„Ich sehe Kunst als Möglichkeit, aus Antworten neue Fragen die generieren.“ Interview mit Joas Sebastian Nebe

13 10 2011

Architektur ist ein beliebtes Motiv der Fotografie. Im Medium der bewegten Bilder, in Video und Film, ist sie dagegen wenn, hauptsächlich als „Staffage“ oder Hintergrund, vor dem sich ein Geschehen abspielt, präsent. Möglicherweise liegt dies daran, dass das Gebaute als statisches Element schwer mit der Dynamik des Filmes kompatibel ist.

The 100.000th Journey (c) JS Nebe

The 100.000th Journey (c) JS Nebe

Der Hamburger Künstler Joas Sebastian Nebe, der sich nach einem Psychologiestudium und der Tätigkeit an der Universität für die Kunst entschieden hat, setzt in seiner Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Sprache nach, dem Ausdrucksmedium der Menschen schlechthin, an und spürt verborgenen Facetten zwischenmenschlicher Beziehungen nach. Ein wichtiges Element seiner Arbeit ist die Architektur als Bedeutungsträger menschlicher Präsenz. Nebe wählt vorzugsweise das Medium des Video, er arbeitet darüber hinaus aber auch mit Druckgrafik und Malerei sowie Lichtskulptur.

Im Gespräch mit deconarch.com – eines der ersten mit einem Videokünstler!– erzählt Joas Sebastian Nebe, was ihn an der Beobachtung mit Architektur reizt, warum ihn das Thema der Sprache und der Wissenssammlung in Enzyklopädien beschäftigt und wie er verschiedene filmische Methoden einsetzt.

Illus. (c) Joas Sebastian Nebe

INTERVIEW

Du hast zunächst Psychologie studiert und in diesem Bereich gearbeitet, dich dann aber für die künstlerische Arbeit entschieden. Wieso Kunst? Welche Möglichkeiten eröffnet dir die künstlerische Arbeit?

Encyclopedic Cartoons. Letter N: Night out (c) JS Neben

Encyclopedic Cartoons. Letter N: Night out (c) JS Neben

Mich interessiert die Schnittstelle zwischen Kunst und Sprache im weitesten Sinne. Anders als die Philosophie, die teilweise wie die Kunst versucht, die großen – Woher, wohin? – und kleinen Fragen des Lebens (Was bedeutet ein Blitzableiter auf dem Kirchendach?) zu beantworten, bietet die Kunst die Möglichkeit, aus Antworten neue Fragen die generieren. Das ist es, was mich interessiert.

Ich habe mein Diplom über die Bedeutung von C.G.Jungs Archetypen für den Spielfilmerfolg geschrieben und danach am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg Filmanalyse unterrichtet. Beides keine typischen psychologischen Tätigkeiten

Welche Themen beschäftigen dich?

Woher, wohin, weshalb, woraus Träume sind und – ganz wichtig in unserer von übersteigerter Rationalität und gleichzeitig übertriebener Irrationalität geprägten Zeit –: die Bedeutung des Verstandes, des Denkens im Gegensatz zum Fühlen und Glauben.

Wie und wo findest du deine Ideen und Themen?

Encycolopedi Cartoons. Letter H: Hang Around (c) JS Nebe

Encycolopedic Cartoons. Letter H: Hang Around (c) JS Nebe

Ich arbeite viel mit den Strukturen des gedruckten Worts. Alle möglichen Gattungen des literarischen Erzählens interessieren mich. Eines meiner Videoprojekte, die Encyclopedic Cartoons, beschäftigt sich mit dem während der Aufklärung im 18. Jahrhundert entstandenen Konzept der Enzyklopädie. Natürlich spielen Spielfilm, Architektur und Mode ebenfalls eine große Rolle.

Das Thema „Lexikon“ oder „Enzyklopädie“ ist ein zentrales Thema deiner Arbeit. Kannst du uns das etwas näher erläutern?

