Rolf Zscharnack | Fast City in Berlin

10 02 2012

Rolf Zscharnack photographs global cities at night – while moving. Thus he transforms the silent cities into visions of light. “Fast City” are dynamic potraits of urban metopolises like Berlin, New York und Miami. The photos are not photoshoped, but result from a particular photographic technics.

Miami No° 10 (2009) © Rolf Zscharnack

Miami No° 10 (2009) © Rolf Zscharnack

 

 

Rolf Zscharnack | Fast City

27. Januar bis 10. März 2012

Galerie Hiltawsky, Berlin

www.hiltawsky.com

 

 

 

PR-Text: Fast City’ ist die erste Berliner Galerieausstellung des 1966 in Starnberg geborenen Fotokünstlers Rolf Zscharnack.

2009 begann Rolf Zscharnack, an dem Projekt ‚Fast City’ zu arbeiten und beginnend in Berlin entstanden in der Folge weitere Motive dieser Serie in Miami und New York. Seine Fotoarbeiten werden vollständig im Moment des Auslösens des Kameraverschlusses geschaffen, sind nicht am Computer digital konstruiert, sondern gestaltetes Ergebnis seiner ausgereiften fotografischen Technik.

Berlin No° 15 (2009) © Rolf Zscharnack

Berlin No° 15 (2009) © Rolf Zscharnack

Ausgehend von den eigenen Erfahrungen des für ihn wieder gänzlich neuen Großstadtlebens, wo Straßen, Autos, Gebäude und deren Bewohner oft nur flüchtige, schemenhaften Lichtspuren der Schnelllebigkeit auf der Netzhaut hinterlassen, versucht der Künstler diese Spuren festzuhalten, ihnen eine Form zu geben. Dabei bilden die Architektur und die Lichter der Stadt das Grundmuster seines Materials, das der Lichtbildner mittels seiner Kamera zu bewegten, unscharfen, verschwommenen und abstrakten, mit Licht gemalten Bildern voll satter farbiger Intensität formt. Die Fotografien der Stadtlandschaften werden so abstrahiert zum Rausch der Farben der Nacht, zu Momenten intensiven Fühlens von Farbe und Form und ihrer Auflösung in Bewegung und Vergänglichkeit.

Info + illus. courtesy Galerie Hiltawsky




FELD | Extracts of Local Distance in Karlsruhe

6 02 2012

deconarch.com proudly presents: On Wednesday, the Architekturschaufenster Karlsruhe opens its new show “FELD | Extracts of Local Distance” with works by Berlin design studio FELD who compose breathtaking photo collages. I will be introducing their work during the opening on Wednesday.

 
 
 
 
FELD | Extracts of Local Distance

Architekturschaufenster Karlsruhe

8.2.2012 bis zum 24.2.2012

www.architekturschaufenster.de

 

PR-Text: Das Berliner Studio FELD zerlegt Architekturfotos in ihre Bestandteile und fügt diese erneut zu atemberaubenden Raumkompositionen zusammen. Der Stoff für die Collagen stammt von Fotos, die Klaus Frahm, Hamburg, und Roland Halbe, Stuttgart, von Richard-Meier-Gebäuden aufgenommen haben. Das Collagen-Projekt wurde bereits in Helsinki, Lissabon, Berlin und Tokyo gezeigt. Das Architekturschaufenster übernimmt diese Ausstellung aus der Galerie f75 von Wilfried Dechau in Stuttgart.

Zur Eröffnung spricht Simone Kraft, M. A. (*1980). Sie ist Kunst- und Architekturhistorikerin aus Heidelberg und promoviert über die dekonstruktivistische Architektur. Sie arbeitet als freie Kuratorin, Autorin und Lektorin und betreibt den Blog deconarch.com über die Verbindung von Architektur und Kunst. Für ihre Ausstellung “(In)Visible Cities” wurde sie mit dem Wolfgang Hartmann Preis 2011 ausgezeichnet. Weitere Infos unter www.simonekraft.com.

