, die für den Architekturpreis nominierten Bauprojekte von einer Fotokünstlerin porträtieren zu lassen, ist nicht die einzige Besonderheit und Neuerung. Auch die Auszeichnung selbst hat eine grundlegende Umgestaltung erfahren: Statt von einer Jury wurde  2009 erstmals ein ausgewählter Fachexperte mit der Durchführung betreut, der die eingereichten Projekte begutachtete und das Siegerprojekt auswählte. Der erste Kurator war der renommierte Berliner Architekturkritiker Andreas Ruby.

Eine spannende Neuerung, denn schließlich hat man einen Ruf zu verteidigen in der Grazer Architektur. In den 1980er und 1990er Jahren hat sich hier eine lebhafte Architekturszene mit Architekten wie Manfred Kovatsch, Karla Kowalski und Klaus Kada entwickelt, die als „Grazer Schule” international bekannt ist. Die historische Grazer Altstadt, die mit ihrer charakteristischen Dachlandschaft und Höfestruktur 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, zeichnet sich aus durch ein harmonisches Nebeneinander unterschiedlicher Stile von der Gotik über die italienische Renaissance, den Barock und den Historismus bis ins 20. Jahrhundert. Die stetige architektonische Weiterentwicklung des Stadtbildes prägt den besonderen Charakter Graz’ und wirkt bis heute fort. Aus dem letzten Jahrzehnt finden sich zahlreiche architektonische Besonderheiten, etwa die die Murinsel von Vito Acconci (2003) und das Kunsthaus von Peter Cook und Colin Fournier (2003).

© Livia Corona

Veranstaltungszentrum Bad Radkersburg, Gangoly + Kristiner, Photograph by Livia Corona © 2009

Zurück zum Jahrbuch selbst. Dass das Buch ganz den Bildern gewidmet ist, zeigt sich auch daran, dass für die üblichen Texte, die zu einer Publikation dieses Formats gehören, kein Platz verschwendet wird – drei Vorworte und das Nachwort der Herausgeber sind platzsparend im Einband untergebracht. Ganz ohne schriftliche Informationen kommen aber auch die zwölf Architekturporträts nicht aus. Sie werden von Texten begleitet, die jedoch keine simplen Beschreibungen liefern, sondern – eine weitere gelungene Idee – Statements der „Betroffenen“ darstellen: In Interviews, die von Studenten der TU Graz geführt und ausgewertet wurden, kommentieren Nachbarn, Anwohner, Bauherren und Architekten die Bauprojekte – was ist gelungen, was weniger, was gefällt, was gefällt nicht, was ist praktisch, was müsste verbessert werden. So erhält der Leser die grundlegenden Informationen zu den Gebäuden zwar nicht ganz so schnell und offensichtlich, wie er dies aus einem nur beschreibenden Text ziehen würde, er erhält jedoch einen breiten und vielfältigen Einblick in die „Geschichte“ der porträtierten Gebäude, die facettenreich vor Augen treten. Die Kommentare lesen sich spannend und unterhaltsam und bieten zugleich eine aufschlussreiche Momentaufnahme zeitgenössischer Bauprojekte mit ihren Vor- und Nachteilen. Hinzu kommen Planzeichnungen, die das jeweilige Porträt abrunden. Das Jahrbuch schließt mit einem ausführlichen Statement des Kurators Ruby.

„Von Menschen und Häusern“ ist kein typisches Architektur-Buch, das nur Fachleute anspricht, sondern – ein gewisses Interesse  an Architektur vorausgesetzt – ein sehr viel breiteres Publikum und möglicherweise auch Leute gewinnt, die sich nicht ohne Weiteres mit Bauwerken auseinandersetzen würden – ganz so, wie es denn auch das Ziel des Jahrbuchs war, nicht nur zu dokumentieren, sondern über eine (zu) enge Definition von Architektur hinauszugehen. Durch die unkonventionelle Gestaltung mit den Texten im Einband, den Grundrissen auf transparentem Einleger, dem für Jahrbücher ungewohnten Cover, das sich ein wenig an den Publikationen das NAI orientiert, und nicht zuletzt durch den anderen Zugang zur fotografischen Architekturdarstellung und dem Textteil ist ein Buch gelungen, das ein etwas anderes, ein besonderes Lese- und Schauerlebnis bietet.

Von Menschen und Häusern. Architektur aus der Steiermark. Architektur Graz Steiermark Jahrbuch 2008/2009. Mit Fotografien von Livia Corona

Verlag Haus der Architektur Graz
Herausgeber: Ilka und Andreas Ruby
Text: deutsch/englisch
332 Seiten mit 111 farbigen, ganzseitigen Abbildungen und 45 Grundrissen, Schnitten und Ansichten
Format: 24×31 cm, Broschur
Projektleitung: Markus Bogensberger, Heinz Rosmann, Fabian Wallmüller
Projektkoordination: Tanja Gurke
ISBN 978-3-901174-71-1




Buchpräsentation: HDA Graz in der Berliner Fachbuchhandlung Pro qm

8 11 2009

Für alle Berliner und Berlin-Besucher: Am 13.11.2009 wird das HDA Graz sein neues Jahrbuch “Von Menschen und Häusern. Architektur aus der Steiermark” in der thematischen Buchhandlung Pro qm, Berlin vorstellen.

Über das Jahrbuch werde ich noch genauer berichten.

For all Berlin residents and travellers: On 13.11.2009 the HDA Graz (House of Architecture) will present its new yearbook in Berlin, at the specialized bookshop Pro qm.

More info in English are provided on the website of HDA Graz.

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“Von Menschen und Häusern. Architektur aus der Steiermark. Architektur Graz Steiermark Jahrbuch 2008/2009″
Mit Fotografien von Livia Corona.

Preis: 39,90 €

Verlag Haus der Architektur Graz
Herausgeber: Ilka und Andreas Ruby
Text: deutsch/englisch
332 Seiten mit 111 farbigen, ganzseitigen Abbildungen und 45 Grundrissen, Schnitten und Ansichten
Format: 24×31 cm, Broschur
Projektleitung: Markus Bogensberger, Heinz Rosmann, Fabian Wallmüller
Projektkoordination: Tanja Gurke
Erscheinungstermin: Oktober 2009
ISBN 978-3-901174-71-1

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Buchpräsentation am 13.11.2009 um 20:30h in der Buchhandlung Pro qm Berlin.

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In der vierten Ausgabe des Jahrbuches des Haus der Architektur Graz zeichnet der Berliner Architekturkritiker Andreas Ruby für die Auswahl der veröffentlichten Bauten verantwortlich. Die fotografische Dokumentation der Gebäude und ihrer Bewohner durch die New Yorker Fotokünstlerin Livia Corona sowie Interviews mit Nutzern, Architekten und Auftraggebern garantieren einen subjektiven und pointierten Blick auf das aktuelle Baugeschehen in der Steiermark. Die Darstellung zeitgenössischer Bauten auf den Ebenen Architekturkritik und Fotokunst verleiht dem Buch Komplexität und Vielschichtigkeit.

