NEW Virtual Exhibition: Architektur|Erinnerung

19 07 2010

„Wir denken nicht an die Naturwissenschaft, sondern an die Architektur, wenn wir von Raum oder Zeit in Bezug auf unsere Erfahrungen und Erinnerungen sprechen.” Daniel Libeskind, Breaking Ground, 2004, S. 308

Diese Bebobachtung, wie sie Libeskind formuliert, lässt sich auch im alltäglichen Leben machen: Erinnerung und Vorstellungen werden oft mit räumlichen Bildern verbunden – sei es  etwa das „Studieren“ an der Universität mit Hörsälen, Bibliotheken, Mensa, sei es das „Zuhause“ mit dem alten Kinderzimmer, dem Garten der Großeltern, den eigenen Vierwänden, …

Unsere Erinnerungen und Erlebnisse sind sehr oft mit baulichen Elementen verbunden.

Ganz in diesem Sinne stehen auch unsere imaginären Bilder von Metropolen mit Bauwerken in Verbindung – was wäre Paris ohne Eiffelturm, London ohne Tower Bridge, New York ohne Wolkenkratzer?

Die folgenden KünstlerInnen nähern sich der Architektur-Erinnerung, dem persönlichen Erleben von Architektur aus verschiedenen Perspektiven an:

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“When talking about space or time in our experiences and memories, we are not thinking of natural sciences, but of architecture.” Daniel Libeskind, Breaking Ground (transl. by S. K.)

A similar observation as described by Libeskind can be made in our everyday life: we connect memories and ideas with spatial images – being it “studying” at the university with its lecture theaters, libraries, cafeterias, being it “home” in the old bedroom we used as kids, the grandparents’ garden, one’s own appartment, …

Our memories and experiences are often connected to architectural elements.

In the same spirit we associate our imaginary ideas of cities with buildings – what would  Paris be without the Eiffel Tower, London without its Tower Bridge, New York without skyscrapers?

The following artists approach Architectural Memories, the personal experience of architecture in different ways:

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Michael á Grømma, Coast of California, 2008

Michael á Grømma, Coast of California, 2008 © M. á G.

Der junge dänische Künstler Michael á Grømma hat in seinen Gemälden seine Erfahrungen in Californien verarbeitet. Tatsächlich haben ihn die Erlebnisse vor allem der Städte Westamerikas zur Malerei gebracht. In einem Interview mit deconarch.com vom März 2009 erzählte Grømma:

Michael á Grømma, God is in the House, 100 x 100 cm, 2008

Michael á Grømma, God is in the House, 100 x 100 cm, 2008 © M. á G.

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“It all started when I visited California last year (2007). I loved the cities and I loved the whole vibe and feel of the place, and also the people living there. It inspired me a lot, and when I got home I wanted to tell people about my experience! Painting was a very natural choice of expression, and all of my motives are in someway connected to my experience in CA. I also include things like my huge fear of flying, and therefore the dilemma of me wanting to go back to visit again.”

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Beatrice Minda: Tomnatic 2004

Beatrice Minda: Tomnatic 2004 © B. M.

Beatrice Minda

Beatrice Minda © B. M.

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Beatrice Mindas Serie “Innenwelt” , 2003-2006, zeigt menschenleere Interieurs, die auf Kindheitserinnerungen der Fotografin an die Wohnräume ihrer Großeltern in Rumänien basieren. Zwischen 2003 und 2006 fotografierte sie in Rumänien sowie in Duetschland und Frankreich Zimmer von Rumänen, von im Exil lebenden Rumänen sowie Arbeitsmigranten. Sie wolle mit dem Projekt etwas gegen des Vergessen tun und der Welt ihrer Kindheit nachspüren, so Minda. Entstanden sind poetische Bilder voller Details, die Heimat, aber auch den Verlust einer solchen aufscheinen lassen.

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Hans Martin Sewcz, Portrait ICC Berlin, 2003 © H. M. S.

