Stadtausstellung in Berlin: Realstadt. Wünsche als Wirklichkeit

26 10 2010

“Ohne die gelben Schilder mit der Aufschrift »Realstadt« hätte der Nicht-Clubgänger (Tresor, ick hör dir trapsen) von heute den Eingang in die (jedenfalls von außen) unscheinbare Industriehalle des »Alten Kraftwerks Berlin Mitte« wohl nicht gefunden.

Nur die enorme Gebäudehöhe lässt die Belohnung ahnen, die man erwartet, nachdem man per Velo die Heinrich-Heine-Straße ab Moritzplatz in Richtung Spree hinter sich gebracht hat. Nicht eben zu den schönsten Ecken zählt diese Gegend. Vorbei an Autoschlangen streckt sich die längste Platte Berlins etwa 1 km. Zu ihr gesellen sich ungepflegt wirkende Grünflächen und merkwürdige Gestalten mit mürrischen Blicken. Den Ausstellungstitel im Kopf, ist man hier tatsächlich mit einer »Realstadt« konfrontiert, für die es eine Menge (Verbesserungs-)Wünsche gäbe. ….

HIER WEITERLESEN: Beitrag von Christian J. Grotzhaus in der AZ zur “Realstadt”, Berlin

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Realstadt

Wünsche als Wirklichkeit
2. Oktober 2010 bis 28. November 2010 im Kraftwerk Mitte, Berlin

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Fotos: Realstadt




Architecture photography in Stuttgart and Munich: Sebastian Burger and Gerrit Engel

14 10 2010

Two interesting shows in southern Germany: f75 in Stuttgart presents Sebastian Burger’s shots from Baku, capital of Azerbaijan, where about 800 highrises have been erected in the past 10 years – though many new appartments remain empty and are often only considered as investment items. Baku’s cityscape is changing rapidly. Henn Galerie in Munich shows the first retrospective of Berlin based photographer Gerrit Engel whose focus is on “portrait studies” of buildings.

© Sebastian Burger

© Sebastian Burger

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Sebastian Burger: Baku . Stadt der schlagenden Winde.
12. Oktober 2010 – 26. November 2010
f75 Fotogalerie Stuttgart

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PR-Text: In der aserbaidschanischen Hauptstadt wurden in den letzten zehn Jahren etwa 800 Hochhäuser errichtet. Neue Appartements stehen oft leer, Wohnungen werden nicht selten nur als Geldanlage gekauft. Das alte Stadtbild Bakus verändert sich rasant. Der Wandel geht mit der Verdrängung des aserbaidschanischen Kulturerbes aus der Zeit um 1900 einher. Sebastian Burger hat den Wandel mit all seinen Brüchen und Verwerfungen porträtiert, liebevoll und einfühlsam, aber ohne Beschönigung.

© Sebastian Burger

© Sebastian Burger

Sebastian Burger wurde 1979 in Seeheim-Jugenheim geboren. Nach Fotografen-Praktika in Hamburg und München studierte er an der Hochschule für Künste, Bremen.

Info + illus. courtesy f75

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Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3)

Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3) © Gerrit Engel

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Gerrit Engel Arbeiten 1996-2010
8. Oktober – 23. Dezember 2010

HENN GALERIE, München

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PR-Text: Die Ausstellung in der Henn Galerie ist die erste Werkschau des Berliner Fotografen Gerrit Engel. Gezeigt werden Auszüge aus den wichtigsten Werkgruppen der letzten 15 Jahre, darunter Buffalo Grain Elevators (1997), Marzahn (1999), Manhattan NEW YORK (2006), Berlin (2009) sowie die bisher noch nicht ausgestellte Arbeit Palast der Republik (2009). ARBEITEN 1996 – 2010 ist als Installation angelegt, die sich an thematischen und stilistischen Aspekten orientiert und die charakteristischsten Arbeiten aus Gerrit Engels Schaffen zeigt.

Einen Schwerpunkt in Gerrit Engels Fotografie bilden die so genannten „Portait-Studien“ von Gebäuden. Die Fotografien zeugen von einer sachlich-nüchternen Annäherung wie auch von einer sympathisierenden Haltung des Fotografen, der das Objekt zum Individuum mit skulpturalen und ikonischen Qualitäten erhebt. Wie schon bei Engels viel beachtetem Debüt Buffalo Grain Elevators gelingt ihm auch bei seinen stadträumlichen Projekten eine baugeschichtliche Bestandsaufnahme voller sozialer und politischer Zeichen.

Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3)

Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3) © Gerrit Engel

Gerrit Engel lebt und arbeitet in Berlin. Der 1965 in Essen geborene Fotograf studierte von 1990 bis 1997 Architektur und Fotografie an der Technischen Universität München und am City College New York. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Anlässlich der Eröffnung des Neuen Museums für Kunst und Design in Nürnberg im Jahr 2000 wurde sein Projekt über Marzahn präsentiert und in die ständige Sammlung aufgenommen. 2009 zeigte die Pinakothek der Moderne die erste umfangreiche Einzelausstellung mit Bildern aus den Werkgruppen Manhattan und Berlin in München. Weitere Arbeiten sind derzeit in Leipzig und Madrid und ab November in Rotterdam zu sehen.

