(In)Visible Cities: Karl-Heinz Bogner, Stefan Hoenerloh, Johannes Twielemeier, Annett Zinsmeister

4 10 2011

Seit Freitag, 30.09.11, ist die von mir kuratierte Ausstellung “(In)Visible Cities”, ausgezeichnet mit dem Wolfgang Hartmann Preis 2011, im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten von Karl-Heinz Bogner, Stefan Hoenerloh, Johannes Twielemeier und Annett Zinsmeister.

(In)Visible Cities

KARL-HEINZ BOGNER, STEFAN HOENERLOH, JOHANNES TWIELEMEIER, ANNETT ZINSMEISTER 

ausgezeichnet mit dem Wolfgang Hartmann Preis 2010/11

Ausstellung: 01.10. – 06.11. 2011

Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen

www.invisiblecities2011.wordpress.com

Die Ausstellung wird von einem KATALOG begleitet, der von Vanessa Buffy. Atelier für Typografie und Gestaltung gestaltet wird. Der Katalog enthält einen Essay von Cordula Rau, Walverwandtschaften.

 

 

(In)Visible Cities: Blick in die Ausstellung (Foto SK)

(Aus dem Konzept:) Das Leben in Städten ist normal geworden. In westlichen Ländern wohnen Dreiviertel der Bevölkerung in urbanen Gebieten, die  Wanderungsbewegungen in städtische Räume sind so stark wie nie zuvor. Weltweit leben zunehmend mehr Menschen in Städten als auf dem Land – Tendenz steigend. Metropolen und Megastädte mit mehreren Millionen Einwohnern gewinnen damit eine immer größere Bedeutung als zentrale Lebensräume der Menschheit, die Urbanisierung prägt die menschliche Lebenswelt immer nachhaltiger und grundsätzlicher. Städtische Strukturen sind im 21. Jahrhundert zum normalen Habitat des Menschen geworden. Aber was ist „Stadt“?

Die Stadt, das unbekannte Wesen?

Wie die Stadt wirklich ist, unter dieser dichten Hülle von Zeichen, was sie enthält oder verbirgt – man verlässt Tamara, ohne es je erfahren zu haben. (Italo Calvino: Die unsichtbaren Städte)

(In)Visible Cities: Blick in die Ausstellung (Foto SK)

Eine Stadt ist ein Konglomerat zahlreicher Faktoren, ein Zusammenspiel kultureller und sozialer ebenso wie ökonomischer, infrastruktureller und finanzieller Aspekte. Am deutlichsten sichtbar und damit unmittelbar plastisch erfahrbar wird Stadt jedoch im Gebauten: Architektonische Strukturen und Konstruktionen, Häuser, Straßen, Plätze, Brücken prägen das urbane „Gesicht“.

Dennoch nimmt der Großteil der Stadtbewohner seine architektonische Umgebung kaum bewusst wahr. Funktionale Nutzbauten wie Büros, Wohngebäude, Werkhallen, denen man tagtäglich begegnet, werden nicht beachtet. Allenfalls außergewöhnliche Bauwerke aus vergangenen Zeiten oder extravagante moderne Bauten werden bemerkt und gegebenenfalls diskutiert. Die allgemeinen architektonischen „Hüllen“ unseres Alltags hingegen werden hingenommen, ohne ihnen viel Aufmerksamkeit zu widmen. Eine überraschende Situation, bedenkt man die Bedeutung der Architektur, die nicht nur das menschliche Lebensumfeld gestaltet, sondern auch die kulturelle und historische Identität wesentlich mitformt.

Bauen ist Lebensraum gestalten

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“Mich interessiert das Unfertige, das Fragmentarische und Provisorische. Räume in Rohbauten beispielsweise, also Räume, die sich im Entstehungsprozess befinden, können für mich skulpturale Qualitäten besitzen.” Interview mit Karl-Heinz Bogner

17 09 2011

Eines der ersten Interviews, die auf deconarch.com geführt wurden, war ein Email-Gespräch mit dem Stuttgarter Künstler Karl-Heinz Bogner. Umso mehr freue ich mich, jetzt eine intensive Fortsetzung des Austausches veröffentlichen zu können. Dieses Interview ist entstanden anlässlich meiner Ausstellung “(In)Visible Cities”, die im Oktober 2011 im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen zu sehen sein wird und bei der auch neue Arbeiten von Karl-Heinz Bogner präsentiert werden.

