Tagung in Marburg: Architekturfotografie

6 11 2011

Gegenstand der Tagung »Architektur-Fotografie« mit internationaler Beteiligung ist die spannungsvolle Beziehung zwischen Architektur und Fotografie.

Gefragt wird nach den Wechselwirkungen zwischen dem ältesten der neuen Bildmedien und der monumentalstenaller künstlerischen Gestaltungsformen.

Zur Debatte steht zunächst das fotografische Bild der modernen und zeitgenössischen Architektur, einschließlich seiner Modifikationen unter den Bedingungen der digitalen Medienwelt. Von verschiedenen Standpunkten aus soll Architektur-Fotografie im Kontext der Historiographie erörtert, deren Rolle im architektonischen Entwurfsprozess sowie in der Präsentation, Vermittlung und Vermarktung von Architektur analysiert werden.

Inwiefern die fotografische Perspektive auf Architektur als künstlerische Interpretation und zugleich als Dokumentation zu betrachten ist, wird anhand der Präsentationen bekannter Fotografinnen und Fotografen angesprochen.

Referenten sind u.a. Burcu Dogramaci, Andreas Nierhaus, Annett Zinsmeister. Ich werde am Samstag 12.11.11 über “Architektur als Motiv künstlerischer Fotografie” referieren.

Die Tagung findet vom 10. – 12.11.2011 in Marburg statt.

Das vollständige Programm finden Sie »hier«.




FEELING THE VOID urban adventures. Jörg Steck, Florian Selig, Victor S. Brigola in Berlin

29 10 2011

FEELING THE VOID – urban adventures is a group show of three Berlin based architecture photographers at the gallery VERO LINZMEIER. Jörg Steck, Victor S. Brigola and Florian Selig focus on the question of how void urban spaces are used. Their approaches are both documentary and staged.

Victor S. Brigola, Motiv aus der Serie Reihenhauskirchen Berlin, 2011, Ink Jet Print, 80x60 cm

Victor S. Brigola, Motiv aus der Serie Reihenhauskirchen Berlin, 2011, Ink Jet Print, 80x60 cm


 
 
 
FEELING THE VOID - Urban Adventures

JÖRG STECK, FLORIAN SELIG, VICTOR S. BRIGOLA

27.10. – 18.11.2011

VERO LINZMEIER GALERIE

Berlin-Charlottenburg

www.verolinzmeier.de 

 
 
 
 

PR-Text: FEELING THE VOID – urban adventures ist eine Gemeinschaftsausstellung von drei Berliner Architekturfotografen in der Charlottenburger Galerie VERO LINZMEIER. Jörg Steck, Victor S. Brigola und Florian Selig (Mitglieder des BFF / Bund Freischaffender Foto-Designer) setzen sich mit dem in Berlin allgegenwärtigen Thema der Nutzung städtischer Freiräume auseinander. Jeder der drei Fotografen lenkt den Blick auf einen individuellen Aspekt der gemeinsamen Themenstellung. Das für den Großstädter Gewöhnliche wird in den Vordergrund gerückt und in Frage gestellt. Die Umsetzung erfolgt sowohl dokumentarisch als auch inszeniert. Nicht die Beobachtung als solche und ihr Abbild stehen im Vordergrund, sondern Ihre soziologische Analyse und ihre subjektiven Bedeutungen.

Florian Selig, Dschungel - Am Kanzleramt, 2011, Foto-Pigmentdruck auf Aluverbund, 90x60 cm

Florian Selig, Dschungel - Am Kanzleramt, 2011, Foto-Pigmentdruck auf Aluverbund, 90x60 cm

Stadtpark-Dschungel / Florian Selig

Die Aufnahmen der Arbeit „Stadtpark-Dschungel“ zeigen einen nächtlichen Park. Umgeben von der Großstadt, wird er von ihr erleuchtet und erhält dadurch etwas Unwirkliches. Die Lichter der umliegenden historischen Bauten sind die einzigen Beleuchtungsquellen. Lange Belichtungszeiten lassen Bäume und andere Parkgewächse aus dem Dunkeln hervortreten, während die Stadtarchitektur im Hintergrund erstrahlt. Park und Stadt werden miteinander in Beziehung gesetzt. Beide Lebensräume haben Parallelen, bieten Nährboden für unterschiedlichste Lebensformen. Trotz des begrenzten Raumes befinden sie sich im ständigen Wachstum. Es herrschen Konkurrenz und Verdrängung. So wird der abgelichtete „Stadtpark-Dschungel“ zur Metapher für die ihn im Hintergrund umgebende Stadt Berlin.

