Gregor Schneider: Sterberaum in Innsbruck

21 11 2011

I want to show a person who dies a natural death, or has just died a natural death. My goal is to show the beauty of death. This statement from an interview with the artist in Paris, February 2008, taken out of context, led to angry protests at the time, but also to professions of sympathy, especially in the German press. The artist even received death threats. Yet nobody has ever seen this dying room. Now it is being shown for the first time in Innsbruck. 


 
 
 
Sterberaum

Gregor Schneider

Kunstraum Innsbruck, Innsbruck, Austria

Curator: Veit Loers (Solo)

19.11.2011 – 28.01.2012
 
 
PR-Text: “Ich möchte eine Person zeigen, welche eines natürlichen Todes stirbt oder gerade eines natürlichen Todes gestorben ist. Dabei ist mein Ziel, die Schönheit des Todes zu zeigen. Diese aus dem Kontext gerissene Feststellung aus Anlass eines Interviews in Paris im Februar 2008 löste vor 3 Jahren wütende Proteste, aber auch Sympathiebezeugungen vor allem in der deutschen Presse aus.Gregor Schneider erhielt sogar Morddrohungen. Dabei hat niemand jemals diesen Sterberaum gesehen. Nun wird er erstmals in Innsbruck gezeigt.

Gregor Schneider u60, WAND, wall in front of a wall, breeze blocks and plaster blocks, plastering, white (272 x 259cm), DREI ARBEITEN, Museum Haus Lange, Krefeld, 4.09.1994 - 23.10.1994 Photo: © Volker Döhne / Museum Haus Lange

Gregor Schneider u60, WAND, wall in front of a wall, breeze blocks and plaster blocks, plastering, white (272 x 259cm), DREI ARBEITEN, Museum Haus Lange, Krefeld, 4.09.1994 - 23.10.1994 Photo: © Volker Döhne / Museum Haus Lange

Schneider beschreibt im Interview mit Heinz-Norbert Jocks (Kunstforum International 2008) ausführlich das Aussehen des gebauten Kunstraums: Ich habe einen Sterberaum gebaut, der für mich als Bildhauer das eigentliche Kunstwerk ist. Doch dieser kann auch als solcher genutzt werden. Er ist ein Nachbau eines Raums aus dem Museum Haus Lange/Esters [Krefeld], der in meinen Augen einer der empfindsamsten und künstlerisch anspruchvollsten ist, die wir für die Gegenwartskunst als Museumsbau haben. Es handelt sich dabei um einen von Licht durchfluteten Wohnraum mit großen Fenstern und Holzboden. Von Mies van der Rohe konzipiert, ist er für mich ein Ausdruck von räumlicher Freiheit… Der Kunstraum kann die nötige Würde schaffen um das Sterben und den Tod auch öffentlich sichtbar zu machen.

Kunst hat für mich einen zutiefst im positiven Sinne humanen Anspruch. Sterben kann auch Kunst sein. Im Grunde ist ein Sterberaum ein persönlicher Gestaltungsauftrag für den Raum und die Umgebung, in der wir sterben uns auflösen um dann Tod zu sein. Eine Gestaltungsaufgabe die jedem Menschen bevorsteht.

Die öffentliche Darstellung kann den Tod aus dem gesellschaftlichen Tabu führen. Ist es vorstellbar das sterben und den Tod ähnlich der Geburt eines Menschen, zu einem positiven Erlebnis werden lassen?

Schneider, 1969 in Rheydt (Mönchengladbach) geboren, ist vor 15 Jahren durch sein Totes Haus ur bekannt geworden, ein gründerzeitliches Reihenhaus, in dem Schneider über viele Jahre hinweg alptraumhafte Raumfolgen schuf, die zunächst in verschiedenen Museen zu sehen waren und dann in ihrer Gesamtheit in den Deutschen Pavillon der 49. Biennale von Venedig (2001) verpflanzt wurden. Gregor Schneider erhielt dafür den „Goldenen Löwen“. Seitdem hat er international zahlreiche Projekte verwirklicht, den für den Markusplatz in Venedig geplanten Cube, eine Replik der Kaaba in Mekka, die an der Kunsthalle Hamburg verwirklicht wurde, das Raumlabyrinth Weisse Folter in der K21 der Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, die Cells des Bondy-Beachs bei Sydney, END am und im Museum Abteiberg Mönchengladbach und kürzlich it’s all Rheydt für das Durga Puja Festival in Kolkata.

Parallel zum Sterberaum wird im Centro de Arte Dos de Mayo C2M Madrid Gregor Schneiders neues Projekt Punto Muerto (Dead End) gezeigt. Ein gewaltiges darmartiges Röhrensystem mit einzelnen ur-Räumen durchzieht von außen das Museum, durch die der Besucher auch den Ausgang finden muss, ohne das Museum zu betreten.

Zur Ausstellung erscheint im Neuen Jahr ein dokumentarischer Katalog.