Info + illus. courtesy Henn Galerie




Kennen Sie Rom? Piranesi in der Kunsthalle Mannheim

25 09 2010

Rome, the eternal city, has been attracting people since the times of the ancient world. No other artist has coined Rome’s image as crucially as Venetian painter Giovanni Battista Piranesi (1720–1778). His etchings “Vedute di Roma“ can be seen in an exhibition at the graphics collection of Kunsthalle Mannheim.

Giovanni Battista Piranesi, Veduta dell’insigne Basilica Vaticana coll’ampio Portico, e Piazza adjacente (Vedute di Roma, 1748–1778), Radierung, Kunsthalle Mannheim

Giovanni Battista Piranesi, Veduta dell’insigne Basilica Vaticana coll’ampio Portico, e Piazza adjacente (Vedute di Roma, 1748–1778), Radierung, Kunsthalle Mannheim

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Kennen Sie Rom?

Piranesi inszeniert die Antike

25.09.2010- 05.12.2010

Kunsthalle Mannheim

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PR-Text: Rom: Die „Ewige Stadt“ zieht seit der Antike Menschen weltweit in ihren Bann. Kein Künstler prägte das Bild der Stadt so entscheidend wie der Venezianer Giovanni Battista Piranesi (1720–1778). Seinen Radierungen, den „Vedute di Roma“, ist die Ausstellung aus der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim gewidmet.
Mit einer faszinierenden Mischung aus topographischer Treue und Phantasie dokumentierte Piranesi Rom im 18. Jahrhundert und ließ so die Antike aufleben. Seine „Vedute di Roma“, die er vornehmlich an Italienreisende verkaufte, zeugen von der Monumentalisierung und Verherrlichung römischer Baukunst der Antike sowie der Gegenwart des 18. Jahrhunderts. Zunächst waren es Plätze, Brunnen, Kirchen und Paläste, die im Fokus der Radierungen standen. Später dann vorrangig antike Bauten, die Piranesi regelrecht inszenierte: Ungewöhnliche Perspektiven und dramatische Licht- und Schattenkontraste rufen Assoziationen zu einer barocken Bühne hervor.
Entstanden sind poetische, nostalgische Rom-Porträts, welche die Reisenden der Grand Tour auf ihrem Weg durch Italien gerne als Souvenir mitnahmen und in die Welt hinaustrugen. Piranesi genoss europaweit einen hervorragenden Ruf und prägte so die Vorstellung Roms über Generationen.

Info + illus. courtesy Kunsthalle Mannheim




Exhibitions: Loredana Nemes in Köln, Deimel + Wittmar in Gelsenkirchen

11 07 2010

Two exhibitions in Western Germany: Romanian born photographer Loredana Nemes, now based in Berlin, series documents the architecture exteriors of Muslim men’s cafés in Berlin. Both as a woman and of another cultural background, she isn’t allowed to enter these locatios. Thus she asks the male guests to portray them behind the characteristic milk glass and curtain blinds of these cafes.

Photographers Deimel + Wittmar have been focusing on architecture of the 1920s for now more than 15 years. They don’t aims for prosaic documentation, but for the visualization of a historical and esthetic experience.

Loredana Nemes, "Oriental Temple, Kreuzberg", 2008, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 100 x 122,5 cm, Auflage 3 (+ 1 A.P.)

Loredana Nemes, Oriental Temple, Kreuzberg, 2008 © L. Nemes

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Loredana Nemes – Männer

1. Juli – 28. August 2010

Eröffnung: Mittwoch, 30. Juni 2009, 19 Uhr

Baukunst Galerie Köln

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Aus dem PR-Text: Wie ihre erklärten Vorbilder – die Pioniere der Reportage- und Streetfotografie Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams und Elliott Erwitt – entfaltet Loredana Nemes die Kraft ihrer präzise komponierten Schwarz-Weiß-Fotografien mit dokumentarischem Ethos und emotionaler Hinwendung zum Sujet. So hält die Künstlerin mit ihrer Linhof Plattenkamera in der Serie „Berliner Männerwelten“ (seit 2008) die architektonische Außenansicht der türkischen, orientalischen und arabischen Männercafés in den Berliner Bezirken Neukölln, Kreuzberg und Wedding fest, zu denen ihr der Zutritt als Frau und kulturell nicht Zugehörige verwehrt bleibt. Darüber hinaus bittet sie die männlichen Besucher der Cafés, sich hinter den für diese Institutionen charakteristischen Sichtschutzvorrichtungen aus Milchglas und Vorhängen porträtieren zu lassen.

