New Virtual Exhibition! Jochen Eisentraut: Räume im Exzess

11 12 2011

Kurz vor Weihnachten gibt es eine neue Virtual Exhibition von deconarch.com!

Der Berliner Architekt und Künstler Jochen Eisentraut schafft Bilder, die oft Grenzgänge zwischen Kunst und Architektur, aber auch zwischen den Medien sind: Gezeichnete Skizzen überträgt er in den Computer und verwandelt sie dort in dreidimensionale räumliche Gebilde. Linienwirbel fügen sich zusammen zu überraschenden, komplexen Ansichten.

Berlin architect and artist Jochen Eisentraut creates images on the verge of art and architecture, as well as on the verge of different media: he transforms hand-drawn sketches with the help of the computer, thus creating three-dimensional spatial forms.

HIER geht’s zur Virtual Exhibition!

Eine wichtige Rolle spielt für Eisentraut dabei die Emotionalität, die gerade in der häufig durchrationalisierten Architektur untergeht. Seine Räume sind experimentelle Räume im Exzess, in der dionysischen Ekstase oder im magischen Glühen von Licht und Klängen: Sichtbar gemachte Möglichkeitswelten, die als Gegensetzungen zu den rationalen Gegenwartsräume Irritationen schaffen können.




Cathrin Schulz: Last Call _ Virtual Exhibition: A new feature by deconarch.com

21 08 2011

The photo series LAST CALL by German photographer Cathrin Schulz portrays Berlin inner city airport Tempelhof in an outstanding way. With its presentation as an online exhibition, deconarch.com starts a new experimental feature: Virtual Exhibition!

Last Call

Cathrin Schulz, Last Call

Tempelhof was one of the first traffic airports in Germany, opening its gates in 1923 until it was shut down on October 30, 2008. Historically charged – calling to memory the legendary Berlin Airlift, with the allied “Raisin Bombers” – and remarkable from a urbanistic geo-view – the airport is one of the biggest buildings in the world and covers a huge area of cityscape, as a view on the map shows –, the airport is laden with memories, dreamsand symbolic meaning. Yet even though shut down, the airport’s future is still not fully undecided.

Cathrin Schulz’s Tempelhof – always without human presence – appears calm and timeless, a of both historic as well as – maybe surprising to some – of architectural-aesthetic value.

Click here to see the Virtual Exhbition of Cathrin Schulz: Last Call!

Virtual Exhibition: A new feature by deconarch.com

ENGLISH

Mit der Fotoserie “Last Call” von Cathrin Schulz geht ein neues Feature von deconarch.com an den Start: Die Virtual Exhibition, ein Online-Experiment, das nicht nur das Angebot von deconarch.com ergänzt, sondern auch die Möglichkeiten des Internets weiter ausreizt.

Ist deconarch.com eine Plattform, die Kunst und Architektur – ARTitecture – zusammenbringt und als Begegnungsstätte mit der Vielfalt der künstlerischen Positionen, die diese Denkansätze verfolgen, fungiert, ergänzt Virtual Exhibition diesen Ansatz um die verstärkte visuelle Begegnung mit ARTitecture – in Form einer virtuellen Ausstellung.

Virtual Exhibition schöpft die Möglichkeiten des WWW aus: Es ermöglicht nicht nur die geografisch wie temporal unbegrenzte Begegnung und Zugänglichkeit der präsentierten Arbeiten, sondern auch ihre dauerhafte Verfügbarkeit, während Ausstellungen vor Ort immer nur in einem begrenzten Zeitraum präsent sind. In diesen virtuellen „Sehräumen” werden spannende Begegnungen möglich, die sich realiter so nicht ohne Weiteres finden lassen – Denkanstöße, Entdeckungen und Überraschungen inklusive!

 

More about Cathrin Schulz

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Cathrin Schulz, Last Call

The German photographer, living and working in the USA, works on two main bodies of works: A conceptual one called SIXTH SENSE, a photographic abstraction presented in form of installations. AND A second one, which she is currently working on, called AUTHENTI(C)ITY of AMERICA, documenting her vision of America as a German photographer.