Encycolopedi Cartoons. Letter K: Kill Joy (c) JS Nebe

Encycolopedic Cartoons. Letter K: Kill Joy (c) JS Nebe

Das Lexikon steht für mich für die Aufklärung. Die Aufklärung ist bei uns zunehmend in Verruf geraten, aber, wie ich glaube, zu Unrecht. Prinzipiell ist ein Überleben, Zusammenleben nur durch Vernunft machbar. Allerdings hat die Vernunft eben auch Grenzen. Diese müssen ständig reflektiert werden, damit Vernunft nicht zu einer Diktatur wird. Denn auch das steckt in der Vernunft. Das Lexikon verkörpert die Vernunft, weil es Kategorien (Begriffe) benennt und beschreibt und so Zusammenhänge sichtbar macht. Es ist ein Mittel der Erkenntnis. Die Enzyklopädie strebt nach der Erkenntnis der Welt, ein riesiger Anspruch, eine Utopie. Einzelne Autoren schreiben zu einzelnen Themen Artikel, die die Themen analysieren und erklären.

Encycolopedi Cartoons. Letter X: Xenophobia (c) JS Nebe

Encycolopedic Cartoons. Letter X: Xenophobia (c) JS Nebe

Die Encyclopedic Cartoons zitieren dieses Vorgehen, indem sie 52 Filme zu 52 Begriffen dem Betrachter anbieten, je ein Film zu einem Begriff. Ähnlich wie in einer Enzyklopädie (einem Buch, einer CD-ROM) kann der Betrachter sich die Begriffe aus einem Begriffskatalog heraussuchen, sie anwählen und den Film dazu betrachten. Der Begriff wird hier also nicht von einem Text, sondern von einem Film „erklärt”. Das ist die strukturelle Ähnlichkeit zur Enzyklopädie. Da es sich aber nicht um ein wissenschaftliches Projekt handelt, sind die Filme allerdings nicht nüchtern erklärend. Vielmehr spielen die einzelnen Filme mit dem Assoziationsraum, den der jeweilige Begriff besitzt.

Das Stichwort „Architektur“ ist bereits gefallen, ebenfalls ein wiederkehrendes Thema deiner Arbeit. Was interessiert dich an der Architektur?

Architektur interessiert mich, weil sie manchmal viel über ihre Bewohner resp. Erbauer, eine bestimmte Kultur aussagt. Architektur ist für mich wie ein Besuch nicht im Reiseführer empfohlener Orte, durch den man mehr über ein Land und die Eigenarten seiner Bewohner erfährt.

Santiago Capriccio (c) JS Nebe

Santiago Capriccio (c) JS Nebe

Gleichzeitig ist Architektur für mich eine Chiffre der Vergänglichkeit. Gebäude sind an sich zunächst „immobil”. Dennoch verändern sie die äußeren Einflüsse wie das Wetter. Ein bestimmtes Klima kann einem Gebäude mehr zusetzen als ein anderes. An den Verwitterungen, den Zerstörungen, die die Zeit einem Gebäude zufügt, lese ich das Vergehen der Zeit ab. In diesem Sinne benutze ich Gebäude in meiner Filmserie Philosophical Cartoons.

Architektur ist ein beliebtes Motiv für Fotografie, bei Videos/Film ist sie dagegen, wenn, dann mehr als „Staffage“ oder Hintergrund Thema – wohl weil Gebautes als statisches Element schwer mit der Dynamik des Filmes kompatibel ist. Wie löst du das? Warum gerade die Verbindung von Video und Architektur-Themen?

Hier gilt das Gleiche, wie für die Architektur in Bezug auf ihre Bewohner. Ich benutze viele Elemente der Filmsprache ex negativo. Ich betone z.B. die Bewegung, die für den Film, besonders den Spielfilm, zentral ist, indem ich sich kaum verändernde Einstellungen zeige, etwa in Santiago Capriccio, dem fünften der Philosophical Cartoons, wo nur eine sich verändernde Fassade gezeigt wird, die zudem noch die Blickachse in die Tiefe des Bildes verbaut.

The 4th Time (c) JS Nebe

The 4th Time (c) JS Nebe

Indem ich Gebäude zum Protagonisten eines eins-, zwei-, dreiminütigen Films mache, drehe ich das Prinzip des (Spiel-)Films um und zwinge den Betrachter, mehr Aufmerksamkeit auf ein eigentlich unwichtiges Element zu richten. Aber auch im Spielfilm sind die Fassaden wichtig, weil sie eine bestimmte Atmosphäre schaffen, etwas über den Protagonisten aussagen etc.

In deinen Arbeiten sind keine Menschen zu sehen, aber letztlich bezieht sich alles auf den zeitgenössischen Menschen, etwa in der durch den Menschen „geformten“ Großstadt. Hier kommt das Prinzip der „Inversion“ zum Tragen. Welche Möglichkeiten bietet es?

