Roman Bezjak | SOZIALISTISCHE MODERNE in Hamburg

2 02 2012

Slovenian photographer Roman Bezjak approaches the stony witnesses of planned economy and socialism unbiasedly, without the skepticism that usually directs our vision of socialistic modernism. Thus he presents an “archeology” of a past world which is mostly threatened by demolition unless it already is demolished, as is the Berlin Palast der Republik.

Roman Bezjak "Brühl, Leipzig" aus der Serie "Sozialistische Moderne"

Roman Bezjak "Brühl, Leipzig" aus der Serie "Sozialistische Moderne"

 
 

Roman Bezjak | SOZIALISTISCHE MODERNE

 21. Januar bis 17. März 2012

ROBERT MORAT | GALERIE, Hamburg
www.robertmorat.de

Gleichzeitig zu sehen: Dirk Reinartz | ST. GEORG


 
 
 

Roman Bezjak "Constanta" aus der Serie "Sozialistische Moderne"

Roman Bezjak "Constanta" aus der Serie "Sozialistische Moderne"

PR-Text: Während der Westen den zu Stein gewordenen Zeugen von Planwirtschaft und sozialistischer Moderne mit Skepsis begegnet, wirft Roman Bezjak einen unvoreingenommenen Blick auf die Architektur des Kommunismus. Mit der Großbildkamera fotografierte er Wohnungsbauten, funktionale Einrichtungen, Hotels und Kulturpaläste an vertrauten und fremden Orten von Tallin bis Tirana, von Dresden bis Dnjepropetrowsk. In Serien entsteht dadurch eine Art Archäologie der Nachkriegsmoderne ohne ostalgische Verklärung, denn auch die Abnutzung der Utopie und ihre Ankunft im Alltag werden sichtbar. So hält die Publikation eine vom Abriss bedrohte Welt fest, die teilweise, etwa im Fall des Palasts der Republik in Berlin, schon nicht mehr existiert.

Roman Bezjak, 1962 in Slowenien geboren, trat bis zu seiner Berufung als Professor an der Fachhochschule Bielefeld im Jahr 2000 vor allem mit preisgekrönten Arbeiten für das Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und für GEO in Erscheinung. Die Serie “Sozialistische Moderne” wurde im Jahr 2011 im Verlag Hatje Cantz veröffentlicht und fand großes mediales Interesse. Die Publikation begleitete eine Einzelausstellung im Sprengel Museum in Hannover; die Robert Morat Galerie freut sich sehr, diese Ausstellung in Hamburg übernehmen zu können.

Info + illus. courtesy Robert Morat Galerie




Naked in the city: Ruben Brulat’s “Immaculate & Primates” in Hamburg

30 05 2010

Obwohl er erst seit gut zwei Jahren fotografiert, hat der Franzose Ruben Brulat – Jahrgang 1988 (!) – schon sehr viel Aufsehen erregt mit Fotos in internationalen Magazinen und Ausstellungen in Paris, Los Angeles und Dubai. Die G3 Gallery in Hamburg zeigt Ruben Brulats erste Einzelausstellung in Deutschland. Für seine Fotografien geht Brulat sehr ungewöhnlich vor: Er zieht sich aus und fotografiert sich als Teil der (urbanen) Landschaft.

Even though he’s been photographing for about 2 years only, French photoartist Ruben Brulat – born 1988 (!) – has already caused quite a stir. His photos are shown in international magazines and were exhibited in Paris, Los Angeles und Dubai. Hamburg based G3 Gallery presents Ruben Brulat’s first solo show in Germany. Brulat uses a very uncommon approach: He undresses and photographs himself as part of the city/landscape.

