Mies van der Rohe und die Fotografie: Ausstellung zur Fotografie-Auktion

31 03 2009

Aus Zeitgründen direkt aus der Pressemitteilung zitiert:

Ikonen der Architekturgeschichte in der Villa Grisebach: In der Photo-Auktion am 4. Juni wird auch ein Konvolut von mehr als zwei Dutzend Photographien zum Werk des Architekten Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) versteigert. Vom 28. März bis 27. Mai sind die Arbeiten vorab in einer Ausstellung zu besichtigen.

Berliner Bild-Bericht, BARCELONA PAVILLON, BLICK VON DER BELEUCHTBAREN  GLASWAND IN DEN INNENRAUM. 1929. Vintage. Silbergelatineabzug. 16,6 x 22,8 cm

Berliner Bild-Bericht, BARCELONA PAVILLON, BLICK VON DER BELEUCHTBAREN GLASWAND IN DEN INNENRAUM. 1929. Vintage. Silbergelatineabzug. 16,6 x 22,8 cm © Villa Grisebach

Das Hauptlos ist eine Aufnahme Curt Rehbeins von 1922, die Mies van der Rohes berühmtes Modell eines gläsernen Wolkenkratzers zeigt. [...] Zusätzlich zu dem seltenen Abzug werden bei Grisebach zwei originale Glasnegative versteigert, die das gleiche Motiv sowie eine Variation zeigen.

Das Angebot umfaßt außerdem Photographien des Frühwerks aus Mies van der Rohes Berliner Zeit wie der Stuttgarter Weissenhof-Siedlung 1927 und des Barcelona-Pavillons 1929. [...] Weitere Arbeiten zeigen den oben erwähnten Wettbewerbsbeitrag “Turmhaus an der Friedrichstraße”, auch “Wabe” genannt, den Entwurf für das Mahnmal der Neuen Wache, die Wohnbauten an der Afrikanischen Straße, das Haus Lemke in Hohenschönhausen oder die in den 1970er Jahren abgerissene Trinkhalle in Dessau.

Provenienz: Alle Arbeiten stammen ursprünglich aus dem Nachlaß des Architekten Eduard Ludwig (1906-1960), einem Bauhausschüler und Mitarbeiter von Mies van der Rohe, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. [...]

“Mies van der Rohe und die Photographie“

Ausstellung im Rahmen der Photographie-Auktion am
4. Juni 2009

28. März – 11. April 2009; 16. April – 3. Juni 2009
Villa Grisebach
Fasanenstraße 25, 10719 Berlin




Exhibition: Color Spaces, Emil Schwarz

10 01 2009

Noch bis Mitte Januar ist in der Ateliergalerie im Schweizer Leutwil am Hallwilersee die Ausstellung “Color Spaces” von Emil Schwarz zu sehen, dessen Arbeiten sich mit der “Verräumlichung von Farben” bzw. mit der Bedeutung/Wirkung von Farben in der Wahrnehmung von Raum befasst.

Alles, was ist, ist Farbe, weil alles, was ist, Frequenz ist und weil jede Frequenz eine Farbe besitzt. Sobald sich die Dinge verändern, verändert sich auch die Frequenz, was konsequenterweise bedeutet, dass sich der Raum verändert, dass alles ganz anders wird. Alles, was ist, ist das Ergebnis der Farben, denn die Farben sind die Grundbausteine der Welt. In der Ausstellung Color Spaces kommen die Räume ins Bild, die Räume, die alles enthalten[...und] die Farben [wachsen] ins Bild, in dem sich das Elementare ereignet, das am Anfang von allem ist.                       Emil Schwarz

EMIL SCHWARZ
COLOR SPACES

Vernissage 13.+14. Dezember 2008
Finissage 15. Januar 14.00–18.00 Uhr
14.30 Uhr Lesung aus neuen Texten
Öffnungszeiten: 13.–23. Dezember 08 und 03.–15. Januar 09,
jeweils 14.00–18.00 Uhr oder nach Vereinbarung.

Website




Der gerahmte Raum, Comic-Zeichnungen und Video-Installationen in zeitraumexit Mannheim

28 12 2008

zeitraumexit im Mannheimer Kunsthaus stellt „die Auseinandersetzung mit dem ‚gezeichneten’ und dem ‚erzählten’ Raum im Comic” in den Mittelpunkt. Gezeigt werden Arbeiten von vier Künstlerinnen aus Deutschland, Belgien und der Schweiz: Sofia Greff, Kathrin Borer, Géraldine Servais, Joelle Isoz. Mit der konventionellen Comic-Bildsprache haben ihre jedoch nicht viel gemein (mehr zu den Ansätzen der Künstlerinnen am Ende dieses Textes).