“Immersing myself in the urban scenery of the United States I perceive its authenticity and diverseness’ and embrace it in soul places.”

About her work, Cathrin Schulz says: “With my images I underscore a graphic and aesthetic perfection of my motives and its tranquility without ever staging a setting. Approaching my subjects with a cool objectivity, lack of distortion, and emptiness of human presence my works convey a timelessness creating a blank screen onto which one can project ones own memories and emotions. As a self taught photographer, I have a very intuitive approach to my subjects of interest. My spirit is : FEEL WITH YOUR MIND, THINK WITH YOUR SENSES.”




Virtual Exhibition: Alltagsarchitektur | Everyday Architecture

9 03 2011

Nur selten achtet man auf die ganz alltägliche Architektur, die einen tagein tagaus umgibt. Architektur wird, wenn man ihr denn mehr Aufmerksamkeit schenkt (alle, die beruflich damit zu tun haben, seien hier einmal ausgenommen), zumeist nur in ihrer monumentalen Form warhrgenommen – Prachtbauten aus vergangenen Zeiten etwa, historische Schlösser, Burgen und Kirchen stehen weit oben auf der touristischen Beliebtheitsskala. Aber auch zeitgenössischere Neubauten fallen auf und sorgen hin und wieder für Gesprächsstoff, seien es die trendy Luxusmalls, die in den letzten Jahren aus dem Boden sprießen, oder giganteske Hochhäuser. Hier jedoch ist es eher das auffällige Äußere, über das man spricht, weniger die Architektur als solche.

Alltägliche Zweckbauten hingegen erregen nur selten Aufmerksamkeit. Allenfalls wenn sie stören oder zum Problem werden, diskutiert man über sie – besonders hitzig so geschehen etwa beim Streit um den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, zuvor trotz Denkmalstatus weniger ein Beispiel beliebter Bauwerke.

Alltagsarchitektur ist meist zweckmäßig, unauffällig, unspektakulär, neutral, nicht unbedingt das, was gemeinhin als “schön” empfunden wird. Alltagsarchitektur sind funktionelle Nutzbauten, sind Wohnbauten und Büros, sind Fabriken und Läden, sind Bahnhöfe, Supermärkte, Hochhäuser, Reihenhäuser, … Die Liste lässt sich lange fortsetzen.

Die folgenden Künstler und Künstlerinnen machen gerade diese Architektur zu ihrem Thema und widmen ihnen ihre Aufmerksamkeit. So werden etwa in Fotoserien oft Bauten zum Thema gemacht, die sonst kaum oder allenfalls beiläufig wahrgenommen werden. In diesen Arbeiten wird gerade die Alltäglichkeit, die Unauffälligkeit und Serialität in den Fokus gestellt, und so manches Mal werden überraschende An- und Einsichten enthüllt.  Die hier präsentierten künstlerischen Positionen verfolgen Herangehensweisen und verschiedene Perspektiven, mit denen sie sich dem Thema der Alltagsarchitektur annähern.

Short summary: “Everyday architecture” Hardly do we notice the everyday architecture around us (unless we are dealing with architecture for professional reasons). And if we do so, it is mostly the monumental forms – historical buildings, e.g., castles, palaces, churches are popular touristic sights; or maybe contemporary newly built houses, such as luxurious malls or gigantic highrises. But it is mostly the extravagant exterior that is capturing attention, rather than architecture itself.

These artists focus on everyday architecture, like functional housing, offices, shops, factories, supermarkets, … With different media and their very own point of view, they think about the “everydayness”, the seriality and normality of these buildings.


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Tobias Weber, Parking Nord (In der Stadt), Acryl auf Baumwolle, 240 x 120cm, 2009

Tobias Weber, Parking Nord (In der Stadt), Acryl auf Baumwolle, 240 x 120cm, 2009 © Tobias Weber

Kunst und Architektur inspirieren sich gegenseitig im Schaffen von Tobias Weber. Der Schweizer Künstler ist studierter Architekt und in beiden Bereichen gleichermaßen tätig. Seine Themen findet er in alltäglichen Szenerien der dichtbesiedelten urbanisierten Welt; er zeigt Häuserfassaden, Straßen, Tiefgaragen, kurz: vom Menschen eingenommene funktionale Räume und die Spuren, die dies hinterlässt. Webers Bilder präsentieren Ausschnitte von Zweckarchitekturen, die überall begegnen, die man aus eben diesem Grund jedoch kaum mehr wahrnimmt, geschweige denn, dass man sie in irgendeiner Weise als »künstlerisch« wertvoll empfindet.

