Laurenz Berges: Räume in russischen Kasernen
7 10 2009 Im Goethe Institut in Lyon werden in Resonanz mit der Biennale von Lyon 2009 die eindrucksvollen Arbeiten des Düsseldorfer Fotografen und Becher-Schülers Laurenz Berges gezeigt. Seine Serie “Räume in russsischen Kasernen” ist in den 90er Jahren entstanden und porträtiert die verlassenen, aber noch nicht umgenutzten bzw. zerstörten Gebäude der russischen Armee.
Until the end of October, the Goethe Institut Lyon presents the impressive photographys of Düsseldorf photo artists Laurenz Berges, on of the last master students of Bernd Becher. In his series “Räume in russischen Kasernen” (Rooms in Russian caserns), shot in the 90s, he portrays the deserted, yet not functionally converted or destroyed buildings and traces the presence of the Russian soldiers in a subtle and sober way.

© Laurenz Berges
InIn.
Laurenz Berges: Räume in russischen Kasernen
in Resonanz mit der Biennale von Lyon 2009
Im Zuge von Docks Art Fair: Parcours ArtLine to Everywhere
Goethe-Institut Lyon – Goethe-Loft
17. September – 30. Oktober 2009
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Noch bis zum 30. Oktober werden Laurenz Berges’ (*1966) Fotografien im Goethe Institut Lyon gezeigt. Die zwischen 1991 und 1995 entstandene Serie zeigt die architektonischen Hinterlassenschaften, die nach dem Abzug des russischen Militärs nach der Wende in Ostdeutschland zurückblieben. Damals waren die verlassenen Gebäude bereits etwas verfallen, ihre Zerstörung oder Umnutzung folgte jedoch erst später. Zur Zeit der Fotografien Berges’ standen die Räume leer, doch meistens waren noch Objekte vorhanden, die auf die früheren Lebensumstände rückschließen ließen. Diese Spuren erzeugen eine melancholische, oft auch beklemmende Atmosphäre.

© Laurenz Berges
In seinen Aufnahmen verzichtet der Düsseldorfer Fotograf auf eine überhöhende Perspektive ebenso wie darauf, Symbole, Embleme, Inschriften oder andere bedeutungsschwere Zeichen, die vor Ort sicher zu beobachten waren, zu zeigen. Stattdessen sind seine Fotografien geprägt von der für die Becher-Schule typischen Klarheit, Nüchternheit und Lakonik – Berges war einer der letzten Meisterschüler von Bernd Becher.
Laurenz Berges studierte von 1986-1992 an der Universität Essen Fotografie, arbeitete von 1988-1989 als Assistent bei der Fotografin Evelyn Hofer in New York und setzte sein Studium ab 1992 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf fort. 1996 schloss er dort das Studium als Meisterschüler bei Bernd Becher ab.

© Laurenz Berges
Zitiert von Texte zur Kunst:
“Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die genaue Beobachtung. In Anlehnung an ethnologische Verfahrensweisen erinnern Berges Fotografien an Feldforschungen, nur dass hier der Blick zurück auf die eigene „Kultur“ – bevorzugt auf kulturelle bzw. soziale Relikte – gerichtet wird. Seine Sujets verfolgt er manchmal über mehrere Jahre. Zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten sucht Berges immer wieder dieselben Orte auf. Jedoch geht es ihm, der sich auch intensiv mit dem Werk amerikanischer Fotografen wie Walker Evans, Robert Frank und William Eggleston beschäftigt hat, in seinen Arbeiten nicht um Sozialstudien oder zeitgeschichtliche Dokumente. Vielmehr wird in den Fotografien die Atmosphäre von Orten aufgespürt und festgehalten. Obwohl die auf einen konkreten historischen Kontext verweisenden Symbole bewusst ausgeblendet werden, tragen die Bilder gerade durch ihre Spuren der Abwesenheit zahlreiche Hinweise auf ihr soziales Milieu. Auf diese Weise wird den Bildern, die sich durch ihren scheinbar sachlich-dokumentierenden Blick auszeichnen, ein manchmal abstrakt-zeichenhafter Charakter verliehen. „Häuser“ bzw. „Wohnungen“ lassen sich in Berges Arbeiten als immer wiederkehrendes Thema finden.”
Info s + Foto Goethe Institut + Laurenz Berges, Texte zur Kunst.de