Loredana Nemes, SV Galatasaray, Neukoelln, 2008

Loredana Nemes, SV Galatasaray, Neukoelln, 2008 © L. Nemes

Auf diese Weise visualisiert sie die Geschlechtertrennung zwischen Mann und Frau, die der westeuropäischen Kultur kaum noch vertraut ist und doch zum alltäglichen Nebeneinander in vielen multikulturell geprägten Großstädten gehört. Dabei konterkariert die hohe Wiedergabegenauigkeit der Details durch die Großformatkamera das Spiel mit unserer Neugierde auf das Unbekannte. Gleichzeitig übertragen die Strukturen der Sichtschutzvorrichtungen die islamische Verschleierung der Frau auf das männliche Geschlecht und spielen auf unsere damit verbundenen Denkmuster an.

Dem gegenübergestellt wird die 2006 begonnene Serie „Über Liebe“, in der sich die Künstlerin – inspiriert von dem Werk der Künstlerin Sophie Calle – erstmals selbst in ihre Bilder miteinbezieht. Mehr…

Illus. courtesy Baukunst Galerie Köln

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© Deimel + Wittmar

© Deimel + Wittmar

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DEIMEL + WITTMAR

STOCKHOLM, BRÜSSEL, GELSENKIRCHEN. INTERIEURS DER 20ER JAHRE

Galerie Hundert, Gelsenkirchen

10. Juli bis 18. September 2010

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© Deimel + Wittmar

© Deimel + Wittmar

PR-Text: Das renommierte Fotografenpaar Deimel + Wittmar beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit der Baukunst der 20er Jahre in Europa. Dabei geht es ihnen weniger um eine nüchterne fotografische Dokumentation als vielmehr um die Sichtbarmachung eines geschichtlichen und ästhetischen Erfahrungsgehalts.

Dabei ergeben sich überraschende visuelle Korrespondenzen und Bezüge. Es zeigt sich, dass der genaue und beharrliche Blick der Fotografen auch in Gelsenkirchen Spuren einer Moderne findet, die man eher in den etablierten Metropolen vermuten würde.

Die Galerie Hundert zeigt aus ihrem umfangreichen Oeuvre Arbeiten aus Stockholm, Brüssel und Gelsenkirchen. Einige Fotografien werden in signierten Editionen durch die Galerie Hundert angeboten.

Illus. courtesy Galerie Hundert




Schöne Stadt – Urban Cliches: Ausstellung mit Stefan Hoenerloh und Hans Martin Sewcz in Berlin

3 07 2010

Vernissage morgen, 4.7.10 um 18h!

Eine Plattenbausiedlung ist trist, eintönig, hässlich. Das Leben hier ist unpersönlich, anonym, uniform. In modernen Zweckbauten, wie man sie in Marzahn findet, will keiner leben, auch wenn sie zu ihrer Zeit als fortschrittlich, modern, erstrebenswert galten. Altbauten hingegen haben Konjunktur: Hohe Räume, luftig und mit einem besonderen Flair wohnt es sich in ihnen gemütlich, individuell, schön.

Aber wer nach Marzahn kommt, findet zwischen den Hochhäusern viel Grün, offene Plätze, Kunst am Bau – es ist bei weitem nicht so trist, wie es das Klischee von der 70er-Jahre-Plattensiedlung glauben macht.

Altbauten sind schön, funktionale Nutzbauten sind hässlich: Sind die „Schubladen“ im Denken so einfach oder sitzen wir urbanen Klischees auf?

Stefan Hoenerloh

Stefan Hoenerloh, Empire of Light, 2010 © S. Hoenerloh

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Schöne Stadt – Urban Cliches

Ausstellung in der Galerie M

5.7.2010 – 17.9.2010

kuratiert von Karin Scheel und Simone Kraft

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Menschenleere Häuserschluchten, verwaschene Hauswände, hohe Bauten in teils verzerrender Untersicht, an denen deutlich der Zahn der Zeit nagt, zeigen Stefan Hoenerlohs Gemälde. Momentaufnahmen, Ausschnitte aus verschiedenen historischen Altstädten europäischer Städte scheinen die von Grau- und Brauntönen dominierten Stadtansichten zu präsentieren. Hoenerlohs Stadtporträts sind reine Fiktion. Fast in altmeisterlicher Manier komponiert er seine Bauten aus architektonischen Elementen auf die Leinwand. Dabei balanciert der Künstler auf der Grenzlinie zwischen Fiktion und Erinnerung und „baut“ auf der Leinwand Architekturen, die sich an der Grenze des Möglichen bewegen, die realistisch zu sein scheinen und es doch nicht sind. Hoenerlohs Stadtpanoramen wirken beunruhigend, verstörend, sie sind eine Spur zu trist, zu grau, um „schön“ kontemplativ zu sein. Zu deutlich sichtbar sind die Spuren des Verfalls, die die Zeit hinterlassen hat, um „schön“ im landläufigen Sinne zu sein. In einer Gratwanderung zwischen malerischer Perfektion und realistisch Möglichem schöpft der Künstler die Möglichkeiten der Malerei aus, komponiert, eröffnet Perspektiven und vermischt Sichtweisen, ohne den Anspruch, Wirklichkeit abzubilden.