Sofia Greff

Zeichnung von Sofia Greff



Der gerahmte Raum. Comic-Zeichnungen und Video-Installationen
Arbeiten von  Sofia Greff / DE, Kathrin Borer / CH, Géraldine Servais / BE, Joelle Isoz / CH

kuratiert von Thilo Schwarz

30.11.08 – 24.01.09
Eintritt frei
16-20 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr
Vom 22.12.08-8.1.09 ist die Ausstellung geschlossen.

Ein paar Gedanken…

Das Ausstellungsthema wirft komplexe und vielschichtige Fragstellungen auf.

Der Comic als Bildergeschichte ist eine sich linear weiterentwickelnde Erzählsequenz, die von „Bildkästchen zu Bildkästchen” voranschreitet und eine Handlung oder einen Vorgang erzählt. Streng genommen treffen damit zwei sich eigentlich widersprechende Situationen aufeinander: zum einen die Erzählung, die sich weiterentwickelt und voranschreitet, zum anderen das Bild, das einen Momentausschnitt für immer festhält (oder zumindest für so lange, wie das Bildträger-Material es erlaubt).

Das Bild als ein auf den dargestellten Moment festgefrorenen Ausschnitt – spätestens seit der „(Er-)Findung” der Zentralperspektive ist diese Sichtweise geläufig. Albrecht Dürer, der die Konstruktionsmethode der Linearperspektive aus Italien in den Norden gebracht, definiert: „Item Perspectiva ist ein lateinisch Wort, bedeutt ein Durchsehung.” Die malerische Perspektive ermöglicht es, einen Raumeindruck auf einer Bildebene abzubilden. Das Bild wird, mit Alberti gesprochen, zum „Fenster”, durch das man hinausblickt und einen bestimmten zusammenhängenden Ausschnitt sieht, der sich nach allen Seiten hin fortzusetzen scheint, wäre er nicht vom Rahmen des „Fensters” verdeckt.

Grundlegend für die Perspektive ist also, dass der zweidimensionale Bildträger, sei es eine Leinwand, sei es Holz oder Stein, als solcher negiert wird und als bloß materielle Fläche dient, auf die mit bestimmten Farbmitteln ein illusionistischer Malraum aufgetragen wird. Die so geschaffene Bild„ebene” erzeugt die Illusion einer Realitätsabbildung. Wichtig ist dabei, dass die ganze Malfläche zum „Systemraum” wird, in dem die dargestellten Gegenstände und Figuren sowie der sie umgebende Raum in entsprechenden Größenverhältnissen wiedergegeben sind.

Allerdings entsprechen auch (zentral- bzw. linear-) perspektivisch wiedergegebene Bilder nicht zu 100% dem real Gesehenen. Man denke an die Randverzerrung, die durch die gekrümmten Augäpfel entstehen. Panfosky setzt sich mit diesem Thema in seinem nicht undproblematischen Aufsatz „Die Perspektive als ‚Symbolische Form’” auseinander.

Damit ist ein weiteres Problem angeschnitten: So paradox es klingt, Raum an sich kann nicht wahrgenommen werden. Man denke sich einen absolut leeren Raum. Betrachtet man eine farbige Fläche oder ein dreidimensionales Volumen? Räumliche Tiefe wird erst durch die den Raum einfassenden „Ränder” oder durch zwei im Raum sich befindende Objekte, die vor/neben/hinter einanderstehen, wahrnehmbar.

Die Arbeiten in der Ausstellung “Der gerahmte Raum”

In “Der gerahmte Raum” werden vier unterschiedliche Raumauffassungen der Künstlerinnen gegenübergestellt.

Während die 21 Blätter von von der Künstlerin selbst mehrfach umgehängt und im Raum arrangiert wurden, halten sich die Arbeiten von Joelle Isoz an eine feste Reihenfolge. Bei Sofia Greff gibt der Ausstellungsraum selbst den Rahmen vor: Greff hat die Decke des Raums auf einem Oberlicht abgebildet, der Besucher erlebt aus der Froschperspektive ein neues Raumgefühl. Bei Géraldine Servais hingegen reicht der Bildraum ihrer Einzelbilder nicht aus, die Erzählung durchbricht den Rahmen.