Der Stuttgarter Künstler, von Haus aus Architekt, der jedoch nie als solcher gearbeitet hat, schafft filigrane Architekturobjekte sowie Malerei und Zeichnung. Die Plastiken ähneln architektonischen Objekten, allerdings sind sie, anders als die typischen Architekturmodelle, schwarz oder grau, nicht weiß. Formelemente, die entfernt an Gebäudeteile oder -fragmente erinnern, wie wir sie vor allem aus der modernen Architektur kennen, tauchen auf, ohne sich jedoch einem typischen Architekturkontext zuordnen zu lassen.

Bogner setzt sich mit verschiedenen Raumthemen wie „Rückzugsraum“, „Schutzraum“ oder „Zwischenraum“ auseinander. Seine Arbeiten lassen vertraute, modern-geometrische Bauformen in ungewohnt ästhetischer Qualität erscheinen.

Auch seine Malereien zeigen grafische Gemäldekonstruktionen in vorwiegend schwarzweißen Schattierungen. Sie haben etwas Architektonisches an sich, sind aber nicht eindeutig als Räume oder Bauten zu erkennen. Aus dem Neben- und Übereinander von dunklen und hellen Flächen ergibt sich eine räumliche Wirkung, ohne dass perspektivische Darstellungsmittel eingesetzt werden: Bogner „baut“ seine Gemälde aus Flächen und Linien, Hell und Dunkel, Licht und Schatten auf.

Im Interview erläutert Karl-Heinz Bogner, warum er sich für die Arbeit als Künstler interessiert hat, welche Themen in interessieren und welche Schnittstellen es zwischen der Architektur und seiner Arbeit gibt.

(c) Illus. Karl-Heinz Bogner

Interview

Sie sind studierter Architekt, haben aber nie als solcher gearbeitet. Wie haben Sie zur Kunst gefunden? 

Mein Interesse an Kunst und Architektur entwickelte sich schon sehr früh. Zunächst hatte ich vor, Malerei zu studieren, ich entschied mich dann aber für das Architekturstudium. Der künstlerische Aspekt der Architektur reizte mich und an der Kunstakademie waren die Freien Künste und die Architektur zusammen unter einem Dach. Während meines Architekturstudiums an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart suchte ich immer wieder die Nähe zu den dort vertretenen Freien Künsten. Es entstanden parallel zu den Entwürfen Bilder und Zeichnungen, in denen ich versuchte, meine Ideen in anderer Art als den üblichen Darstellungsformen von Architekturentwürfen auszudrücken. Diese Bilder und Zeichnungen verselbständigten sich im Laufe der Zeit und wurden zu autonomen Arbeiten, die sich von den Entwürfen loslösten.

Mein Bedürfnis, mich mit freikünstlerischen Mitteln auszudrücken, wuchs im Laufe der Zeit. Nach meinem Studium war mir klar, dass es mich mehr zur Freien Kunst zog als in die Architekturpraxis. Ich konzentrierte mich dann vorwiegend auf Malerei und Zeichnung, auch um Abstand zum Architekturstudium zu bekommen. Inhaltlich und formal hatten die Arbeiten, die in dieser Zeit entstanden, wenig Bezug zur Architektur.

Wie beeinflussen das Architekturstudium und die Architektur Ihre Kunst?

Meine heutige Arbeitsweise hat sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt. Die Auseinandersetzung mit Raum in Zeichnung und Modell, also denjenigen Instrumenten, mit denen ich heute neben der Malerei arbeite, waren für mich zentrale Bestandteile meines Architekturstudiums. Zudem hat das Studium mich für den Umgang mit Form, Raum und Material sowie für deren Wahrnehmung sensibilisiert.

