Galerie M, Marzahn | Kunst im städtischen Raum

Einen sehr speziellen Ansatz verfolgt die Galerie M in Berlin-Marzahn, seit 2008 Karin Scheel die Leitung übernahm. Seit Anfang 2009 werden vorrangig  Projekte von Künstlerinnen und Künstlern gefördert, die in ihrer Arbeit den städtischen Raum thematisieren. Damit reagiert die Galerie auf ihre besondere urbane Situation in Marzahn, im Nordosten von Berlin: Hier ist die größte Großwohnsiedlung im Gebiet der ehemaligen DDR zu finden, die zwischen Mitte der 1970er und Ende der 1980er Jahre entstand. Die vorwiegend in Plattenbauweise errichteten Häuser wurden um das alte Dorf Marzahn als durchgrünte Stadtlandschaft angelegt.

Galerie M © Galerie M

Dieser besonderen urbanen Lage der Galerie prägt das Programm der Galerie:  Ein Teil der Ausstellungen widmet sich langfristigen Kunstprojekteoder/und Kunstaktionen im öffentlichen Raum. Damit ist Galerie M ein Unikat der zeitgenössischen Kunstvermittlung – nicht in der Berliner Kunstlanschaft. Bedenkt man die Vielfalt der hauptstädtischen Szene, keine geringe Leistung!

Neben den wechselnden Ausstellungen ist in den Räumen der Galerie die umfassende Dokumentation zur Geschichte und Gegenwart der Kunst im öffentlichen Raum in Marzahn-Hellersdorf zu sehen.

Gerade zu Ende gegangen ist die Ausstellung von T. W. Blum „höhlen menschen“, deren Ausgangspunkt ein vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung gefördertes Projekt war, bei dem T. W. Blum mit Hellersdorfer Jugendlichen arbeitete. Gemeinsam wurde eine Prozess in Gang gesetzt, bei dem mit  komplexen technischen Möglichkeiten der Malerei, Musik, Video und Fotografie  experimentell in Zusammenhang gebracht. Das Ergebnis waren u.  a. Basics für die Performance „Höhlenmenschen“ in der Galerie M. Mehr Informationen hier.

Ab heute (3.5. – 18.6.2009) wird 15sec präsentiert:

(aus der Programmbeschreibung) Ein Auto, eine leere Galerie und 15 Sekunden:

Die Autohäuser sind voller neuer Autos, die Parkplätze der Autohändler quellen über. In der Galerie „M“ in Marzahn sieht es ganz anderes aus.
Nur ein einziges Auto ist durch die Glasscheiben zu entdecken. Ist es vielleicht das letzte unverkaufte Exemplar eines besonders erfolgreichen Händlers? Die Wirtschaftskrise lässt keine Ecke der Welt mehr unberührt, sie macht vielen Menschen das Leben schwer oder sogarunerträglich, das sollte die Herausforderung für neue Anfänge und Ideen sein. Im seinem Geburtsland wird die Bedeutung des Automobils, seine Geschwindigkeit in Frage gestellt.

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  1. Kunst als Reaktion auf eine besondere urbane Situation: “Dies bietet für die Künstler ein ungeheuer großes Arbeitsfeld.” Ein Gespräch über die Galerie M in Berlin | deconarch - 14. September 2009

    […] Ein Gespräch über die Galerie M in Berlin 14 09 2009 Vor einiger Zeit hat deconarch die Galerie M in Berlin / Marzahn-Hellersdorf vorgestellt, die – seit 2009 die Kunstwissenschaftlerin Karin Scheel die Leitung übernahm – […]

  2. Kunst als Reaktion auf eine besondere urbane Situation: “Dies bietet für die Künstler ein ungeheuer großes Arbeitsfeld.” Ein GESPRÄCH über die Galerie M in Berlin | deconarch.com | Interviews - 8. Februar 2014

    […] einiger Zeit hat deconarch die Galerie M in Berlin / Marzahn-Hellersdorf vorgestellt, die – seit 2009 die Kunstwissenschaftlerin Karin Scheel die Leitung übernahm – […]

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