Tobias Weber, Park Ost (Schönes neues Zürich), Acryl auf Baumwolle, 200 x 110, 2006

Tobias Weber, Park Ost (Schönes neues Zürich), Acryl auf Baumwolle, 200 x 110, 2006 © Tobias Weber

Auffällig ist die ungewöhnliche Formensprache der Gemälde: Die Bilder kommen mit wenig Farben aus, meist setzt Weber nur einen Farbton in verschiedenen Abstufungen ein oder kontrastiert wenige Farben. Die Motive werden dominiert von schwarzglänzenden, leicht erhabenen und unregelmäßigen Konturlinien, die wie Lakritze auf der Leinwand zu liegen scheinen. Sie formen reine Farbflächen ohne Schattierungen, die den Bildern eine ungewöhnliche, comichafte Wirkung verleihen.

Mehr über Tobias Weber in meinem Text in der architekturzeitung.de.

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Fenster, Inden, Aug. 2002 (aus: Orte ohne Wiederkehr)

Fenster, Inden, Aug. 2002 (aus: Orte ohne Wiederkehr) © Johannes Twielemeier

Für seine Serie Orte ohne Wiederkehr etwa hat Johannes Twielemeier die Spuren einer enormen Umsiedlungsaktion mitten in Deutschland festgehalten: Seit 1984 wird das Braunkohletagebaugebiet Garzweiler zwischen Aachen und Düsseldorf erweitert. Bis zum Jahr 2040 wird auf einer Gesamtfläche von ca. 120 Quadratkilometern eines der größten Braunkohletagebaugebiete Europas entstehen – für das über 7500 Menschen in 13 Ortschaften umgesiedelt werden. Eine ganze Region wird in eine Geisterlandschaft aus leerstehenden Häusern und verwaisten Straßen verwandelt. Twielemeiers Fotografien, die von 2002 bis 2009 entstanden, zeigen Szenen dieser vom Verschwinden bedrohten Region.

Garten, Spenrath, Mai 2006 (aus: Orte ohne Wiederkehr)

Garten, Spenrath, Mai 2006 (aus: Orte ohne Wiederkehr) © Johannes Twielemeier

Es ist eine ungewöhnliche Verbindung künstlerischer Ausdrucksmittel, die Twielemeiers Arbeit prägt: Der gelernte Steinmetz arbeitet nicht nur mit Stein, sondern auch als Fotograf. Den Fotografen Twielemeier beschäftigen die Spuren, die von Menschen in Zeit und Raum hinterlassen werden, die Bruchstellen im urbanen Raum, die sich vor allem und immer wieder in architektonischen Zeugnissen aufspüren lassen.

Mehr Informationen über seine Arbeit gibt Johannes Twielemeier in einem Interview mit deconarch.com.

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Porto Interior, 80 x 80 cm, 2007 © Inês d'Orey

Porto Interior, 80 x 80 cm, 2007 © Inês d'Orey

Inês d’Orey‘s ongoing project “Porto Interior” shows empty interiors of public and semi-public spaces the photographer’s home city of Porto, Portugal.

Fenianos 2 (from: Porto Interior), 80 x 80 cm, 2007 © Inês d'Orey

Fenianos 2 (from: Porto Interior), 80 x 80 cm, 2007 © Inês d'Orey

Porto Interior functions as a collection of spaces that I search and find throughout the city. These interiors are photographed absent of any human presence. Familiar places like theatres, swimming pools or staircases, used by people on a daily basis, become stages for a story that is never clear, but that doesn’t need to be clear.  Through digital manipulation, I alter  the photographs subtly until I create  the atmosphere I find appropriate.” Inês d’Orey

More in an interview with Inês d’Orey.