Gemeinsam mit dem Mitherausgeber des Architecture in the Netherlands Yearbook Roemer van Toorn, werden Markus Bogensberger und Heinz Rosmann (Haus der Architektur Graz) mit Ilka und Andreas Ruby (Herausgeber) über Publikationsstrategien zeitgenössischer Architektur sprechen.

Mehr Infos

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Pro qm ist eine thematische Buchhandlung zu Stadt, Politik, Pop, Ökonomiekritik, Architektur, Design, Kunst & Theorie in Berlin. 1999 gegründet befindet sich Pro qm seit 2007 in Räumlcihkeiten in der Almstadtstraße nahe des Rosa-Luxemburg-Platzes. Die Buchhandlung hat sich international etabliert als Fachbuchhandlung und Veranstaltungsort für interdisziplinäre Debatten um Stadt, Architekturtheorie und künstlerische Praxis.

Die Gestlatung den neuen Räumlichkeiten organisiert den Raum weniger als optimierte Verkaufsfläche, sondern als offenes räumliches Potential für Diskussionen und Bewegungen und wurde konzipiert vom Architekturbüro ifau und Jesko Fezer.

Infos + Bilder Pro qm




Ein Roman über die „Stadt der Engel“ und den unkaputtbaren American Dream James Frey: Strahlend schöner Morgen

1 11 2009

Wie soll man sich einen Roman vorstellen, dessen heimliche Hauptrolle eine Stadt besetzt? Beschreibungen von Stadtvierteln, Gebäuden, Verkehrsnetzen? Was macht eine Stadt aus?

deconarch startet eine Themenfeld, in dem in unregelmäßigen Abständen über Literatur berichtet wird, die Architektur und Urbanismus zum Thema hat. Den Auftakt macht James Freys Roman “Strahlend schöner Morgen” (Bright shiny morning) über die Megacity Los Angeles.

What is a novel like whose protagonist is a city? A collection of descriptions of quarters, buildings, transport systems? What is the core of a city?

deconarch is starting a new topic line about literature dealing with architecture and urbanism at irregular intervals. It kicks off with James Frey’s “Bright shiny morning” staging the megapolis Los Angeles.

(A short Engl. summary to follow.)


Cover James Frey

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James Frey: Strahlend schöner Morgen. Ullstein. 592 Seiten.

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»Er hat ein großes Buch geschrieben. Über eine Stadt. Über Los Angeles.« (New York Times) Und: »Leidenschaftliche Hommage an Los Angeles … James Frey erzählt nicht die Geschichte einer Stadt, er erzählt ihren Mythos.« (Der Tagesspiegel, 09.08.09, Wiebke Porombka)

Was Joyce für Dublin, Dos Passos für New York oder Durrell für Alexandria gelungen sei, das habe Frey für die „Stadt der Engel“, (schreibt jedenfalls die The Washington Post), denn L.A. spiele die eigentliche Hauptrolle von James Freys „Strahlend schöner Morgen“.

So und ähnlich lauten Beschreibungen des fast 600 Seiten starken Buches. Kritikerstimmen überschlagen sich von beeindruckt bis begeistert und das Buch wurde bereits vor offiziellem Erscheinen in Deutschland hochgelobt. Der Einband verspricht einen – ja eigentlich den – amerikanischen Gegenwartsroman über die Megacity L.A. Was ist dran an diesen Kommentaren? Kann eine Stadt die Hauptrolle eines Buches, dazu eines Romans besetzen?

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„Strahlend schöner Morgen“ ist mit Sicherheit kein gewöhnlicher Roman. Schon optisch fällt auf, was denn auch für Stil Freys und den Handlungsverlauf des Buches charakteristisch ist: Der Text ist nicht im Blocksatz gedruckt, sondern in „ausgefransten“ Sätzen, die Seiten wirken dadurch sehr bewegt und unruhig. Unruhig und bewegt ist auch der Inhalt von „Strahlend schöner Morgen“. Frey nimmt in seiner Schreibweise und in der Art, seine Kapitel anzuordnen, ein Charakteristikum von L.A. auf: Die Stadt ist ein Konglomerat aus zahlreichen Vierteln und Orten, die sich ohne Zentrum aneinanderfügen (erst in den letzten Jahren gibt es entsprechende urbanistische Bestrebungen, dieses Fehlen zu beheben).

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Frey gibt Los Angeles Gesichter. In zahlreichen Episoden erzählt er die Lebenswege von Menschen, die die Hoffnung auf ein besseres Leben in die Stadt der Engel geführt hat. Er reiht – mehr oder weniger ausführlich – Abrisse unterschiedlichster menschlicher Schicksale aneinander von Menschen ganz oben oder ganz unten oder irgendwo in der Mitte der gesellschaftlichen Hierarchie, deren Wünsche und Träume meist nicht oder anders als erwartet erfüllt werden – sei es die Hoffnung auf eine Karriere als Sportler, auf ein erfolgreiches Studium, auf ein Haus am Strand, auf ein Leben in Wohlstand oder immer wieder auf den Aufstieg im Film- und Musikbusiness. Manche dieser Lebensläufe werden nur kurz angerissen, andere kehren häufiger wieder.

Es wird schnell klar, dass der Morgen in L.A. nicht so strahlend schön ist, wie es den Anschein haben mag, und dass häufig kaum mehr diese Qualität erfüllt, als das Wetter selbst (L.A. hat rund 300 Sonnentage im Jahr).

L.A. begegnet als Moloch mit unendlich vielen Facetten. Die fiktiven Geschichten zeichnen ein fesselndes, ein grelles, trauriges, auch düsteres Bild der Megacity. Sie zeigen nicht die glamouröse Stadt, die die Filmfabrik Hollywood zu sein scheint, sondern den Blick hinter die Kulissen des Molochs L.A., in dem (meist) gescheiterte Existenzen um das Überleben ihres American Dream kämpfen.

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Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es vor allem vier Geschichten sind, die dem Leser immer wieder begegnen. Da sind das Teenagerpaar Maddie und Dylan, die ihr tristes Leben in Ohio verlassen haben und sich an der Westküste eine Zukunft aufbauen wollen, und der Filmstar Amberton, der alles hat, Geld, Aussehen, Familie, der aber seine Homosexualität geheim hält. Da sind der obdachlose Old Man Joe, der aus seinem vom Alkohol bestimmten Leben heraustritt, als er beginnt, einem drogensüchtiges Mädchen zu helfen, und die junge Mexikanerin Esperanza, die als Haushaltshilfe einer tyrannischen Lady arbeitet, um sich das College zu finanzieren, und sich in den Sohn der Arbeitgeberin verliebt.