(English PR text)

"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 ©Ruben Brulat

"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 ©Ruben Brulat

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RUBEN BRULAT “Immaculate & Primates”

28. Mai – 31. Juli 2010

G3 Gallery GmbH,  Hamburg

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Aus dem PR-Text: Was geschieht, wenn man sich einer kalten Büroarchitektur ausliefert, mitten in der Nacht, entledigt all seiner Kleider? Was geschieht, wenn man genauso nackt Teil der Natur wird, irgendwo im Nichts? Der Fotograf Ruben Brulat macht es vor: Er setzt seinen Körper ein, um die Beziehung des Einzelnen zur Welt zu zeigen, seine Schutzlosigkeit, seine Unschuld, seine Macht.

“Als ich anfing, Fotos von mir selbst zu machen, konnte ich das Unbehagen, das mich an diesen Plätzen beschlich, viel einfacher ertragen: Indem ich mich auszog, ging ich eine totale Symbiose mit der Umwelt ein. Und je mehr Bilder ich machte, desto klarer wurde mir das. Eine Fiktion zu erschaffen kann einen näher zur Realität bringen.”

"Classes paradoxales" aus der Serie "Immaculates", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 ©Ruben Brulat

"Classes paradoxales" aus der Serie "Immaculates", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 ©Ruben Brulat

Der Franzose Ruben Brulat geht bei seinen Aufnahmen nach einem genau konzipierten Drehbuch vor. Bei seiner Serie “Immaculate”, in dem die gesichtslose Bürostadt “La Défense” vor den Toren von Paris im Mittelpunkt steht, wartet er, bis die letzten Angestellten die Gebäude verlassen haben und wandert so lang durch die Betonschluchten, bis er von einem Ort inspiriert ist. Er träumt sich in die Szenerie hinein, bis der Drang so groß wird, selbst Teil des Bildes zu werden. Die technischen Parameter sind gesetzt, dann zieht sich der Fotograf aus, läuft an eine bestimmte Stelle, kauert sich hin oder drückt sich an eine Säule oder legt sich flach auf den Boden und verharrt dort regunglos. Sein Körper wird zur Eigenprojektion im großen Ganzen, nimmt Besitz von der Architektur der Häuser, tritt in Wechselwirkung zur Welt der Wirtschaft, die ihn als Individuum dominiert und die er als selbstbestimmter Störfaktor nun auf gegenläufige Weise ebenfalls dominieren kann.

Auch in der Serie “Primates” geht Ruben Brulat eine Symbiose seines Ichs mit der Umgebung ein, diesmal gleich mit der “ganzen” Natur. Kaum zu erkennen ist in den großen Landschaftspanoramen der eine, wie verloren wirkende, entblößte Körper – hier geht es um den Verlust von Identität, wenn der Mensch zwischen Grashügel, Flussbett oder Schneefeld zum Bestandteil von Natur wird und sich die Frage des Überlebens, des eigenen und des der ganzen Gattung, stellt. Wo kommen wir her und können wir dahin zurück? Wie wird unser Verhältnis zur Natur morgen sein? Welche Geschichten werden bleiben? Ruben Brulats Bilder sind immer auch poetische Variationen des einen Ur-Themas: Was ist das eigentlich, das “Sein”?

Info + illus. courtesy G3 Gallery





From Berlin to Hamburg: Pawlok’s Moving Cities and Gütschow’s Interiors

23 02 2010

Nach Berlin jetzt Hamburg: Werner Pawlok (*1953), einer der großen Namen in der deutschen Fotografieszene, zeigt zerfließenden, formverlorenen Visionen von Stadtansichten von, wie könnte es anders sein, New York. Beate Gütschow hingegen inszeniert Innenräume und spielt mit unseren Sehgewohnheiten aus der Produktfotografie – hier sind es keine idealisierten Produkte, die arrangiert werden, sondern alltägliche und gebrauchte Gegenstände, die plötzlich fremd und “idealisiert” erscheinen.

From Berlin to Hamburg: Werner Pawlok (*1953), one of the big names of German photography, presents moving, form-less visions of cityscapes of – whereelse coudl it be – New York. Beate Gütschow however “stages” interiors (“I” = Innenraum/Interior) and challenges our viewing habits, trained by product photography -  she doesn’t present idealized products, but everyday and used objects, giving them a foreign and “idealized” appeareance.