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Virtual Exhibition: Night and Day

2 09 2010

Von der Romantic Comedy bis zum Actionthriller: In den wenigsten Hollywood-Filmen fehlt er, der Blick auf das Lichtermeer einer Stadt. Es übt eine besondere Faszination aus, die Weite einer urbanen Ansiedlung reduziert auf ein helles Blitzen und Blinken von Lichtern im Dunkeln vor sich ausgestreckt zu sehen. Die Ausmaße urbaner Ansiedlungen scheinen sich ins Unendliche zu dehnen, während die architektonischen Strukturen selbst nur schemenhaft auszumachen sind. Stadt wird zum abstrakten Lichterspiel.

Verschiedene Künstler und Künstlerinnen beschäftigen sich mit Architektur im Dunklen, in der Nacht. Eine Thematik, die vor allem den Fotografen technisch einiges abverlangt – die Verschlusszeiten sind länger, Licht und Farben in der Dunkelheit in Griff zu bekommen ist anspruchsvoll -, die aber gerade hier besonders ausdrucksstarke Inhalte transportiert. In der Nacht sind eben nicht alle Katzen grau, sondern es lassen sich manche überraschende Beobachtungen anstellen und vielschichtige Einsichten gewinnen, die in der Hektitk des Tageslicht verloren gehen.

Romantic comedy or action thriller: hardly any hollywood movie lacks it, the view from above on the sea of lights of a nightly city. It is fascinating to see the vastness of urban settlements reduced on bright blinking and sparkling in the dark. They seem to extend infinitely, while the actual urban architectures can only be seen dimly. City becomes an abstract “play of lights”.

Several artists focus on the subject of architecture at night, which is very demanding to photographers in particular. Yet it also offers the possibility of very expressive takes: they make surprising observations and gain multifaceted insights which are easily overlooked during the hectic daylight.

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Juliane Eirich, Supermarket, Korea Diary, 2007/08

Juliane Eirich, Supermarket, Korea Diary, 2007/08 © J. E.

Juliane Eirich, Ship, Korea Diary, 2007/08

Juliane Eirich, Ship, Korea Diary, 2007/08 © J. E.

Die Fotografien von Juliane Eirich fangen die spezielle Aura von Orten nachts ein. Dabei geht es Eirich jedoch nicht um die Effekte des nächtlichen Hell-Dunkel-Spiels barocker Darstellungen bei Kerzenlicht, sondern vielmehr um die unverfälschte, klare Perspektive des außenstehenden Beobachters. Mit distanziertem Blick zeigen ihre Nachtaufnahmen meist menschenleeren Aufnahmen, die dem Betrachter die Möglichkeit bieten, dem lauten und immer hektischer werdenden Alltag zu entfliehen.

In einem technisch aufwendigen und langwierigen Prozess fängt Eirich ihre Motive ein. “Diese Orte scheinen mir wie ein Schauspiel, das keine Zuschauer sucht. …mir gefällt, dass sie normalerweise nicht viel Aufmerksamkeit bekommen, vor allem nicht nachts”, sagt sie.

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Matthias Haun, Wellblechhaus 1, Tokyo 2006 ©

Matthias Haun, Wellblechhaus 2, Tokyo 2006 ©

Matthias Hauns 2006 begonnene Serie Contemporary Fine Daydreams zeigt die ungesehenen, alltäglichen Seiten von Metropolen wie Paris, Tokyo, L.A., Nagasaki. Seine Bilder rücken das Unscheinbaren in den Blick und “verhelfen” ihm dazu, neben dem Stereotypen zu bestehen.

“Obwohl Hauns Motive die großen Städte der Welt sind, deren mediales Bild teilweise schon bis zum Überdruss veröffentlicht ist, präsentiert er einen ganz anderen Blick auf diese Städte. Seine Digital-Aufnahmen gehorchen gerade nicht den gängigen touristischen Sehmustern – und statt den Aufnahmen digital mehr Schärfe, Kontrast und knalligere Farben zu verleihen, nutzt er die digitalen Möglichkeiten vor allem, um Silhouetten zu verbergen und Ansichten zu fragmentieren. Digital nachbearbeitet wird nicht zur Korrektur der Aufnahmen, sondern zur malerischen Intervention ins Bild.”