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Am Ende ist alles offen. Die Geschichten und Handlungsstränge werden – überraschenderweise – nicht inhaltlich zusammengeführt, kein auktorialer Eingriff löst die aufgebaute Spannung oder gibt Informationen auf den Ausgang der Geschichten. Einzig dass die vier zentralen Schicksal in einem letzten Kapitel nacheinander aufgeführt werden und, ist alles, was an Zusammenführung möglich ist.

Die Grundstimmung ist eher wenig einladend und sehr kritisch gegenüber dem American Dream, der sich mit der kalifornischen Westküste verknüpft ist, wie mit kaum einem anderen Staat der USA. Die Geschichten haben immer etwas Düsteres, Bedrohliches, als ob das Glück nur von kurzer Dauer sein darf.

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Fakten, Fakten, Fakten…

Den romanhaften Kapiteln stehen kurze Erläuterungen zur Stadtentwicklung Los Angeles von der Siedlungsgründung im späten 18. Jahrhundert bis zur Metropole der Gegenwart gegenüber. Sie vermitteln sehr knapp die wichtigsten Fakten in der Stadtentwicklung und geben ein Bild über zentrale Ereignisse in der Entstehung L.A.s. Dabei werden nicht nur urbanistische, sondern auch (sozial-)politische Punkte aufgeführt, sondern auch Aspekte wie die Eingemeindung verschiedener Gebiete, die Entwicklung der Wasserversorgung und die Entstehung öffentlicher Einrichtungen in wenigen Worten umrissen sowie immer wieder kritische Aspekte wie die (für Europäer befremdliche) Waffen-Gesetzgebung und die Dominanz der Öl-Lobbies, die etwa den Ausbau des ÖPNV-Netzes verhindert, gestreift.

Dazu werden auch im Text selbst vermehrt Kapitel eingeschoben, die ebenfalls faktische Informationen geben zu zentralen Themen von L.A. und die in ihrer umfangreichen Auflistung etwas von einer Fleißarbeit haben. Dies ist sehr informativ, allerdings streckenweise auch anstrengend zu lesen. Aufgeführt werden etwa immer wieder die Gewalt der Stadt, Banden und Gangs sowie die unterschiedlichen Rassen und der überall präsente Rassismus. Daneben sind die Beschreibungen der unterschiedlichen Stadtviertel und ihrer Geschichte(n) von Chinatown über Beverly Hills bis Hollywood interessant. Auch das Straßennetz und die Bedeutung des Automobils wird ausführlich kommentiert (L.A. als die „horizontale“ Autostadt) – einprägsam ist etwa das Schicksal einer New Yorker Galeristin, die in L.A. von einem Bus überfahren wird:

Da dort kein Mensch zu Fuß geht, hat der Busfahrer schlicht nicht damit gerechnet, dass jemand die Straße zu Fuß überqueren würde. ((Die Geschichte ist wohl vor allem für die mit Gehwegen verwöhnten Europäer bemerkenswert und erfüllt sicherlich auch einige klischeehafte – allerdings eben gerade nicht unbegründete – Vorurteile.))

Eingestreut werden auch „lustige Fakten“, die bei Frey jedoch sehr zynisch anmuten (aber durchaus unterhaltsam zu lesen sind).

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„Strahlend schöner Morgen“ ist kein typischer Roman, aber ein starkes Buch über das zeitgenössische Amerika. Es ist kein schönes, einladendes Bild, das Frey zeichnet. Er stellt die Stadt L.A. vor und verleiht ihr eindrucksvoll Profil, indem er ihr nicht ein, sondern gleich 100te Gesichter gibt. Das ist interessant und streckenweise auch spannend zu lesen, kann aber auch ermüden – Frey neigt zu Aufzählungen und gehäuftem Einsatz von Trikola. Da ich das Buch aber auf Deutsch gelesen habe, bewerte ich die Sprache weniger. Die Übersetzung zumindest ist gelungen!

Freys sehr kritische, skeptische Grundhaltung macht den Roman zudem zu einer nicht ganz einfachen Lektüre. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird von James Freys Roman über die Metropolis L.A. beeindruckt sein.


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Noch ein paar abschließende Worte zum Autor: Frey stammt aus dem Nordosten der USA (Ohio und Michigan) und hat ab 1996 als Drehbuchschreiber und Filmschaffender in Los Angeles gelebt. Heute lebt er mit seiner Familie in New York City. Mit dem vorgeblich autobiografischen Roman A Million Little Pieces (dt: Tausend kleine Scherben), der 2003 erschien, gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller. Um die angeblichen autobiografischen Details, die sich weitgehend als erfunden herausstellten, entwickelte sich eine große Kontroverse, mehr dazu umreißt etwa das allzeit informierte Wikipedia.




Book REVIEW: position alltag. architecture in the context of everyday life || HDA Dokumente zur Architektur 21/22

18 07 2009

Eine der aktuellsten Publikationen des Grazer Haus der Architektur HDA widmet sich der “Architektur im Kontext des Alltagslebens”:

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position alltag. architecture in the context of everyday life.

Preis: 19,90 €

HerausgeberInnen/Editors:
Markus Bogensberger, Gabu Heindl

AutorInnen/Authors:
Ellen Bareis, Gabu Heindl, Ernst Hubeli, Otto Kapfinger, Nils Norman, Marc Ries, Riklef Rambow

ISBN 978 3 901174 68 1

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One of the latest publications of HDA Graz (House of Architecture, Graz/Austria) is position alltag architecture in the context of everyday life. The book summarizes the results of a two-year-programme of the HAD about architecture and everyday life. It thus focuses a question which is usually absent from architectural discourse. While signature buildings – let’s call it “Bilbao-ism” – enjoy great attention, architecture in general is neglected.

The publication, written in both German and English, presents 6 essays of high academic standard dealing with different aspects – living, working, preserving, consuming, building – from several perspectives (architectural, media theoretical, artistic, ethnological, psychological) and offer thoughtful insights. It is written in both German and English.

Of particular interest might be artist Nils Norman’s “Urbanomic Archive“, documenting the outgrowth of “defensive devices” in public spaces, as well as Riklef Rambow’s general considerations about what “everyday” actually means in an architectural context (maybe it isn’t so much the extravagant shapes of  “Bilbao-istic” buildings vs. the “common” buildings, that needs to be considered, but their suitability for everyday use (- and thus a new structure in architectural discourse is needed)?

Darin wird ein Themenschwerpunkt zusammengefasst, der zwei Jahre lang das Programm des HDA, das baukulturelle Themen vermittelt und den Diskurs über architektonische Fragestellungen fördert, bestimmt hat. Das Leitthema ist ambitioniert – und richtig:

„Angesichts der Dominanz von ikonischen Bauten und deren als Stars bezeichneten Architekten in der medial vermittelten Architekturwelt erschien es uns sinnvoll, den Fokus auf eine Sensibilisierung für Alltägliches zu richten und das Außergewöhnliche gerade im Gewöhnlichen zu suchen.“ (7)

Tatsächlich begegnet derzeit eine seltsam widersprüchliche Situation – spätestens seit Bilbao und Gehrys Guggenheim herrscht ein reges Interesse an spektakulären Gebäuden, und so manches Unternehmen versucht, das visuelle – und werbeträchtige – Potenzial eines extravaganten Baus auszuschöpfen. (Womit sie freilich keineswegs allein auf weiter historischer Flur stehen, man denke nur an die repräsentativen Schlossbauten, an barocke Kirchen und Stadtanlagen, die noch heute Touristen wie Fachleute gleichermaßen faszinieren.)

