Matthew Pillsbury in Berlin

18 09 2011

The second solo show in Germany by American artist Matthew Pillsbury is presented in Berlin. Pillsburg creates sceneries  capturing both physical and psychological athmosphere of locations. He works with natural light only and long exposure times, casting his photos in white light and making people appear ghost-like.

(c) Matthew Pillsbury

(c) Matthew Pillsbury

 
 
 
Matthew Pillsbury

3. September – 22. Oktober 2011

Galerie Hiltawsky, Berlin
www.hiltawsky.com

 
 
 
PR-Text: Die galerie hiltawsky zeigt in Zusammenarbeit mit der Bonni Benrubi Gallery, New York die erst zweite Einzelausstellung der Werke des amerikanischen Künstlers Matthew Pillsbury in Deutschland. Die ausgestellten Arbeiten sind aus den Serien ‘Time Frame’ und ‘Screen Lives’ sowie neue Arbeiten.

(c) Matthew Pillsbury

(c) Matthew Pillsbury

Den Verlauf der Zeit einzufrieren ist der konventionellste Trick einer Kamera. Matthew Pillsburys Fotografien leisten mehr, sie fangen die Erfahrung von Zeit sowohl physisch als auch psychologisch ein. Ursprünglich davon ausgehend das Leben seiner Freunde und Familie in ihrer Freizeit zu fotografieren, rückte schnell die Gemeinsamkeit viel Zeit vor Bildschirmen und Fernsehern zu verbringen und damit die Rolle moderner Technologie in das Zentrum seiner Arbeit. Inspiriert durch Hiroshi Sugimoto leuchtet Pillsbury seine Szenarien nur mit vorhandenem Licht aus und durch sehr lange Belichtungszeiten werden die Lichtquellen zu weissen Flächen und bilden die Oberfläche für unsere eigenen Interpretationen. Die menschlichen Bewegungen werden in außergewöhnlichen und ungesehenen Orten eingefangen, die Figuren wirken geisterhaft in ihrer Flüchtigkeit gegen die Permanenz der Umgebung und den Reichtum des Details des Materiellen.

(c) Matthew Pillsbury

(c) Matthew Pillsbury

Matthew Pillsbury wurde 1973 in Frankreich geboren, ist dort aufgewachsen und hat 1995 an der Yale University und 2004 an der New York’s School of Visual Arts studiert. Seine Arbeiten sind in den letzten Jahren umfangreich in den USA und Europa ausgestellt worden und befinden sich in den Sammlungen des Whitney Museum of American Art, Museum of Modern Art in New York, Guggenheim New York, Los Angeles County Museum of Art, Museum of Fine Art in Houston, San Francisco MOMA und Elton John’s Photography Collection in Atlanta. Er wurde vom PhotoDistrictNews (PDN) 2005 als einer der Top 30 ‘emerging artists’ gewählt und hat 2007 den HSBC-Preis für Fotografie gewonnen. Matthew Pillsbury lebt und arbeitet in New York.

Info + illus. courtesy galerie hiltawsky

 




Jörn Vanhöfen – Landschaften zwischen Schönheit und Verwüstung, in Berlin

13 09 2011

Jörn Vanhöfen’s photographs appear reduced and silent, void of humans. Nevertheless, the human presence is always attendant – his landscapes are locations which were left behind by man. The photographs urge the viewer to not only look at them, but read them.

Jörn Vanhöfen, Continental Motors # 5729, 2009

Jörn Vanhöfen, Continental Motors # 5729, 2009

 
 
 
 
Jörn Vanhöfen 

27. August – 8. Oktober 2011

Kuckei + Kuckei, Berlin

www.kuckei-kuckei.de

 

 

 

PR-Text: Von Menschen Hand – Landschaften zwischen Schönheit und Verwüstung

Menschen kommen in den stillen Bildern des Fotografen Jörn Vanhöfen nur vereinzelt vor, zumindest auf den ersten Blick. Denn hinter dem ästhetischen Reiz seiner Bildkomposition, liegt die Ambiguität der Ästhetik und die menschliche Omnipräsenz in Zeiten der Globalisierung.