Hans Martin Sewcz, Portrait ICC Berlin, 2003 © H. M. Sewcz

Dem stehen Hans Martin Sewcz Fotografien gegenüber. Sie zeigen Ansichten von Berliner Bauten aus den 1960er und 1970er Jahren, Nutzbauten wie der ICC  oder dem „Ahornblatt“, die zwar funktional und zweckmäßig sind, aber weniger als „schön“ empfunden werden.

Sewcz begegnet diesen Gebäuden anders als gewohnt: nicht nüchtern, sondern emotional. Er porträtiert die Bauten wie „Persönlichkeiten“ mit ihren besonderen Stärken und Schwächen, durch die ihr Charakter zum Ausdruck kommt. Intuitiv reagiert Sewcz auf die urbane Umwelt, durch die er sich bewegt. So setzt ein Prozess der Auseinandersetzung ein, auf dessen Weg die Arbeiten reifen.

Der Fotograf nimmt bewusst die Position eines Beobachters ein, der der ihn umgebenden urbane Umwelt unvoreingenommen begegnet und sie auf sich wirken lässt. Seine Architekturfotografien transportieren eine Realität moderner und postmoderner Zweckbauten, die meist verborgen bleibt: Sie zeigen ein unerwartetes, ein „schönes“ Gesicht der funktionalen Gebäude. Die Seherwartungen des Betrachters werden herausgefordert und auf den Kopf gestellt. Macht er sich die individuelle Perspektive des Fotografen zu eigen, kann er sich mit einem neuen Blick durch die Stadt und ihre Architektur bewegen und seine eigenen urbanen Klischees hinterfragen.  (Text: Simone Kraft)




Sleepless in NY? Christopher Thomas photographs the city that never sleeps – sleeping

12 10 2009

Frank Sinatra hat es auf den Punkt gebracht – der “Big Apple” ist immer in Action, ist quirlig, hektisch, turbulent. Aber es gibt auch dort Momente, in denen die Stadt zur Ruhe kommt, in denen die Hektik aus dem Blickfeld weicht und die Metropole zu schlafen scheint. Christopher Thomas hat sie in faszinierenden Schwarzweiß-Aufnahmen eingefangen.

Frank Sinatra knew it – the “Big Apple” is always on the go, is hectic, lively, in action. But even in NY there are moments when the city calms down, when the hectic disappears and the metropolis seems to fall asleep. German photographer Christopher Thomas has captured them in fascinating b/w shots, using classic techniques and thus producing images that appear timeless (even though he shot most of the images in the past 2 years).

In autumn 2009, a photo book, edited by Prestel, collects 80 of the most impressive photographs, and an exhibition in Munich presents the photographs for the first time.

Christopher Thomas, Fifth Avenue, Pigment Fine Art Print, 56 x 76 cm

Christopher Thomas, Fifth Avenue, Pigment Fine Art Print, 56 x 76 cm © Ch. Thomas

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Christopher Thomas – New York Sleeps

18. September – 31. Oktober 2009

Bernheimer Fine Art Photography
München


“I want to wake up in a city, that never sleeps!

New York, New York”

Und sie schläft doch. Christopher Thomas hat New York am frühen Morgen fotografiert. Und plötztlich begegnet die Stadt als ein Ort der Stille jenseits des hektischenAlltags, eine verzauberte Metropole ohne Menschen: Grand Central Station, Fifth Avenue, Flatiron Building, Katz’s Restaurant, Brooklyn Bridge…  – vertraut und fremd zugleich.

Thomas, der als  renommierter Werbe- und Modefotograf über alle avancierten Technologien verfügt, fotographiert mit einer Großbildkamera, die ihn zur Langsamkeit zwingt (eine für ihn gebaute Linhof Laufbodenkamera), mit Stativ, schwarzem Tuch und schwarzweißen Polaroid-Filmen. Auch mit seiner klaren Konzeption von Aufnahmetechnik, Komposition, Licht, Format und dem Verzicht auf Farbe, dem exquisiten Druck in reicher, subtiler Tonalität wie auch der Präsentationsform – handgeschöpftes Büttenpapier, Passepartout, im Rahmen schwebend montiert – nimmt er klassische Traditionen auf.

 Christopher Thomas, Cyclone Rollercoaster, Coney Island, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm
Christopher Thomas, Cyclone Rollercoaster, Coney Island, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm © Ch. Thomas

Die so entstandenen Fotografien erinnern an die klassischen Aufnahmen der frühen Fotografen und zeigen ein New York, das zeitlos erscheint.