Info + illus. courtesy Architekturschaufenster KA / FELD




André Kirchner | 30 Jahre Stadtfotografie in Berlin

30 01 2012

Living in Berlin for 30 years, city photographer André Kirchner captures the less prominent views of the city: corners, voids, waste lands, spaces where the past is still visible. He now presents works of the past 30 years in Berlin.

Berlin-Schöneberg, 2005

Berlin-Schöneberg, 2005

André Kirchner | 30 Jahre Stadtfotografie

Galerie im Rathaus Tempelhof, Berlin
20. Januar – 9. März 2012
www.hausamkleistpark-berlin.de (aktuell/ Galerie im Rathaus Tempelhof) www.kirchner-phot.de

André Kirchner „Aufnahmen aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg und dem angrenzenden Umland“
Galerie im Tempelhof Museum, Berlin

22. Januar – 11. März 2012

 

Hinter dem Leipziger Platz, Berlin, 2004

Hinter dem Leipziger Platz, Berlin, 2004

PR-Text: Ab dem 20. Januar zeigt der Fotograf André Kirchner, der mit seinen Arbeiten in zahlreichen renommierten Fotosammlungen vertreten ist und auch das Fotoarbeitsstipendium des Bezirks Tempelhof-Schöneberg gewonnen hat, seine große Werkschau „30 Jahre Stadtfotografie“ in der Galerie im Rathaus Tempelhof.

Seit 30 Jahren lebt und arbeitet der Stadtfotograf André Kirchner in Berlin. Er fotografiert in Großformattechnik die zwar oft zentral gelegenen, aber eher nicht prominenten Ansichten der Stadt: Ecken, Brachen, Lücken, Abrisshäuser. Orte, an denen die Spuren der Vergangenheit ablesbar sind; Orte, die mitten in der Stadt im stillen Winkel liegen. In seinen fotografischen Kompositionen gibt André Kirchner der Stadt ein Gesicht.

Mauerstrasse, Berlin, 2009

Mauerstrasse, Berlin, 2009

Alle Fotografien zeichnen sich durch die besondere Wahl des Aufnahmestandortes, die formale Strenge und eine nahezu poetische Ästhetik aus. Oft verbunden mit leiser Ironie vermitteln die Fotografien von Kirchner den Eindruck, als führe der abgebildete Stadtraum ein Eigenleben.

Im Nicolai Verlag ist im Dezember 2011 der Bildband von André Kirchner: „Schauplatz Berlin – Der Aufbau der neuen Mitte“ mit Berlin-Fotografien von 1987 bis 2011 erschienen. Eine Werksübersicht von André Kirchner finden Sie auf: www.kirchner-phot.de.

Info + illus. courtesy www.kirchner-phot.de




Pallasseum Portraits of/in Berlin

20 01 2012

The “Pallasseum” complex in Berlin-Schöneberg, built in the 1970s, is, if at all, heard of for its social situation. About 2000 people from all cultures, religions and social levels are living closely. The five photographers Behrendt, Jenssen, Meyer, Morawski und Sztankovits portrayed the inhabitants, showing a characteristic profile of this Berlin location.


 
PALLASSEUM PORTRAITS

EIN FOTOGRAFISCHES AUSSTELLUNGSPROJEKT VON NORMAN BEHRENDT, OLE JENSSEN, CAROLIN MEYER, TOBI MORAWSKI UND SZILVIA SZTANKOVITS

20.—29. Januar 2012

Galerie Walden, Berlin

zeitgleich wird eine Auswahl großformatiger Porträts direkt am Pallasseum an der Galerie über der Pallasstraße im öffentlichen Raum zu sehen sein.