Jörn Vanhöfen, Chicago # 2767, 2009

Jörn Vanhöfen, Chicago # 2767, 2009

Seine Landschaften sind Orte, wo der Mensch gewirkt, achtlos hinterlassen und vergessen hat, aber auch Orte der Transformation wie die Aufnahmen von Wald- und Buschbränden in Portugal, von Dürren oder dem Marmorabbau in Cararra. Der Mensch hat mit seinen Hinterlassenschaften Landschaften geschaffen, die verwüsten, verseuchen und verdrängen: Berge von Schrott, Papier und alter Autoreifen, Industriebrachen und aufgegebene Gelände von Megametropolen. Es entstehen eigentümlich poetische Fotografien, die irritieren und unsere Erfahrung von Wirklichkeit hinterfragen, weil sie sich der Eindeutigkeit entziehen. Und so stoßen uns Vanhöfens Fotografien, auch auf »das moderne, sentimentalische Naturgefühl«, von dem schon der Philosoph Georg Lukás sagte, dass es nur die »Projektion des Erlebnisses und die selbstgeschaffene Umwelt für den Menschen kein Vaterhaus mehr ist, sondern ein Kerker«. Die Natur ist nicht mehr das Trostbringende, sondern »die geschichtsphilosophische Objektivation der Entfremdung zwischen dem Menschen und seinen Gebilden«.

Jörn Vanhöfen, Ratchaprarop # 397, 2010

Jörn Vanhöfen, Ratchaprarop # 397, 2010

Sicher, es ist heute fast schon trivial hervorzuheben, dass Bilder mehrdeutig sind. Doch bei der Vielzahl der Bilder und visuellen Reize, die uns tagtäglich umgeben und das genaue Sehen verflachen, scheint es notwendig, gerade die bewusste Wahrnehmung und Aufmerksamkeit wieder einzufordern. Aufmerksamkeit beschreibt die Qualität der Wahrnehmung. Jörn Vanhöfen zwingt den Betrachter seiner Bilder, nicht nur zu konsumieren, sondern die Bilder wirklich zu lesen. Er selbst nennt sich einen »politischen Landschaftsfotografen«, der mit seinen reduziert anmutenden Bildern Klarheit erreichen und seine Landschaften »als Auseinandersetzung über kulturelle Eigenarten darstellen möchte«, wie er in einem Interview sagte. Vanhöfen reiste überall dorthin, wo die Folgen von permanentem Wachstum und grenzenlosen Profithandels inzwischen unübersehbar sind: Afrika, Europa, Asien und Nordamerika. Die Schönheit und das Erschrecken liegen dabei immer sehr eng beieinander, aber ohne jene Spur von Erhabenheit.

Jörn Vanhöfen, der an der Folkwangschule Essen studierte und Meisterschüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig war, arbeitet mit einer Großformatkamera sowie mit einer 6×7 Plaubel Makina. »Schon durch die Wahl meiner Kamera und durch ihre Langsamkeit bin ich gezwungen, Abstand zu wahren. Daher muss ich die Situation viel länger beobachten und viel bewusster meinen Standpunkt einnehmen. Mein Kamerastandpunkt ist mein innerlicher Standpunkt – und auf Distanz und Vielschichtigkeit programmiert.« (Caroline Schilling)

Info + illus. courtesy Kuckei + Kuckei




Matthias Koch: Wertschätzung.Orte der Geschichte in Dortmund

2 07 2011

Matthias Koch photographs post-industrial places of the German Ruhr region. These sites are characteristic for the times of heavy industries and thus representative in a historic point of view. Yet today the buildings are mostly unnoted. In Koch’s photos, two time levels overlap – the time of historical importance and the current state of the sites.

Dortmund - Phoenix-West Hochofenfuß © Matthias Koch

Dortmund - Phoenix-West Hochofenfuß © Matthias Koch

 

Matthias Koch
Wertschätzung
Orte der Geschichte

30. Juni – 4. September 2011
Museum Ostwall im Dortmunder U, Dortmund
www.museumostwall.dortmund.de
www.matthias-koch-fotografie.de

 

 
 
 
 

Gelsenkirchen - Schwarzkaue Zeche Hugo Ewald © Matthias Koch

Gelsenkirchen - Schwarzkaue Zeche Hugo Ewald © Matthias Koch

PR-Text: Im Mittelpunkt der Ausstellung von Matthias Koch im Dortmunder Museum Ostwall stehen großformatige Übersichten von post-industriellen Orten des Ruhrgebiets. Koch fotografiert diese industrie-historisch bedeutsamen Orte der Schwerindustrie, ihre Gebäude und Innenräume im heutigen, meist unbeachteten Zustand.