Diesem gesteigerten Interesse an „Spektakel-Bauten“ steht ein, wenn man so will, erschreckendes Desinteresse, ein Nicht-Bewusstsein für Architektur an sich entgegen. Für die Architektur nämlich, die ständig begegnet, für die Alltagsbauten und Anlagen, die nicht spektakulär daherkommen, weil sie älter sind, einfacher und „hässlich“, unauffällig und funktional. Alltäglich eben. Sie werden in Publikationen oder Ausstellungen nur im seltensten Fall thematisiert. Dabei sind es jedoch gerade diese alltäglichen Bauten und architektonische Strukturen, die ihre Bewohner sowohl im Alltagsleben als auch in der „ideellen“ sozialen, politischen und kulturellen Lebensführung prägen, stärker als man sich oft bewusst ist.

„[W]elche dialektischen Beziehungen zwischen innen und außen sowohl auf der Ebene der Architekturen selbst als auch in einem städtebaulichen Zusammenhang gebildet werden und welchen Einfluss diese auf das soziale Leben und wiederum die Architekturproduktion habe“ (7), rückt „position alltag“ in den Mittelpunkt.

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Die Publikation

In den fünf thematischen Schwerpunkten wohnen, arbeiten, schützen, konsumieren, bauen nähern sich fünf Essays der Themenstellung aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven. Sie verfolgen meist eine sehr theoretische Herangehensweise, die über grundlegende Fragen des Räumlichen im Alltag nachdenkt und über die gebaute Realität hinausführt. Da die Texte interessante Fragen und Blickwinkel auf die Thematik „Architektur und Raum im Alltag“ aufwerfen, schließen sich im Folgenden kurze Abrisse der einzelnen Beiträge an.

Die Texte stellen eine Auswahl der Stellungnahmen dar, die im Rahmen des zweijährigen Veranstaltungsprogramms des HDA – zentrales Element waren Roundtables mit Experten aus verschiedenen Disziplinen – vorgetragen wurden

Angeordnet in sechs Kapiteln (1 Einleitung + 5 Essays) sind die Essays in zwei Sprachen, deutsch und englisch verfügbar. Die Texte sind nur wenig (oder gar nicht) illustriert; dies ist insofern anzumerken, da man von Publikationen eines Ausstellungshauses in der Regel Katalogcharakter erwartet. Diesen hat lediglich der zweite Teil des Bandes, der etwas weniger als ein Drittel des Gesamtumfangs ausmacht und der Abschlussausstellung des Projekts „position alltag“ gewidmet ist, einer Fotografieschau: Architektur 24/7 – eine alltägliche Beziehung (2007).

Gezeigt wurden jedoch keine der üblichen Fotografien von Gebäuden, die „oft den Eindruck machen, deren BenutzerInnen wären auf Urlaub geschickt worden, um die Architektur nicht zu stören“, sondern Aufnahmen von Architektur im Alltag, „die uns 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche“ (109) lang umgibt.

Entstanden sind die Fotografien in Postkartengröße auf Einladung des HDA an Architekturbüros, zu eigenen Gebäuden und Bauprojekten zurückzukehren und diese zu fotografieren, wie sie in Gebrauch sind. Begleitet werden die Aufnahmen von kommentierenden Statements der Bewohner/Benutzer.

So ist eine Sammlung verschiedener Perspektiven auf alltägliche Architektur im Spannungsfeld zwischen fotografierenden Architekten und fotografierten Benutzern der Bauten entstanden.

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REVIEW: Julius Shulman. Modernism Rediscovered, by TASCHEN

1 07 2009

Zum 25jährigen Jubiläum des TASCHEN Verlags ist die über 1000 Seiten starke dreibändige Publikation „Julius Shulman. Modernism Rediscovered“ (2000) in einer „Light Version“ erschienen. Dennoch keine „leichte“ Lektüre, denn auch die gekürzte Sonderausgabe zum spektakulären Preis von knapp 20€ – das Original kostet 250€ – ist immer noch über 400 Seiten stark und im XXL-Format (24,8 x 31,5 cm) und bietet wundervolle Bilder von Julius Shulman.

For a short English summary please scroll down.

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Julius Shulman, Modernism Rediscovered

Gössel, Peter (Ed.)

Serraino, Pierluigi / Shulman, Julius / Shulman, Julius

Hardcover, 24.8 x 31.5 cm, 416 Seiten

€ 19.99

ISBN: 978-3-8365-0326-6
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Wie es der Titel verspricht, bietet der Band so etwas wie eine „Wiederentdeckung“ der Moderne: Erstmals versammelt werden beinahe 250 Fotografien des weltbekannten Architekturfotografen Julius Shulman von Bauwerken der US-amerikanischen Moderne, die zwischen 1939 und 1980 entstanden sind. Die Abbildungen wurden bislang kaum oder nur ein paar Mal publiziert und sind daher aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Shulman, mit dem der TASCHEN Verlag bereits Ende der 1990er Jahre für „Architecture and Its Photography” eng zusammengearbeitet hat, hat sein Archiv geöffnet und es so möglich gemacht, zahlreiche architektonische Kostbarkeiten, nicht nur an der kalifornischen Westküste, sondern auch in den gesamten Vereinigten Staaten sowie in Mexiko, Israel oder Hongkong neu zu entdecken (letztere allerdings in der umfangreichen Ausgabe).

Julius Shulman

Shulmans Fotografien der kalifornischen Moderne, seine Aufnahmen des Kaufman House etwa oder die Porträts der Case Study Houses, haben unser Bild von der Architektur der 1950er und 1960er Jahre geprägt wie kaum ein anderer. Nach wie vor begegnen die Aufnahmen immer wieder in Magazine und Bücher. Shulman hat jedoch – natürlich – wesentlich mehr Bauten fotografiert und es gibt bedeutend mehr moderne Bauten als „nur“ die Case Studies oder die Arbeiten von Frank Lloyd Wright. Aus verschiedenen Gründen sind viele dieser Gebäude, die den bekannten Bauwerken in Qualität kaum nachstehen, jedoch wenig(er) publiziert worden und so in Vergessenheit geraten. Ihnen ist die TASCHEN Publikation gewidmet, die eine Auswahl dieser Bauten wieder ins Bewusstsein holen und so den kalifornischen Modernismus in seiner Vielfalt würdigen will.