Jörg Steck, aus dem Diptychon 'the devotion of construction', 2008, C-Print hinter Acryl, 100x127 cm

Jörg Steck, aus dem Diptychon 'the devotion of construction', 2008, C-Print hinter Acryl, 100x127 cm

the devotion of construction / Jörg Steck

Die Idee und Praktik der finanziellen Sanierungshilfe mittels Werbung an Baugerüsten hat sich auf eine gesellschaftsbeschreibende Art und Weise weiterentwickelt: eine gigantische Konstruktion aus ineinandergeschachtelten Baugerüsten dient nicht etwa zur Begehung eines dahinter sanierten Gebäudes, sondern einzig als Platzhalter für teuer verkaufte Werbeflächen. Diese werden eigens für diesen Zweck mitten im städtischen Ballungszentrum errichtet. Eine Allegorie auf die Mechanismen der Werbeindustrie. Das beworbene Produkt selber ist längst sekundär für erfolgreiche Werbung: in zusammenbrechenden klassischen Werten und Systemen werden Begehrlichkeiten an ein Produkt gekoppelt. Die Faszination der Macht, das Streben nach Anerkennung und imaginiertem Glück oder das eigene Konstruieren einer Identität wird zum Inhalt austauschbarer Konsumgüter, die sich als Stellvertreter dieser Sehnsüchte versuchen zu etablieren. Waren haben die Rolle von Kurzzeitreligionen: verehrte Objekte – eine eigene mächtige Art der Architektur.

Victor S. Brigola, Motiv aus der Serie Reihenhauskirchen Berlin, 2011, Ink Jet Print, 80x60 cm

Victor S. Brigola, Motiv aus der Serie Reihenhauskirchen Berlin, 2011, Ink Jet Print, 80x60 cm

Reihenhauskirchen – Eingeengte Geistlichkeit? / Victor S. Brigola

Grossstädte bringen in Ihrem Wachstum oft verwunderliche Dinge hervor. Dazu gehören Kirchen, die nicht freistehend, nicht für den Besucher zu Fuss zu umrunden sind, ja die sogar manchmal nur eine einzige Seite haben. Reihenhauskirchen durchziehen Berlin in unzähliger Art und Weise. In Reih und Glied wie Wohnhäuser – und doch anders, höher, auffallender, eindeutig sakral.

Info + illus. courtesy Galerie Vero Linzmeier
 
 
 
 




Architekturfotografie-Preis 2011: Nils Clauss, Paul Duri Degonda, Dawin Meckel

10 05 2011

Nils Clauss is awarded with the European architecture photography award 2011, 2 equal runner-ups are Dawin Meckel and Paul Duri Degonda. Currently, the 28 best series are presented at the German architecture museum in Frankfurt.

Nils Clauss, Urban Nature, Preisträger Europäischer Architekturfotografie-Preis 2011 \\ © Nils Clauss, architekturbild 2011

Nils Clauss, Urban Nature, Preisträger Europäischer Architekturfotografie-Preis 2011 © Nils Clauss, architekturbild 2011.

 

 

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Architekturfotografie-Preis 2011

Nils Clauss | Paul Duri Degonda | Dawin Meckel |

07.05.2011 – 19.06.2011

Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

http://www.dam-online.de

www.architekturbild-ev.de

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PR-Text: Der Europäische Architekturfotografie-Preis, der seit 1995 alle zwei Jahre ausgelobt wird, geht 2011 an den Berliner Fotografen Nils Clauss.