Es geht ihm dabei um die Überlagerung von zwei Zeitebenen. Beim Anblick der heutigen Situationen erschließt sich deren frühere Bedeutsamkeit keineswegs auf den ersten Blick. Man ahnt kaum, was hier früher stattgefunden oder gestanden hat. Den verlassene Ort in seiner unbestimmten “Befindlichkeit” zwischen alter und neuer Nutzung bevorzugt Koch.

Dortmund - Phönix-Ost © Matthias Koch

Dortmund - Phönix-Ost © Matthias Koch

Seine Arbeiten zielen ins Spannungsfeld zwischen dokumentarischer Abbildung und persönlicher Stellungnahme. Die erhöhte fotografische Perspektive und Distanz zum Objekt passen zum zeitlichen Abstand der vergangenen Ereignisse.

Info + illus. courtesy MO




BUNKERbiotop: Subterranean beauty in Stuttgart

6 06 2011

The Kunsthaus Schill in Stuttgart presents BUNKERbiotop, peculiar photos of a peculiar place: From 1945 until 1985, the Bunker under the central market square of Stuttgart was in use, first as bunker, then as a popular hotel. Nowadays it is deserted and mostly forgotten. But nevertheless the rooms are still widely populated – by bacteria and mildew. The photographs show strangely beautiful views of this biotope.

Link to publication BUNKERbiotop, German / English

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

 

 

 

 

 

 

BUNKERbiotop

Joerg Esefeld /edition esefeld & traub

mit open end

Galerie im Kunsthaus Schill, Stuttgart

 

 

 

Die Fotografien entstanden unter Tage, im Bunkerhotel unter dem Marktplatz von Stuttgart, vor dem Stuttgarter Rathaus. In diesem Tiefbunker war von 1945 bis 1985 war das populäre Hotel am Marktplatz untergebracht. Ursprünglich Schutz für bombenbedrohte Menschen und später Unterkunft für Reisende, sind die unterirdischen Räume heute Lebensraum für Bakterien und Schimmelpilze.

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

BUNKERbiotop

“Lichtlose Zimmer, geringer Luftaustausch, extrem hohe Luftfeuchte, moderate Temperaturen sowie ein üppiges Nährstoffangebot aus Papier, Kleister und Textilien bieten ideale Bedingungen für Mikroorganismen. Auf den Wänden überlagern sie in modrig-morbiden Schichten die Spurender früheren Bewohner. Die Bilder des photographischen Musterbuchs zeigen Mikroorganismen in scheinbarer Symbiose mit den Resten deutscher Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.Sie konzentrieren sich auf die übriggebliebene, papierdünne Verkleidung derBunkerwände, die Tapeten aus den 1950er bis 70er Jahren. Weil die heutigen “Bewohner” diese Dekoration buchstäblich zum Fressen gern haben, finden sich Wandbeläge in den unterschiedlichsten Stadien des Zerfalls. Die Photographien richten den Blick aufein temporäres Biotop, das – mitten in der Stadt im Untergrund verborgen – in Stille und Vergessenheit gedeiht.” (Werner Lorke)

Die Publikation BUNKERbiotop kann HIER online durchstöbert werden.

 




Beth Yarnelle Edwards’ Suburban Dreams in Berlin

5 06 2011

American photographer Beth Yarnelle Edwards documents inhabitants of American and European suburbs in their homes. Thus she presents a facetious portraits of man in his “homely” environments.

aus Suburban Dreams (2011): Lucia, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

aus Suburban Dreams (2011): Lucia, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

 

 

 

Beth Yarnelle Edwards | Suburban Dreams

02. Juni bis 09. Juli 2011

Petra Rietz Salon Galerie, Berlin
http://www.petrarietz.com

 

 

 

 

PR-Text: Private Lebensträume manifestieren sich besonders im häuslichen Umfeld, das von uns selbst geschaffen wird. Die Art der Einrichtung verrät einiges über Vorstellungen und Wünsche, die wir an das eigene Leben stellen. Hier schaffen wir einen Mikrokosmos, in dem wir uns frei bewegen, mit anderen interagieren und persönlichen Interessen nachgehen. Beth Yarnelle Edwards dokumentiert in vielschichtigen fotografischen Bildkompositionen amerikanische und europäische Vorstadtbewohner und zeichnet so ein facettenreiches Porträt des Menschen im Kontext seiner häuslichen Umgebung. Die amerikanische Fotografin geht in ihren inszenierten Fotografien der Frage nach, was uns dieses private Umfeld tatsächlich über uns und unsere Lebensträume verrät und zeigt eine Vielfalt von unterschiedlichen Lebensentwürfen auf.