 

 

Pallasseum

Pallasseum

PR-Text: Ähnlich anderen großen Wohnungsbauprojekten wie etwa die ‚Cité Radieuse’ in Marseille, das ‚Edifício Copan’ in São Paolo oder das ‚Barbican’ in London ist das sogenannte ‚Pallasseum’ in Berlin-Schöneberg ein Ort, dessen architektonische Form und Konzeption dem Zusammenleben der dort lebenden Menschen außergewöhnliche Rahmenbedingungen bietet. In dem in den späten 1970ern von Jürgen Sawade errichteten Gebäudekomplex, der mitunter als sozialer Brennpunkt in die Schlagzeilen geriet, treffen ca. 2.000 Menschen zahlreicher Kulturen, Religionen und sozialer Schichten auf engstem Raum aufeinander, wobei eine bunte Mischung unterschiedlicher Lebensentwürfe und -vorstellungen ihren Platz finden.

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen im Frühsommer 2011 haben sich die fünf Fotografen Behrendt, Jenssen, Meyer, Morawski und Sztankovits den Bewohnern des ‚Pallasseums’ gewidmet und über das Angebot, ihnen professionelle Bilder zu eigenem Gebrauch als Gegenleistung zu bieten, hunderte von Porträts anfertigen können. Darauf sind Frauen, Männer und Kinder aus allen Altersklassen und Kulturkreisen zu sehen, die im Gebäude leben und arbeiten. Es entstand eine einzigartige Sammlung von Porträts, welche annähernd die bunte Vielfalt der dort lebenden Menschen verdeutlicht. Eine Auswahl dieser Arbeiten ist in der Ausstellung ‚Pallasseum Portraits’ zu sehen. Sie zeigt einen charakteristischen Querschnitt der Menschen, welche diesen besonderen Ort in Berlin prägen. Im Unterschied zum alltäglichen Nebeneinander, bei dem Nationalität, Religiosität, äußeres Erscheinungsbild und politische Ausrichtungen weiterhin als wesentliche Bestimmungs- und Abgrenzungsmerkmale im Zusammenleben der Bewohner angewendet werden, stellen die Fotografien mit ihrer einheitlichen Ästhetik die Porträtierten auf ein und dieselbe Ebene. Durch diese Betrachtungsweise nivellieren sich zunächst die vordergründigen Unterschiede und geben jeder/jedem Einzelnen die gleichberechtigte Aufmerksamkeit, die ihr/ihm zusteht.

Mit ihrem Projekt haben die Fotografen ein nahezu umfassendes Abbild der aktuellen Bewohnerschaft des ‚Pallasseums’ geschaffen und geben so Einblick in die internen Strukturen des Wohnkomplexes. Es ist damit die Dokumentation der modellhaften Durchmischung von Wohnquartieren, eines sozialen Experiments, welches trotz seiner potentiell problematischen Implikationen aufgrund des Engagements seiner Bewohner mehr oder minder zu funktionieren scheint. Das ‚Pallasseum’ ist somit ein Ort des Nebeneinanders, welches zwar nicht immer reibungslos verläuft, bei dem sich jedoch zeigt, dass sich die beteiligten Kulturen miteinander arrangieren können. Das Projekt selbst hat mit seinem kommunikativen Ansatz zu diesem Miteinander beigetragen und Berührungsängste der Bewohner – sowohl untereinander als auch mit dem Medium der Fotografie – abgebaut. (Text / Daniel Klemm)

Info + illus. courtesy Pallasseum Portraits




Ontem by André Cepeda in Berlin

16 01 2012

André Cepeda captures chaotic, claustrophobic interiors, marks of self-destruction, moments of reinterpretation of still lives and thereby shatters the conventionality of private spaces as we know them. He photographs the so-called islands of Porto, characteristic architectures of the late 19th century and the early 20th century: behind a nondescript street entrance, we find a long line of houses offering minimum conditions of habitability, thus creating a small self-enclosed urban nodule, similar to the famous English back-to-back houses.