Übrigens: Leben und Werk Shulmans widmet sich die filmische Dokumentation “Visual Acoustics”.


Modernism Rediscovered

Modernism Rediscovered ist, wie die meisten TASCHEN-Bücher, in erster Linie ein Bilderbuch, das von den Abbildungen der Shulman-Fotos lebt. Die ausgewählten Gebäude werden in mehreren Abbildungen, sowohl in s/w wie in Farbe, präsentiert und von kurzen Erläuterungstexten in 3 Sprachen begleitet, in denen Angaben zur Veröffentlichungsgeschichte und dem gegenwärtigen Zustand sowie, soweit möglich, auch Literaturangaben gegeben werden. Stellenweise wird auch ganz auf Informationen verzichtet.

Ausgewählt wurden die Aufnahmen nach dem Beitrag, den die porträtierten Gebäude jeweils für die Architekturszene ihrer Zeit leisteten. Ihre Anordnung in der Publikation orientiert sich an Shulmans Archivierungsverfahren, d.h. sie werden chronologisch nach der Auftragsnummer, die der Fotograf vergeben hat, aufgeführt, gefolgt vom Namen des Architekten, dem Standort des Gebäudes sowie dem Datum der Aufnahmen.

Am Ende führt die Publikation Kurzbiografien ausgewählter Architekten auf, ebenfalls in drei Sprachen, sowie einen Index aller präsentierter Architekten mit ihren jeweiligen Gebäuden. Eine Bibliografie bietet eine Einsteiger-Übersicht mit wichtigen Publikationen zur kalifornischen und amerikanischen Moderne, zu Theorie und Technik der Architekturfotografie – hier sind vor allem auch Shulmans Texte interessant – sowie zur Thematik des Bildes/Fotografie in den Medien.

Modernism Rediscovered: Die Fotografie und die Amerikanische Moderne. Vom frühen International Style bis zu den 70er-Jahren
Pierluigi Serrainos Einleitungsessay

Eingeleitet wird die Publikation von dem Essay Die Fotografie und die Amerikanische Moderne. Vom frühen International Style bis zu den 70er-Jahren von Pierluigi Serraino, einem Architekten aus der San Francisco Bay Area, der mehrere Artikel und Bücher über Architektur verfasst hat, darunter auch das TASCHEN-Buch „Saarinen“. Auch dieser Text ist in englisch, deutsch und französisch auf jeweils 2 Doppelseiten verfügbar.

Serraino stellt die drei Ziele der Publikation vor, die neben der Absicht, unbekannte Arbeiten von Shulman einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, auch die „Diskussion über die kalifornische Moderne und die moderne Architektur im Mittelwesten neu [...] beleben“ sowie zeigen will, „dass in den aktuellen architektonischen Datensammlungen [der USA... entscheidende] Dokumente [...] fehlen“ (10) – eben jene Bauten, die aus diversen Gründen trotz baulicher Qualitäten selten publiziert wurden.

Der Text bietet damit also keine Einführung ins Werk des Fotografen, auch keine fachliche Annäherung an seine fotografische Arbeit, wie man dies von auf eine Künstlerpersönlichkeit ausgerichteten Monografien gewöhnt ist. Der Fokus liegt auf dem „Modernism rediscovered“: Serrainos Darstellung von Zusammenhängen zwischen publikatorischen Mechanismen und der Bekanntheit von Architektur gibt einen aufschlussreichen Einblick indie Funktionsweise unseres Bildgedächtnisses. Wie in der Werbung gilt auch für die Architektur die simple Gleichung: Je mehr Publicity, desto mehr Aufmerksamkeit und desto länger im öffentlichen Gedächtnis:

„Für die professionelle Anerkennung von Bauwerken in der Gesellschaft kann es eine entscheidende Rolle spielen, dass ihre Arbeiten in den Medien Beachtung finden. Eine langfristige [...] Öffentlichkeitsarbeit [...] hilft [...].“ (13)

Um dies zu erreichen nennt Serraino drei „Strategien für ein architektonisches Gedächtnis“. Diese publizistischen Strategien und die Verbreitung der Architekturbilder entscheiden maßgeblich über die Bedeutung eines Gebäudes bzw. eine architektonischen Idee sowie der Ideen ihres Schöpfers über einen größeren Zeitraum und lokalen Rahmen hinaus. Provokant gesagt: Ein Gebäude ist nur so gut, wie seine Fotografie und ihre Verbreitung/ die Berichterstattung darüber.

Dank der stark visuellen Ausprägung unserer Wahrnehmung spielen die Fotografen damit eine nicht unerhebliche Rolle als Mittler zwischen Architekten und Redaktionen, entscheiden doch seine Aufnahmen letztlich über das „Gesicht“ des Baus.

Darüber hinaus gibt Serraino auch einen kurzen Abriss über die publizistische Szene in USA und insbesondere Kalifornien in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, zur Blüte des International Styles. Er präsentiert die wichtigsten Zeitschriften und nennt ihre Funktion bei der Darstellung von Architektur. Neben den professionellen Fachmagazinen sind dies v. a. auch populäre Zeitschriften wie „LIFE“ oder die Sonntagsbeilage der „Los Angeles Times“, die „zu einem pädagogischen Instrument [wurde], das eine fachlich nicht vorgebildete Leserschaft systematisch dazu erzog, Konzepte modernen Wohnens zu akzeptieren und das Verständnis für seine gesellschaftliche Bedeutung zu erhöhen“ (11f.).

Zudem bespricht der Autor auch, wie die drei wichtigsten Kunst. und Architekturindices der USA – Avery Index, Architectural Index und Art Index – funktionieren.

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Modernism Rediscovered provides a selection of little known photographs by Julius Shulman, all taken from Shulman’s huge archive. Thus the publication actually offers the chance to rediscover a part of American and esp. Californian modernism.

The introductory essay by Pierluigi Serraino – indeed not a typical introduction to Shulman’s work, as you would expect to find in a monographic publication of this kind – offers an insight about how our “visual memory” works. Concentrated on a provoking sentence you might state: The more publicity, the more attention a building receives and the longer does it remain in public perception.

All texts are provide in English, German and French.




Legendäre Architekturmagazine im Reprint: domus und A&A im TaschenVerlag

20 05 2009

Der Taschen-Verlag hat zwei große Architektur-Magazine als Reprints neu verfügbar gemacht:

domus,1928 bis 1999 (Reprint)

12 Bände, originalgetreu reproduzierte Seiten der Zeitschrift mit zahllose Artikel über die Design- und Architekturgeschichte der Moderne.

Die 12 Bände sind separat erhältlich.