aus Suburban Dreams (2011): Mareike, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

aus Suburban Dreams (2011): Mareike, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

Der Betrachter erhält Einblick in alltägliche Rituale und persönliche Vorlieben der Bewohner, die häufig in Begleitung eines Haustiers erscheinen. Aufgenommen in Küche, Bad oder Wohnraum und umgeben von persönlichen Dingen scheinen die Porträtierten mit der Art ihres Auftretens, der Wahl ihrer Kleidung und der ausgeübten Tätigkeit etwas aus ihrem Leben erzählen zu wollen. Die fotografischen Arbeiten sind eine Mischung aus dokumentarischer und inszenierter Fotografie, die auch Aspekte der Selbstinszenierung beinhaltet. Nach eingehenden Gesprächen mit den zu porträtierenden Personen wird gemeinsam ein aufwendiges Setting erarbeitet, das filmischen Charakter besitzt und die Basis für die anschließend freie Improvisation bildet. Die endgültige Entscheidung für ein bestimmtes Szenario fällt während des Fotografierens und verleiht den Bildern einen scheinbar spontanen Ausdruck. Die farbintensiven Fotografien sind grafisch und räumlich präzise konzipiert und orientieren sich an kunstgeschichtlichen Vorbildern wie „Las Meninas“ von Diego Velazquez oder Dokumentarfotografien von August Sander. Die dargestellten Personen haben etwas Stereotypes an sich. Ihr direkter Blick in die Kamera und in Richtung des Betrachters lässt den Stolz auf sich und das eigene Heim erkennen. Einige scheinen wie beiläufig erfasst und ungeachtet der fotografischen Beobachtung in ihr Dasein vertieft zu sein.

aus Suburban Dreams (2011): Dietlinde, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

aus Suburban Dreams (2011): Dietlinde, Deutschland, © Beth Yarnelle Edwards

Edwards Fotografien zeigen Facetten unterschiedlichster Gemütszustände und Lebensmodelle auf, die mitunter eine beklemmende Atmosphäre transportieren. Die Petra Rietz Salon Galerie präsentiert eine Auswahl von Innenraumaufnahmen, die individuelle Lebensvorstellungen zeigen, dennoch gesellschaftliche Normen und Konventionen verdeutlichen und zur Auseinandersetzung mit fremden Idyllen einladen.

Info + illus. courtesy Petra Rietz Salon Galerie

 




Bernd & Hilla Becher | Bergwerke und Hütten

30 05 2011

A current show at the Munich City Museum presents “unusual” works by Bernd and Hilla Becher – their selection focusses on photographs of mines and steel works, showing not singular monuments, but entire factories. The Bechers took such panoramic shots ever since, but kept them shut away.


Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, D 1967 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, D 1967 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel.

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Bernd & Hilla Becher | Bergwerke und Hütten

20. Mai – 11. September 2011

Münchner Stadtmuseum – Sammlung Fotografie
München

www.muenchner-stadtmuseum.de

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PR-Text: Seit nahezu fünf Jahrzehnten hat das Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher weltweit an einer umfassenden Bestandsaufnahme der Industriearchitektur gearbeitet. Sie dokumentierten Fabrikhallen, Gasbehälter, Stromverteiler, Fördertürme, Stahlöfen, die als anonyme Funktionsarchitektur nicht zum Kanon der Kunstgeschichte zählen und durch die urbanistische bzw. wirtschaftliche Entwicklung dem Verfall preisgegeben waren. Diese Gebilde wurden schon bald von der Kunstgeschichte als „anonyme Skulpturen“ (Karl Ruhrberg) erkannt. Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit auf die plastische Schönheit von industriellen Zweckbauten gelenkt, die gewöhnlich von unbekannten Architekten errichtet wurden.