Das Thema des Preises 2011 lautete »Dazwischen | in between«. Der weltweit erste Architekturfotografie-Preis ist mit 6.000 Euro dotiert und wird seit 2005 von dem gemeinnützigen Verein architekturbild e.v. ausgeschrieben und vergeben. Nachdem das Deutsche Architekturmuseum und der Verein im Jahr 2008 die Kooperation in puncto Europäischer Architekturfotografie-Preis besiegelt haben, finden nun die Preisverleihung und die Erstausstellung der besten 28 Wettbewerbsbeiträge bereits zum zweiten Mal im Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt am Main, statt. 2005 wurde der weltweit erste Architekturfotografie-Preis zum ersten Mal von dem gemeinnützigen architekturbild e.v. organisiert. 2008 begann die Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt am Main

Nils Clauss, Urban Nature, Preisträger Europäischer Architekturfotografie-Preis 2011 \\ © Nils Clauss, architekturbild 2011

Nils Clauss, Urban Nature, Preisträger Europäischer Architekturfotografie-Preis 2011 © Nils Clauss, architekturbild 2011

Wie bereits in den vergangenen Jahren interpretierten die teilnehmenden Fotografen auch beim aktuellen Wettbewerb das Thema »Dazwischen | in between« sehr vielschichtig. Unter den Beiträgen von 269 Teilnehmern aus 15 Ländern zeichnete die Jury – Vorsitzende war Christiane Gehner, 1. Vorsitzende des »Palais für aktuelle Kunst«, Glückstadt, und Mitglied der DGPh – die vierteilige Fotografieserie von Nils Clauss mit dem 1. Preis aus. Nils Clauss führt mit – auf den ersten Blick – irritierenden Bildern seiner Bildserie »UrbanNatur« vor, wie sehr die Grenzen zwischen Stadt und Land, zwischen urbanem und ländlichem Raum verwischen können.

Weiterhin wurden zwei gleichwertige zweite Preise vergeben. Paul Duri Degonda spielt in der Serie »l’unda | Die Welle« ebenfalls mit der Irritation. Spiegelungen, Durchblicke und Konturen des Gebäudes changieren, streiten miteinander. Aber in der Addition aller vier Bilder ergibt sich ein Gesamtbild der Welle (Zentrum Paul Klee, Bern). Dawin Meckel zeigt die Verlassenheit und unheimliche Leere der einst boomenden Autostadt Detroit in beängstigend hautnahen Bildern.

Die 28 besten Bildserien des zunehmend international bekannten Architekturfotografie-Preises werden beginnend mit der Preisverleihung vom 6. Mai bis zum 19. Juni im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main gezeigt.

Es erscheint ein Katalog (120 Seiten, 245 farbige und s/w-Abbildungen, Text deutsch/ englisch, Hardcover, Format quer 24 x 17 cm) in der avedition für 24,80 Euro.

Infos + illus. DAM




A New View: Architectural Photography from the National Museums in Berlin

28 05 2010

The Berlin National Museums’s Museum of Photography presents around 300 hidden treasures of architectural photography from the collections of the National Museums. Nearly all of the individual museums have acquired photographs since some 150 years. The genre of architectural photography is especially prominently represented. It was collected for the purpose of documenting ethnological and archaeological expeditions, to archive architectural monuments or as an art form in its own right. An impressive panorama of the most diverse architectural motifs unfolds, ranging from the beginnings of photography to today. In the show presents works by Eugène Atget, Heinrich Heidersberger, Alexander Henderson, Candida Höfer, Bernard Larsson, Reiner Leist, Ute Mahler, Helmut Newton, Thomas Ruff, Heidi Specker, Hiroshi Sugimoto, …

F. August Oppenheim: Frauenkirche, Dresden 1854, Albuminpapier, Kunstbibliothek, Sammlung Fotografie, © SMB

F. August Oppenheim: Frauenkirche, Dresden 1854, Albuminpapier, Kunstbibliothek, Sammlung Fotografie, © SMB

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Ein neuer Blick: Architekturfotografie aus den Staatlichen Museen zu Berlin |

A New View: Architectural Photography from the National Museums in Berlin

Kunstbibliothek
Sammlung Fotografie
im
Museum für Fotografie
Do 27. Mai – So 5. September 2010

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PR-Text: Mit bislang verborgenen Schätzen der Architekturfotografie aus den Sammlungen der Staatlichen Museen eröffnet die Kunstbibliothek ihren restaurierten Kaisersaal im Museum für Fotografie.