"Tunnel II" (2000/2009), Pigment Print on Enhanced Paper, 70x100 cm, Edition 7 ©Werner Pawlok

Werner Pawlok, Tunnel II (2000/2009), Pigment Print on Enhanced Paper, 70x100 cm, Edition 7 ©Werner Pawlok

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WERNER PAWLOK “Moving Cities”
19. Februar – 22. April 2010
G3 Gallery GmbH
Hamburg

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Aus dem PR-Text: “Sie wirken wie Gemälde, diese zerfließenden, formverlorenen Visionen von Stadtansichten, und das sollen sie auch. Ihren Ursprung haben die “Moving Cities” in realen Momentaufnahmen, die durch die Bearbeitung eine Essenz des Urbanen herausfiltern – persönliche Eindrücke einer sich in ständiger Bewegung befindenden, modernen Metropolis.

[...]

‘Ich fotografiere, weil ich als Maler an meine Grenzen gestoßen bin’, sagt Werner Pawlok und hat doch mit seinen künstlerischen Fotoarbeiten längst die Grenze zur Malerei durchstoßen. Bei den “Moving Cities”, deren Grundlage ein Schnappschuss ist, werden die Pixel zu opaken Farbfeldern, die Bewegung zur schemenhaften Ahnung des Lebendigen: “Der Moment lebt weiter, er ist in eine neue Dimension eingetreten.” Und so sind die “Moving Cities”, die in der G3 Gallery ihre erste Einzelpräsentation erleben, “schnörkellose Augenblicke” einer Stadt, die New York ist, aber die auch stellvertretend für jedes dynamisch-urbane Gefüge unserer Gegenwart stehen können – Signifikanten für die Idee von Stadt.”

"Tunnel II" (2000/2009), Pigment Print on Enhanced Paper, 70x100 cm, Edition 7 ©Werner Pawlok

Werner Pawlok, Tunnel II (2000/2009), Pigment Print on Enhanced Paper, 70x100 cm, Edition 7 ©Werner Pawlok

Infos + Abb. G3 Gallery, Werner Pawlok

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I#1 2009 Light box 91 x 66 cm Courtesy: Produzentengalerie, Hamburg; Beate Gütschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Beate Gütschow, I#1, 2009, Light box 91 x 66 cm, Courtesy: Produzentengalerie, Hamburg; Beate Gütschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

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Beate Gütschow:   I

30. Januar – 13. März 2010

Produzentengalerie Hamburg

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Aus dem PR-Text: “In ihrer aktuellen Ausstellung bei der Produzentengalerie Hamburg zeigt Beate Gütschow ihre neue Serie “I”. Dabei handelt es sich um Fotografien von Innenräumen (“I” steht für Innenraum oder Interior), deren Aufnahmen in Leuchtkästen präsentiert werden.

[...]

Beate Gütschow baut die Innenräume in ihrem Studio auf und fotografiert sie ab. Dabei nutzt sie fotografische Techniken, die aus der Produktfotografie stammen: Die Künstlerin ordnet die Gegenstände sorgfältig an, arbeitet die Oberflächenbeschaffenheit eines Objektes mit gebündeltem Seitenlicht heraus, nutzt Spiegelungen und setzt bewusst Lichtreflexionen ein. Der Raum wird in manchen Bildern sorgfältig ausgeleuchtet, in anderen blendet der dunkle, fast monochrome Hintergrund alle störenden Details aus. Das Zusammenfügen einzelner Fragmente, die Montage, findet also, anders als bei den früheren Werkgruppen, vor der Kamera statt.