Ontem
by André Cepeda

14th January – 25th February 2012

Galerie Invaliden 1, Berlin

 

 

PR Text: It is curious when artists embark upon individual works that require many years to be completed. In the world of contemporary photography several examples of spectacular commissions that result in monographic works that offer a more or less tensive response to the original brief can be found. I remember discussing this project with André Cepeda about four years ago. A handful of his pictures were linked to spaces in the city of Porto, where we both lived, and despite being exterior settings, they achieved to provide a sense of intimacy: interior patios, plants in small open-air recesses, elements of exasperating banality to which the artist conferred it’s intrinsic dignity.

I soon realised that he intended to systemise his wanderings through the city, as it was perceived by the artist himself but without revealing the area’s inner reality. He began a process of physical demarcation of the territory, meeting inhabitants who normally remain hidden from passers-by. One of the typical phenomena of Porto’s urban development of the late 19th century and the early 20th century is the so-called islands: behind a nondescript street entrance, we find a long line of houses offering minimum conditions of habitability, thus creating a small self-enclosed urban nodule (very different from workers’ houses in comparable neighbourhoods in Lisbon, that were structured around central courtyards). This urban design mimics patterns found at the dawn of the Industrial Revolution in the United Kingdom (the famous back to back houses), but normally embodies a smaller and more wretched vision. These developments were carried out in response to Porto’s growing industrialisation, but now they are obsolete, left as relics of industrial archaeology. The working class has effectively disappeared and these areas nowadays belong to a significant subset of the elderly, unemployed or economically under-privileged.

Nevertheless, it should be emphasised that there is often a strong sense of community in such neighbourhoods and some of these areas now have considerably more pleasant conditions than those existing at the time of their construction, where basic sanitation and plumbing were achieved at best via improvised shared solutions. André Cepeda began his work on the basis of this specific territorial and urban demarcation. As I explained above, I was impressed by the way in which the project was developed: its conceptual rigour and discipline obliged the artist to spend days on end looking for places that held significance for him, looking for details that he expertly captures and which immediately endow a sense of pungent universality to the picture in question.

… (read on LINK)

Info + illus. courtesy Invaliden 1




Diverse Zimmer. Philip Topolovac in Berlin

19 11 2011

In his current exhibition, Philip Topolovac generates an interior of remembrance: a time machine, equipped with war-torn artifacts that he discovered on construction sites in the center of Berlin within the last few years. In earlier works Topolovac already focused on voids and gaps: the unconscious. In his present project he concentrates on holes within the urban space: construction sites and wastelands, where he discovers layers of the past. Along the former Berlin wall, gaps are being closed rapidly. The design and aesthetics of the results are quite dodgy and ambivalent. History is being deleted and newly written at the same time: the city as a palimpsest.


 
 
Diverse Zimmer
by Philip Topolovac

19. November 2011 – 7. January 2012

Galerie Invaliden1, Rosenthaler Platz Berlin
www.invaliden1.com
 
 
PR-Text: Philip Topolovac erzeugt in seiner aktuellen Ausstellung ein Erinnerungsinterieur, eine Zeitmaschine, bestückt mit kriegsversehrten Artefakten, die er in den letzten Jahren auf Baustellen im Zentrum Berlins gefunden hat. Bereits in bisherigen Arbeiten stehen Leerstellen und Zwischenräume, Unheimliches und Unbewusstes im Zentrum seines Interesses. So z.B. bei den in Wänden montierten Lochinstallationen, aus denen technische Apparaturen wuchern. Im jetzigen Projekt konzentriert er sich auf Löcher im städtischen Gefüge: Baustellen und Brachen, in denen er die Schichtungen der Vergangenheit entdeckt.

Entlang des ehemaligen Mauerstreifens werden rasant langjährige Baulücken geschlossen. Die Ergebnisse sind in ihrer Gestalt und Ästhetik durchaus ambivalent und fragwürdig. Geschichte wird ungeschehen gemacht und zugleich neu geschrieben – die Stadt als Palimpsest.