Jede größere Ausstellung von mir plane ich zunächst im Modell. Die Ausstellungsräume, von denen ich meist Pläne vorliegen habe, baue ich einschließlich der ausgestellten Arbeiten in einem bestimmten Maßstab nach. Dieses Modell bildet dann die Grundlage, anhand der dann die Ausstellung vor Ort realisiert wird. Mein Anliegen ist es, die Arbeiten in den vorhandenen Raum so zu integrieren, dass sie mit ihm eine Symbiose eingehen und somit eine Gesamtkomposition entsteht.

In meinen Objekten, die den Charakter von Architekturmodellen besitzen, setze ich mich mit verschiedenen Raumthemen, wie zum Beispiel „Rückzugsraum“, „Schutzraum“, „Zwischenraum“ oder „Rekonstruktion“ auseinander, Themen, die auch in der Architektur eine Rolle spielen. Mit Architektur und überhaupt mit der gebauten Umwelt beschäftige ich mich sehr viel, sie ist für mich ein vielschichtiges und ständig präsentes Themenreservoir. Diese Tatsache beeinflusst auch meine Malerei, in der zum Beispiel Formelemente auftauchen können, die entfernt an Gebäudeteile oder -fragmente erinnern.

Können Sie das etwas präzisieren? 

Mir geht es hierbei weniger um das Auffinden von Motiven. Vielmehr sind die Form- und Bildwelten von verlassenen Industriearealen, Hafenanlagen, Baustellen und Gebäuden, die sich im Rohbau oder Abbruch befinden, für mich Inspirationsquellen und Anlass für Arbeitsprozesse. Mich interessiert das Unfertige, das Fragmentarische und Provisorische. Räume in Rohbauten beispielsweise, also Räume, die sich im Entstehungsprozess befinden, können für mich skulpturale Qualitäten besitzen. Themen wie Raumöffnungen, Raumdurchbrüche, Einblicke und Ausblicke kommen in diesem „Rohzustand“ in verdichteter Form zum Ausdruck. Die in solchen Räumen zusätzlich vorkommenden Materialansammlungen, Gerätschaften oder provisorische Konstruktionen haben für mich oftmals den Charakter von installativen Einbauten oder Möblierungen.

Im Atelier fließen diese Eindrücke und Beobachtungen in die entstehenden Skizzen und Zeichnungen ein. Die in einem weiteren Arbeitsschritt sich entwickelnden Objekte können einerseits ein Versuch einer Art Rekonstruktion des Beobachteten sein, andererseits können sie Erfindungen neuer Räume sein. An oben genannten Orten entstehen oftmals Arbeitsfotos, Skizzen oder ich schreibe mir auf, was mich an dem Ort in dem Moment beschäftigt. Auf diese Weise entstand in mir über Jahre hinweg eine Art „inneres Archiv“ an Raum- und Formthemen, auf die ich mich in meiner Arbeit beziehe.

Sie arbeiten sowohl „zweidimensional“ mit Malerei und Grafik als auch mit räumlichen Plastiken. Wie beeinflussen sich die Arbeitsweisen?

Meine Themen gehe ich mit verschiedenen Instrumenten an. Neben Zeichnungen, Collagen und Malerei ist der Bau von Objekten ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Oft bezeichne ich sie als gebaute Zeichnungen. Sie sind im Prinzip für mich ein Instrument, mit dem ich eine Thematik umsetze, wie ich es mit den Mitteln der Malerei so nicht erreiche. Während des Bauens, beziehungsweise während der Bauphasen, entstehen Skizzen und Zeichnungen. Diese kann man als Entwurfsskizzen sehen; sie dienen der Reflektion des Arbeitsprozesses. Der Entstehungsprozess eines Objekts, der sehr vielschichtig sein kann, ist für mich immer der Versuch einer Annäherung an ein inneres Bild, an eine Vorstellung beziehungsweise eine Erinnerung an Räume oder Architekturen. Über das Bauen und Skizzieren umkreise ich diese Vorstellung und versuche, mich ihr anzunähern.