PR-Text: “Er verwendet einen schwarz/weiß – Film Typ 55 von Polaroid, wie ihn bereits auch schon Ansel Adams verwendet hat. Dieses Filmmaterial besteht aus einem Negativ und einem Positiv. Das Negativ ist sehr groß (ca. 10 x 13 cm), extrem feinkörnig und nuancenreich. Christopher Thomas arbeitet mit dem Negativ (und nicht wie üblich mit dem Positiv), von dem er dann die Abzüge macht. Die Schwierigkeit bei dieser Arbeitsweise liegt darin, dass das Negativ sehr empfindlich ist und sofort nach dem Entwickeln (nach ca. 20 Sekunden) in ein Natriumsulfitbad gelegt werden muss, um es zu klären und den Entwickler zu entfernen. Ein Photograph in einer der modernsten Städte der Welt bedient sich also einer historischen Technik und es entstehen Bilder von zeitloser Ästhetik.”

Christopher Thomas, Solomon R. Guggenheim Museum, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm

Christopher Thomas, Solomon R. Guggenheim Museum, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm © Ch. Thomas

Entstanden sind die Fotografien – nach ersten Aufnahmen im Jahr 2001 (vor dem 11. September) – in den letzten beiden Jahren zu allen Jahreszeiten. Eine Auswahl von 80 Arbeiten ist in einem im Herbst 2009 im Prestel Verlag veröffentlichten Bildband versammelt. Zeitgleich zeigt die Bernheimer Fine Art Photography zum ersten Mal die Photographien der Serie New York Sleeps.

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Infos + Bilder Bernheim Fine Old Masters + Christopher Thomas




2x Karl-Heinz Bogner: Ausstellungen in Radolfszell und Germersheim

8 09 2009

Zwei Ausstellungstipps für den September:  Karl-Heinz Bogner zeigt in zwei Gruppenausstellungen seine Arbeiten in Radolfszell und Germersheim.

Two exhibitions in southern Germany present works by Karl-Heinz Bogner, a studied architect now working as artist with exhibitions all over Germany. In an interview with deconarch, he gave insights in his works. The present exhibits present him together with works by Jürgen Kottsieper (Galerie Kränzl), and by Rolf Urban and Franziska Schemel.

Vor einiger Zeit hat Karl-Heinz Bogner in einem Interview mit deconarch Einblicke in seine Arbeit gegeben. Der studierte Architekt ist als freischaffender Künstler bundesweit erfolgreich. So hat er u.a. 2005 eine Einzelausstellung in der renommierten Architekturgalerie Aedes in Berlin gehabt. In seinen Malereien und Skulpturen spürt er verschiedenen Raumthemen wie “Rückzugsraum”, “Zwischenraum” nach.

In der Galerie Kränzl in Gaienhofen-Horn (bei Radolfszell) werden seine Arbeiten gemeinsam mit Jürgen Kottsieper zu sehen sein:

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© Galerie Kränzl

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Neue Räume

Karl-Heinz Bogner, Jürgen Kottsieper

13.09.-25.10.2009

Galerie Kränzl

[PR-Text der Galerie:] Zwei Künstler bauen, formulieren Konstrukte auf unterschiedliche Weise. Beide setzen die meist geraden Linien in die Bildfläche, so dass Raum und Linie miteinander korrespondieren. Während Jürgen Kottsiepers schemenhafte Gebilde im Raum schweben, eine Befindlichkeit suggerieren, die an einen Seiltänzer ohne Netz erinnern, suchen Karl-Heinz Bogners durchlichtete Räume Halt in architektonischen Strukturen, die Rückzugsmöglichkeiten anbieten und doch die Bodenlosigkeit, die auch Jürgen Kottsieper thematisiert,nicht ausschliessen können.

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Innenansicht Gewölbe, KV Germersheim KV Germersheim

Gewölbe, KV Germersheim © KV Germersheim

Eine Woche später werden Objekte und Zeichnun von Bogners zusammen mit Arbeiten von Franziska Schemel (Mischtechnik) und Rolf Urban (Arbeiten auf Holz, Zeichnungen) in Germersheim zu sehen sein.

Linie Fläche Raum

Karl-Heinz Bogner _ Franziska Schemel _ Rolf Urban

19.09.-11.10.2009

Kunstverein Germersheim im Zeughaus

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Von Amts wegen in Saarbrücken: Photography by Benedikt Steinmetz

7 08 2009

Trotz der Allgegenwart der Politik in den Medien – Stichwort Wahljahr – begegnet der Bürger dem Staat nur in einer virtuell-fiktiven Form. Den konkreten Kontakt mit der Staatsmacht erfährt er über Ämter, Behörden, Verwaltungen, die nicht nur das architektonische Bild der Städte prägen, sondern auch das “Gesicht” des Staats in der öffentlichen Wahrnehmung.