I#2 2009 Light box 91 x 66 cm Courtesy: Produzentengalerie, Hamburg; Beate Gütschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Beate Gütschow, I#2, 2009, Light box 91 x 66 cm, Courtesy: Produzentengalerie, Hamburg; Beate Gütschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Bei ihren neuen Arbeiten geht es Beate Gütschow um die Bedeutung, die den Dingen durch ihre Handhabung im Bild zuteil wird: Sie sind merkwürdig ins Licht gerückt und werden durch die Inszenierung Träger von disparaten Assoziationen, die man – für sich genommen betrachtet – nicht auf den ersten Blick mit ihnen in Verbindung bringen würde. Die Inszenierung selbst ist in einigen Bildern deutlich sichtbar: So entpuppt sich ein schwarzer Hintergrund als eine gemalte Fläche, oberhalb derer ein Stück nackte weisse (Studio-)Wand zu sehen ist. Ebenso werden mit einem bestimmten Lebensgefühl und Zeitgeist ehemals in Verbindung stehende Gegenstände, die eben noch als Design-Ikonen und Identifikationsobjekte einer ganzen Generation galten, plötzlich als profane Gegenstände sichtbar.

Während in der Food-Photography oft Attrappen von Lebensmitteln statt echtem Essen fotografiert werden, die die vermeintlichen Speisen auf dem Foto noch realistischer aussehen lassen sollen als das tatsächliche Vorbild der verzehrbaren Ware, verhält es sich mit den Arbeiten von Beate Gütschow genau andersherum: Das, was authentisch ist, (und übrigens auch Gebrauchsspuren aufweist), wird so sehr fotografisch präpariert, dass es nun merkwürdig künstlich wirkt. (Text: Friederike Schönhuth)”

Infos + Abb. Produzentengalerie HH, Beate Gütschow




Matthias Haun’s urban Daydreams in Hamburg and New Homeland in Stuttgart

12 12 2009

Auch über den Jahreswechsel gibt es was zu sehen – im Norden wie im Süden. In der found Galerie in Hamburg zeigt Matthias Haun Weltstädte wie New York, Tokyo und Paris in ebenso erstaunlichen wie ungewohnten – weil untypischen – Ansichten, in Stuttgart sind die Arbeiten der Preisträger des Europäischen Architekturfotografie-Preis 2009 zum Thema “Neue Heimat” zu sehen.

Still interesting shows to see around the change of years – in Northern and Southern Germany. found Galerie Hamburg presents Matthias Haun’s amazing and unusual – because untypical – impressions of world cities like New York, Tokyo and Paris, while in Stuttgart the winning works of the European Architecture Photography Prize 2009 “New Homeland” can be seen.

Matthias Haun Wellblechhaus 1, Tokyo 2006

Matthias Haun Wellblechhaus 1, Tokyo 2006 © M. Haun

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Matthias Haun

Contemporary Fine Daydreams

found Galerie, Hamburg

30. November 2009 – 30. Januar 2010

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Matthias Hauns (*1959) 2006 begonnene Serie Contemporary Fine Daydreams zeigt die ungesehenen, alltäglichen Seiten von Städten wie Paris, Tokyo, L.A., Nagasaki. Seine Bilder verhelfen dem Unscheinbaren zu dem Recht, gesehen zu werden und zu der Chance neben dem Stereotyp zu bestehen. So reduziert der Bremer Foto-Künstler etwa den Blick auf New York auf ein Wasserglas neben dem eine weiße Serviette mit Prägedruck liegt.

Matthias Haun Wartende, Paris, 2006Matthias Haun Wartende, Paris, 2006 © M. Haun

Obwohl Hauns Motive die großen Städte der Welt sind, deren mediales Bild teilweise schon bis zum Überdruss veröffentlicht ist, präsentiert er einen ganz anderen Blick auf diese Städte. Seine Digital-Aufnahmen gehorchen gerade nicht den gängigen touristischen Sehmustern – und statt den Aufnahmen digital mehr Schärfe, Kontrast und knalligere Farben zu verleihen, nutzt er die digitalen Möglichkeiten vor allem, um Silhouetten zu verbergen und Ansichten zu fragmentieren. Digital nachbearbeitet wird nicht zur Korrektur der Aufnahmen, sondern zur malerischen Intervention ins Bild.