Die Arbeit an den Objekten wiederum beeinflusst meine Malerei. Der Entstehungsprozess, an dessen Beginn das Ergebnis völlig offen ist, ist bei den Bildern ähnlich wie bei den Objekten. Im Entstehungszeitraum eines Objekts oder einer Objektserie arbeite ich parallel an Bildern, in denen ich Bezug nehme auf Form und Raum, der sich beim Bauen entwickelt. Bestimmte Bilder und Zeichnungen können somit wirken wie zweidimensionale Ausschnitte aus Objekten. Auch die Bilder werden insofern „gebaut“, indem die Räume Schicht für Schicht entstehen. Bauen und Komponieren hat für mich hier dieselbe Bedeutung. Die so im Bild entstehenden tektonischen Formen und Kompositionselemente wiederum können beim Bau der Objekte miteinfließen. Insofern beeinflusst die Arbeit an Bildern und Objekten sich wechselseitig.

Den Arbeitsprozess, sowohl in der Malerei, die sehr viel zeichnerische Elemente enthält, als auch beim Bau der Objekte, kann ich als Spiel mit offener und geschlossener Form bezeichnen. Meine Arbeiten, sowohl Bilder als auch Objekte, können für mich durchaus Entwürfe für skulpturale Architektur oder Räume sein.

Wo liegen Vorbilder für Ihre Arbeit, welche Einflüsse gibt es?

Vorbilder für meine Arbeit in dem Sinne habe ich keine. Vielmehr interessieren mich gestalterische oder künstlerische Haltungen von Architekten und Künstlern, die an der Schnittstelle von Kunst und Architektur arbeiten. Mich interessieren Themen, die in Grenzbereichen zwischen den Disziplinen entstehen. Ein begehbarer Raum kann zum Beispiel eine bestimmte Funktion haben und Architektur sein, er kann aber auch Skulptur sein, ohne einen bestimmten Zweck erfüllen zu müssen. Ich denke, dass die künstlerische Arbeit auf verschiedene Weise beeinflusst wird, wie zum Beispiel durch die nahezu permanent präsente Bilderflut der Medien. Mir ist wichtig, mich von den meist oberflächlichen Beeinflussungen frei zu machen, um dann zum Kern zu kommen, zu dem, was mich wirklich interessiert. Dabei können mich ich interessieren Entwicklungsprozesse und Lösungen, die oftmals parallel zu meiner eigentlichen Arbeit entstehen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihren Arbeiten?

In meiner Arbeit geht es mir unter anderem darum, an der Schnittstelle von Malerei, Objekt und Architektur das Thema des Raumes weiter auszuloten und nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich Raumthemen ausdrücken und darstellen kann. Meine dreidimensional-plastische Arbeit in Form von Objekten und Modellen wird für mich zunehmend wichtiger. Eine zentrale Rolle spielt hierbei der Modell-Raum, in dem sich Malerei und Architektur treffen. Mich interessieren Entwicklungsprozesse und Lösungen, die oftmals parallel zu meiner eigentlichen Arbeit entstehen. Als Gedankenmodell, so kann ich es beschreiben, bildet die Malerei den szenischen Hintergrund, eine Art Bühnenraum, vor dem die plastischen Arbeiten agieren.

Was ist charakteristisch für Ihre Arbeit – in Ihren Worten?

Ein zentrales Thema meiner Arbeit ist der Umgang mit Raum beziehungsweise die Präsenz von Raum als Gegenstand. Dieser Umgang mit Raum sowie das Ausloten räumlicher Themen und Potenziale ist ein vielschichtiger Prozess, der auf verschiedenen Ebenen stattfindet. Hierzu setze ich, wie vorhin erwähnt, verschiedene Instrumente ein wie Malerei, Zeichnung, Collage oder Objekt. Jedes Instrument gibt mir auf seine Weise die Möglichkeit, in adäquater Form etwas thematisch oder inhaltlich auf den Punkt zu bringen. In meinen Bildern beispielsweise entsteht der Raum aus Raumausschnitten, Verdeckungen Überlagerungen und den daraus entstehenden Ein- und Ausblicken. In diesen „Rauminszenierungen“ spielt der Mensch als Thema nur scheinbar keine Rolle.