In seiner Arbeit “Von Amts wegen“, die zur Zeit in der Saarbrücker Architektenkammer zu sehen ist, spürt Benedikt Steinmetz dieser Präsenz der Politik in seiner Heimatstadt Saarbrücken nach – durchaus mit einer Prise Humor, wie der Titel verrät.

Even though politics are omnipresent in the media – in Germany it’s election year – citizens encounter state only in a virtual way. Actual contact with state power one has via offices, agencies, administrations which not only coin the architectural “face” of cities, but also influence the “face” of state in the everyday life.

Benedikt Steinmetz focuses this topic in his project “Von Amts wegen“, presently shown in Saarbrücken, Germany. He traces the presence of politics and state in his hometown Saarbrücken – not lacking a certain humour, as the title reveals: “Von Amts wegen” is a German idiom, literally “officially”/”on account of office”, yet often used in a satirical-critical context.

Ordnungsamt © Benedikt Steinmetz

Ordnungsamt © Benedikt Steinmetz

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Von Amts wegen

Benedikt Steinmetz
Fotografien in Schwarz- Weiss

Haus der Architekten, Saarbrücken
30. Juli – 24. August 2009

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Wie präsentiert sich aber der Staat im täglichen Leben? Im Alltag des Bürgers, im Erscheinungsbild seiner Stadt, in seinem Lebensraum? Sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Architektur dem Zufall oder der Funktion geschuldet? Kann die Architektur dem Betrachter etwas über das Selbstverständnis des Staates sagen, der hinter diesen Fassaden waltet?

Ministerium für Umwelt © Benedikt Steinmetz

Ministerium für Umwelt © Benedikt Steinmetz

Diesen Fragen spürt der Fotograf Benedikt Steinmetz (*1961) aus Saarbrücken in seiner Arbeit “Von Amts wegen” nach. Tatsächlich kommt der Bürger, wenn er im täglichen Leben mit “der Politik” zu tun hat – und dies ist im Wahljahr 2009 und der allgegenwart des Themas in den Medien nicht wenig – nicht mit der Fiktion des Staates in Berührung. Kontakt hat man mit der Staatsmacht in Form von Amtsstuben, Behörden oder Verwaltungen, die “Rückseite der Macht”. Sie ist es auch, die umgekehrt das Bild des Staates in den Augen der Bürger bestimmt

In der Ausstellung in der saarländischen Architektenkammer werden Aufnahmen von verschiedenen über die Stadt Saarbrücken verteilten Behörden und Verwaltungen einander gegenübergestellt. Der Betrachter kann Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Fassaden erkunden und  eigenen Antworten auf diese Fragen finden. Zum Konzept gehört auch die Lage des Ausstellungsortes im Haus der Architekten. Durch die Nähe zu den dargestellten Gebäuden schließt die Ausstellung eine Aufforderung an den Betrachter ein, die Sichtweise des Fotografen mit eigenen Augen in der Wirklichkeit zu überprüfen.

Darüber hinaus legt der “Von Amts wegen” nahe, dass sich Steinmetz auch für skurrile und humorvolle Aspekte interessiert. Nicht statische, konventionelle Architekturfotografie ist sein Ziel, sondern der Blick für das Besondere, für überraschende Details sowie dynamische Elemente und scheinbar Zufälliges, das in die Bilder mit aufgenommen wird. In Steinmetz’ Arbeiten treffen Hintersinn und Humor in der Bildgestaltung mit der Strenge der Architektur zusammen.

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Jugendamt © Benedikt Steinmetz

Jugendamt © Benedikt Steinmetz

Benedikt Steinmetz (*1961) befasst sich mit dem urbanen Raum und dem Leben darin als einer Umgebung, in der man sich ständig bewegt, ohne sie – gewöhnlich – selbst mitgestaltet zu haben. Oberflächlich betrachtet erscheint diese gebaute Umwelt sehr verschiedenartig und abwechslungsreich, im Kern jedoch folgt sie immer gleichen Regeln wie dem rechten Winkel, der Mathematik, der Statik…

Neben diese gebaute Umwelt tritt ein unsichtbares, nicht fassbares Umfeld, das das menschliche Zusammenseins regelt: Gesetze, Konventionen, Rollen, soziale Verhaltensregeln, EU-Richtlinien…

“Zwischen den sichtbaren Strukturen unserer Umwelt und den scheinbar unsichtbaren Regeln entwickelt sich unsere Lebendigkeit.

Lebendigkeit im formalen Raum – das Spannungsfeld meiner Arbeiten.” B. Steinmetz

Seit 2005 setzt Steinmetz kontinuierlich fotografische Projekte um.




Rooftop Communities in Hongkong: Ghetto with City View

2 06 2009

Das Kunsthaus Hamburg zeigt die Ausstellung ‘Portraits from Above – Hong Kong‘s Informal Rooftop Communities‘ mit Zeichnungen, Fotografien und Text von Rufina Wu und Stefan Canham. Die Schau ist sowohl ein Beitrag zu ‘Jugend kulturell Bildende Kunst. EXTRA‘ als auch zum 6. Hamburger Architektur Sommer. Sie wurde bereits im Spiegel Online wahrgenommen.