[...] Den kurzen Zeitraum zwischen dem Aushub der Baugruben und der erneuten Versiegelung des Bodens nutzt Topolovac für eine Recherche nach der vergessenen Zeit. Die Habseligkeiten der ehemaligen Bewohner werden durch die Schaufeln der Bagger wieder zum Vorschein gebracht. Topolovac birgt die Objekte aus den zur Entsorgung bestimmten Schuttschichten.

Der Titel der Ausstellung, Diverse Zimmer, der von einer im Schutt gefundenen Buchseite übernommen ist, bezieht sich dabei nicht nur auf die verschwundenen Häuser, aus denen die gesammelten Objekte stammen, sondern auch auf die Zeiträume, die zwischen damals und heute liegen – die unterschiedlichen Blickwinkel und letztlich die Frage nach dem, was wir als vergangene und gegenwärtige Realität empfinden.

[...]

Diese Artefakte, banale Bruchstücke untergegangener, verschwundener Biografien, werden in einer eigenen Architektur aufgehoben und neu vernetzt. Die Installation aus MDF und Schnellbaumaterial erscheint dabei wie eine Mischung aus Skulptur und Möbelstück – irgendwo zwischen Merzbau, Raumschiff und Frankfurter Küche. Ein umgestülptes Interieur, daß sowohl rekonstruierend als auch inszenierend wirkt und den Gegenständen eine neue Präsenz verleiht. Neutrales Grau und scharfe Kanten heben das eigentlich Vergessene heraus und ermöglichen einen präzisen Blick auf die erstarrten Formen. Geschmolzene Flaschen, zerbeulte Kannen, deformierte Leuchter, Undefinierbares werden in die Regale und Nischen einsortiert. Es entsteht eine abstrakte Rekonstruktion der verschwundenen Räume, in denen diese Dinge einst Verwendung fanden.

Die zeitliche Distanz zu einer unbegreifbar gewordenen Vergangenheit und die räumliche Nähe zu ihren Überresten lassen etwas Neues entstehen. Eingefügt in die Installation werden die Objekte zu selbsreferentiellen, skulpturalen Aliens. Topolovac Installation wird zur Zeitkapsel, zum Trajekt, das diese Exemplare im Jetzt verortet und sichtbar macht. Nicht der Blick zurück steht dabei im Vordergrund, sondern wir, die Blickenden selbst und unser Verhältnis zum Vorher und Nachher. Was bleibt, ist die Frage, wie unsere Flatscreens und Iphones dereinst aussehen werden, wenn man sie aus einem Loch in der Erde gräbt. (Peter Lang)

Info + illus. courtesy Galerie Invaliden1




Thomas Weinberger | Von Licht und Zeit in Berlin

15 11 2011

Photographer Thomas Weinberg explores the possibilities of his medium in a fundamental way. His large formated shots show particular light and coloring, resulting not from digital production, but from crossfading of two takes of the same location by day and night. Weinberger’s motives focus on architectural situations. 

Schering, Berlin C-Print auf Aluminium, hinter Glas, gerahmt 125 x 149,1 cm, 2003, edition of 5.  © Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Schering, Berlin C-Print auf Aluminium, hinter Glas, gerahmt 125 x 149,1 cm, 2003, edition of 5. © Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

 
 
 
Thomas Weinberger | Von Licht und Zeit

28. Oktober bis 31. Dezember 2011

Galerie Martin Mertens, Berlin

www.martinmertens.com

 
 
 
PR-Text: Nicht nur in der Fotografie – aber besonders hier – ist es ausgesprochen schwer, Künstler zu finden, die sich sehr grundlegend und neuartig mit den Bedingungen und Möglichkeiten ihres Mediums beschäftigen. Thomas Weinberger gelingt in seinen fotografischen Arbeiten aber genau das. Seine großformatigen Fotographien verbindet eine sehr eigentümliche Lichtsituation und Farbgebung. Diese speziellen Eigenschaften sind jedoch nicht das Ergebnis von fotografischen Filtern oder gar der Nachbearbeitung am Computer, sondern sie entstehen durch das pixelgenaue Übereinanderblenden von zwei Aufnahmen des selben Ortes am Tag und in der Nacht.