Gerade durch den die Bilder prägenden menschenleeren Raum erhält der Betrachter die Möglichkeit, in meine Bilder einzutreten und dadurch selbst zu einem Bestandteil der Arbeit zu werden. Ähnlich verhält es sich bei meinen Objekten. Der Betrachter ist es, der die Möglichkeit hat, Assoziationen zu entwickeln und gedanklich die Objekte zu betreten und sie zu beleben. Ein charakteristisches Merkmal meiner Objekte ist, dass sie in keinem bestimmten Maßstab gebaut sind. Anhand von Wandöffnungen oder der Dimensionierung bestimmter Bauteile lässt sich oftmals vom Betrachter ein bestimmter Maßstab erahnen. Ein anderer Aspekt, der wiederum charakteristisch ist für meine Malerei, ist das Thema der Lichtführung, die die Inszenierung der im Bild vorkommenden Raumschichten noch verstärkt.

Zum Abschluss eine allgemeine Frage: Welche Bedeutung hat Architektur – für Sie, für uns?

Ich denke, dass Architektur und überhaupt unsere gesamte gebaute Umwelt unser Leben mehr beeinflussen und prägen, als wir uns bewusst sind, auch weil wir sehr viel Lebenszeit in gebauten Räumen verbringen. Darüber hinaus haben Architektur und Raum für mich eine zentrale Bedeutung, weil sie eine Vielfalt an Themen beinhalten, auf die ich mich in meinen Arbeiten beziehe. Sie sind ein fester Bestandteil meiner künstlerischen Arbeit.

Karl-Heinz Bogner, haben Sie herzlichen Dank für das aufschlussreiche Interview! 




art Karlsruhe 2010

8 03 2010

Vom Geheimtipp zum Pflichttermin: Über das erste Märzwochenende hat die mittlerweile 7. Ausgabe der art Karlsruhe ihre Pforten geöffnet. Von Wirtschaftskrise war nichts zu spüren (aber hier müsste man wohl in die Kassen der Galeristen schauen). Die Stimmung jedenfalls war gut, die Besucher kamen schon zur Preview zahlreich. Die Vorlage vom letzten Jahr – der Rekord lag bei über 42.000 Besuchern – wurde nochmals um über 1000 Besucher getoppt, wie aus Karlsruhe zu hören ist.

Once an insider, it now is an obligatory date in the art scene: The 7th art Karlsruhe fair was held during the first weekend in March. No impact of the economic crisis was visible (but to judge that, we’d have to take a glimpse into the galleries’ books, wouldn’t we). Yet the atmosphere was great, the visitors came in droves. Last year’s record of more than 42.000 visitors could even be topped.

My impression from the preview (in German) can be found on “Art and Events” (Link). Now I’ll present galleries and artists interesting to deconarch’s “architecture meets art” focus.

Einen allgemeinen Bericht von mir frisch von der Preview am 3. März 2010 gibts bei “Art and Events” zu lesen (Link).

Auch aus dem Blickwinkel des „Architecture meets art“ gab es dieses Mal doch einiges zu entdecken bzw. wieder zu sehen. Dazu gehören „alte Bekannte“, deren Ausstellungen bzw. deren Arbeit zu besuchen sich immer wieder lohnt.  So etwa vor allem die Zürcher Galerie Alex Schlesinger mit ihrem Fokus auf Urbanem Leben, Architektur und Industrielandschaften, die u. a. Werke von Tobias Weber, Janika Fabrikant und Patrick Tschudi präsentierte.

Auch die Galerie CP Wiesbaden habe ich 2009 schon erwähnt – hier wurden wieder Arbeiten Anja Ganster und Michael Bach gezeigt. Neue Gemälde von Karl-Heinz Bogner waren bei der Galerie Kränzl zu sehen.

Sheri Warshauer, Brooklyn Bred, 2008, Acryl und Latex auf Leinwand, 152 x 152 cm Unikat, Courtesy Davis Klemm Gallery

Sheri Warshauer, Brooklyn Bred, 2008, Acryl und Latex auf Leinwand, 152 x 152 cm Unikat, Courtesy Davis Klemm Gallery

Eindrucksvoll zu sehen waren auch einige Gemälde von Stefan Hoenerloh in verschiedenen Ständen sowie eine großfromatige Arbeit von Ben Willikens.

