Sketches of Urbanity: Loic Bréard in Hamburg, Petra Karadimas in Berlin
6 11 2009Die Fotografen Loic Bréard und Petra Karadimas setzen sich auf jeweils eigene Weise mit der gebauten Umwelt auseinander. Während Bréard in ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen “urbane Skizzen” eingefangen hat, konzentriert sich Karadimas auf städtische Nebenschauplätze wie Baustellen und Brachen. Durch gezielte Retusche gelingt es ihr, die Wahrnehmung solcher Szenerien zu hinterfragen.
The photographers Loic Bréard and Petra Karadimas react on their surroundings in their very own way. While Bréard captured “urban sketches” in his b/w shots, Karadimas focusses on urban side sceneries like constructions sites and waste land. Using retouching she questions the perceptions of such locations.
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Loïc Bréard
Galerie Hilaneh von Kories, Hamburg
16. Oktober – 18. Dezember 2009
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Gezeigt wird eine Auswahl von rund 50 hochwertigen Schwarzweiß-Bildern von Loïc Bréard, für den das Leben der Menschen, ihr Gestaltungswille, die Formen der Architektur zusammengehört. In der Komposition vollendet zeigen sie, mit viel Sinn für Dramaturgie, Ansichten unserer gebauten Umwelt: Architekturdetails, serielle Strukturen, Fassaden.

Loic Bréard, Urban Sketches #7, 2008 © L. Bréard
Aus dem PR-Text (v. Marc Peschke): Immer wieder sind es Spiegelungen, die Bréard begeistern. [...] Doch Spiegelungen, Verzerrungen und Dopplungen – sein Hang zum Experimentellen – können nicht verbergen: Bréards fotografischem Werk wohnt stets ein klassisch-eleganter, aber auch technisch vollendeter Zug inne. Er fotografiert ausschließlich analog und ausschließlich in Schwarzweiß – weil Schwarzweiß, wie der Fotograf einmal gesagt hat, “in völlig unnachahmlicher Weise das Sein hinter dem Schein, die Emotion hinter der menschlichen Fassade hervortreten lässt”.
Und das ist es wohl, was uns an diesen Fotografien so fasziniert: die Tiefe in den Bildern. Die Tiefe der Kompositionen, der Schatten, doch auch die Tiefe in einem philosophischen und psychologischen Sinn: Die Kamera durchleuchtet das Leben der Menschen, sie beschreibt die Lebensweise in den großen Städten, skizziert die Anforderungen, welche an jene gestellt werden, die hier leben und arbeiten. [...] Architektur ist in diesen Bildern nicht nur gebauter Raum, ist nicht nur Ordnung und Detail. Sie wird – und das zeichnet Bréards Meisterschaft aus – zur Metapher des Lebens selbst.
[...] Menschen sind im urban verdichteten Raum paradoxerweise fehl am Platz – nie zeigt er sie. Und dennoch sind sie immer anwesend.
Infos + Abb. Galerie Hilaneh von Kories, Loic Bréard
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Petra Karadimas, Galeria, 2008, C-Print, 75 x 105cm © P. Karadimas
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Petra Karadimas
31. Oktober bis 5. Dezember 2009
berg19 raum für fotografie, Berlin
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berg19 Raum für Fotografie in Berlin Mitte bietet ein Forum für innovative und grenzüberschreitende Ansätze in der fotografischen Praxis und Präsentation.
Aus dem PR-Text: “Die Arbeiten von Petra Karadimas (*1967) befassen sich mit Situationen, die auf Nebenschauplätzen stattfinden – Baustellen, Brachen, Grünanlagen. Wirken die Bilder anfänglich noch alltäglich und banal, treten bei näherer Betrachtung erste Unstimmigkeiten ans Licht.

Petra Karadimas, grün, 2009, C-Print, 66 x 99cm © P. Karadimas
Ausgangspunkt von Karadimas’ Arbeiten sind eigene Fotografien, die sie in einem intensiven Arbeitsprozess digital retuschiert. Jedes Bildelement wird quasi einer Transformation unterzogen. Aufgrund der aufwendigen Arbeitsweise entstehen nur etwa 4-6 Arbeiten pro Jahr. Die digitale Bearbeitung resultiert in einer eigenartigen Bildmaterialität, die zugleich malerisch und künstlich wirkt. Die fotografische Körnung weicht einem ‘digitalen Pinselstrich’, der zwar virtuell vorhanden ist, jedoch nicht in Form von tastbarer, greifbarer Textur.”
Wird die Retusche in der Werbung v.a. zur Optimierung und Idealisierung eingesetzt, geschieht hier etwas anderes: Schon die ausgewählten Motive entsprehcen nicht dem gängigen Ideal von Schönheit und Perfektion. Durch die Nachbearbeitung wird hier nicht korrigiert, sondern sie wird eingesetzt, um Bilder prinzipiell in Frage zu stellen:

Petra Karadimas, Jalousie, 2009, C-Print, 29 x 44cm © P. Karadimas
Aus dem PR-Text: “Eine Fotografie entsteht im Bruchteil einer Sekunde. Die digitale Bearbeitung hingegen dauert unzählige Stunden. Die Bearbeitung verwischt die fotografische Spur, lässt aber an deren Stelle unvermittelt etwas anderes treten. Die Retusche wird selbst zum künstlerischen Stil, zu einer Handschrift, die aber tatsächlich keine ist. Es ist dieser ambivalente Arbeitsprozess, der den Bezug zwischen Bild und Wirklichkeit in den Vordergrund treten lässt und letztlich aufsprengt. Die Rahmenbedingungen für Wahrnehmung beginnen sich zu verschieben. Die prinzipielle Authentizität fotografischer Realitätsbezeugung wird genauso hinterfragt wie der subjektive Ausdruck, den man sich von Malerei erwartet.”
Infos + Abb. berg19 raum für fotografie und Petra Karadimas
Kategorien : Architecture + Art
Schlagworte : Berlin, Galerie Hilaneh von Kories, Hamburg, Loic Bréard, Petra Karadimas