Der Berliner Fotograf Hans Martin Sewcz porträtiert funktionale Nutzbauten der Moderne und Postmoderne. Er begegnet diesen Gebäuden anders als gewohnt: nicht nüchtern, sondern emotional. Er porträtiert die Bauten wie „Persönlichkeiten“ mit ihren besonderen Stärken und Schwächen, durch die ihr Charakter zum Ausdruck kommt. Intuitiv reagiert Sewcz auf die urbane Umwelt, durch die er sich bewegt. So setzt ein Prozess der Auseinandersetzung ein, auf dessen Weg die Arbeiten reifen.

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Illus. die Künstler




Beatrice Minda: Social changes and architecture

22 05 2010

Paris Goethe Institut presents Romanian photographer Beatrice Minda “Shift”, including the two complementary series “Staatsbank der DDR [State Bank of GDR] / Hotel de Rome” and “Innenwelt [Interiors]“. Both projects deal with social changes in Eastern European states during and after the fall of the “Iron Curtain”. These changes become apparent in building interiors, too.  While “Innenwelt” focuses on private rooms, “Staatsbank Berlin / Hotel de Rome” shows public, representative rooms.

Beatrice Minda, Staatsbank der DDR/Hotel de Rome, 2003-2007

Beatrice Minda, Staatsbank der DDR/Hotel de Rome, 2003-2007 © B. Minda

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SHIFT – FOTOGRAFIEN VON BEATRICE MINDA
“Staatsbank der DDR / Hotel de Rome”
“Innenwelt”

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Toulouse

Goethe-Institut Paris

6. Mai – 30. Juni 2010

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PR-Text: In der Ausstellung “Shift” zeigt Beatrice Minda die sich ergänzenden Fotoserien “Staatsbank der DDR / Hotel de Rome” und “Innenwelt”. In beiden Projekten geht es um gesellschaftliche Umbrüche, die auch im Innern von Gebäuden, in Innenräumen, sichtbar werden. Die Serien beziehen sich auf denselben Zeithorizont, auf den politisch- historischen Wandel der osteuropäischen Staaten, die sich plötzlich als Teil der westlichen Welt wiederfanden. Während es sich bei “Innenwelt” um die Erkundung privater Räume handelt, liegt der Fokus bei “Staatsbank Berlin / Hotel de Rome” auf öffentlichen und repräsentativen Räumen.

Beatrice Minda, Staatsbank der DDR/Hotel de Rome, 2003-2007

Beatrice Minda, Staatsbank der DDR/Hotel de Rome, 2003-2007 © B. Minda

“Staatsbank der DDR / Hotel de Rome” 2003-2007 zeigt den Wandel des Gebäudes der ehemaligen Staatsbank Berlin der DDR, das bis vor wenigen Jahren noch als Veranstaltungsort benutzt wurde und nun zum Hotel umfunktioniert wurde. Ein repräsentatives Gebäude verändert sich mit der Gesellschaft und der jeweiligen Funktion, die sie ihm zuweist. Jede Umfunktionierung und Umnutzung zeichnet sich durch eine mehr oder weniger radikale Aneignung der Räumlichkeiten aus. Die unsichtbare Hand des jeweiligen Kapitals tilgt die vorangegangene Funktion. Dabei werden Spuren ausradiert – andere erhalten. Man nutzt die ursprüngliche Substanz und Aura des Gebäudes, doch der jeweilige Geist der Zeit schreibt sich immer wieder neu ein. Zu sehen sind Phasen des Übergangs, Geschichte als Ablagerung. Dabei wird ein Wechsel von Atmosphären sicht- und spürbar.

Die Serie “Innenwelt” , 2003-2006, beruht auf Kindheitserinnerungen an die Wohnräume der Großeltern von Beatrice Minda in Rumänien. Dort fotografierte sie Interieurs einer Welt, die sich an der Schwelle zum Verschwinden befindet. Diese menschenleeren Innenansichten fungieren wie “Zeitinseln”. Mit Aufnahmen von Wohnungen rumänischer Emigranten in Frankreich und Deutschland findet die Serie ihre Fortsetzung. Bilder voller Details, in denen die Künstlerin Spuren kollektiver Erfahrung und wahrnehmbaren Verlustes festhalten wird. Es sind exemplarische Projektionsräume eines größeren historischen Zusammenhangs.

Info + illus. courtesy Beatrice Minda