Hrsg. von Charlotte und Peter Fiell

Seit mehr als acht Jahrzehnten gilt domus als das einflussreichste Architektur- und Design-Magazin der Welt. Die Zeitschrift, die 1928 vom berühmten Mailänder Architekten Gio Ponti gegründet wurde, gewährt dem Leser einen Einblick in das Wesen eines bestimmten Stils und Zeitalters, von Art Deco, Modernismus und Funktionalismus über Pop und Postmoderne bis hin zur Spätmoderne. In wunderschöner Aufmachung und mit umfassendem Begleitmaterial präsentiert domus die aufregendsten Design- und Architekturprojekte der Welt.  (PR-Text Taschen)

Band I —1928 – 1939
Band II —1940 –1949
Band III —1950 – 1954
Band IV —1955 –1959
Band V —1960 – 1964
Band VI —1965 –1969
Band VII —1970 – 1974
Band VIII —1975 –1979
Band IX —1980 –1984
Band X —1985 – 1989
Band XI —1990 – 1994
Band XII —1995 – 1999


A&A Arts & Architecture 1945 – 1954

Alle Ausgaben als vollständiges Faksimile des legendären Magazins, das ein Stück Zeitgeschichte der modernen amerikanischne Architektur ist – 40 Jahre nach seinem Erscheinen.

hrsg. von David Travers, Redakteur, Herausgeber und Leiter von A&A

Der vorliegende erste Teil der Edition umfasst zehn Schuber, die je einen kompletten Jahrgang von A&A aus den Jahren 1945–54 enthalten, angefangen mit Entenzas Ausschreibung des Case Study House Program im Jahr 1945.

Während andere noch am Dienstboteneingang der Moderne warteten, stieß John Entenza vorne die Haustür weit auf. Der charismatische Herausgeber von Arts & Architecture und Initiator des Case Study House Program war maßgeblich daran beteiligt, die amerikanische Architektur und das moderne amerikanische Design weltweit bekannt zu machen. Doch A&A berichtete in den Jahrzehnten nach dem 2.Weltkrieg nicht nur geistreich, frisch und spannend über Architektur, sondern auch über Kunst, Musik und Politik. Dank John Entenza, der das Magazin über zwei Jahrzehnte leitete, wurde aus diesem ehrgeizigen Projekt ein Magazin, das völlig neue Maßstäbe setzte. A&A präsentierte die größten Architekten seiner Zeit, darunter Neutra, Schindler, Saarinen, Ellwood, Lautner, Eames und Koenig. Hier wurden zwei der heute international erfolgreichsten Architekten, Frank Gehry und Richard Meier, zum ersten Mal vorgestellt. Mitwirkende am Magazin waren u. a. die Fotografen Julius Shulman und Ezra Stoller, die Autoren Esther McCoy und Peter Yates und die Cover-Designer Herbert Matter und Alvin Lustig. (PR-Text Taschen)

118 vollständig nachgedruckte Ausgaben, 6.076 Seiten

Zusätzlich Begleitheft mit einem Essay des früheren A&A-Herausgebers David Travers , Gesamtindex und alle Inhaltsverzeichnissen der Jahre 1945–54.

Nach Arts & Architecture 1945–54 wird bei TASCHEN bald auch ein zweites Set mit den vollständigen Ausgaben der Jahre 1955–67 erscheinen.

Mehr: Arts & Architecture Magazine





Rezension: Architekturführer Graz (Buchtipp)

8 04 2009

Ob ich nicht den neuen Architekturführer von Graz rezensieren wolle, wurde ich gefragt vom Haus der Architektur ebendort, das den Führer herausgibt. Ja sicher, gerne. Aber – warum einen Architekturführer über Graz?


Graz…

Graz im südlichen Österreich ist die zweitgrößte Stadt des Landes und Landeshauptstadt der Steiermark. 2003 war es europäische Kulturhauptstadt – und bietet dem Besucher eine überraschend spannende Architekturszene, wie bereits ein erstes Durchblättern des Führers verrät.

Die historische Altstadt mit ihrer charakteristischen Dachlandschaft und Höfestruktur wurde 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Besonders hervorgehoben wurde in der offiziellen Begründung „die ‚harmonische Kontinuität der Stile’, von der Gotik über die italienische Renaissance, den Barock und den Historismus bis ins 20. Jahrhundert”. (34) Die stetige architektonische Weiterentwicklung des Stadtbildes prägt den besonderen Charakter der Stadt – und wirkt sich bis heute aus:

„Diese internationale Akzeptanz des weitgespannten und speziellen Wechselspieles der Baugeschichte in Graz [...schließt die] neue[] Architektur [mit ein]. In einem solchen Verständnis hat sich die Herausforderung an innovatorisches Bauen auch ständig bewegt und sich vielleicht gerade deshalb zu einer größeren als in anderen historischen Städten entwickelt.” (34)

Dieses besondere Verhältnis zwischen neuer Architektur und historischem Umfeld wird maßgeblich gestaltet von einer lebhaften Architekturszene, die sich in den 1980er und 1990er Jahren entwickelt hat und als „Grazer Schule” international bekannt ist: Architekten wie Manfred Kovatsch, Karla Kowalski, Klaus Kada, haben in den 1960er und 1970er Jahren in Graz studiert und arbeiten immer wieder dort – obwohl sie eigentlich sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen und mittlerweile europaweit tätig sind. „Trotz manch selbstgewollter Ausgrenzung” (38f.) verbindet diese Generation von Architekten/innen ihre enge Beziehung zu Graz.

Färberplatz, Graz (Quelle: s. Link)

Färberplatz, Graz (Quelle: s. Link)

Den Auftakt für die neuen Entwicklungen machte 1989 ein Dachcafé von Richard Ellmer am zentralen Färberplatz, das „das erste Zeugnis eines zeitgemäßen Neubaus in der Altstadt” darstellt (27, A25). Ein Jahr zuvor, 1988, war auch das Haus der Architektur als Forum und Plattform für einen öffentlichen Diskurs über Architektur gegründet worden, das den Architekturführer herausgebracht hat. Gegründet als gemeinnütziger Verein zur Architekturvermittlung und Förderung zeitgenössischer Baukultur war das HDA Graz das erste Haus dieser Art in Österreich und somit Vorreiter für Gründungen ähnlicher Institutionen in allen anderen Bundesländern  sowie in ganz Europa. Das Spektrum der Aktivitäten reicht von Ausstellungen, Vorträge, Workshops, Wettbewerbspräsentationen, Architekturvermittlung und Organisation von Exkursionen bis zu einem eigenen Verlag, der ein breites Angebot von international vertriebenen Architekturpublikationen betreut und herausgibt.

Architekturführer…

Murinsel, Vito Acconci (Quelle: Wikipedia)

Murinsel, Vito Acconci (Quelle: Wikipedia)

Die neuen „Positionen im Stadtraum mit einem Schwerpunkt ab 1990″ thematisiert der neue Architekturführer: Versammelt werden also zeitgenössische Bauten, die in Standardreiseführern gewöhnlich untergehen: Zwar fallen sie dem Besucher (und Bewohner) einer Stadt auf, aber man findet wenig bis gar keine Informationen über sie. Schon allein von diesem Standpunkt aus verfolgt der Architekturführer einen sehr interessanten Ansatz.