Fast alle Häuser der Staatlichen Museen erwarben seit etwa 150 Jahren Fotografien. Besonders prominent vertreten ist darunter die Gattung der Architekturfotografie, die für die Dokumentation von ethnologischen und archäologischen Expeditionen, für die Archivierung von Baudenkmälern oder als eigenständige Kunstform gesammelt wurde. In den Beständen finden sich bedeutende Arbeiten, darunter Blätter berühmter Fotografen von F. August Oppenheim über Eugene Atget und Albert Renger-Patzsch bis zu Candida Höfer, Entdeckungen von unbekannter Hand und technische Raritäten. Es wird ein beeindruckendes Panorama verschiedenster Architekturmotive vom Beginn der Fotografie bis heute entfaltet: Bilder von Bambushütten aus dem Ethnologischen Museum, Aufnahmen von Tempeln aus dem Ägyptischen Museum, Fotografien indischer Moscheen aus dem Museum für Asiatische Kunst und Architekturfotografien der klassischen Moderne aus der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek, um nur einige zu nennen.

Rund 300 Exponate stellen die Architekturfotografie als eine zentrale Gattung des Mediums vor und erlauben zugleich einen neuen, ungewöhnlichen Blick auf ihre Geschichte.

For an English description please read on …




REVIEW: Julius Shulman. Modernism Rediscovered, by TASCHEN

1 07 2009

Zum 25jährigen Jubiläum des TASCHEN Verlags ist die über 1000 Seiten starke dreibändige Publikation „Julius Shulman. Modernism Rediscovered“ (2000) in einer „Light Version“ erschienen. Dennoch keine „leichte“ Lektüre, denn auch die gekürzte Sonderausgabe zum spektakulären Preis von knapp 20€ – das Original kostet 250€ – ist immer noch über 400 Seiten stark und im XXL-Format (24,8 x 31,5 cm) und bietet wundervolle Bilder von Julius Shulman.

For a short English summary please scroll down.

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Julius Shulman, Modernism Rediscovered

Gössel, Peter (Ed.)

Serraino, Pierluigi / Shulman, Julius / Shulman, Julius

Hardcover, 24.8 x 31.5 cm, 416 Seiten

€ 19.99

ISBN: 978-3-8365-0326-6
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Wie es der Titel verspricht, bietet der Band so etwas wie eine „Wiederentdeckung“ der Moderne: Erstmals versammelt werden beinahe 250 Fotografien des weltbekannten Architekturfotografen Julius Shulman von Bauwerken der US-amerikanischen Moderne, die zwischen 1939 und 1980 entstanden sind. Die Abbildungen wurden bislang kaum oder nur ein paar Mal publiziert und sind daher aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Shulman, mit dem der TASCHEN Verlag bereits Ende der 1990er Jahre für „Architecture and Its Photography” eng zusammengearbeitet hat, hat sein Archiv geöffnet und es so möglich gemacht, zahlreiche architektonische Kostbarkeiten, nicht nur an der kalifornischen Westküste, sondern auch in den gesamten Vereinigten Staaten sowie in Mexiko, Israel oder Hongkong neu zu entdecken (letztere allerdings in der umfangreichen Ausgabe).

Julius Shulman

Shulmans Fotografien der kalifornischen Moderne, seine Aufnahmen des Kaufman House etwa oder die Porträts der Case Study Houses, haben unser Bild von der Architektur der 1950er und 1960er Jahre geprägt wie kaum ein anderer. Nach wie vor begegnen die Aufnahmen immer wieder in Magazine und Bücher. Shulman hat jedoch – natürlich – wesentlich mehr Bauten fotografiert und es gibt bedeutend mehr moderne Bauten als „nur“ die Case Studies oder die Arbeiten von Frank Lloyd Wright. Aus verschiedenen Gründen sind viele dieser Gebäude, die den bekannten Bauwerken in Qualität kaum nachstehen, jedoch wenig(er) publiziert worden und so in Vergessenheit geraten. Ihnen ist die TASCHEN Publikation gewidmet, die eine Auswahl dieser Bauten wieder ins Bewusstsein holen und so den kalifornischen Modernismus in seiner Vielfalt würdigen will.