History Rising, Dubai C-Print auf Aluminium, hinter Glas, gerahmt 125 x 149,5 cm, 2006, edition of 5.  © Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

History Rising, Dubai C-Print auf Aluminium, hinter Glas, gerahmt 125 x 149,5 cm, 2006, edition of 5. © Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Für den Betrachter ergibt sich daraus eine gewisse Desorientierung. Ist es Tag oder Nacht? Die Bilder bekommen eine surreale Wirkung. Sie erscheinen im ersten Moment wie Fotos von Modelllandschaften – ähnlich den Arbeiten von Thomas Demand, in denen das vermeintlich dokumentarische Foto eine reale Szenerie abzubilden scheint, obwohl es tatsächlich ein Papiermodell zeigt. Bei Weinberger sind die Orte zwar real, doch erhalten sie durch seine spezielle Behandlung etwas Malerisches. Er selbst sagt dazu: „Wo Fotografie ihrem Wesen nach nach “Wahrheit” und “Realität” zu streben scheint, wollte ich eine Verdichtung von Zeit und Licht. Also Dichtung statt Wahrheit. So führe ich den Anspruch der Abbildung von “Realität” ad absurdum, der zumindest teilweise und in Abgrenzung zur Malerei, von der Fotografie gefordert, oder besser gesagt ihr unterstellt wird.“

Einer der Kernaspekte der Fotografie – nämlich das Festhalten eines Augenblicks – wird in Weinbergers Arbeiten vollkommen negiert. Durch das Verbinden von zwei getrennten Betrachtungszeiträumen und somit zwei unterschiedlichen Informationskomplexen über das Motiv, nähern sich seine Bilder vielleicht eher dem Wesen der Dinge und hier liegt vermutlich die größte Annäherung an die Malerei. Eine gute Malerei ist in der Lage hinter die Oberfläche der Dinge oder Menschen zu blicken und mehr auszusagen als es das bloße Abbilden der Oberfläche vermag.

IEPE, Madrid C-Print auf Aluminium, hinter Glas, gerahmt 125 x 154 cm, 2007, edition of 5.  © Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

IEPE, Madrid C-Print auf Aluminium, hinter Glas, gerahmt 125 x 154 cm, 2007, edition of 5. © Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Bei der Motivwahl konzentriert sich Weinberger auf architektonische Situationen, Stadtansichten, Baustellen, Gerüste, allgemein den Lebensraum, den sich der Mensch in Abgrenzung zur ungezügelten Natur selbst schafft. Marc Gisbourne verweist in seinem Katalogtext zu Recht darauf, dass Weinberger in seinen Werken eine überzeugende Synthese aus subjektiver Wahrnehmung bzw. Bewusstsein des Betrachters und den äußeren Eigenschaften des Gegenstandes gelingt.

Info + illus. courtesy Galerie Martin Mertens

 




Matthew Pillsbury in Berlin

18 09 2011

The second solo show in Germany by American artist Matthew Pillsbury is presented in Berlin. Pillsburg creates sceneries  capturing both physical and psychological athmosphere of locations. He works with natural light only and long exposure times, casting his photos in white light and making people appear ghost-like.

(c) Matthew Pillsbury

(c) Matthew Pillsbury

 
 
 
Matthew Pillsbury

3. September – 22. Oktober 2011

Galerie Hiltawsky, Berlin
www.hiltawsky.com

 
 
 
PR-Text: Die galerie hiltawsky zeigt in Zusammenarbeit mit der Bonni Benrubi Gallery, New York die erst zweite Einzelausstellung der Werke des amerikanischen Künstlers Matthew Pillsbury in Deutschland. Die ausgestellten Arbeiten sind aus den Serien ‘Time Frame’ und ‘Screen Lives’ sowie neue Arbeiten.