Aufgefallen sind darüber hinaus Arbeiten der französischen Künstler Anne Valverde (Fotografien) und Thikent (“Peintographies”), Sheri Warshauer bei Davis Klemm, Frankfurt, Sabine Wilds Fotografien bei Dengler und Dengler, Stuttgart.

Darüber hinaus erwähnenswert sind Detlef Waschkaus Reliefs, die sich zum Teil mit Kultur-Landschaften und Gebautem beschäftigen, sowie Johannes Schramms “Wasser”-Arbeiten.

Die Beschäftigung mit dem Urbanen ist Programm in der “Bastropolis” von M. S. Bastian / Isabelle L.:

Magic Bastropolis Kunstharz auf Leinwand, 2007 190 x 160 cm

M.S. Bastian/Isabelle L., Magic Bastropolis Kunstharz auf Leinwand, 2007, 190 x 160 cm, courtesy Neue Kunst Gallery




2x Karl-Heinz Bogner: Ausstellungen in Radolfszell und Germersheim

8 09 2009

Zwei Ausstellungstipps für den September:  Karl-Heinz Bogner zeigt in zwei Gruppenausstellungen seine Arbeiten in Radolfszell und Germersheim.

Two exhibitions in southern Germany present works by Karl-Heinz Bogner, a studied architect now working as artist with exhibitions all over Germany. In an interview with deconarch, he gave insights in his works. The present exhibits present him together with works by Jürgen Kottsieper (Galerie Kränzl), and by Rolf Urban and Franziska Schemel.

Vor einiger Zeit hat Karl-Heinz Bogner in einem Interview mit deconarch Einblicke in seine Arbeit gegeben. Der studierte Architekt ist als freischaffender Künstler bundesweit erfolgreich. So hat er u.a. 2005 eine Einzelausstellung in der renommierten Architekturgalerie Aedes in Berlin gehabt. In seinen Malereien und Skulpturen spürt er verschiedenen Raumthemen wie “Rückzugsraum”, “Zwischenraum” nach.

In der Galerie Kränzl in Gaienhofen-Horn (bei Radolfszell) werden seine Arbeiten gemeinsam mit Jürgen Kottsieper zu sehen sein:

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© Galerie Kränzl

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Neue Räume

Karl-Heinz Bogner, Jürgen Kottsieper

13.09.-25.10.2009

Galerie Kränzl

[PR-Text der Galerie:] Zwei Künstler bauen, formulieren Konstrukte auf unterschiedliche Weise. Beide setzen die meist geraden Linien in die Bildfläche, so dass Raum und Linie miteinander korrespondieren. Während Jürgen Kottsiepers schemenhafte Gebilde im Raum schweben, eine Befindlichkeit suggerieren, die an einen Seiltänzer ohne Netz erinnern, suchen Karl-Heinz Bogners durchlichtete Räume Halt in architektonischen Strukturen, die Rückzugsmöglichkeiten anbieten und doch die Bodenlosigkeit, die auch Jürgen Kottsieper thematisiert,nicht ausschliessen können.

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Innenansicht Gewölbe, KV Germersheim KV Germersheim

Gewölbe, KV Germersheim © KV Germersheim

Eine Woche später werden Objekte und Zeichnun von Bogners zusammen mit Arbeiten von Franziska Schemel (Mischtechnik) und Rolf Urban (Arbeiten auf Holz, Zeichnungen) in Germersheim zu sehen sein.

Linie Fläche Raum

Karl-Heinz Bogner _ Franziska Schemel _ Rolf Urban

19.09.-11.10.2009

Kunstverein Germersheim im Zeughaus

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Email-Interview Karl-Heinz Bogner

29 09 2008

Ich freue mich sehr, euch ein neues Interview präsentieren zu können. Vor einiger Zeit habe ich Karl-Heinz Bogner vorgestellt, einem studierten Architekten, der mittlerweile als Künstler erfolgreich ist. In seinen Arbeiten thematisiert (u.a.) Raumfragen.

