Dresden…
28 03 2009© Fotos SK

Nachdem ich Mitte März endlich den langgeplanten Besuch in Dresden geschafft habe, steht das (nicht nur architektonische) Urteil aus: beeindruckend! In 2 Tagen haben wir zwar nur die Altstadt, aber dies dafür sehr intensiv :-). Die Aufbauleistung der Dresdner ist enorm – vom konservatorisch-restauratorischen Standpunkt aus mag es zwar nicht unstrittig sein, zerstörte Bauten historisierend wieder aufzubauen (erinnert sei an das Berliner Stadtschloss-Debakel), es ist in Dresden jedoch sehr gelungen.

Paradebeispiel ist natürlich die wiederaufgebaute und 2005 eingeweihte Frauenkirche; der Einsatz von alten und neuen Steinen, der die Fassade “gescheckt” erscheinen lässt, erreicht die beabsichtigte Wirkung des Mahnmals bestens.
Tatsächlich gibt es neben Zwinger, Frauenkirche, Semperoper, … auch eine ganze Reihe moderner Gebäude zu entdecken, etwa in der Prager Straße. Auch 20 Jahre nach der Wende herrscht noch rege Bautätigkeit.
Besonders interessiert haben mich (natürlich) zwei Bauten von “dekonstruktivistischen” Architekten: das UFA Kino von Coop Himmelb(l)au, das erste realisierte Gesamtgebäude der Österreicher, und der Ausbau des Militärhistorischen Museums durch Daniel Libeskind. Zu beiden folgen eigene Beiträge.
Entdeckt habe ich auch die Architekturgalerie hausFORM, die Informationen, eine Mediathek, Vorträge und Events zum Thema sowie Ausstellungen von Modellen und Entwürfen präsentiert.
Zwar hat das Wetter nicht ganz mitgespielt – und war eher Foto-unfreundlich – dennoch ein paar Foto-Impressionen:

Und noch ein abschließender Tipp – die Kunsthofpassage. Hier wurde in den 1990er Jahren ein heruntergekommener Hinterhöfe-Komplex in der Dresdner Neustadt revitalisiert und neu gestaltet. Herausgekommen sind sechs von Künstlern kreativ und thematisch individuell gestaltete Höfe, wie man sie sonst nirgends findet: Im “Hof der Elemente” gibt es etwa ein “Regenrinnenglockenspiel”, während im “Hof der Tiere” Tierfiguren aus Sandstein die Fassaden bevölkern und Holzstämme und Flechtwerk die Balkone gestalten. Innen finden sich alternative Lädchen und Restaurants.

Und zum Abschluss noch eine kulinarische Empfehlung:
Durch Zufall entdeckt in der Dresdner Neustadt – das traditionelle koreanische Restaurant “Maru“. Gerichte werden in einem Mini-Wok am Tisch zubereitet und von typisch koreanischen Beilagen wie Kimchi begleitet. Angerichtet in Raku-Geschirr und Seladon-Tee-Service – schöner geht’s nicht! Leckerer auch kaum – im Vergleich zum standardisierten Durchschnittsasiaten wirklich ein kulinarisches Erlebnis.
Maru, Förstereistraße 5, Dresden (Haltestelle Louisenstraße)






[...] Paradebeispiel ist natürlich die wiederaufgebaute und 2005 eingeweihte Frauenkirche; der Einsatz von alten und neuen Steinen, der die Fassade “gescheckt” erscheinen lässt, erreicht die beabsichtigte Wirkung des Mahnmals bestens. Mehr finden Sie unter deconarch.wordpress.com [...]