Dieser Zielsetzung werden die Grazer konsequent gerecht – bis auf einige ältere Bauten („älter” meint hier vor 1990 fertiggestellte Gebäude; angeführt werden durchweg moderne Nachkriegs-Bauten), die „für die Entwicklung der Architektur Graz von entscheidender Bedeutung sind” (28))werden ausschließlich zeitgenössische Gebäude präsentiert. In der vorliegenden dritten, erweiterten und aktualisierten Auflage sind zudem auch die jüngsten Neubauten ab 2003 mitaufgenommen, etwa die Murinsel von Vito Acconci (2003) und das Kunsthaus von Peter Cook und Colin Fournier (2003).

Kunsthaus Graz (Quelle ebd., s. Link)

Kunsthaus Graz (Quelle ebd., s. Link)

Handlich im Din A5-Format, mit einem rosafarbenen Schutzumschlag passt der Architekturbegleiter gut in jede Tasche. Allerdings ist er trotz des praktischen Formats recht schwer. Die Umschlagfarbe ist Geschmacksache, auch, dass das Cover lediglich auf dem Buchrücken über Eck den Titel verrät.  Diese Gestaltung ist in den letzten Jahren sehr trendy geworden, ist jedoch nicht für jeden Zweck wirklich empfehlenswert, da man nach einem Blick aufs Cover nicht gleich weiß, woran man ist – und das ist für einen Führer zumindest nicht unwichtig. Allerdings ist diese äußere Gestaltung letztendlich nebensächlich. Viel mehr gibt es denn auch nicht zu kritisieren.

Der Preis allerdings ist mit 27,50 € sehr stattlich – und wird wohl Besucher der Stadt, die sich nicht ausdrücklich mit Architektur befassen, nicht zu einem Kauf animieren. Dies ist schade, da der Architekturführer einiges zu bieten hat:

Graz, Burgberg (Quelle N24)

Graz, Burgberg (Quelle N24)

Eröffnet wird der Architekturführer von zwei einleitenden Texten; der kürzere von Renate Ilsinger, ehemalige Leiterin des Verlages HDA Graz, umreißt Zielsetzung und Auswahl des Führers – gezeigt werden öffentlich zugängliche Bauten (um die Privatsphäre der Bewohner zu respektieren), die von einem internationalen Komitee, darunter Marie-Héléne Contal, Paris, Grigor Doytchinov, Sofia, Peter Blundell Jones, Sheffield, Walter Titz, Graz, Maria Welzig, Wien, Frank R. Werner, Münster, ausgewählt wurden. Daran schließt sich ein Essay von Michael Szyszkowitz an, selbst Architekt der „Grazer Schule”, der dem Leser die Stadt aus der „Flugperspektive” vorstellt, die auf den ersten 8 Doppelseiten auch mit Luftaufnahmen abgebildet wird. Eine schöne Idee, die die vorgestellten Gebäude direkt ins Stadtbild verortet und so einen plastischeren Eindruck der Stadt vermittelt, als es Stadtpläne allein ermöglichen würden.

Szyszkowitz beschreibt die Besonderheiten Graz’ vom Zentrum ausgehend, den Burgberg, der hier Schlossberg heißt und der Stadt ihren Namen gegeben hat (das slawische  „gradec” bedeutet Burg), die Ufer der Mur, die die Stadt durchfließt, die Altstadt mit ihren Plätzen, „fliegt” dann nach außen in die Studentenstadt im Osten und „zieht Schleifen” über die Viertel im Süden und im Westen der Stadt. Auch ein Kommentar zur aktuellen Situation der politischen Neuorientierung, die durch „Umverteilung des Wohnbauressorts [...] Fundament innovatorischer Möglichkeiten” (44) entzogen hat, fehlt nicht.

An die einleitenden Essays schließt sich der Kern des Führers an, die Vorstellung der Gebäude. Über 150 der wichtigsten zeitgenössischen Bauten werden präsentiert. Die begleitenden Texte, die von den Mitgliedern des Auswahlkomitees verfasst wurden, sind zwar – dem Umfang des Bandes entsprechend – sehr knapp gehalten, aber sie bieten zusammen mit Fotografien konzentriert die wichtigsten Informationen. Pläne bzw. Grundrisse geben eine zusätzliche Orientierungshilfe. Die Auswahl ist sehr vielfältig: Vorgestellt werden ebenso Geschäftsgebäude wie Banken, Polizeiämter und Kaufhäuser, wie Wohnungsbau, Museen, Plätze.

Angeordnet in 11 Rundgängen durch die Stadtviertel kann der Besucher der Stadt Graz und ihre Bauten erlaufen.  Vor jedem Rundweg bietet ein schematisierter Ausschnitt aus dem Stadtplan einen Überblick über das jeweilige Viertel und die Lage der vorgestellten Bauten. Dieses Verfahren ist aus Reiseführern bekannt und bewährt. Zwar war ich selbst noch nicht vor Ort und kann somit nicht beurteilen, ob die Rundgänge gelungen sind. Grundsätzlich aber ist dies die beste Form eine Stadt kennenzulernen – sie zu erlaufen. Die Auswahl der Bauten klingt sehr vielversprechend und verspricht interessante Einblicke und Entdeckungen.

Den Abschluss des Architekturführers bilden kurze Statements der Autoren zur Architektur in Graz sowie ihre Kurzbiografien. Am Ende helfen zwei umfangreiche Indices, gezielt nach Namen der Architekten und nach Bautwerken zu suchen. Auch ein paar Leerseiten für Notizen sind eingeschlossen.

Fazit…

Eine „aufschlussreiche Standortbestimmung der Architekturszene des letzten Jahrzehnts” in Graz verspricht die Ankündigung des Architekturführers Graz. Die „neue und neueste gebaute Architektur” der Stadt soll „facettenreich und vielschichtig einem Fach- und breiteren Publikum näher [gebracht werden]“, heißt es in der Buchbeschreibung des HDA. Und dies triff, kurz gesagt, bestens zu.

Das handliche Buch weckt nicht nur Interesse für die Baukultur Graz’, sondern weckt auch ein generelles Bewusstsein für die zeitgenössische Architektur, die uns umgibt. Gerade aktuelle Bauten fallen zwar meist auf, werden aber selten in ihrem architektonischen Wert wahrgenommen – schlicht und einfach, weil sie zu jung sind. Damit leistet der Architekturführer auch einen Beitrag über die Grenzen der Stadt hinaus: Noch mehr Publikationen dieser Art wünsche ich mir auch für andere Städte.

Vor allem aber macht der Architekturführer  Lust auf einen Besuch in Graz!

