Ein Stück OMA im SAM…

5 05 2009

Bis Mitte Juni kann man im SAM noch ein Stück OMA bewundern. Nein, gemeint ist damit natürlich keine Ausstellung im Stil eines G. v. Hagens, sondern die aktuelle Ausstellung im Basler Schweizerischen Architekturmuseum S AM:

Madelon Vriesendorp, City of the Captive Globe, 1972

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DIE WELT DER MADELON VRIESENDORP
Gemälde, Postkarten, Objekte, Spiele von 1967 bis heute

Kuratiert von Shumon Basar und Stephan Trüby
Eine Ausstellung der Architectural Association, London

16.01. – 14.06.2009

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Madelon Vriesendorp ist Gründungs- mitglied des Office for Metropolitan Architecture (OMA) und Ehefrau von Rem Koolhaas. Die Ausstellung, die zuvor in der Architectural Association Londn zu sehen war, gibt erstmals einen Überblick über 40 Jahre Vriesendorp Schaffens.

Gezeigt werden 50 Gemälde und Zeichnungen, die zwischen 1967 und heute von der in London lebenden Künstlerin erschaffen wurden. Zu sehen sind außerdem rund 8000 Postkarten, die von Vriesendorp und

Madelon Vriesendorp, Flagrant Delit, 1975. Courtesy CCA Montreal

Koolhaas in New York während der 70er Jahre zusammengetragen wurden. Koolhaas selbst verweist in seinem Buch (und Bestseller) “Delirious New York. A Retroactive Manifesto for Manhattan” darauf, dass er dieses immense Postkarten-Archiv wesentlich zu seinen Forschungen beigetragen habe.  Sehr viele ihrer Arbeiten illustrieren Koolhaas’ Buch – das bekannteste, “Flagrant délit“, ist auf dem Cover zu sehen:

Das Chrysler und das Empire State Building in post-koitaler Umarmung in flagranti vom Rockefeller Center erwischt – ein Versuch, das unbewusste Doppelleben der modernen Architektur zu veranschaulichen.

Doch auch vor und nach dieser gefeierten Periode entstanden eine ganze Reihe bedeutender Werke, die von der breiten Öffentlichkeit meist unbeachtet blieben.

In der Ausstellung (Foto SAM)

In der Ausstellung (Foto SAM)

Darüber hinaus wird dem Besucher  Einblick versprochen in Vriesendorps erstaunliches “Archiv” mit Miniaturobjekten, Modellen und Figürchen (insgesamt einige tausend), in dem unter anderem eine lokal gekleidete, indianische Minnie Mouse zu sehen ist, die sich mit einem geflügelten Weihnachtsmann fraternisiert. Ebenfalls zu sehen ist eine interaktive Sonder-Installation, die eine lebensgrosse Verkörperung des von der Künstlerin erfundenen Psycho-Diagnose Bausatzes “The Mind Game” zeigt sowie neue, bisher unveröffentlichte Arbeiten der Künstlerin.

Die Kuratoren der Ausstellung, Shumon Basar (Direktor Cultural Projects, Architectural Association) und Stephan Trüby (Professor an der HfG Karlsruhe und in Stuttgart ansässiger Architekt und Theoretiker), erhielten einen einzigartigen Zugang zu Vriesendorps aussergewöhnlichem Studio/Archiv im Norden Londons, einer private Kosmologie gefundener und erfundener Symbole und Geschichten. Für Hans Ulrich Obrist ist Madelon Vriesendorp ein “fast unbekanntes Künstlergenie”.

Bei VernissageTV gibt es ein Video zur Ausstellung (engl.).

ArtReview bietet einen ausfürhlichen Artikel zur Künstlerin (engl.).

Ein aufschlussreiches Interview mit Madelon Vriesendorp über ihre Arbeit, anlässlich einer Zwischenstation der Ausstellung in Berlin (aedes) 2008 (dt.).