(c) Matthew Pillsbury

(c) Matthew Pillsbury

Den Verlauf der Zeit einzufrieren ist der konventionellste Trick einer Kamera. Matthew Pillsburys Fotografien leisten mehr, sie fangen die Erfahrung von Zeit sowohl physisch als auch psychologisch ein. Ursprünglich davon ausgehend das Leben seiner Freunde und Familie in ihrer Freizeit zu fotografieren, rückte schnell die Gemeinsamkeit viel Zeit vor Bildschirmen und Fernsehern zu verbringen und damit die Rolle moderner Technologie in das Zentrum seiner Arbeit. Inspiriert durch Hiroshi Sugimoto leuchtet Pillsbury seine Szenarien nur mit vorhandenem Licht aus und durch sehr lange Belichtungszeiten werden die Lichtquellen zu weissen Flächen und bilden die Oberfläche für unsere eigenen Interpretationen. Die menschlichen Bewegungen werden in außergewöhnlichen und ungesehenen Orten eingefangen, die Figuren wirken geisterhaft in ihrer Flüchtigkeit gegen die Permanenz der Umgebung und den Reichtum des Details des Materiellen.

(c) Matthew Pillsbury

(c) Matthew Pillsbury

Matthew Pillsbury wurde 1973 in Frankreich geboren, ist dort aufgewachsen und hat 1995 an der Yale University und 2004 an der New York’s School of Visual Arts studiert. Seine Arbeiten sind in den letzten Jahren umfangreich in den USA und Europa ausgestellt worden und befinden sich in den Sammlungen des Whitney Museum of American Art, Museum of Modern Art in New York, Guggenheim New York, Los Angeles County Museum of Art, Museum of Fine Art in Houston, San Francisco MOMA und Elton John’s Photography Collection in Atlanta. Er wurde vom PhotoDistrictNews (PDN) 2005 als einer der Top 30 ‘emerging artists’ gewählt und hat 2007 den HSBC-Preis für Fotografie gewonnen. Matthew Pillsbury lebt und arbeitet in New York.

Info + illus. courtesy galerie hiltawsky

 




Cathrin Schulz: Last Call _ Virtual Exhibition: A new feature by deconarch.com

21 08 2011

The photo series LAST CALL by German photographer Cathrin Schulz portrays Berlin inner city airport Tempelhof in an outstanding way. With its presentation as an online exhibition, deconarch.com starts a new experimental feature: Virtual Exhibition!

Last Call

Cathrin Schulz, Last Call

Tempelhof was one of the first traffic airports in Germany, opening its gates in 1923 until it was shut down on October 30, 2008. Historically charged – calling to memory the legendary Berlin Airlift, with the allied “Raisin Bombers” – and remarkable from a urbanistic geo-view – the airport is one of the biggest buildings in the world and covers a huge area of cityscape, as a view on the map shows –, the airport is laden with memories, dreamsand symbolic meaning. Yet even though shut down, the airport’s future is still not fully undecided.

Cathrin Schulz’s Tempelhof – always without human presence – appears calm and timeless, a of both historic as well as – maybe surprising to some – of architectural-aesthetic value.

Click here to see the Virtual Exhbition of Cathrin Schulz: Last Call!

Virtual Exhibition: A new feature by deconarch.com

ENGLISH

Mit der Fotoserie “Last Call” von Cathrin Schulz geht ein neues Feature von deconarch.com an den Start: Die Virtual Exhibition, ein Online-Experiment, das nicht nur das Angebot von deconarch.com ergänzt, sondern auch die Möglichkeiten des Internets weiter ausreizt.

Ist deconarch.com eine Plattform, die Kunst und Architektur – ARTitecture – zusammenbringt und als Begegnungsstätte mit der Vielfalt der künstlerischen Positionen, die diese Denkansätze verfolgen, fungiert, ergänzt Virtual Exhibition diesen Ansatz um die verstärkte visuelle Begegnung mit ARTitecture – in Form einer virtuellen Ausstellung.