Übrigens: Leben und Werk Shulmans widmet sich die filmische Dokumentation “Visual Acoustics”.


Modernism Rediscovered

Modernism Rediscovered ist, wie die meisten TASCHEN-Bücher, in erster Linie ein Bilderbuch, das von den Abbildungen der Shulman-Fotos lebt. Die ausgewählten Gebäude werden in mehreren Abbildungen, sowohl in s/w wie in Farbe, präsentiert und von kurzen Erläuterungstexten in 3 Sprachen begleitet, in denen Angaben zur Veröffentlichungsgeschichte und dem gegenwärtigen Zustand sowie, soweit möglich, auch Literaturangaben gegeben werden. Stellenweise wird auch ganz auf Informationen verzichtet.

Ausgewählt wurden die Aufnahmen nach dem Beitrag, den die porträtierten Gebäude jeweils für die Architekturszene ihrer Zeit leisteten. Ihre Anordnung in der Publikation orientiert sich an Shulmans Archivierungsverfahren, d.h. sie werden chronologisch nach der Auftragsnummer, die der Fotograf vergeben hat, aufgeführt, gefolgt vom Namen des Architekten, dem Standort des Gebäudes sowie dem Datum der Aufnahmen.

Am Ende führt die Publikation Kurzbiografien ausgewählter Architekten auf, ebenfalls in drei Sprachen, sowie einen Index aller präsentierter Architekten mit ihren jeweiligen Gebäuden. Eine Bibliografie bietet eine Einsteiger-Übersicht mit wichtigen Publikationen zur kalifornischen und amerikanischen Moderne, zu Theorie und Technik der Architekturfotografie – hier sind vor allem auch Shulmans Texte interessant – sowie zur Thematik des Bildes/Fotografie in den Medien.

Modernism Rediscovered: Die Fotografie und die Amerikanische Moderne. Vom frühen International Style bis zu den 70er-Jahren
Pierluigi Serrainos Einleitungsessay

Eingeleitet wird die Publikation von dem Essay Die Fotografie und die Amerikanische Moderne. Vom frühen International Style bis zu den 70er-Jahren von Pierluigi Serraino, einem Architekten aus der San Francisco Bay Area, der mehrere Artikel und Bücher über Architektur verfasst hat, darunter auch das TASCHEN-Buch „Saarinen“. Auch dieser Text ist in englisch, deutsch und französisch auf jeweils 2 Doppelseiten verfügbar.

Serraino stellt die drei Ziele der Publikation vor, die neben der Absicht, unbekannte Arbeiten von Shulman einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, auch die „Diskussion über die kalifornische Moderne und die moderne Architektur im Mittelwesten neu [...] beleben“ sowie zeigen will, „dass in den aktuellen architektonischen Datensammlungen [der USA... entscheidende] Dokumente [...] fehlen“ (10) – eben jene Bauten, die aus diversen Gründen trotz baulicher Qualitäten selten publiziert wurden.

Der Text bietet damit also keine Einführung ins Werk des Fotografen, auch keine fachliche Annäherung an seine fotografische Arbeit, wie man dies von auf eine Künstlerpersönlichkeit ausgerichteten Monografien gewöhnt ist. Der Fokus liegt auf dem „Modernism rediscovered“: Serrainos Darstellung von Zusammenhängen zwischen publikatorischen Mechanismen und der Bekanntheit von Architektur gibt einen aufschlussreichen Einblick indie Funktionsweise unseres Bildgedächtnisses. Wie in der Werbung gilt auch für die Architektur die simple Gleichung: Je mehr Publicity, desto mehr Aufmerksamkeit und desto länger im öffentlichen Gedächtnis:

„Für die professionelle Anerkennung von Bauwerken in der Gesellschaft kann es eine entscheidende Rolle spielen, dass ihre Arbeiten in den Medien Beachtung finden. Eine langfristige [...] Öffentlichkeitsarbeit [...] hilft [...].“ (13)