Charlie Koolhaas: True Cities, Architekturforum Aedes, Berlin

16 02 2009

AedesLAND Berlin presents a photo(geo)graphical installation by Dutch artist Charlie Koolhaas. Her “True Cities” is  a collection of app. 200 images, installed on the walls like a huge book.

Shot from the Vernissage

Shot from the Vernissage © AedesLAND

The photographs were shot in four metropolises – Guangzhou, Dubai, Lagos and London – and catch glimpses of the political and cultural landscapes there. Installed on the wall and the arches of the gallery, the urban agglomerations are getting closer – as they are indeed, caused by the rapid expansion and impact of globalization. Like a patchwork of urban fabrics, the photographs show how interconnected the world is. The show “is about cultural fusion and cultural confusion, connections and meetings, moments of creativity and pain”, says the Aedes press release. “True Cities” makes the different scenes bounce off each other, resonate and enter a dialogue.

Koolhaas captures the true faces of the megapolises behind the scenes – she shows what usually isn’t shown: From London’s poor and shabby East End, now open to housing speculation as it is having a complete olympic “makeover” to Guangzhou where densification dominates everything – not even hints of “socializing” the claustrophobic city, architectural excesses with no regard on eaves  heights or aereation. (A more detailed description in German on Berliner Morgenpost.)

In a video on Vernissage.tv, Charlie Koolhaas talks about the concept of the exhibition.

Charlie Koolhaas, a Dutch artist raised in London, currently works from her studio in Guangzhou, China. She is a trained sociologist and has worked as a magazine editor, exhibition curator, writer as well as photographer. Her photos are coined by this multidisciplinary approach applied to the urban experience.

And to all of you who might wonder about her name: yes, indeed, Charlie Koolhaas has a well-known father whose work certainly has influenced her interest in the global urban developments, I’d say. He had several shows at Aedes as well. If you browse the galleries snapshots from the opening you can find a shot with him and Zaha H. as well.

True Cities
Eine foto(geo)grafische Installation von Charlie Koolhaas
AedesLand, Berlin
30. Januar – 26. März 2009




Aedes Architekturforum Berlin

17 04 2008

Das Architekturforum Aedes in Berlin ist eine der wichtigsten Institutionen, die sich „der Kommunikation von Architekturkultur, Stadtgestalt und themenverwandten Inhalten“, so die Selbstbeschreibung, widmen. Ihr Ziel ist es, „Baukultur und Architektur in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken sowie architektonische Visionen, nachhaltige urbane Konzepte, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur darzustellen und zu vermitteln.“

Gegründet wurde die Aedes Galerie 1980 von Kristin Feireiss als erste private Architekturgalerie in Europa.

Schon früh hat die Galerie Gespür für innovative Strömungen in der Architektur bewiesen und auch und gerade umstrittene Arbeiten gezeigt:

Zaha Hadids Hongkong Peak wird 1984 gezeigt (Hadid hat den entsprechenden Wettbewerb 1983 gewonnen) oder Rem Koolhaas/OMAs Boompjes-Projekt in Rotterdam, das schon 1981 gezeigt wird – obwohl es nie realisiert wird und nicht zu den meist publizierten Projekten OMAs gehört, ist es doch dieser Entwurf, der 1988 in der Decon-Show des MoMAs gezeigt wird (abb. OMA Website).

Mittlerweile, so die Aedes-Website, wird die Galerie „weltweit verbunden mit den großen Namen der Avantgarde und bietet eine hervorragende Plattform für aufstrebende Architektengenerationen im globalen Kontext. Die kontinuierliche Arbeit hat Aedes zu einer Kulturmarke werden lassen, die hohes Ansehen genießt und in seiner Art einzigartig ist.“

Dass die Aedes Galerie immer noch Gespür für den Puls der Zeit hat, hat sie 2007 bewiesen: In diesem Jahr wurde Aedes Land eröffnet, die erste Galerie für Landschaftsarchitektur und Urbanen Raum – weltweit die erste Plattform, die diesem Thema eigenständig präsentiert.