Das Prinzip der Inversion erlaubt, Dinge indirekt auszusprechen, dem Betrachter einen Anstoß zum Nachdenken zu geben. Inversion hat etwas von einem Rätselspiel, das ich mit dem Betrachter spiele. Rätselspiele dieser Art fördern die Kreativität und machen den Zuschauer auch zu einer Art Künstler.

Du integrierst auch immer wieder historisch bedeutsame Orte in deine Arbeit.

Bedeutungsschwere Orte sagen etwas aus über die Menschen, die diese Orte geprägt haben. Da diese Orte eine historische Bedeutung erlangt haben, weil irgendein schreckliches oder schönes Ereignis dort stattgefunden hat, verweisen sie natürlich auf die Vergangenheit und das Ereignis selbst bzw. auf das, für das es steht.

Machine Fair. Flywheel (c) JS Nebe

Machine Fair. Flywheel (c) JS Nebe

Die große Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin Mitte etwa, die in Machine Fair vorkommt, verweist einerseits auf die Reichskristallnacht und damit auf den Genozid an den Juden, andererseits auch auf die Wiederansiedlung von jüdischen Immigranten in Berlin und in Deutschland.

Bedeutungsschwere Orte fungieren als Übersetzungsmechanismen. Jeder verbindet etwas mit ihnen. Damit ist der Zugang geschaffen und es bleibt dem Einzelnen überlassen, sich auf das mit ihnen Verbundene einzulassen.

Machine Fair. V-Belt (c) JS Nebe

Machine Fair. V-Belt (c) JS Nebe

Übersetzungsmechanismen setzt du auch in Titeln ein, etwa wenn du V-Belt als Kapitel-Bezeichnung in der Arbeit Machine Fair benutzt…

Den Begriff “Übersetzung” benutze ich im Sinn von Verwandlung des gefilmten Materials. Durch Verfremdungen, hinzugefügte Begrifflichkeiten entsteht etwas anderes, nicht mehr an das ursprünglich gefilmte Objekt Erinnerndes. Das gefilmte Objekt wird also “übersetzt” in etwas Neues. Übersetzung bezogen auf historisch bedeutsame Orte meint etwa, dass diese Orte nicht nur auf sich selbst verweisen – das bestimmte Gebäude, die bestimmte Straße, dieser Park, diese Wiese –, sondern dass dort immer auch das bestimmte historische Geschehen (der Versuch, die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße anzustecken und der Einsatz des mutigen Polizisten, der das während der Reichskristallnacht in den 1930er Jahren verhindert hat) auf einen größeren historischen Zusammenhang (die faschistische Ideologie, ihre Diktatur in Deutschland) verweist.

Machine Fair besteht aus Filmmaterial von Straßenzügen und Gebäuden wie der großen Synagoge, an denen die Kamera vorbeifährt. Es ist ein Film, der ebenso wie Encyclopedic Cartoons ganz stark mit dem Assoziationsbereich des Filmmaterials spielt.

Machine Fair. Engines (c) JS Nebe

Machine Fair. Engines (c) JS Nebe

Zuerst war bei Machine Fair das Filmmaterial da, das dann durch die Bearbeitung in der Postproduktion, die Verwendung verschiedener Filter verfremdet wird. Die ursprünglich auf dem Film sichtbaren Orte werden zu etwas Neuem, das viele Bedeutungsanteile einer Sache, eines Teils aus der Maschinenwelt hat. So gibt es einzelne Filmteile, Kapitel, die Bezeichnungen von Maschinenteilen haben (V-Belt, Flywheel, Engine etc.). Da das Ausgangsmaterial aber Straßenzüge, die Stadt selbst ist, liegt die Interpretation nahe, die Stadt als riesige Maschine zu sehen, die die Menschen, die sich in ihr aufhalten, „verarbeitet”.

Es geht in Machine Fair also auch um die Wirkung, die Architektur auf die Stadtbewohner hat. Auch minimale Bewegungen wie Hüpfen werden in deiner Arbeit zu Bedeutungsträgern – wieso?

Minimale Bewegungen werden normalerweise im Film kaum berücksichtigt. Alles ist auf Geschwindigkeit getrimmt. Diese Entwicklung geht einher mit dem Tempo der Kommunikation und der Beschleunigung der Arbeitsprozesse, der Globalisierung. Über die Beschleunigung wird aber die kleine Bewegung vergessen, mit der alles beginnt.