Um dies zu erreichen nennt Serraino drei „Strategien für ein architektonisches Gedächtnis“. Diese publizistischen Strategien und die Verbreitung der Architekturbilder entscheiden maßgeblich über die Bedeutung eines Gebäudes bzw. eine architektonischen Idee sowie der Ideen ihres Schöpfers über einen größeren Zeitraum und lokalen Rahmen hinaus. Provokant gesagt: Ein Gebäude ist nur so gut, wie seine Fotografie und ihre Verbreitung/ die Berichterstattung darüber.

Dank der stark visuellen Ausprägung unserer Wahrnehmung spielen die Fotografen damit eine nicht unerhebliche Rolle als Mittler zwischen Architekten und Redaktionen, entscheiden doch seine Aufnahmen letztlich über das „Gesicht“ des Baus.

Darüber hinaus gibt Serraino auch einen kurzen Abriss über die publizistische Szene in USA und insbesondere Kalifornien in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, zur Blüte des International Styles. Er präsentiert die wichtigsten Zeitschriften und nennt ihre Funktion bei der Darstellung von Architektur. Neben den professionellen Fachmagazinen sind dies v. a. auch populäre Zeitschriften wie „LIFE“ oder die Sonntagsbeilage der „Los Angeles Times“, die „zu einem pädagogischen Instrument [wurde], das eine fachlich nicht vorgebildete Leserschaft systematisch dazu erzog, Konzepte modernen Wohnens zu akzeptieren und das Verständnis für seine gesellschaftliche Bedeutung zu erhöhen“ (11f.).

Zudem bespricht der Autor auch, wie die drei wichtigsten Kunst. und Architekturindices der USA – Avery Index, Architectural Index und Art Index – funktionieren.

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Modernism Rediscovered provides a selection of little known photographs by Julius Shulman, all taken from Shulman’s huge archive. Thus the publication actually offers the chance to rediscover a part of American and esp. Californian modernism.

The introductory essay by Pierluigi Serraino – indeed not a typical introduction to Shulman’s work, as you would expect to find in a monographic publication of this kind – offers an insight about how our “visual memory” works. Concentrated on a provoking sentence you might state: The more publicity, the more attention a building receives and the longer does it remain in public perception.

All texts are provide in English, German and French.




Architecture Photography in Innsbruck and Berlin: Andreas Feininger and Lukas Roth

27 05 2009

Ich bin wieder zurück aus Berlin – eine kleine Momentaufnahme dieser Reise in architektonisch/künstlerischer Hinsicht folgt, versprochen! – und Zeit für 2 neue Foto-Ausstellungsankündigungen. Eine in Berlin (in die ich es leider nicht mehr geschafft habe, der Terminkalender war zu voll) und eine sozusagen in entgegengesetzter Richtung, in Innsbruck.

I am back from Berlin – and a short art/artistic summary of the trip will follow, promised! – and it’s time to tell you about 2 new photo exhibits. One in Berlin (though I didn’t make it to visit it, schedule too full) and the other one sorf of in the opposite direction, in Austria Innsbruck.

View from Midtown Manhattan, New York © Andreas Feininger Archive.com

ANDREAS FEININGER
THAT’S PHOTOGRAPHY

FO.KU.S

Foto Kunst Stadtforum

Bank für Tirol und Vorarlberg Stadtforum, 6020 Innsbruck
Österreich

bis 01. August 2009, Eintritt frei

Andreas Feininger (1906-1999), einer der Meisterfotografen des 20. Jahrhunderts und Sohn des berühmten Malers Lyonel Feininger, gehört zu der Künstlergeneration , die in den 1930er Jahren eine neue fotografische Sehweise entwickelte: Klarheit und Einfachheit sind Grundprinzipien seiner Arbeit. Feininger studierte am Bauhaus in Weimar Architektur und Fotografie. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte Feininger nach New York.  Die Architektur und das Leben seiner Wahlheimat New York haben ihn über die Jahrzehnte hinweg fasziniert. Er gehörte fast zwanzig Jahre als Bildredakteur zum berühmten Fotografenstab beim »Life«-Magazin.

