Island in Progress: Mallorca changing photographed by Marc Räder
13 11 2009Der Deutschen liebstes Urlaubsziel ist und bleibt Mallorca. Die Insel, liebevoll “Malle” genannt, hat nicht nur, was das Party-Macher-(Massentouri-)Herz begehrt, sondern auch eine überwältigende landschaftliche Schönheit. Nicht erst seit Wetten dass…? regelmäßig eine Sommersendung dort aufzeichnet, ist die Insel so was wie der südlichste Ausläufer Deutschlands geworden, so hat es zumindest manchmal den Anschein. Ob Dieter B. oder Boris B., eine mallorquinische Finca gehört zum guten Ton (auch wenn der Umbau nicht immer ganz problemlos verläuft…).
Ein solcher “Touri-Run” (übrigens nicht ausschließlich durch die Deutschen, so viel sei fairerweise angemerkt) hinterlässt jedoch seine Spuren und verändert das Gesicht der Insel nachhaltig. Der Fotograf Marc Räder hat über vier Jahre hinweg die Veränderungen durch den Tourismus dokumentiert und dafür eine besondere Bildersprache entwickelt.
Spanish island Mallorca is (one of) the most popular touristic locations for Germans. Infamous as party hotspot (for mass tourism), but also renowned for its beautiful landscape, Mallorca – in German party slang also called “Malle” – the island remains a touristic “in” site. Yet such touristic fervor leaves marks, the island’s “face” is changing constantly. The German photographer Marc Räder has documented these changes, especially apparent in architectural developments, for 4 years, using a particularly caputring picture language: playing with photographic blur, the images appear to show “toy” landscapes, landscapes that are “played with”.

Marc Räder, Dam Gorg Blau, 2001 c-print, aludibond, plexi, framed 75 x 93 cm, ed 6 108 x 138 cm, ed. 4 © M. Räder
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Marc Räder
Mallorca – Island in Progress
14. November 2009 – 9. Januar 2010
TZR Galerie Kai Brückner, Düsseldorf
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Marc Räder dokumentierte die Veränderungen der deutschen Lieblingsurslaubsinsel durch den Tourismus von 1998 bis 2001. Besonders deutlich zum Ausdruck kommt diese in der Architektur, in Hotels, Siedlungen, Golfclubs, aber auch Wirtschaftswege durch abgelegene Schluchten. Die Veränderungen haben einen intensiven Wandel von Landschaft und Orten der spanischen Insel zu Folge.

Marc Räder, Busstop, 2000 c-print, aludibond, plexi, framed 45 x 55 cm, ed. 8 © M. Räder
Aus dem PR-Text: Um der fortschreitenden Kultivierung der urtümlichen Natur und Lebensweisen Mallorcas Ausdruck zu verleihen, lassen [Räders] Bilder den Eindruck einer Spielzeug-Landschaft entstehen. [...] Strandbar, Pool oder Schlucht, von oben gesehen, wirken wie Miniaturen und versetzen den Betrachter in die Position eines Beobachters. Ein Schwimmbad in unmittelbarer Nähe zum Meer, Sonnenschirme in Reih und Glied und der verwahrloste Rohbau einer zum Verkauf stehenden Mini-Finka offenbaren sich als absurde Inszenierung eines Tourismus, bei dem die Reisenden schönste Landstriche aufsuchen, um eben dort, in Abgrenzung zur lokalen Natur und Kultur, dem Pauschaltourismus als Selbstzweck zu frönen.
Räders Kommentar zur typisch mallorkinischen Urlaubskultur findet seinen nuancierten Ausdruck mittels einer besonderen Schärfe/Unschärfe-Regie, die der Künstler ebenfalls in den Arbeiten der Gruppe ‘Scanscape’ erstmals in der Kunst erprobte.
Bilder der Serie Scanscape sind bereits in der Sammlung MoMA New York, sein Folgeprojekt Mallorca – Island in Progress wurde 2007 als Buch im Nazraeli Verlag veröffentlicht (besprochen in der FAZ vom 14. Februar 2008).
Kategorien : Architecture + Art
Schlagworte : Boris Becker, Dieter Bohlen, Düsseldorf, Mallorca, Marc Räder, Spielzeuglandschaft