In der found Galerie für zeitgenössische Fotografie sind 17 Arbeiten der Serie Contemporary Fine Daydreams zu sehen.

(Info aus einem Text von Benno Schirrmeister, Webseite Matthias Haun)

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Stephan Sahm, 1. Prize | Europäischer Architekturfotografiepreis 2009   ,,Neue Heimat | New Homeland´´

Stephan Sahm, 1. Prize | Europäischer Architekturfotografiepreis 2009 ,,Neue Heimat | New Homeland´´

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Neue Heimat
Europäischer Architekturfotografie-Preis 2009

vhs-photogalerie, Stuttgart

26. November 2009 – 31. Januar 2010

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PR-Text: Der alle zwei Jahre ausgelobte Wettbewerb “Europäischer Architekturfotografie-Preis” stand dieses Mal unter dem Thema “Neue Heimat | New Homeland”.

Tim Griffith | Europäischer Architekturfotografiepreis 2009 ,,Neue Heimat | New Homeland´´

Tim Griffith, 2. Prize | Europäischer Architekturfotografiepreis 2009 ,,Neue Heimat | New Homeland´´

An dem aktuellen Wettbewerb haben sich 232 Fotografen aus 16 Ländern beteiligt. Vergeben wurden drei Preise, vier Auszeichnungen und 22 Anerkennungen. Von den so geehrten Fotografen werden jeweils vier Arbeiten, die konzeptionell zusammen gehören, gezeigt. Alle Arbeiten zeugen vom großen technischen Können der Fotografen, von ihrer Inspiration und von bewundernswerter Originalität. Was zum Beispiel auf einem der Preisträgerfotos von Stephan Sahm (1. Preis) wie ein Zimmer mit futuristischen Möbeln aussieht, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als Inventar eines Hamsterkäfigs.

Erster Preis / First Prize
Stephan Sahm (GER)

Zweiter Preis / Second Prize
Tim Griffith (US)

Zweiter Preis / Second Prize
Jacky Longstaff (UK)

Mehr Bilder der Preisträger hier

Jacky Longstaff, 2. Prize | Europäischer Architekturfotografiepreis 2009 ,,Neue Heimat | New Homeland´´

Jacky Longstaff, 2. Prize | Europäischer Architekturfotografiepreis 2009 ,,Neue Heimat | New Homeland´´

Die meisten Fotografen sehen das Thema “Neue Heimat” durchaus kritisch, weil eine neue Heimat meist den Verlust einer alten Heimat impliziert.

Alle Fotografien zeigen auch, dass moderne Architektur-Fotografie heute weit mehr ist als das perfekte Abbilden von Gebäuden, dass Emotionen, Reflexionen und Visionen ebenso dazugehören.

Info und Abb. vhs-Fotogalerie Stuttgart und die Fotografen

Mehr Infos gibt baulinks.de

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Sketches of Urbanity: Loic Bréard in Hamburg, Petra Karadimas in Berlin

6 11 2009

Die Fotografen Loic Bréard und Petra Karadimas setzen sich auf jeweils eigene Weise mit der gebauten Umwelt auseinander. Während Bréard in ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen “urbane Skizzen” eingefangen hat, konzentriert sich Karadimas auf städtische Nebenschauplätze wie Baustellen und Brachen. Durch gezielte Retusche gelingt es ihr, die Wahrnehmung solcher Szenerien zu hinterfragen.

The photographers Loic Bréard and Petra Karadimas react on their surroundings in their very own way. While Bréard captured “urban sketches” in his b/w shots, Karadimas focusses on urban side sceneries like constructions sites and waste land. Using retouching she questions the perceptions of such locations.