Wie ist dein Arbeitsprozess?

Machine Fair. Motive Force (c) JS Nebe

Machine Fair. Motive Force (c) JS Nebe

Ich suche ein Thema für meinen Film. Meist schreibe ich ein Konzept. Dann gehe ich auf Materialsuche. Manchmal kann es aber auch sein, dass mich ein Ort, eine Szene zu einem Film inspiriert. Nicht immer ist eine solche Inspiration tragfähig. Häufig verändert sie sich während des Schaffensprozesses.

Schach ist für dich eine wichtige Analogie zum Arbeitsprozess. Kannst Du das näher erläutern?

Schach ist ein strategisches Spiel ähnlich wie Monopoly. Man muss einige Züge vorausdenken, um den Überblick zu behalten. Der Spieler muss konzentriert und unabgelenkt spielen. Das macht Schach zu einem vollkommen unmodernem Spiel. Schach ist für mich ein Bild für mein Spiel mit dem Betrachter. Ich fordere ihn heraus, indem ich ihm die Erfüllung seiner Erwartungen an mein Werk verweigere.

Was ist Ziel deiner Arbeit, was möchtest du erreichen?

Wenn ein Betrachter sich auf meinen Film einlässt, darüber nachdenkt, dann war ich erfolgreich. Schlimm ist, wenn jemand den Film sieht, sich umdreht und sagt, „Ja, ganz nett”. Ich möchte, dass die Leute sich die Zeit nehmen und überlegen, was ich von ihnen will, was ich aussagen will. Natürlich weiß ich, dass Kunst, gerade auch Videokunst, viel mit langen statischen Einstellungen arbeitet oder Dinge zeigt, die sich schwer erschließen. Das ist auch manchmal in meinen Filmen der Fall. Aber Kunst soll auch Spaß machen, unterhalten. Das wird häufig unterschlagen. Also möchte ich die Betrachter durch Unterhaltung zum Nachdenken verführen, um es auf den Punkt zu bringen.

Und als letztes Stichwort zum Abschluss: „Traum“ – wie ist deine Beziehung zum Traum, zu Traumwelten?

Filme werden häufig von Kritikern als „Träume” beschrieben. Viele meiner Arbeiten haben „Traumqualitäten” im positiven wie im negativen Sinne. So sind die hermetischen, unbeweglichen, über eins, zwei Minuten eingefrorenen, nur vom sich verändernden Setlicht bespielten Stadträume in The 4th Time oder The 100,000th Journey, dem zweiten und dritten Philosophical Cartoon, von alptraumhafter Qualität.

Totem Toons. Ant (c) JS Nebe

Totem Toons. Ant (c) JS Nebe

Aber auch die aus Gebäuden erbauten Totem Toons vor den dahinter entlang ziehenden Wolken scheinen aus einer Traumwelt zu sein, so unzugänglich sind sie. Traumwelten sind Rückzugsräume, in denen unsere Intuition entsteht, gestärkt wird. Es sind Räume, in denen wir viel über uns, aber auch unsere Weltwahrnehmung lernen können.

Joas Sebastian Nebe, herzlichen Dank für das ausführliche Interview!

Totem Toons. Giraffe (c) JS Nebe

Totem Toons. Giraffe (c) JS Nebe

 




Now on DVD: VISUAL ACOUSTICS: The Modernism of Julius Shulman

12 05 2010

Now available on DVD:  The documentary movie “Visual Acoustics. The Modernism of Julius Shulman” by Eric Bricker will be released on DVD on May 25th.

Since VISUAL ACOUSTICS premiered theatrically in New York last October, the movie has since been screened in over 50 cities across the U.S., it won several awards and convinced an enthusiastic audience in the U.S. and Europe.

The documentary film project explores the monumental career of architecture photographer Julius Shulman. “Taking its aesthetic cues from Shulman’s own sensual and nuanced photography, the film’s narrative is built from a blend of Shulman’s own images as well as in depth interviews with architect Frank Gehry, designer Tom Ford, artist Ed Ruscha, actress Kelly Lynch and writer Mitch Glazer, publisher Benedikt Taschen, Academy Award – nominated cinematographer Dante Spinotti, and a host of others.” The documentary is narrated by Dustin Hoffman. More details HERE.

A pre-order of the DVD for $25.00 which includes shipping can be ordered online through May 24th HERE.

