City and Nature: 3 photo exhibits in Berlin
31 01 2010Drei Foto-Ausstellungen in Berlin beschäftigen sich mit unterschiedlichen Herangehensweisen an die Themen Stadt und Natur, Naturbelassenheit und vom Menschen “bearbeitet”: Jason Langers “Secret City” ist eine Reise in die verborgenen Seiten anonymer Städte, während Peter Bialobrzeski die von Menschen gepflanzte, aber auch die vom Stadtwachstum unberührt gelassene, urwaldartige Natur in den asiatischen Mega-Städten sucht und Ilkka Halso versucht, die bedrohte Natur durch Schutzkonstruktionen heilen zu lassen.
Three photo exhibits in Berlin show different approaches to city and nature, urbanism and naturality: Jason Langers “Secret City” is a journey to the hidden spots of anonymous cities, while Peter Bialobrzeski captures the remains of nature – both man-planted and primeval – in Asian mega cities and Ilkka Halso tries to make the endangered nature heal under protective constructions.
.
Jason Langer – ‘Secret City’
15. Januar – 6. März 2010
.
.
Den Zyklus ‘Secret City’ des amerikanischen Fotografen Jason Langer kündigt die Galerie Hiltawsky als ‘Secret City’ eine mit poetischer Sensiblität erzählte Reise durch die schwach beleuchteten Straßen anonymer Städte, durch deren Räume und zu den Menschen, die sich dort aufhalten.
Aus dem PR-Text: “[Langers] Bilderwelt aus schönen, romantischen Bildern lädt dazu ein, eine geführte Reise durch die verborgenen Geschichten einer Stadt – einer Art Unterwelt – anzutreten. [Sein] sehr intimer subjektiver Blick ist im Ausdruck dabei vergleichbar mit den symbolistischen Bildern von Alvin Langdon Coburn und den frühen Arbeiten von Steichen. Er selber beschreibt seinen fotografischen Stil als “poetisch, kontemplativ, schwarz, symbolisch und offen interpretierbar.” Menschen porträtiert er in der Regel in einer ‘anonymen Art’, bei denen die Gesichter oft von der Kamera abgewandt oder unscharf sind. Seine unbewegten Objekte behandelt er dazu gegensätzlich.”
Abb. u. Info Galerie Hiltawsky
****************************************************************************

Peter Bialobrzeski Paradise Now # 18 2008 60 x 75 und 126 x 160 cm © Peter Bialobrzeski Courtesy LA Galerie Frankfurt / Robert Morat Galerie Hamburg
.
Peter Bialobrzeski – Paradise Now
Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin
.
.
.
Einen anderen Blick auf die Megastadt wirft Peter Bialobrzeski (geb. 1961 in Wolfsburg) in seiner Serie Paradise Now: Hier thematisiert er sowohl die vom Menschen gepflanzte als auch vom Stadtwachstum unberührt gelassene, urwaldartige Natur in den asiatischen Mega-Städten Jakarta, Singapur, Bangkok und Kuala Lumpur.

Peter Bialobrzeski Paradise Now # 63 2008 60 x 75 und 126 x 160 cm © Peter Bialobrzeski Courtesy LA Galerie Frankfurt / Robert Morat Galerie Hamburg
Aus dem PR-Text der Galerie: “Wie in seinen früheren Serien Neontigers und Lost in Transition lotet Bialobrzeski die Grenzen des Dokumentarischen meisterhaft aus. Seine Bildkompositionen sind verführerisch wie Gemälde der Romantik, doch ist ihre oberflächliche Schönheit trügerisch. Ausschließlich zur Abenddämmerung oder nachts aufgenommen, lassen die Neonleuchten und angestrahlten Wolkenkratzer das wuchernde Tropengrün zwischen hyperreal und surreal changieren. “Die Bilder inszenieren das üppige Wachstum als Zeichen der Hoffnung, werfen aber auch die Frage auf, ob wir dieses Leuchten angesichts der prognostizierten Klimakatastrophe noch verantworten können” (Bialobrzeski). Die paradiesisch anmutende, von glitzerndem Großstadtlicht erleuchtete Natur scheint sich gegen die urbane Struktur durchsetzen zu können. So evoziert Paradise Now das Szenario einer fernen Zukunft, in der der Mensch von diesem Planeten wieder verschwunden sein wird und sich die Natur ihren Platz zurück erobert.”
Kombiniert wird die Schau mit Foto-Arbeiten von Alfred Ehrhardt (1901-1984) zum Thema “Naturdinge” – ganz dem Ziel des Veranstalters, der gemeinnützigen Afred Ehrhardt Stiftung in Berlin (im Dez. 09 von Köln nach Berlin gezogen), entsprechend, das Werk von Alfred Ehrhardt bekannter zu machen.
Mehr Informationen zu Alfred Ehrhardt und der Arbeit der Stiftung hier.
Abb. und Info Alfred Ehrhardt Stiftung
****************************************************************************

Ilkka Halso, Restoration, Untitled (5), 2000, C-print / Ilfochrome mounted on whiteglass and polystyrol, 100 x 136 cm, Edition of 6 +2AP © I. Halso
.
Ilkka Halso – Restoration
WAGNER + PARTNER
Cai Wagner + Margret Uhrmeister, Berlin
.
.
.
Eine Verbindung zwischen Natur und Architektur/Konstruktion untersucht auch der finnische Fotokünstler Ilkka Halso, der sich in seinen Werken seit gut zehn Jahren mit der Heilung und Rettung bedrohter Natur befasst.
Aus dem PR-Text: “In den Werken der Serie “Restoration” entwickelt und baut der Künstler pseudowissenschaftliche Arrangements, in denen er beispielsweise Bäume mit transparenter Gaze einrüstet und beleuchtet. Einem Feldbett gleich wird hier Natur “verarztet”, der beschädigte “Patient” wird medizinisch versorgt. Alle Fotos entstehen bei Nacht, wenn die Natur sozusagen ihren heilsamen Schlaf findet.

Ilkka Halso, Museum of Nature, Museum I, 2003, C-print / Ilfochrome mounted on whiteglass and polystyrol, 100 x 135 cm, Edition of 6 +2AP © I. Halso
Eine Verschiebung dieses Heilungsansatzes zeigt sich in der späteren Serie “Museum of Nature”. Jetzt wird Natur nicht mehr behandelt, sie wird “gerettet”. Der Betrachter findet Bäume und ganze Landschaften in gläsernen Pavillons. Einem Kunstwerk gleich wird die Natur in einem Museum aufbewahrt und konserviert.
Ist der Patient zur Mumie geworden? Die Frage muss offen bleiben. Während Ilkka Halso für seine Restoration-Serie noch direkt in die Natur eingreift (fotografische Installation), so konstruiert er seine die Natur schützenden Bauten am Computer (digitale Konstruktion) in der Museum-Serie. Ob dies Hilfe oder Teil der Bedrohung ist, wird nicht wirklich beantwortet. Auf der Ebene der Ästhetik bleibt die Vorgehensweise des Künstlers alle Mal reizvoll.”
Abb. u. Info Galerie Wagner + Partner
Kategorien : Architecture + Art
Schlagworte : Alfred Erhardt, Berlin, Fotografie, Ilkka Halso, Jason Langer, Peter Bialobrzeski, Wagner + Partner