Urban Sketches # 29, 2008

Loic Bréard, Urban Sketches #29, 2008 © L. Bréard

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Loïc Bréard

Urban Sketches, 1999 – 2009

Galerie Hilaneh von Kories, Hamburg
16. Oktober – 18. Dezember 2009

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Gezeigt wird eine Auswahl von rund 50 hochwertigen Schwarzweiß-Bildern von Loïc Bréard, für den das Leben der Menschen, ihr Gestaltungswille, die Formen der Architektur zusammengehört. In der Komposition vollendet zeigen sie, mit viel Sinn für Dramaturgie, Ansichten unserer gebauten Umwelt: Architekturdetails, serielle Strukturen, Fassaden.

Urban Sketches # 7, 2008

Loic Bréard, Urban Sketches #7, 2008 © L. Bréard

Aus dem PR-Text (v. Marc Peschke): Immer wieder sind es Spiegelungen, die Bréard begeistern. [...] Doch Spiegelungen, Verzerrungen und Dopplungen – sein Hang zum Experimentellen – können nicht verbergen: Bréards fotografischem Werk wohnt stets ein klassisch-eleganter, aber auch technisch vollendeter Zug inne. Er fotografiert ausschließlich analog und ausschließlich in Schwarzweiß – weil Schwarzweiß, wie der Fotograf einmal gesagt hat, “in völlig unnachahmlicher Weise das Sein hinter dem Schein, die Emotion hinter der menschlichen Fassade hervortreten lässt”.

Und das ist es wohl, was uns an diesen Fotografien so fasziniert: die Tiefe in den Bildern. Die Tiefe der Kompositionen, der Schatten, doch auch die Tiefe in einem philosophischen und psychologischen Sinn: Die Kamera durchleuchtet das Leben der Menschen, sie beschreibt die Lebensweise in den großen Städten, skizziert die Anforderungen, welche an jene gestellt werden, die hier leben und arbeiten. [...] Architektur ist in diesen Bildern nicht nur gebauter Raum, ist nicht nur Ordnung und Detail. Sie wird – und das zeichnet Bréards Meisterschaft aus – zur Metapher des Lebens selbst.

[...] Menschen sind im urban verdichteten Raum paradoxerweise fehl am Platz – nie zeigt er sie. Und dennoch sind sie immer anwesend.

Infos + Abb. Galerie Hilaneh von Kories, Loic Bréard

Webseite Loic Bréard.

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'Galeria', 2008, C-Print, 75 x 105cm

Petra Karadimas, Galeria, 2008, C-Print, 75 x 105cm © P. Karadimas

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Petra Karadimas

31. Oktober bis 5. Dezember 2009

berg19 raum für fotografie, Berlin

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berg19 Raum für Fotografie in Berlin Mitte bietet ein Forum für innovative und grenzüberschreitende Ansätze in der fotografischen Praxis und Präsentation.

Aus dem PR-Text: “Die Arbeiten von Petra Karadimas (*1967) befassen sich mit Situationen, die auf Nebenschauplätzen stattfinden – Baustellen, Brachen, Grünanlagen. Wirken die Bilder anfänglich noch alltäglich und banal, treten bei näherer Betrachtung erste Unstimmigkeiten ans Licht.

'grün', 2009, C-Print, 66 x 99cm

Petra Karadimas, grün, 2009, C-Print, 66 x 99cm © P. Karadimas

Ausgangspunkt von Karadimas’ Arbeiten sind eigene Fotografien, die sie in einem intensiven Arbeitsprozess digital retuschiert. Jedes Bildelement wird quasi einer Transformation unterzogen. Aufgrund der aufwendigen Arbeitsweise entstehen nur etwa 4-6 Arbeiten pro Jahr. Die digitale Bearbeitung resultiert in einer eigenartigen Bildmaterialität, die zugleich malerisch und künstlich wirkt. Die fotografische Körnung weicht einem ‘digitalen Pinselstrich’, der zwar virtuell vorhanden ist, jedoch nicht in Form von tastbarer, greifbarer Textur.”