Virtual Exhibition schöpft die Möglichkeiten des WWW aus: Es ermöglicht nicht nur die geografisch wie temporal unbegrenzte Begegnung und Zugänglichkeit der präsentierten Arbeiten, sondern auch ihre dauerhafte Verfügbarkeit, während Ausstellungen vor Ort immer nur in einem begrenzten Zeitraum präsent sind. In diesen virtuellen „Sehräumen” werden spannende Begegnungen möglich, die sich realiter so nicht ohne Weiteres finden lassen – Denkanstöße, Entdeckungen und Überraschungen inklusive!

 

More about Cathrin Schulz

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Cathrin Schulz, Last Call

The German photographer, living and working in the USA, works on two main bodies of works: A conceptual one called SIXTH SENSE, a photographic abstraction presented in form of installations. AND A second one, which she is currently working on, called AUTHENTI(C)ITY of AMERICA, documenting her vision of America as a German photographer.

“Immersing myself in the urban scenery of the United States I perceive its authenticity and diverseness’ and embrace it in soul places.”

About her work, Cathrin Schulz says: “With my images I underscore a graphic and aesthetic perfection of my motives and its tranquility without ever staging a setting. Approaching my subjects with a cool objectivity, lack of distortion, and emptiness of human presence my works convey a timelessness creating a blank screen onto which one can project ones own memories and emotions. As a self taught photographer, I have a very intuitive approach to my subjects of interest. My spirit is : FEEL WITH YOUR MIND, THINK WITH YOUR SENSES.”




Stephan Erfurt | Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, Berlin

11 07 2011

Commemorating the 50th anniversary of the construction of the Berlin Wall, the Mauer-Mahnmal of the German parliament presents a photo series of photographer and founder of C/O, Stephan Erfurt. His series documents the Stasi prison Hohenschönhausen in a cool, neutral style which makes obvious the monstrosity of bureaucratic terror.

© Stephan Erfurt

© Stephan Erfurt

 

 
Stephan Erfurt | Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen

6. Juli bis 11. September 2011

Mauer-Mahnmal im Deutschen Bundestag
Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Berlin

www.Mauer-Mahnmal.de

 
 
 

PR-Text: Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus präsentiert das Mauer-Mahnmal des Deutschen Bundestages diese Fotoserie des renommierten Fotografen und C/O-Gründers Stephan Erfurt. Durch den betont nüchtern-dokumentarischen Stil gelingt es dem Fotografen, die erschreckende Kälte und die Ungeheurlichkeit eines über Jahrzehnte währenden bürokratisch organisierten Terrors mitten in Europa zu zeigen.

© Stephan Erfurt

© Stephan Erfurt

Stephan Erfurt (geb. 1958 in Wuppertal) studierte Kommunikationsdesign an der Universität GH Essen. Von 1984 bis 1989 lebte er in New York und assistierte u. a. Evelyn Hofer und Hans Namuth. Seit 1985 fotografierte Stephan Erfurt für das Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, GEO, mare und viele andere Publikationen. Im Auftrag des Deutschen Bundestages dokumentierte er die Parlamentsbauten und die dort realisierten Kunstinstallationen. Ferner entwickelte er Buchprojekte über Künstler wie Richard Serra oder Eduardo Chillida. Seine Bilder sind in namhaften Sammlungen wie z. B. dem Museum of Modern Art in New York oder dem Museum Ludwig in Köln vertreten. In der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages befindet sich die Serie „Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen“. Zusammen mit dem Designer Marc Naroska und dem Architekten Ingo Pott gründete er im Jahr 2000 C/O Berlin. Sein besonderes Interesse gilt der Nachwuchsförderung und der Vermittlung von Fotografie als künstlerisches und integratives Medium. Stephan Erfurt ist Direktor von C/O Berlin.

Info + illus. courtesy www.Mauer-Mahnmal.de