Martin Brüger | TURBO in Berlin

Martin Brüger’s works – photographs, objects and installations – are based on seemingly familiar visual information which he subjects to precise manipulation. Everyday pieces of furniture, appliances or architectural views lose their uniqueness, their supposed certainty turns into tentative, self-reflexive observation. This way, the artifact becomes the subject of constructive uncertainty, semantic transformations discover new meanings in the same old everyday objects.

»Berliner Zimmer« 2010, gebrauchte Einrichtungsgegenstände, Teppich, Installationsansicht Rasche Ripken Berlin

»Berliner Zimmer«
2010, gebrauchte Einrichtungsgegenstände, Teppich,
Installationsansicht Rasche Ripken Berlin

 

 

Martin Brüger

turbo

6. September – 19. Oktober 2013

Galerie Rasche Ripken, Berlin

www.rasche-ripken.de

 

 

 

 

Info: Die Arbeiten von Martin Brüger – Fotografien, Objekte und Installationen – basieren auf scheinbar vertrauten visuellen Informationen, die einer präzisen Manipulation unterzogen werden. Alltägliche Möbelstücke, Elektrogeräte oder Architekturansichten verlieren dadurch ihre Eindeutigkeit, so dass die vermeintliche Gewissheit einer tastenden, selbstreflexiven Betrachtung weicht. Auf diese Weise wird das Artefakt zum Gegenstand konstruktiver Verunsicherung; es entstehen semantische Verschiebungen, um den Dingen abseits ihrer beglaubigten Funktion andere Ordnungen und Sichtweisen abzugewinnen.

»Lugato 1« 2013, 60 x 60 cm

»Lugato 1«
2013, 60 x 60 cm

In seiner nunmehr zweiten Einzelausstellung in Berlin zeigt der Künstler eine Reihe neuer Geräteobjekte, denen zum Beispiel ein Tischgrill, eine Höhensonne oder diverse Joghurtmaschinen zu Grunde liegen. Solche und andere Apparate werden in ihre Einzelteile zerlegt und einem neuen Bauplan unterworfen, indem Martin Brüger hochglanzlackierte Versatzstücke aus MDF anfertigt, die passgenau an die Stelle ursprünglicher Komponenten treten oder diese kompositorisch erweitern. Was dadurch entsteht, sind scheinfunktionale Farbplastiken, die zwar noch als Geräte erkennbar sind, jedoch – einem manuell gefertigten Prototyp verwandt – merkwürdig abstrahiert und geglättet erscheinen. Anders gesagt: Es handelt sich um Hybridgebilde, die auf dem schmalen Grad von industriellem Gebrauchsgegenstand und autonomer Skulptur angesiedelt sind. Diese Spannung zwischen Hoch- und Massenkultur, zwischen Trivialdesign und absoluter, zweckfreier Form beherrscht auch seine neuen monochromen Wandobjekte, in die er zum Beispiel automobiles Zubehör integriert, darunter vielsagende Schriftzüge oder Imitate von Lüftungsgittern.

Hinzu kommen neue Architekturfotografien, mit denen der Künstler Baukörper und Fassadenstrukturen fokussiert. Doch anders als bei seinen früheren Aufnahmen von Büro- und Lagerhäusern, bei denen bestimmte Partien im Cut-Out-Verfahren durch weiße Acrylfarbe ersetzt wurden, beruhen die jüngsten Fotoarbeiten auf dem Prinzip der Drehung, was wiederum eine weitreichende Verwandlung nach eigenen, formalen Maßgaben bewirkt.

Info + illus. courtesy Rasche Ripken

Trackbacks/Pingbacks

  1. „Haben die Dinge von sich aus Bedeutung oder kann Bedeutung immer nur gegeben werden?“ INTERVIEW mit Martin Brüger | deconarch.com | Interviews - 27. Januar 2014

    […] auch in ortsspezifischen räumlichen Inszenierungen, wie sie etwa gerade in seiner Ausstellung „turbo“ in der Berliner Galerie Rasche Ripken zu sehen sind. Auch diese (Innen-)Räume greifen vertraute Elemente auf, die verfremdet werden […]

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