Reed Stalk.     Andreas Feininger Archive.com

Reed Stalk © Andreas Feininger Archive.com

Sein Werk ist von zwei großen Themenkomplexen bestimmt: Stadtansichten und Naturmotive.

Feiningers Ansichten der Metropole NY, die kurz nach seiner Ankunft entstanden, zählen heute zu den Klassikern der Fotografie-Geschichte und prägten das Bild von New York im kollektiven Gedächtnis.

Durch die Verwendung von Fachkameras mit Teleobjektiven mit sehr langer Brennweite, teilweise selbst gebaut, konnte der Autodidakt großen Abstand von den Motiven halten und die tatsächlichen Größenverhältnisse darstellen. Seinen durchkomponierten Makroaufnahmen von Naturdetails verleihen diesen Motiven fast skulpturalen Charakter.

In Innsbruck bieten 80 ausgewählte Werke einen Überblick über Feiningers Werk.

Übrigens gibt es in Tübingen ein Andreas Feininger Archiv.

English Information about Andreas Feininger (wiki)

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In Berlin zeigt das Epicentro – die Ausstellungräume Gruppo del Café Palermo in Kooperation mit der Galerie Camera Work – Arbeiten von Lukas Roth, den ich schon einmal vorgestellt habe. Der 42-Jährige studierte an der École Nationale de la Photographie im südfranzösischen Arles und wird inzwischen mit Größen wie Andreas Gursky verglichen. Wie dieser fotografiert Roth vorwiegend Architektur, Innen- und Außenräume, die er digital bearbeitet und aus Detailfotos neu montiert.

Begleitet wird die Ausstellung von ausgewählten Arbeiten des Designers Piet Hein Eek.

More info in English on the named websites.

Lukas Roth

im Epicentro Berlin

16. Mai – 19. Juni 2009

Eröffnung: Freitag, 15. Mai 2009, 18 Uhr

Café Palermo Epicentro

Galerie CAMERA WORK
Contemporary Photography and Vintage Masterworks

© Lukas Roth




Treffpunkt ArchitekturFotografie Stuttgart: Lukas Roth

12 02 2009

Die Stuttgarter VHS-Photogalerie (! die Website ist sehr unübersichtlich !) zeigt eine Ausstellung zur Architekturfotografie:

Lukas Roth: Helmut Riemann, Neuer Weg 77 Norden © L. Roth

Lukas Roth Architekturfotografie

12. Februar – 30. April 2009

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(Ich zitiere die Pressemitteilung:)

Lukas Roths Anliegen ist es, Architektur so dokumentarisch wie möglich zu fotografieren. Für Roth bedeutet Architekturfotografie das Übersetzen von “gebauter dreidimensionaler Architektur” in ein “zweidimensionales Abbild”. Charakteristiken, die ein Bauwerk auszeichnen und im Dreidimensionalen bei jedem Licht erfahrbar sind, werden durch den bestmöglichen Sonnenstand so deutlich hervorgeholt, dass sie auch über das Foto erlebt werden können. Diese Art der Idealisierung dient Roth jedoch nicht dazu, das Gebäude schöner erscheinen zu lassen, sondern um möglichst klar das Wesen des Gebäudes und damit den Entwurfsgedanken des Architekten zu zeigen.

Peter Kulka, Feuerwehr Heidelberg © L. Roth

Lukas Roth: Peter Kulka, Feuerwehr Heidelberg © L. Roth

Die Zusammenarbeit mit Architekturbüros wie Felder, Peter Kulka und Wiegmann & Trübenbach aus Köln, Helmut Riemann, Lübeck und Christian Bauer, Paul Bretz Architects aus Luxemburg sowie dem Lichtplanungsbüro Licht Kunst Licht, Bonn/Berlin ermöglichen es Roth, nur noch im Auftrag arbeiten zu können.