Finally, the television premiere of VISUAL ACOUSTICS is May 24th at 8:30 p.m. on Sundance Channel. More information can be found HERE.




Dance and Space: The Geometry of Separation

6 06 2009

While in Berlin, I happened to get hold of a flyer whose title caught my eye: The Geometry of Separation. Actually not an exhibition, but a dance performance by Riki von Falken and Mareike Engelhardt taking place on 3 evenings at the end of May, in Radialsystem V Berlin.  Even though I had to leave earlier and thus couldn’t see the show, the project description sounds like an interesting approach to the space, room, and architectural structure.

Of course, as a performance art, dancing differs from the visual arts insofar that it is space-consuming per se: the dancers need a stage to perform (being it the classical theater stage, a public square, a floor,… in short: a spatial situation). What makes dancing interesting for deconarch is, whether a dance performance integrates its spatial stage into the show in some way and in such making it an essential and intentional part of the representation.

The Geometry of Separation, 2009 (film still) © Franziska Schwarz

The Geometry of Separation, 2009 (film still) © Franziska Schwarz

(Information from the PR releases + the flyer)

The Geometry of Separation presents a cube, two figures, three places, four visions. The stage becomes a obscure landscape of consciousness. Body and pictorial world add to and fractionise each other – like a journey into estranged spaces, into body fragments and memories.

“Geometrie kann fast alles. Sie bezeichnet Räume, beschreibt Flächen, misst Volumen. Vor allem aber definiert die Geometrie Verhältnisse, wie das zwischen Punkten, Linien und Abständen oder auch zwischen dem Inneren und dem Äußeren.”

“Geometry can do almost everything. It confines space, describes planes, measures volumes. Above all, geometry defines relations like the ones between points, lines, and distances, or between inside and outside.

“The Geometry of Separation” transfer this phenomenon to life.

Riki von Falken and Mareike Engelhardt present a danced parallel universe on stage and film. Two female figures of different age – each the personification of the other’s past or future: young and old age – enter a virtual dialogue: a projected film figure meets a dancing figure, yet they actually never really converge.

They are connected in being outsiders – the young female who has not yet found her place in society, the old female who is to give up her position far too early. On stage, Riki von Falken reacts to the bizarre fights of the film dancer and experiences the thus created psychic space.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=_BL_UvmgYRs&eurl=http%3A%2F%2Fwww.radialsystem.de%2Frebrush%2Frs-programme-detailansicht.php%3Fid%3D377&feature=player_embedded]

Further information about the project and the performers here.




Bird's Nest: Herzog & de Meuron in Beijing – Documentary Film

12 10 2008

A little late considering all the discussions around the Olympics (which I don’t want to rehash, though I’m definitely very critical against the issue), but nevertheless, Herzog & de Meuron’s stadium is worth a second thought:

A documentary filmby Christoph Schaub and Michael Schindhelm “follows two Swiss star architects on two very different projects: the national stadium for the Olympic summer games in Peking 2008 and a city area in the provincial town of Jinhua, China. Architects Jacques Herzog and Pierre de Meuron are literally building bridges between two cultures, two architectural traditions, and two political systems. Their work doesn’t simply enhance China’s great international debut, but serves the everyday needs of the Chinese population. “Bird’s Nest” presents the Basle architects as they find solutions not in the comfort of an ivory tower but in encounters and friction on the ground.” (quoted from the official synopsis)

According to (Swiss) newspaper reviews, the documentary not only offers striking architectonical insights, but also pictures the Chinese society’s mood in times of rapid changes.

Further information and trailer on the website www.herzogdemeuron-film.com




Visual Acoustics. The modernism of Julius Shulman, a documentary film

11 08 2008

A very interesting film project was shown at the LA Film Festival in June: Visual Acoustics. The modernism of Julius Shulman, a documentary film by Eric Bricker.

Julius Shulman is a well-known architecture photographer – born in 1910, he’s still very active at work. Even though he did retire some years ago – only to come back to work after few weeks (I read this in an article about Shulman announcing an illustrated book by Taschen – Modernism Rediscovered – about him. I have to look it up and verify the dates.) His works have coined today’s view of modern architecture, many photographs became iconic shots. Especially famous are his photographs of Californian modernism, buildings by Richard Neutra, Frank Lloyd Wright, Pierre Koenig, Charles Eames.