Wird die Retusche in der Werbung v.a. zur Optimierung und Idealisierung eingesetzt, geschieht hier etwas anderes: Schon die ausgewählten Motive entsprehcen nicht dem gängigen Ideal von Schönheit und Perfektion.  Durch die Nachbearbeitung wird hier nicht korrigiert, sondern sie wird eingesetzt, um Bilder prinzipiell in Frage zu stellen:

'Jalousie', 2009, C-Print, 29 x 44cm

Petra Karadimas, Jalousie, 2009, C-Print, 29 x 44cm © P. Karadimas

Aus dem PR-Text: “Eine Fotografie entsteht im Bruchteil einer Sekunde. Die digitale Bearbeitung hingegen dauert unzählige Stunden. Die Bearbeitung verwischt die fotografische Spur, lässt aber an deren Stelle unvermittelt etwas anderes treten. Die Retusche wird selbst zum künstlerischen Stil, zu einer Handschrift, die aber tatsächlich keine ist. Es ist dieser ambivalente Arbeitsprozess, der den Bezug zwischen Bild und Wirklichkeit in den Vordergrund treten lässt und letztlich aufsprengt. Die Rahmenbedingungen für Wahrnehmung beginnen sich zu verschieben. Die prinzipielle Authentizität fotografischer Realitätsbezeugung wird genauso hinterfragt wie der subjektive Ausdruck, den man sich von Malerei erwartet.”

Infos + Abb. berg19 raum für fotografie und Petra Karadimas

Webseite Petra Karadimas





Rooftop Communities in Hongkong: Ghetto with City View

2 06 2009

Das Kunsthaus Hamburg zeigt die Ausstellung ‘Portraits from Above – Hong Kong‘s Informal Rooftop Communities‘ mit Zeichnungen, Fotografien und Text von Rufina Wu und Stefan Canham. Die Schau ist sowohl ein Beitrag zu ‘Jugend kulturell Bildende Kunst. EXTRA‘ als auch zum 6. Hamburger Architektur Sommer. Sie wurde bereits im Spiegel Online wahrgenommen.

The exhibition “Portraits from Above – Hong Kong’s Informal Rooftop Communities” at the Hamburg Kunsthaus presents the photo documentation by Canadian architect Rufina Wu and German photographer Stefan Canham, including photos, drawings and texts. Within 3 months Wu and Canham have visited and portrayed the informal slum cities of Hong Kong – because of the city’s geographical disposition, these auxiliary sheds have been moved to the roofs of highrises from the 50s and 60s. On minimal space people are “residing” in corrugated iron shacks with up to three “storey”. Since about 50 years these illegal informal communities are essential part of the HK cityscape.

Die kanadische Architektin Wu und der deutsche Fotograf Canham spüren in ihrem Projekt den “Slums” über – genauer: auf den Dächern Hongkongs nach. Während sich die „Ghettos“, die Barackenstädte der armen Bevölkerung, in anderen Megastädten auf freien Stadtflächen, meist am Rande der anderen Viertel ansiedeln, hat die gedrängte räumliche Situation in Hongkong andere Lösungen nötig gemacht: Die einzigen „freien“ Flächen, die noch verfügbar sind und waren, befinden sich auf den Dächern der Wolkenkratzer. Hier wurden kleinste Wohnzellen errichtet – sie sind das andere Ende der “Micro Houses” als beliebte neue Bauform.

Seit über fünfzig Jahren sind die informellen “Dach-Siedlungen” ein wesentlicher – und spektakulärer – Bestandteil der Stadt. Trotzem ist diese Architektur ohne Architekten noch weitgehend unbekannt außerhalb Hongkongs.