Seit 2002 nimmt Roth sich wieder Zeit und Muße für seine künstlerische Arbeit. Für ihn bedeutet Kunst eine Befreiung von den Konventionen der Arbeit als auch des Sehens. Architekturfotografie allein ist für Roth noch keine künstlerische Arbeit. Lesen »




Michael Wolf: Architecture of Density

9 12 2008

Ein kleiner Hinweis auf eine Architekturfotoreihe:

Michael Wolfs “Architecture of Density” zeigt Hongkong – nein, nicht ganz anders, sondern so, wie es ist: extrem dicht bebaut. Da sieht man das Haus vor lauter Fenstern nicht mehr…

(Beide Abbildungen von Michael Wolfs Website.)

Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich mehr Informationen zusammentragen (vorerst sei auch hier auf die Website des Fotografen verwiesen).

Aufmerksam wurde ich auf den Fotografen über diesen Artikel.




Inês d'Orey: Volver – Architecture Photography in Portugal

31 10 2008

Are you looking for a spontaneous getaway and have no idea where to go? Why not to Portugal –

in November, there is a photography show at Guimarães presenting new works by Inês d’Orey, a young Portuguese photographer I introduced you a while ago.

Volver
Escola de Arquitectura

Universidade do Minho

Guimarães

31.10.2008 – 30.11.2008

More information here

The exhibition VOLVER presents works that portray the architecture school’s new building by Fernando Távora and Jose Bernardo Távora:

(about the architecture school)

DAA (Departamento de Arquitectura) used to operate in temporary facilities at the University campus in Azurém, Guimarães. In September 2004, it moved to the School of Architecture building, designed by the architects F. Távora and J.B. Távora, facing the new buildings of the School of Sciences and School of Engineering. Manuel Fernandes described the edifice as a “long straight corridor, forming a long and elegant body … it systematically distributes all the successive internal spaces that cross it. These are, namely: the lounge spaces, access to the external yard, lecture theatres, library, administrative area and, finally, access to another long wing of the building. Together with the first corridor-body, it forms an L shape and is the location for the offices, laboratories and classrooms. [...] The unique view to the secular and symbolic castle is the constant ‘Leitmotiv’ in these classrooms…”

(original quote here)

(The following info are citations from the exhibition profile – as I don’t know Portuguese, it’s just a rough translation of the most important thoughts that I could make out).

Shot between July and August 2008 – i.e. during summer holidays -, d’Orey’s photographs document the empty, silent rooms. The atmospheric pictures poses questions like: What does a library without books make a library? Is a garage without cars still a garage? Can we still call it “library” or “garage”?

There’s nothing in these photographs that allows us to call the portrayed building a School of Architecture.

The way d’Orey reduces architecture to form reminds of Bernd and Hilla Becher. Yet unlike the Bechers, her pictures don’t legitimate themselves from a pretended objectivity and neutrality, but she uses the means of her medium to dramatize space.





Podiumsdiskussion Baukultur durch Fotografie!?

7 10 2008

Ich wurde auf Veranstaltungen zur Architektur-Fotografie von bild.sprache / Fotografie im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen aufmerksam gemacht:

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Podiumsdiskussion Baukultur durch Fotografie!?

10. Oktober 2008 um 17 Uhr
Plenarsaal im Wissenschaftspark Gelsenkirchen
Munscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen
Eintritt frei

Weitere Informationen zur Themenstellung und den Referenten hier.

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Außerdem ist im Wissenschaftspark Gelsenkirchen auch eine Ausstellung zum Thema zu sehen:

arturimages – Positionen zur Architekturfotografie

22. August – 9. November 2008

täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Eintritt frei.

Gezeigt werden Arbeiten von 14 Fotografen (Christian Eblenkamp, Klaus Frahm, Reinhard Görner, Bernadette Grimmenstein, Gerhard Hagen, Jochen Helle, Karin Heßmann, Wolfram Janzer, Heiner Leiska, Dieter Leistner, Monika Nikolic, Rainer Rehfeld, Tomas Riehle und Rainer Viertlböck), die exemplarisch für das Profil der Bildagentur arturimages sind. arturimages vertreibt Bildrechte an Fotografien von über 80 Fotografen zum Thema Architektur von herausragender Qualität.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier.

Website arturimages.