Arbeiten von Bogner werden übrigens im Oktober im Forum für Kunst und Architektur in Essen zu sehen sein.

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Wieso wird ein studierter Architekt Künstler?

Vor und auch während meines Architekturstudiums beschäftigte ich mich viel mit freier Kunst. Neben den Entwürfen und Semesterarbeiten setzte ich mich mit Malerei und Freier Grafik auseinander. Mein Bedürfnis, mich mit freikünstlerischen Mittel auszudrücken, wuchs im Laufe der Zeit. Nach meinem Studium war mir klar, dass es mich mehr zur freien Kunst zog als in die Architekturpraxis. Ich konzentrierte mich dann zunächst hauptsächlich auf Malerei.

Arbeiten Sie auch als Architekt?

Nein, ich arbeite nicht in der Baupraxis und habe bisher auch kein Haus gebaut.

Wie haben Sie zu Ihrer Arbeitsweise gefunden – und: Wie beeinflusst das Architekturstudium bzw. die Architektur Ihre Kunst? Bei der Arbeitsweise, bei der Themenwahl?

Meine heutige Arbeitsweise hat sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt. Das Architekturstudium beeinflusst mich hierbei bis heute, auch weil die Auseinandersetzung mit Raum in Zeichnung und Modell ein zentraler Bestandteil des Studiums ist. Zudem hat das Studium mich für den Umgang mit Form und Raum sowie für deren Wahrnehmung sensibilisiert. In meinen Arbeiten, ob Bild oder Architekturobjekt, beziehe ich mich auf Architektur, die ich als Ausdrucksträger verstehe. Meine hierbei verwendeten Instrumente in meiner künstlerischen Arbeit sind neben Zeichnung und Modell auch die Malerei.

In meinen Objekten, die den Charakter von Architekturmodellen besitzen, setze ich mich mit verschiedenen Raumthemen, wie z.B. „Rückzugsraum“, „Schutzraum“ oder „Zwischenraum“, auseinander, Themen, die auch in der Architektur eine Rolle spielen.

Die Auseinandersetzung mit Raum und Architektur beeinflusst auch meine Malerei, in der zum Beispiel Formelemente auftauchen können, die entfernt an Gebäudeteile oder -fragmente erinnern.

Wo liegen Vorbilder für Ihre Arbeit, welche Einflüsse finden sich in Ihrer Arbeit?

Die Form- und Bilderwelt von Industriearchitekturen, Hafenanlagen, Steinbrüchen, Gebäuden im Rohbau oder auch Baustellen – also auch das nicht Fertige, das Fragmentarische – sind für mich Inspirationsquellen für meine Arbeit. In der Auseinandersetzung mit solchen Orten entsteht in mir eine Art „ inneres Archiv“, das ich in Bildern, Zeichnungen und Architekturobjekten umsetze. Aber auch eine Landschaft, ein Film oder ein Musikstück können für mich Aspekte beinhalten, die in meine Arbeiten einfließen.

Und noch eine „philosophische“ Frage: Welche Bedeutung hat Architektur / Raum  – für Sie, für uns?

Ich denke, dass Architektur und überhaupt unsere gesamte gebaute Umwelt unser Leben mehr beeinflussen und prägen, als wir uns bewusst sind, auch weil wir sehr viel Lebenszeit in gebauten Räumen verbringen.

Darüber hinaus hat Architektur und Raum für mich eine zentrale Bedeutung, weil eben darin eine Vielfalt an Themen beinhaltet ist, auf die ich mich in meinen Arbeiten beziehe. Das Erleben und Wahrnehmen von bestimmten Räumen, Architekturen und Atmosphären regt mich zu künstlerischen Prozessen an.




Karl-Heinz Bogner: Räume

12 09 2008

Ein Ausstellungshinweis für eine Ausstellung eines Künstlers, über den ich berichtet habe:

Karl-Heinz Bogner

Räume

Objekte, Zeichnungen, Malerei

5.10.-26.10.2008

Forum Kunst und Architektur, Essen

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Laut Selbstdarstellung wurde das “Forum Kunst und Architektur” vom Bund Deutscher Architekten (BDA)- Kreisgruppe Essen, vom Ruhrländischen Künstlerbund (RKB) und vom Werkkreis bildender Künstler (WBK) gegründet, um gemeinsame Projekte und Veranstaltungen zu realisieren, die den Dialog zwischen Künstlern, Architekten und der Bürgerschaft fördern.