Einwanderung in Hongkong

Im Zuge der politischen Veränderungen in China im 20. Jahrhundert – Stichwörter sind etwa der Große Sprung nach vorn oder die Kulturrevolution – kamen Flüchtlingsströme nach Hongkong. Diese Zuwanderer vom chinesischen Festland, später auch Migranten aus Südostasien und Pakistan, mussten sich in der 7-Mio.-Stadt, in der aufgrund der geografischen Lage das Bauland knapp und die Wohnungsnot umso größer ist, billige Behelfsunterkunft suchen.

Hinzu kommt, dass in Hongkong nur der einen Anspruch auf eine Sozialwohnung hat, der sieben Jahre in der Stadt gelebt hat. Bis es soweit ist, müssen einige immer noch mit vergitterten Etagenbetten in einer der berüchtigten Bettunterkünfte (“cage homes”) auskommen. Allerdings sind diese Sozialwohnungen meist in Wohntürmen in Satellitenstädten untergebracht – dort gibt es jedoch keine Jobs.

Jobs wiederum finden die Einwanderer in den Altstadtvierteln auf Märkten, in Garküchen oder im innerstädtischen Kleingewerbe-Gewimmel – als Küchenhilfen, Reinigungskräfte oder auf dem Bau.

Slums in Top-Lage

Auf den Dächern von sieben bis zwölfstöckigen Wohnbauten aus den 50er und 60er Jahren errichteten sich die Einwanderer informelle, selbstorganisierte Wohnsiedlungen. In Verschlägen und Hütten aus Wellblech, Holz und Restmaterialien leben sie auf engstem Raum. Einige dieser “Dach-Aufbauten” sind bis zu drei Stockwerke hoch.

Tatsächlich bieten diese informellen Kleinst-Wohnzellen auf den Dächern auch einige Vorteile:

“Obwohl meist winzig, ärmlich und der Witterung ausgesetzt, bieten die Dachhütten mehr Licht und Luft als manche Etagenwohnung. Hier und da gibt es kleine Freiflächen, auf denen Kinder kicken oder Basketball spielen. Dachgärten aus Topfpflanzen werden gehegt. Leitern aus Stühlen und Kisten schaffen Verbindungen zwischen Gebäudeteilen. Manchmal findet sich Platz für kleine Schreine und Hausaltäre. Und in den engen Gängen zwischen den Verschlägen verschmelzen buddhistische Gesänge mit den Klängen pakistanischer Musikvideos und thailändischer Seifenopern.”  (zitiert aus Spiegel Online)

Dennoch:

“So pittoresk diese Dachaufbauten sind, zu sozialromantischer Verklärung taugen sie kaum. Die Sonne heizt die Räume gnadenlos auf. Bei Taifun segeln Dachpappen wie Drachen durch die Luft. Und beschwert sich ein Bewohner der umliegenden Häuser über den Blick auf den Verhau aus Wellblech, Planen und verrottenden Latten, rücken die Abrisstrupps an. Denn obwohl die Behörden die Siedlungen meist tolerieren, ja sogar Post zustellen, Strom und Wasser liefern, Gebühren und Steuern kassieren – die Aufbauten sind illegal. 

Vergleichbare Siedlungen wuchern auf den Dächern Kairos, auch in Phnom Penh soll es sie geben.”(zitiert aus Spiegel Online)

Zur Zeit sind die Dachsiedlungen in Hongkong stark bedroht: Die relativ niedrigen Hochhäuser aus den 50er und 60er Jahren werden nach und nach durch wesentliche höhere Bauten ersetzt werden.

Ausstellung in Hamburg

Rufina Wu und Stefan Canham dokumentieren die informellen Siedlungen auf Hongkongs Dächern mit Fotos der Wohnverschläge von innen und außen, Zeichnungen zur architektonischen Anlage der „Dach-Aufbauten“ und mit Texten. Sie machen sichtbar, wie diese Selbsthilfe in Existenznöten funktioniert. Zudem porträtieren sie auch einige Bewohner und ihr Leben in ihren Wohnzellen.

Für ihre Arbeit wurden Wu und Canham mit dem 3. Preis des Internationalen Bauhaus Award 2008 ausgezeichnet.