(Info aus einem Text von Benno Schirrmeister, Webseite Matthias Haun)

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"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 ©Ruben Brulat

"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 © Ruben Brulat

"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 ©Ruben Brulat

"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 © Ruben Brulat

Der französische Fotograf Ruben Brulat setzt seinen Körper ein, um die Beziehung des Einzelnen zur Welt zu zeigen, seine Schutzlosigkeit, seine Unschuld, seine Macht – er fotografiert sich selbst nackt und bei Nacht vor und mit urbanen Gebäuden. Er geht dabei nach einem genau konzipierten Drehbuch vor.

Sein Körper wird zur Eigenprojektion im großen Ganzen, nimmt Besitz von der Architektur der Häuser, tritt in Wechselwirkung zur Umwelt, sein Ich tritt in eine Symbiose ein mit der ihn umgebenden (Stadt-)Landschaft.

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Untitled 1862, 1996 © Todd Hido Courtesy Kaune, Sudendorf Gallery, Cologne

Untitled 1862, 1996 © Todd Hido Courtesy Kaune, Sudendorf Gallery, Cologne

Untitled 2611-a, 2000 C-Print 75 x 95,5 cm © Todd Hido Courtesy Kaune, Sudendorf Gallery, Cologne

Untitled 2611-a, 2000 C-Print 75 x 95,5 cm © Todd Hido Courtesy Kaune, Sudendorf Gallery, Cologne

Todd Hido ist vor allem für seine Nacht-Fotografien bekannt, in denen er menschenleere Vororte und Straßenränder dokumentiert. Seine Inspiration findet er vor allem in der Vergangenheit, Momentaufnahmen seiner Kindheit – etwa die Atmosphäre des amerikanischen Vororts, in dem er aufwuchs. In seiner Serie “House Hunting” hat der Fotograf Außenfassaden in Häusersiedlungen aufgenommen, deren beleuchtete Fensterscheiben ihre Bewohntheit signalisieren – dennoch wirken sie befremdlich und verlassen.

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NEW Virtual Exhibition: Architektur|Erinnerung

19 07 2010

„Wir denken nicht an die Naturwissenschaft, sondern an die Architektur, wenn wir von Raum oder Zeit in Bezug auf unsere Erfahrungen und Erinnerungen sprechen.” Daniel Libeskind, Breaking Ground, 2004, S. 308

Diese Bebobachtung, wie sie Libeskind formuliert, lässt sich auch im alltäglichen Leben machen: Erinnerung und Vorstellungen werden oft mit räumlichen Bildern verbunden – sei es  etwa das „Studieren“ an der Universität mit Hörsälen, Bibliotheken, Mensa, sei es das „Zuhause“ mit dem alten Kinderzimmer, dem Garten der Großeltern, den eigenen Vierwänden, …

Unsere Erinnerungen und Erlebnisse sind sehr oft mit baulichen Elementen verbunden.

Ganz in diesem Sinne stehen auch unsere imaginären Bilder von Metropolen mit Bauwerken in Verbindung – was wäre Paris ohne Eiffelturm, London ohne Tower Bridge, New York ohne Wolkenkratzer?

Die folgenden KünstlerInnen nähern sich der Architektur-Erinnerung, dem persönlichen Erleben von Architektur aus verschiedenen Perspektiven an:

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“When talking about space or time in our experiences and memories, we are not thinking of natural sciences, but of architecture.” Daniel Libeskind, Breaking Ground (transl. by S. K.)

A similar observation as described by Libeskind can be made in our everyday life: we connect memories and ideas with spatial images – being it “studying” at the university with its lecture theaters, libraries, cafeterias, being it “home” in the old bedroom we used as kids, the grandparents’ garden, one’s own appartment, …

Our memories and experiences are often connected to architectural elements.

In the same spirit we associate our imaginary ideas of cities with buildings – what would  Paris be without the Eiffel Tower, London without its Tower Bridge, New York without skyscrapers?