The documentary film project “explores the monumental career” of Julius Shulman. “Taking its aesthetic cues from Shulman’s own sensual and nuanced photography, the film’s narrative is built from a blend of Shulman’s own images as well as in depth interviews with architect Frank Gehry, designer Tom Ford, artist Ed Ruscha, actress Kelly Lynch and writer Mitch Glazer, publisher Benedikt Taschen, Academy Award – nominated cinematographer Dante Spinotti, and a host of others.” The documentary is narrated by Dustin Hoffman.

View trailer.

“In addition, by offering unprecedented and exclusive access to his amazing photographic archive and his day-to-day life, Shulman’s dedicated involvement in the process afforded an incalculable benefit to the film. Through the exploration of both Shulman’s art and uniquely individualistic life, Visual Acoustics offers an unforgettable portrait of Modernism’s most eloquent ambassador.”

Citations taken from the official website of “Visual Acoustics”.

The documentary film was researched from January 2002 through December 2003, the shooting took place from February 2004 through May 2006, the editing from October 2005 through October 2007.

The director of “Visual Acoustics”, Eric Bricker, is a personal friend of Shulman. He says: “I consider Julius Shulman my mentor and my friend. Few people have had such a profound impact on my life as he. Two things were apparent to me upon my initial meeting with Julius in the spring of 1999. First, the photography created by the man is nothing short of astounding and second, Julius himself is as equally impressive as the work he created.”

More information about the director can be found on the website.

The film is going to be screened in the USA, as well as in England in October. Screenings in Germany are to follow (I’ll provide the dates asap.).




Sketches of Frank Gehry. Ein Film von Sidney Pollack

14 06 2008

Sidney Pollack ( *1934-2008 ) portraitiert seinen Freund Frank Gehry (*1929) – ein Filmvisionär nähert sich dem Werk eines Architekturvisionärs an, obwohl er von der Welt der Architektur wenig Ahnung hat, so die Eigenaussage des Regisseurs – und zudem noch nie einen Dokumentarfilm gedreht hat. Entstanden sind “Sketches of Frank Gehry“.

Aber: Der Dokumentarfilm zeigt keinen ausführlichen Architekturdiskurs – im Gegenteil: Pollack zeigt den Blick eines Laien auf die ihm fremde Welt der Architektur. Es gelingt ihm, einen tiefen und außergewöhnlichen Blick in Leben und Werk Gehrys zu gewähren.

[youtube=http://de.youtube.com/watch?v=KF_htTzTfN8]

(Offizieller Trailer, wird auch bei imdb.com hier gezeigt)

Entstanden ist ein einfühlsames, humorvolles, scharfsinniges Portrait, das Pollack selbst in fünf Jahren mit einer kleinen Videokamera gefilmt hat. Der Dokumentarfilm von 2005 gehört zudem zu den letzten Regiearbeiten des vor kurzem verstorbenen Pollack.

Gezeigt wird die Entwicklung von Gehrys Ideen über seine ersten Skizzen und Entwürfe, die dann in Modelle umgewandelt werden. Gehry arbeitet nach wie vor mit Handzeichnungen und “kann mit Computern nichts anfangen” (Zitat aus dem Trailer) – sein kongeniales Team setzt seine oft krakeligen Skizzen in 3-D-Bauten um.

Gehry hat für seinen Freund sein Privatarchiv geöffnet und ihn in seinem im Atelier filmen lassen.

Allein der “Cast” liest sich wie ein Who’s Who der Architektur- und Filmwelt: Philip Johnson, Julian Schnabel, Charles Jencks, Dennis Hopper, Bob Geldof,…

Zum Film gehören auch: Ein Besuch bei vier wichtigen Bauten – Vitra Design Museum in Weil am Rhein, Maggie’s Centre in Dundee/Schottland, Guggenheim in Bilbao, und Disney Concert Hall in L. A.; Überlegungen zur Kreativität in Gesprächen zwischen Pollack und Gehry; Experimentieren mit seinem Wohnhaus und mehr.;

(Gehry links, Pollack rechts)

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(Auf den Film hingewiesen wurde ich von einem Bekannten, der sich allerdings nicht mehr genau an Titel und Regisseur erinnerte. Meine erste Recherche hat nicht weitergeführt und ich ließ das Thema liegen. Zufällig bin ich beim Blog-Surfen hier wieder darauf gestoßen! :-) )

(Übrigens habe ich den Film bisher noch nicht gesehen – eine zurückhaltende Kritik des Projekts gibt es hier, eine etwas deutlichere Kritik hier.)