(Bildberschreibungen hier und hier)




Multiple City – Stadtkonzepte 1908|2008 (Exhibition at Pinakothek der Moderne, Munich)

17 12 2008

An ambitious exhibtion project can be seen at the Pinakothek der Moderne, Munich:

Multiple City presents global urbanistic concepts since 1908 until 2008.

(Info cited from self-description, cf. link:) Megacities and shrinking cities, “highspeed urbanism” and “slow cities” – the global cities are changing. The difference between town and countryside dissolves, everthing becomes city in differend spatial and structural forms. New forms of cities, new urban landscapes, new global and local spatial networks emerge.

The exhibition opposes and combines historic and present urban concepts – illustrated by white and grey backgrounds of the presentation walls – and makes thus visible the complex developments of urbanism.  The shown scopes range from Modern Garden City Movement to postwar-”International Style” concepts to presentday “urban landscapes”, from the  “New Towns” of the 1960s to the new foundations in China and the VAE, and looks into the ideas of a mobile city, of a digital “telepolis”, and how consumerism leads to the idea of urban branding: city as trademark.

Today’s urban phenomenons are heterogenous: Multiple City.

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Multiple City – Stadtkonzepte 1908|2008
bis 01.03.2009

Ausstellung | PINAKOTHEK DER MODERNE | ARCHITEKTUR




PERFORMING THE CITY. Kunst Aktionismus im Stadt Raum 60er und 70er Jahre

11 10 2008

Ausstellung in Lothringer 13, Städtische Kunsthalle München

Der vollständige Ausstellungstitel lautet:

PERFORMING THE CITY. TOKIO   SEOUL   MOSKAU   LJUBLJANA   NEAPEL   MÜNCHEN   BERLIN   PARIS   SÃO PAULO   NEW YORK   MEXIKO CITY. Kunst Aktionismus im Stadt Raum 60er und 70er Jahre und will einen Beitrag zur globalen Geschichte performativer Kunst, zur Kunst-im-öffentlichen-Raum-Debatte und zur Auseinandersetzung mit dem Kritizismus und Utopismus der 1960er / 1970er Jahre leisten. Erstmals soll in einem ausholenden Überblick das Verhältnis von performativer Kunst und Stadt thematisiert werden mit besonderem Schwerpunkt auf den performativen Urbanismus der 1960er und 1970er Jahre.

Kuratiert von dem Münchner Kunsttheoretiker Heinz Schütz will das Projekt eine Brücke von Asien über Europa nach Amerika schlagen. Es richtet den Blick über die Kunstzentren hinaus auch auf Städte, die gewöhnlich an die kunsthistorische Peripherie gedrängt werden. Vorgestellt werden Aktivitäten im Stadtraum von Tokio, Seoul, Moskau, Ljubljana, Neapel, München, Berlin, Paris, São Paulo, New York und Mexiko Stadt.

Weiter heißt es in der offiziellen Mitteilung zur Ausstellung:

Städte sind mehr als die Summe statischer Architekturen: Die Stadt entsteht performativ als Resultat von sozialen Prozessen und öffentlichen Aktionen. (…) Mit Happenings, Aktionen, Performances und Interventionen setzt sich der performative Urbanismus über nationale und kontinentale Grenzen hinweg und äußert sich doch von Stadt zu Stadt verschieden. Er ereignet sich in einem Klima des gesellschaftlichen Aufbruchs und verbindet sich immer wieder mit den emanzipatorischen Bewegungen der 60er und 70er Jahre, die in Überwindung traditioneller Hierarchien, gesellschaftlicher Erstarrungen und politischer Repressionen auf eine Demokratisierung der Gesellschaft zielen.

Eine Überblick über die umfangreiche Künstlerliste gibt es hier.

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Die Ausstellung wandert im Dezember 2008 in den Palazzo delle Art Napoli (PAN), im Januar ins Centro Cultural São Paulo (CCSP) und im April nach Paris ins Institut national d’histoire de l’art (INHA).

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PERFORMING THE CITY

TOKIO   SEOUL   MOSKAU   LJUBLJANA   NEAPEL   MÜNCHEN   BERLIN   PARIS   SÃO PAULO   NEW YORK   MEXIKO CITY

Kunst Aktionismus im Stadt Raum 60er und 70er Jahre

Eröffnung: 14.10.2008, 19.30 Uhr
Dauer der Ausstellung: 14.10. – 30.11.2008

Symposium „Performing the City. Globale Avantgarde / kulturelle Differenz” veranstaltet von der Akademie der Bildenden Künste und dem Kulturreferat der Stadt München: 21. bis 22. November 2008

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Auf die Ausstellung aufmerksam wurde ich über diesen Blog.