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ARCHITEKTUR_GRAZ
Positionen im Stadtraum mit Schwerpunkt ab 1990

Verlag Haus der Architektur Dezember 2008 (3. Auflage)
Text: deutsch/englisch
ca. 400 Seiten, Format: 12 x 16 cm, zahlreiche Farb- und sw-Abbildungen, Broschur
27,50 €
deutsch: ISBN 978-3-901174-66-7
englisch: ISBN 978-3-901174-67-4




Why Do Architects Wear Black?

18 12 2008

Well, do they?

Obviously, as the question was indeed asked by an industy manager, tells us Cordula Rau, the editor of the same-named book. Inspired by this little conversation – she couldn’t think of a reason and replied “Ask the architects!” back then – she did so herself: since 2001, Rau has asked the question on an international level and they all replied.

Their answers are collected in this little book:

All photos © Dimitrios Tsatsas, Stylepark

All photos © Dimitrios Tsatsas, Stylepark

Answers of 100 contemporary architects, designers and draftsmen, handwritten, more or less decipherable ;-) , and ranging from amusing to programmatic statements.

So why black?

(Quoted from Stylepark, ill. ib.:)

“They’re all Existentialists,” writes Thomas Ende, and Peter Conradi cofirms this when he jots “Because they wish to appear interesting + appear to be Existentialists.” “Black means you can’t really go wrong and you don’t have to change that often,” suggests Jürgen Mayer H. “Black makes you look thin,” opines Stefan Behling, “and people notice your eyes better,” continues Gregor Eichinger. Only Christoph Mäckler tries to provide a serious answer: “Because they believe they need to stand out from the bourgeois society whence they come if they are to be real ‘artists’.”

Black makes you look skinny. Stefan Behling, Stuttgart © Stylepark

Black makes you look skinny. Stefan Behling, Stuttgart © Stylepark

Of course, there are the exceptions, those who simply sidestep the trap the question sets. “I don’t wear schwartz,” writes Peter Eisenman with the masterful touch of a New York intellectual. Dietrich Fink, by contrast, steps out of line and simply offers a one-word response: “Green”. That’s the way it goes with questions that cannot really be answered: You ask about black and someone answers green. Jacques Herzog prefers to joke: “black, nothing occurs to me really, probably because so many architects wear it?” Peter Haimerl opts to rhyme things blackest: “Architects wear black … because they want to have the authority of black capes, the liberty of apes, and the visibility of nocturnal capers.” And Vittorio Magnago Lampugnani quickly extricates himself from the tricky situation and notes: “I simply do not know: I do not wear black and yet I am an architect all the same.” So what are we to think? That there are black, white and colored architects, who think in black and white and color , and build black, white and colored houses? Sorry, but all we wanted to know was why the clothes.

[...] Why black? “Because they fear for their futures,” suggest the cooperative futurologist Wolf D. Prix of Himmelblau. And Hani Rashid believes that black serves “to disappear into space”. And for Mathias Sauerbruch there is a very serious reason for the question about color: “Fear”. And Albert Speer is even more perspicacious: “Because life is so sad.”

Why do Architects Wear Black?

Cordula Rau (ed.), Springer Verlag, Vienna & New York 2008, 228 pages, ISBN-13: 978-3211791912





Raumtheorie: Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften (Buch)

4 12 2008

Verschiedene Diskussionsansätze zum Thema “Raum” stellt der Band

Raumtheorie: Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, hrsg. von Jörg Dünne und Stephan Günzel

vor.

Die komplexe Bedeutung des Begriffs “Raum” ist Ende der 1980er Jahre mit dem “Spatial Turn” zum Thema der  Kultur- und Sozialwissenschaften geworden bzw. als eigenständiger, diskutierbarer Faktor erkannt worden.

“Der Band erfüllt zuvorderst die Aufgabe, den Leser mit den Materialien und Kontexten zu versorgen, mit denen die gegenwärtige Diskussion und Forschung nachvollzogen und nicht zuletzt auch vorangebracht werden kann.” (so die Zielsetzung laut Einleitung)

In 6 Teilen werden je 5 Texte zusammengefasst:

Physik und Metaphysik des Raums / Phänomenologie der Räumlichkeit / Körperliche, Technische und Mediale Räume / Soziale Räume / Politisch-geographische Räume / Ästhetische Räume

Bis auf das erste Kapitel (Physik und Metaphysik…) stammen alle Texte aus dem 20. Jahrhundert.

Jedem Teil ist eine Einleitung vorangestellt, die das Thema umreißt und sich auch als Kurzhinführung zum jeweiligen Teilbereich lesen lässt. Jeder Grundlagentext ist mit einem ausführlichen Fußnotenapparat versehen und wird abgeschlossen von “weiteren Angaben” (Bibliograph. Angaben, Textnachweis, Weitere Texte zum Thema des jew. Autoren, Sekundärliteratur).

Am Ende des Gesamtbandes wird auf mehreren Seiten eine Auswahlbibliographie zur Raumtheorie bereitgestellt.

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Raumtheorie: Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, hrsg. von Jörg Dünne und Stephan Günzel, Frankfurt: Suhrkamp, 2006




PodCast: REVISITING POSTMODERNISM. A Digital Archive Series

14 11 2008

This week the Architectural League New York - one of the premier forums for new work and ideas in architecture and urbanism for more than 125 years – launches a new podcast series of original audio recordings from the early and mid-1980s:

Revisiting Postmodernism
a multi-part digital archive series featuring lectures and presentations by leading theorists and practitioners of 1980s postmodernism, curated from the League’s historic audio/video archive of lectures and panel discussions dating back more than thirty years.

Through the Digital Archive Project, selections from the League’s archive of more than six hundred audio/video recordings are being digitized and made available for online audiences.

The series includes presentations by leading theorists and practitioners of postmodernism, including John Burgee, Michael Graves, Charles Jencks, Charles Moore, James Stirling, and others.  New presentations will be available once a week over the next several weeks.

Today the series starts with Charles Jencks: Postmodern Classicism, recorded on November 17, 1980, c. 1:30h. (Download here).

Charles Jencks’ first lecture at the Architectural League on postmodernism is a strong and witty argument for what he calls “the consensus of postmodern classicism.” Jencks builds his argument through a comprehensive series of case studies ranging from the classcial to the (then) contemporary. He begins his lecture with an extended analogy, equating Modernism in architecture with the Christian Reformation.

Upcoming Episodes are:

Charles Moore: Work in Progress (Recorded on November 4, 1980)
From Bauhaus to Our House: A Panel Discussion (Recorded on December 1, 1981)
Charles Jencks: Freestyle Classicism: The New Rules (Recorded on April 5, 1982)
Michael Graves: The Portland Building* (Recorded on November 30, 1982)
John Burgee: Is this Postmodern? (Recorded on April 4, 1983)
James Stirling: Monument Informal (Recorded on May 16, 1985)
Charles Jencks: Symbolic Architecture (Recorded on October 22, 1985)

More information here.

PS: The Digital Archive Project offers more interesting audio feeds – just browse the named website a little more!