The following artists approach Architectural Memories, the personal experience of architecture in different ways:

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Michael á Grømma, Coast of California, 2008

Michael á Grømma, Coast of California, 2008 © M. á G.

Der junge dänische Künstler Michael á Grømma hat in seinen Gemälden seine Erfahrungen in Californien verarbeitet. Tatsächlich haben ihn die Erlebnisse vor allem der Städte Westamerikas zur Malerei gebracht. In einem Interview mit deconarch.com vom März 2009 erzählte Grømma:

Michael á Grømma, God is in the House, 100 x 100 cm, 2008

Michael á Grømma, God is in the House, 100 x 100 cm, 2008 © M. á G.

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“It all started when I visited California last year (2007). I loved the cities and I loved the whole vibe and feel of the place, and also the people living there. It inspired me a lot, and when I got home I wanted to tell people about my experience! Painting was a very natural choice of expression, and all of my motives are in someway connected to my experience in CA. I also include things like my huge fear of flying, and therefore the dilemma of me wanting to go back to visit again.”

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Beatrice Minda: Tomnatic 2004

Beatrice Minda: Tomnatic 2004 © B. M.

Beatrice Minda

Beatrice Minda © B. M.

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Beatrice Mindas Serie “Innenwelt” , 2003-2006, zeigt menschenleere Interieurs, die auf Kindheitserinnerungen der Fotografin an die Wohnräume ihrer Großeltern in Rumänien basieren. Zwischen 2003 und 2006 fotografierte sie in Rumänien sowie in Duetschland und Frankreich Zimmer von Rumänen, von im Exil lebenden Rumänen sowie Arbeitsmigranten. Sie wolle mit dem Projekt etwas gegen des Vergessen tun und der Welt ihrer Kindheit nachspüren, so Minda. Entstanden sind poetische Bilder voller Details, die Heimat, aber auch den Verlust einer solchen aufscheinen lassen.

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Hans Martin Sewcz, Portrait ICC Berlin, 2003 © H. M. S.

Der Berliner Fotograf Hans Martin Sewcz porträtiert funktionale Nutzbauten der Moderne und Postmoderne. Er begegnet diesen Gebäuden anders als gewohnt: nicht nüchtern, sondern emotional. Er porträtiert die Bauten wie „Persönlichkeiten“ mit ihren besonderen Stärken und Schwächen, durch die ihr Charakter zum Ausdruck kommt. Intuitiv reagiert Sewcz auf die urbane Umwelt, durch die er sich bewegt. So setzt ein Prozess der Auseinandersetzung ein, auf dessen Weg die Arbeiten reifen.

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Illus. die Künstler




Virtual Exhibitions: Experimenting with the blog medium

18 07 2010

Deconarch.com startet ein neues Experiment mit dem Medium Blog.

Ich habe mittlerweile schon über viele Künstler und Künstlerinnen berichtet und auf unterschiedliche Ausstellungen hingewiesen, sodass eine kleine Sammlung entstanden ist an spannenden künstlerischen Positionen. Allzu oft verschwinden diese aber im Archiv und rutschen aus dem Blickfeld.

In unregelmäßigen Abständen sollen daher “virtuelle Ausstellungen” zusammengestellt werden, in denen Künstler und ihre Werke, die bei deconarch.com vorgestellt wurden, zu bestimmten Themen und Fragestellungen präsentiert werden. In diesen virtuellen “Sehräumen” werden spannende Begegnungen möglich, die sich realiter so sicher nicht ohne Weiteres finden lassen – Denkanstöße, Entdeckungen und Überraschungen inklusive!

Kommentare, Meinungen, Anregungen sind natürlich sehr willkommen!


Deconarch.com starts a new experiment with the blog medium: I have reported about so many interesting artists and exhibitions so far that it makes a little collection by now. Unfortunately these artistic positions all too often disappear in the archives and thus you lose sight of them.

Thus, at irregular intervals, I will arrange “virtual exhibitions” of artists and their works already presented on deconarch.com, dealing with particular questions and sujets. These virtual “imaginative spaces” offer the possibility of encounters that would not happen just like that in reality – providing you with food for thought, discoveries and surprises!

Comments, advice, suggestions are most welcome, of course!