Charlottenhütte, Niederschelden, Siegerland, D 1963 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Charlottenhütte, Niederschelden, Siegerland, D 1963 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Charakteristisch für den Stil der Fotografen Bernd und Hilla Becher sind die präzise Festlegung der Aufnahmebedingungen und das Bemühen um größtmögliche Sachlichkeit und Objektivität in der Wiedergabe des Bildgegenstands. Gewöhnlich werden die Gebäude frontal, von leicht erhöhtem Standpunkt, zentriert und bei Lichtverhältnissen erfasst, die eine gleichmäßige Durchzeichnung sämtlicher Gebäudeteile erlauben und dramatische Licht-Schatten-Effekte ausschließen. Auf diese Weise wird die von der Umgebung isolierte Physiognomie der Gebäude mit geradezu anatomischer Präzision freigelegt. Dieser dokumentarische Ansatz lebt von dem leidenschaftlichen Interesse am Gegenstand in Kenntnis von historischen Vorläufern wie Karl Blossfeldt, Eugène Atget, Albert Renger-Patzsch oder Walker Evans. Ziel ist die bestmögliche Lesbarkeit und Vergleichbarkeit der baulichen Strukturen. Auf inszenatorische und manipulierende Eingriffe im Bild verzichteten die Künstler Bernd und Hilla Becher weitgehend.

Zeche Friedrich der Große, Herne, Ruhrgebiet, D 1978 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Zeche Friedrich der Große, Herne, Ruhrgebiet, D 1978 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Die vorliegende Bildauswahl von Bergwerken und Eisenhütten konzentriert sich erstmals auf den Typus der Industrielandschaften, bei denen es nicht um die Darstellung einzelner architektonischer Objekte geht, sondern um die Situierung ganzer Anlagen und Werkkomplexe der Schwerindustrie in ihrem urbanen und landschaftlichen Umfeld. Solche „Panoramablicke“ auf die Industrie haben die Bechers von Anfang ihrer Arbeit an immer wieder gemacht, aber zunächst unter Verschluss gehalten. Erst als sie sich mit ihren typologischen Reihungen von freistehenden Gebäuden durchgesetzt hatten, entschlossen sie sich zu einer Ausstellung und Publikation der Industrielandschaften, in denen Produktionsstätte, Siedlung und Natur miteinander verbunden sind.

Ein Großteil der Aufnahmen von Bergwerke und Hütten ist im Ruhrgebiet entstanden. Ergänzt wird die Auswahl durch Fotografien aus dem Siegerland, aus Großbritannien, Frankreich und den USA, so dass sich im vergleichenden Sehen eine Sprache industrieller Architektur entdecken lässt, die sich unabhängig von regionalen und nationalen Grenzen im Lauf eines Jahrhunderts entwickelt hat.

Ensley, Alabama, USA 1982 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Ensley, Alabama, USA 1982 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Nachdem die Eisenverhüttung als Industrie das Ruhrgebiet fast gänzlich verlassen hat und auch der Kohlebergbau in Europa vor dem Aus steht, stellt diese Sammlung eindrucksvoller Bilder einen inzwischen schon nostalgischen Rückblick auf eine vergangene Epoche der Industriegeschichte dar. Heute stehen viele der Anlagen zwar unter Denkmalschutz – auch eine Folge der Fotografien von Bernd und Hilla Becher – doch zahlreiche Industrie-Architekturen wurden bereits restlos zerstört und abgerissen. Die ehemals blühenden Industrielandschaften hinterließen Brachflächen, deren Neubewirtschaftung noch aussteht. Umso eindrucksvoller sind die Bildlandschaften der Bechers, die, als stille Monumente, einerseits die Vergangenheit des Ruhrgebiets unvergessen werden lassen und andererseits eine visuelle Argumentation für den notwendigen Strukturwandel einer ganzen Region darstellen.

Die Ausstellung wurde von Hilla Becher in Zusammenarbeit mit dem Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop und ihrem Leiter Heinz Liesbrock konzipiert. Zur Ausstellung ist ein Buch mit mehr als 150 Duotone-Tafeln und einem Text von Heinz Liesbrock im Schirmer/Mosel Verlag erschienen und zum Preis von 34 € im Museum erhältlich.

Info + illus. courtesy Münchner Stadtmuseum




Sabine Dorothea Schnell | L.A. Cuts / Im.Mobile

29 05 2011

vhs photogalerie Stuttgart presents works by Sabine Dorothea Schnell. Her L.A. Cuts try to capture the cityscape of L.A. with all its clichees – by reducing it to fragments and “cuts”. Thus she creates as dense portrait of this Global Village. “Im.Mobile” shows buildings from European metropolises, taken in “movement”.