The exhibition “Portraits from Above – Hong Kong’s Informal Rooftop Communities” at the Hamburg Kunsthaus presents the photo documentation by Canadian architect Rufina Wu and German photographer Stefan Canham, including photos, drawings and texts. Within 3 months Wu and Canham have visited and portrayed the informal slum cities of Hong Kong – because of the city’s geographical disposition, these auxiliary sheds have been moved to the roofs of highrises from the 50s and 60s. On minimal space people are “residing” in corrugated iron shacks with up to three “storey”. Since about 50 years these illegal informal communities are essential part of the HK cityscape.

Die kanadische Architektin Wu und der deutsche Fotograf Canham spüren in ihrem Projekt den “Slums” über – genauer: auf den Dächern Hongkongs nach. Während sich die „Ghettos“, die Barackenstädte der armen Bevölkerung, in anderen Megastädten auf freien Stadtflächen, meist am Rande der anderen Viertel ansiedeln, hat die gedrängte räumliche Situation in Hongkong andere Lösungen nötig gemacht: Die einzigen „freien“ Flächen, die noch verfügbar sind und waren, befinden sich auf den Dächern der Wolkenkratzer. Hier wurden kleinste Wohnzellen errichtet – sie sind das andere Ende der “Micro Houses” als beliebte neue Bauform.

Seit über fünfzig Jahren sind die informellen “Dach-Siedlungen” ein wesentlicher – und spektakulärer – Bestandteil der Stadt. Trotzem ist diese Architektur ohne Architekten noch weitgehend unbekannt außerhalb Hongkongs.

Einwanderung in Hongkong

Im Zuge der politischen Veränderungen in China im 20. Jahrhundert – Stichwörter sind etwa der Große Sprung nach vorn oder die Kulturrevolution – kamen Flüchtlingsströme nach Hongkong. Diese Zuwanderer vom chinesischen Festland, später auch Migranten aus Südostasien und Pakistan, mussten sich in der 7-Mio.-Stadt, in der aufgrund der geografischen Lage das Bauland knapp und die Wohnungsnot umso größer ist, billige Behelfsunterkunft suchen.

Hinzu kommt, dass in Hongkong nur der einen Anspruch auf eine Sozialwohnung hat, der sieben Jahre in der Stadt gelebt hat. Bis es soweit ist, müssen einige immer noch mit vergitterten Etagenbetten in einer der berüchtigten Bettunterkünfte (“cage homes”) auskommen. Allerdings sind diese Sozialwohnungen meist in Wohntürmen in Satellitenstädten untergebracht – dort gibt es jedoch keine Jobs.

Jobs wiederum finden die Einwanderer in den Altstadtvierteln auf Märkten, in Garküchen oder im innerstädtischen Kleingewerbe-Gewimmel – als Küchenhilfen, Reinigungskräfte oder auf dem Bau.

Slums in Top-Lage

Auf den Dächern von sieben bis zwölfstöckigen Wohnbauten aus den 50er und 60er Jahren errichteten sich die Einwanderer informelle, selbstorganisierte Wohnsiedlungen. In Verschlägen und Hütten aus Wellblech, Holz und Restmaterialien leben sie auf engstem Raum. Einige dieser “Dach-Aufbauten” sind bis zu drei Stockwerke hoch.

Tatsächlich bieten diese informellen Kleinst-Wohnzellen auf den Dächern auch einige Vorteile:

“Obwohl meist winzig, ärmlich und der Witterung ausgesetzt, bieten die Dachhütten mehr Licht und Luft als manche Etagenwohnung. Hier und da gibt es kleine Freiflächen, auf denen Kinder kicken oder Basketball spielen. Dachgärten aus Topfpflanzen werden gehegt. Leitern aus Stühlen und Kisten schaffen Verbindungen zwischen Gebäudeteilen. Manchmal findet sich Platz für kleine Schreine und Hausaltäre. Und in den engen Gängen zwischen den Verschlägen verschmelzen buddhistische Gesänge mit den Klängen pakistanischer Musikvideos und thailändischer Seifenopern.”  (zitiert aus Spiegel Online)

Dennoch:

“So pittoresk diese Dachaufbauten sind, zu sozialromantischer Verklärung taugen sie kaum. Die Sonne heizt die Räume gnadenlos auf. Bei Taifun segeln Dachpappen wie Drachen durch die Luft. Und beschwert sich ein Bewohner der umliegenden Häuser über den Blick auf den Verhau aus Wellblech, Planen und verrottenden Latten, rücken die Abrisstrupps an. Denn obwohl die Behörden die Siedlungen meist tolerieren, ja sogar Post zustellen, Strom und Wasser liefern, Gebühren und Steuern kassieren – die Aufbauten sind illegal. 