Info + illus. courtesy Gregor Schneider

 




Jan Banning’s “Bureaucratics” in Innsbruck

14 07 2010

Another chance to see Jan Banning’s multi-awarded photo series BUREAUCRATICS: Innsbruck, Austria, FO.KU.S presents  Banning’s documentation of the officials portrait series until the end of July. Since 2003, the photographer has portrayed public servants in their offices, in India, Jemen, USA, France, …

© Jan Banning. USA, 2007

© Jan Banning. USA, 2007

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Jan Banning – BUREAUCRATICS

10. Juni – 31. Juli 2010

FO.KU.S Foto Kunst Stadtforum, Bank für Tirol und Vorarlberg Stadtforum, Innsbruck

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PR-Text: Für sein mehrfach ausgezeichnetes Projekt Bureaucratics warf Jan Banning einen Blick hinter die Kulissen staatlicher Institutionen in verschiedenen Ländern und Kulturregionen dieser Welt. Er porträtierte Beamte, Staatsdiener und Staatsdienerinnen in ihren Amtszimmern, vom einfachen Archivar bis zum höheren Beamten. Dabei ist eine fotografische Studie über die Kultur und die Symbole öffentlicher Verwaltung entstanden. Begonnen hat Jan Banning das Projekt im Jahr 2003 mit einer Porträtserie über indische Staatsbeamte; es folgten Reisen nach Russland, Bolivien, Frankreich. Liberia, China, in den Jemen und in die USA. Aufschlussreich und unterhaltsam zugleich legt er das prosaische Thema “Bürokratie” in einem faszinierenden Bilderbogen dar.

© Jan Banning. Yemen, 2008

© Jan Banning. Yemen, 2008

Jan Banning, geboren 1954, in den Niederlanden, studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte bevor er 1981 als freier Fotograf tätig wurde. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der sozialdokumentarischen Fotografie. Für seine Arbeit, die regelmäßig in internationalen Zeitungen und Magazinen erscheint, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter einen World Press Photo Award 2004, den Lead Award 2007, sowie insgesamt zehn Auszeichnungen und Nominierungen bei der Vergabe der Zilveren Camera für das beste niederländische Pressefoto des Jahres. In seinen mehrschichtigen, intensiven, streng konzeptuell gestalteten Bildern hält Banning souverän die Balance zwischen ernsthaftem Erkunden und der Lust am Absurden.

Illus. courtesy FO.KU.S




Architecture Photography in Innsbruck and Berlin: Andreas Feininger and Lukas Roth

27 05 2009

Ich bin wieder zurück aus Berlin – eine kleine Momentaufnahme dieser Reise in architektonisch/künstlerischer Hinsicht folgt, versprochen! – und Zeit für 2 neue Foto-Ausstellungsankündigungen. Eine in Berlin (in die ich es leider nicht mehr geschafft habe, der Terminkalender war zu voll) und eine sozusagen in entgegengesetzter Richtung, in Innsbruck.

I am back from Berlin – and a short art/artistic summary of the trip will follow, promised! – and it’s time to tell you about 2 new photo exhibits. One in Berlin (though I didn’t make it to visit it, schedule too full) and the other one sorf of in the opposite direction, in Austria Innsbruck.

View from Midtown Manhattan, New York © Andreas Feininger Archive.com

ANDREAS FEININGER
THAT’S PHOTOGRAPHY

FO.KU.S

Foto Kunst Stadtforum

Bank für Tirol und Vorarlberg Stadtforum, 6020 Innsbruck
Österreich

bis 01. August 2009, Eintritt frei

Andreas Feininger (1906-1999), einer der Meisterfotografen des 20. Jahrhunderts und Sohn des berühmten Malers Lyonel Feininger, gehört zu der Künstlergeneration , die in den 1930er Jahren eine neue fotografische Sehweise entwickelte: Klarheit und Einfachheit sind Grundprinzipien seiner Arbeit. Feininger studierte am Bauhaus in Weimar Architektur und Fotografie. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte Feininger nach New York.  Die Architektur und das Leben seiner Wahlheimat New York haben ihn über die Jahrzehnte hinweg fasziniert. Er gehörte fast zwanzig Jahre als Bildredakteur zum berühmten Fotografenstab beim »Life«-Magazin.

Reed Stalk.     Andreas Feininger Archive.com

Reed Stalk © Andreas Feininger Archive.com

Sein Werk ist von zwei großen Themenkomplexen bestimmt: Stadtansichten und Naturmotive.

Feiningers Ansichten der Metropole NY, die kurz nach seiner Ankunft entstanden, zählen heute zu den Klassikern der Fotografie-Geschichte und prägten das Bild von New York im kollektiven Gedächtnis.

Durch die Verwendung von Fachkameras mit Teleobjektiven mit sehr langer Brennweite, teilweise selbst gebaut, konnte der Autodidakt großen Abstand von den Motiven halten und die tatsächlichen Größenverhältnisse darstellen. Seinen durchkomponierten Makroaufnahmen von Naturdetails verleihen diesen Motiven fast skulpturalen Charakter.

In Innsbruck bieten 80 ausgewählte Werke einen Überblick über Feiningers Werk.

Übrigens gibt es in Tübingen ein Andreas Feininger Archiv.

English Information about Andreas Feininger (wiki)

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In Berlin zeigt das Epicentro – die Ausstellungräume Gruppo del Café Palermo in Kooperation mit der Galerie Camera Work – Arbeiten von Lukas Roth, den ich schon einmal vorgestellt habe. Der 42-Jährige studierte an der École Nationale de la Photographie im südfranzösischen Arles und wird inzwischen mit Größen wie Andreas Gursky verglichen. Wie dieser fotografiert Roth vorwiegend Architektur, Innen- und Außenräume, die er digital bearbeitet und aus Detailfotos neu montiert.

Begleitet wird die Ausstellung von ausgewählten Arbeiten des Designers Piet Hein Eek.

More info in English on the named websites.

Lukas Roth

im Epicentro Berlin

16. Mai – 19. Juni 2009

Eröffnung: Freitag, 15. Mai 2009, 18 Uhr

Café Palermo Epicentro

Galerie CAMERA WORK
Contemporary Photography and Vintage Masterworks

© Lukas Roth