Sabine Dorothea Schnell • Im.Mobile

Sabine Dorothea Schnell • Im.Mobile

Sabine Dorothea Schnell | L.A. Cuts / Im.Mobile

28. Mai – 24. Juli 2011

vhs-photogalerie,  Stuttgart
www.vhs-photogalerie.de

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Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

 

PR-Text: In den Bilder des Zyklus Im.Mobile steht nichts still. Gebäude aus den europäischen Metropolen Madrid, Paris und Berlin werden mit Mitteln einer Bewegungsfotografie aus ihren statischen Ort- und Raumbezügen gelöst. Die dadurch entstehende bildliche Unschärfe entzieht die fotografierten Objekte einer deutlicher Zuordnung, während sie sich miteinander überlagern, stützen oder farblich verbinden. Architekturen beginnen so vor unseren Augen ein riskant schönes Spiel gegen und mit der Schwerkraft. Das Feste, Unverrückbare, das Im.Mobile, gehorcht nicht mehr der gültigen Anschauung, es transformiert und verflüchtigt sich – ins Ungefähre.

Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

Sabine Dorothea Schnell • L. A. Cuts

Die großformatigen Tableaux der Serie L.A.Cuts beschäftigen sich mit vertrautem Klischee von Los Angeles. Auch sie verwerfen die klassischen Strategien fotografischer Wirklichkeitsabbildung. Vielmehr nähern sie sich dieser ausufernden, zum großen Teil nur vom Auto aus erfahrbaren Stadtlandschaft der Megametropole Los Angeles mittels fragmentarischer ‚Cuts’. Die Bildursprünge sind fotografischer Natur und werden durch Ineinanderkopieren, Einfärbungen und Rasterungen zu Collagen gemischt. So erscheint das ikonische Los Angeles als ein Bildlabyrinth der Brüche. Es entsteht ein Kontraste verdichtendes Portrait dieses Global Village.

Sabine Dorothea Schnell hat ihr Studium der Fotografie an der Folkwangschule in Essen 1995 abgeschlossen und betreibt in Freiburg ein Studio für Gestaltung und Fotografie. Seit 2005 übt sie eine Lehrtätigkeit am Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel aus. Seit 2006 ist sie berufenes Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie.


Info + illus. courtesy vhs photogalerie, (c) Sabine Dorothea Schnell

 




Sebastian Stumpf | Nowhere Near in Braunschweig

29 05 2011

His own body is first and core medium which Sebastian Stumpf “applies”, his works are physical performances in public spaces: a nondescript architectural detail initiates a movement – surprising, ridiculous, unsettling. Together with a (video/photo) camera these actions are recorded and present another possibility on how to react to urban spaces.

Sebastian Stumpf, aus der fotografischen Serie Sukima, 2009

Sebastian Stumpf, aus der fotografischen Serie Sukima, 2009

 

 

 

 

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Sebastian Stumpf | Nowhere Near

27. Mai – 17. Juli 2011

Museum für Photographie

Braunschweig

www.photomuseum.de

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PR-Text: Für Sebastian Stumpf ist der eigene Körper das erste und zentrale Medium, seine Arbeiten sind Performances im physischen Sinne des Wortes. Doch seine Interventionen im öffentlichen Raum sind nicht ohne das aufzeichnende Auge der Videokamera oder des Fotoapparates zu denken. Sie werden in präzise Aufnahmen übersetzt, Aktion und Bild sind untrennbar verbunden.

Sebastian Stumpf, aus der Serie Highwalk, 2010

Sebastian Stumpf, aus der Serie Highwalk, 2010

Der Raum der Stadt mit seiner vorgegebenen Ordnung und die leeren Räume zeitgenössischer Kunstinstitutionen bilden das Terrain, auf dem Sebastian Stumpf operiert. Dabei erscheint uns sein Auftritt vor der Kamera als ebenso artistisch wie subversiv: Ein unscheinbares architektonisches Detail wird plötzlich zum Auslöser einer körperlichen Leistung, welche erstaunt, verwundert, zum Lachen bringt oder verstört. So rollt er sich im letzten Moment unter sich schließende Tore von Tiefgarage, klettert auf kleine Zierbäumchen in modernen Reißbrettarchitekturen oder benutzt Brücken nicht zum Überqueren eines Flusses, sondern zum Sprung ins Wasser.