Vergleichbare Siedlungen wuchern auf den Dächern Kairos, auch in Phnom Penh soll es sie geben.”(zitiert aus Spiegel Online)

Zur Zeit sind die Dachsiedlungen in Hongkong stark bedroht: Die relativ niedrigen Hochhäuser aus den 50er und 60er Jahren werden nach und nach durch wesentliche höhere Bauten ersetzt werden.

Ausstellung in Hamburg

Rufina Wu und Stefan Canham dokumentieren die informellen Siedlungen auf Hongkongs Dächern mit Fotos der Wohnverschläge von innen und außen, Zeichnungen zur architektonischen Anlage der „Dach-Aufbauten“ und mit Texten. Sie machen sichtbar, wie diese Selbsthilfe in Existenznöten funktioniert. Zudem porträtieren sie auch einige Bewohner und ihr Leben in ihren Wohnzellen.

Für ihre Arbeit wurden Wu und Canham mit dem 3. Preis des Internationalen Bauhaus Award 2008 ausgezeichnet.




Industrial landscapes on film. 2 photo exhibits in Berlin and Brussels: Kerstin J. Schorer | Isabelle Hayeur

12 05 2009

Zwei Ausstellungen im Mai und Juni zeigen in Berlin und Brüssel die Arbeiten von zwei Fotografinnen, deren Arbeit ähnliche Themen verfolgt – die Dokumentation architektonischer Hinterlassenschaften der Industriekultur bzw. die Zeichen, die die Urbanisierung hinterlässt. || Two exhibits in May and June present works by 2 photographers whose work focus similar objectives – the documentaton of architectonical remains of Industriekultur/industrial heritage resp. the imprints of urbanization.

Kerstin J. Schorer, Ofengang

Kerstin J. Schorer: Ofengang (Foto: K. Schorer)

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Kerstin J. Schorer – Stille Zentralen

loftgalerie für Fotografie. Peter Gregor, Berlin

15. Mai – 19. Juni 2009

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Kerstin J. Schorer (*1972 in Saarbrücken) ist fotografische Autodidaktin. Aufgewachsen in der Industrieregion Saarland setzt sie sich seit Jahren intensiv mit maroden und stillgelegten Industriebauten und -objekten auseinander. Mit ihren Schwarzweißaufnahmen fängt sie den Charme des natürlichen Verfalls ein und erweist den dokumentierten Anlagen eine letzte Ehre. Schorers Dokumentationsreisen haben sie in das Gebiet der ehemaligen DDR, das sie bevorzugt, geführt, aber auch in die Schweiz, nach Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Tschechien und Polen.

In Berlin werden ihre Arbeiten zusammen mit Aufnahmen von Fritz Fabert – Archäologie der Arbeit zu sehen sein.

Betonformen

Kerstin J. Schorer: Betonformen (Foto: K. Schorer)

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Isabelle Hayeur: Monument aux hommes des carrières III, 2008 - 2009

Isabelle Hayeur: Monument aux hommes des carrières III, 2008 - 2009 (Foto: I. Hayeur)

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ISABELLE HAYEUR : FORMES DE MONUMENTS

May 13th – June 21st, 2009

L’espace Photographique Contretype, Brussels

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(Text Quote Contretype: )

Since the end of the 1990s, Isabelle Hayeur (*1969, Montreal) has been taking panoramic photographs which reveal her unusual critique of the North American anthropic landscape. Her images represent places where the debate over land-use is being played out, such as the division of land into building-plots on the outskirts of towns, waste ground, places where the landscape is being exploited and other unusual and disenchanted locations.

The artist’s ultra-realist landscapes are, nevertheless, a little artificial, because they have been made using different sources. Just like a painter, Isabelle Hayeur retouches existing landscapes and uses fragments of images from a variety of origins and temporalities, and nimble-fingeredly produces a displacement of meaning, constructing very strange places, at the outer limits of probability. The unknown, or unknowable, places she constructs by blending different places together into one, demonstrate weaknesses that focus our attention on our relationship with the environment; the transformation and development of towns and cities; the strata of urban history; the insertion of towns and cities into the countryside, and the many different styles of urban living.

Isabelle Hayeur: Monument aux bâtisseurs de Ville, 2008 - 2009 (Foto: I. Hayeur)

Her latest project, Formes de monuments (2008-2009), was created in Brussels within this framework. By juxtaposing urban blight and public statuary, these new compositions metaphorically show the changing city and the uneasy cohabitation of standardised town-planning with cultural identity. The result of this cohabitation are images that are seductive and disturbing at the same time, located between devastated land and the commemorative spaces of history.

Hayeur is known primarily for her large digital photomontages. She also produced several site-specific installations, public art commissions and videos. Her works have been widely exhibited across Canada, Europe and the United States.