Zweck und Ziel des Vereins ist die Präsentation und Diskussion um Kunst und Architektur mit besonderem Bezug auf den Standort Essen; alle 4 bis 5 Wochen werden neue Ausstellungen gezeigt, die ergänzt werden von Vorträgen und Künstlergesprächen.




Karl-Heinz Bogner: Raumfolgen

1 07 2008

Was passiert, wenn ein Architekt Kunst macht?

Ohne Titel, 2007, Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 240 cm (Website des Künstlers)

Karl-Heinz Bogner ist studierter Architekt mit Ingenieurs-Diplom aus Stuttgart, der mittlerweile als freier Künstler, als Maler und Bildhauer, arbeitet. Aufmerksam wurde ich auf ihn durch einen Bericht im art info Magazin sowie im Portal Kunstgeschichte. Persönlich konnte ich aber noch keine Arbeiten von ihm sehen.

2005 hatte Bogner eine Einzelausstellung in der renommierten Architekturgalerie Aedes in Berlin, im Herbst 2008 wird er im Essener Forum für Kunst und Architektur zu sehen sein. Bis Mitte Mai wurden seine neuesten Arbeiten “Raumfolgen” in Göppingen, Galerie Kränzl, gezeigt.

(Aufnahme aus der Galerie Kränzl)

Bogners Gemälde in schwarzweißen Schattierungen (manchmal mit einigen wenigen Farbakzenten) erinnern an feine grafische Konstruktionen, sie haben etwas Architektonisches an sich, sind aber nicht eindeutig als Räume oder Bauten zu erkennen. Die Formen sind kantig, quadratisch. Aus dem Neben- und Übereinander von dunkeln und hellen Flächen ergibt sich eine räumliche Wirkung, ohne dass Bogner perspektivische Darstellungsmittel einsetzt: Bogner „baut“ seine Gemälde aus Flächen und Linien, Hell und Dunkel/Licht und Schatten auf – wie ein Architekt, könnte man meinen. Die Bilder haben keinen Fluchtpunkt, sie sind “flach”; dennoch meint der Betrachter automatisch einen Raum zu erkennen. “Raum wird als Durchgang und Übergang erfahrbar.”[1]

Ohne Titel, 2003, Holz, Karton, mdf, Acrylfarbe, 22 x 55 x28 cm (Website des Künstlers)

Dies wird auch in seinen Holz-Skulpturen fortgeführt: Die filigranen schwarze Raummodelle aus Balken, Linien, Stäben sehen aus wie plastisch gewordene Bilder von Bogner. Sie erinnern an architektonische Objekte – so sind sie auch tituliert: “Objekt” –, sind dabei aber immer schwarz, nicht weiß, wie die typischen Architekturmodelle. Bogner betont zudem die Bindung seiner dreidimensionalen Arbeiten an die Malerei. Ein wenig erinnern sie auch an die weißen Architektone Malewitschs, die ebenfalls aus Raumkuben Gebilde formen, die an Architektur erinnern, jedoch keinerlei konkrete bauliche Elemente aufweisen.

Nach Günther Baumann ist Bogners Thema “das menschliche Innenleben, dessen Emotionalität er über architektonische Formenspiel auf eine ästhetische Ebene hebt; sei es als rückzugsfähiger Schutzraum, sei es als selbst schutzwürdiges Refugium. Karl-Heinz Bogner will in seinem Werk keine Widersprüche auflösen, keine Harmonie um jeden Preis, im Gegenteil: Er fordert sie geradezu heraus. Die Fragilität und Brüchigkeit wie die Heimeligkeit gehen schließlich auch im echten Leben meist ineinander über.[1] Seine Arbeiten sind Denkräume.


[1] Zitat nach Günther Baumann, www.portalkunstgeschichte.de