Als Protagonist seiner Fotografien und Videoarbeiten befasst sich Sebastian Stumpf mit künstlichen Räumen und urbanen Utopien – Orte, an denen der menschliche Körper nur eine abstrakte Rechengröße in einer geplanten Struktur ist. Er spürt deren Lücken und Spalten auf, deren Ausstiege und Sackgassen. In der 28-teiligen Fotoserie Sukima (2009) erscheint sein aufrecht stehender Körper, eingepasst in die strenge Geometrie der Fassaden von Tokioter Gebäuden, wie ein wunderlicher Wiedergänger von Le Corbusiers Figur des Modulors, jener Maßfigur des modernen Menschen.

Sebastian Stumpf, Still aus der Videoarbeit Tiefgaragen, 2008

Sebastian Stumpf, Still aus der Videoarbeit Tiefgaragen, 2008

Die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist in Stumpfs Arbeit nie allein auf sich selbst bezogen, vielmehr definiert sie sich über spezifische Orte. Seine Aktionen zeigen einen anderen Weg, um auf die Wirklichkeit des urbanen Raums zu reagieren, anstatt sie ausschließlich zu dokumentieren. In dieser Hinsicht knüpft Sebastian Stumpf an die Tradition verschiedener experimenteller Bewegungsformen an, wie z.B. dem »dérive« der französischen Situationisten, der in den 1990er Jahren von Jugendlichen entwickelten »Le Parkour«-Bewegung aber auch der Körperkomik früher Stummfilmhelden. Seine Bewegung im Stadtraum beugt sich nicht bekannten Konventionen, sondern behauptet die eigene, abweichende Haltung, die ein wenig mit Nonsens, aber viel mehr noch mit Eigensinn zu tun hat.

Info + illus. courtesy Museum für Photographie Braunschweig




Carlos Irijalba | The Road Not Taken in Berlin

28 05 2011

For the first time in Germany, Berlin gallery Sherin Najjar presents works by Spanish artist Carlos Irijalba (*1979 in Pamplona)  who questions and intervenes public spaces.

Carlos Irijalba Twilight 12, 2009 C-Print on Aluminium 100 x 200 cm Ed. of 5

Carlos Irijalba, Twilight 12, 2009, C-Print on Aluminium 100 x 200 cm Ed. of 5

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Carlos Irijalba | The Road Not Taken

21. Mai – 16. Juli 2011

Galerie Sherin Najjar, Berlin

www.sherinnajjar.com

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PR-Text: Die aufwendigen Inszenierungen und Interventionen im öffentlichen Raum des jungen Spaniers faszinieren und irritieren zugleich. Seine Serien Twilight (2009) und Unwilling Spectator (2011) führen uns in einen Bereich der zeitgenössischen Fotografie und Video Kunst, der für unsere Betrachtung Neuland bedeutet. Einerseits möchten wir Irijalbas Aufnahmen dokumentarisch lesen und sie als Belege eines konkreten Ortes gelten lassen, andererseits erkennen wir darin die Konstruktion und stellen so ihre Wahrhaftigkeit und Authentizität in Frage.

Carlos Irijalba Twilight 2, 2009 100 x 150 cm C-Print on Aluminium Ed. of 5

Carlos Irijalba Twilight 2, 2009 100 x 150 cm C-Print on Aluminium Ed. of 5

In Twilight hinterfragt Irijalba das unterschiedliche räumliche und zeitliche Erleben von alltäglichen Orten und des Spektakels. Die Umdeutung von Realität durch Intervention im öffentlichen Raum, deutet der Philosoph Guy Dubord in seinem literarischen Werk „Gesellschaft des Spektakels“ als eine Infragestellung der realen Welt durch Surrogat. Real Erlebtes wird zunehmend durch seine Repräsentation ersetzt, die aber wiederum ganz reale Auswirkungen auf unser Leben hat. In Twilight ist Licht für den Künstler die Quelle der Aufmerksamkeit. Irijalba hat eine Flutlichtanlage aus einem Fußballstadion demontiert und damit den entlegenen Wald Irati im Norden von Navarre rätselhaft illuminiert. Damit hinterfragt er die Notwendigkeit von Licht in der westlichen Kultur für die Erschaffung von Realität und wie Licht die Realität lenkt und definiert.

Auch in seiner neuesten Werkserie Unwilling Spectator inszeniert Irijalba Eingriffe in einer alltäglichen Umgebung. Über mehrere Wochen besuchte der Künstler eine der vielbefahrensten Straßenkreuzungen Chinas, die Laiguangying Kreuzung der 5. Ringautobahn in Bejing. Dort erforschte er die Künstlichkeit der Architektur und ihre Umgebung. Schließlich pflanzte er in die Mitte der ringförmigen Autobahn einen kleinen Wald von Bonsais, um die etablierte Ordnung des Ortes durcheinander zu bringen und die kollektive Konstruktion der Wirklichkeit zu hinterfragen.

Info + illus. courtesy Galerie Sherin Najjar




Chernobyl – before and after. 2 photo exhibits in Mannheim and Greifswald

7 04 2011

It’s a anniversary we’d rather forget: 25 years ago the nuclear catastrophe of Chernobyl in Ukraine happened. While Andrej Krementschouk travelled to Chernobyl several times since 2008 and captured how life is – still – going on in the death zone, Semjon Prosjak’s photos show the life in the village of Sednjew, 64 km away from Chernobyl, before the nuclear disaster.

Andrej Krementschouk
© Andrej Krementschouk

 

 

 

 

Andrej Krementschouk Zone – Heimat Tschernobyl

20.03. – 31.07.2011

ZEPHYR Mannheim

http://www.zephyr-mannheim.de/

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Der Fotograf Andrej Krementschouk reiste seit 2008 immer wieder in die 30-Kilometer-Sperrzone um den Reaktor. Entstanden sind eindrucksvolle Aufnahmen vom Leben in dieser Zone, die n zwei Bildbänden des Kehrer Verlags “Chernobyl Zone (I)” und “Chernobyl Zone (II) versammelt werden. In der Ausstellung in Mannheim werden ausgewählte Aufnahmen präsentiert.

»Die Zone hat etwas Märchenhaftes. Die Natur wuchert, die Tiere vermehren sich. Im Ort Tschernobyl, der nicht so schlimm verstrahlt ist wie Prypjat, wohnen wieder Menschen. Es sind Rückkehrer, die sich dort frei fühlen. Sie sind dort geboren, sie wollen nicht weg, es ist ihnen egal, ob sie deshalb früher sterben.« (A. Krementschouk)


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Semjon Prosjak

© Semjon Prosjak

 

 

 

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Semjon Prosjak | Sednjew

01. April – 07. Mai 2011

Galerie STP, Galerie für osteuropäische Fotografie, Greifswald

http://www.galerie-stp.de
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PR-Text: Semjon Prosjaks Fotografien des ukrainischen Dorfes Sednjew sind ein kostbares Dokument. Sie zeigen einen Ort und eine Lebensweise, 64 Kilometer vom Kernkraftwerk Tschernobyl entfernt,die es so nicht mehr gibt. Ein Thema aktueller, denn je zuvor.

© Semjon Prosjak

© Semjon Prosjak

„Hier hat eine Photograph nicht nur eine Serie oder ein Thema photographiert, sondern seinen Gegenstand gefunden. Aus ihm hat er in jahrelanger Arbeit einen Photoessay extrahiert, den zweierlei auszeichnet: Beweis zu sein im historischen Prozess und die Qualität des autonomen Bildes, welches über das bloße Abbild weit hinausreicht. Damit erweist sich Prosjak als Autorenphotograph, der seinen Gegenstand auf eben seine ganz eigenen Weise darzustellen vermag.

Dieser Gegenstand ist so reich und vielfältig, wie seine Darstellung einfach und direkt: Sozialdokumentation, die Aufzeichnung von Lebensverhältnissen, einer Lebensweise. Prosjak photographiert Schauplätze, Szenen, auf denen etwas geschieht, zeigen sie nun Landschaften, Räume, Menschengruppen oder Situationen. Sein Bildermachen wie seine Bilder sind nie statisch, nie feststellend, keine Landschafts-. Portrait-, oder Reportagephotographie im traditionellen Sinne, sondern so lebendige wie bewegende Bilder eines Lebenszusammenhangs voller Tradition, Fülle und Stimmigkeit“. (T.O. Immisch 2001)

Info courtesy Galerie STB