Micro House: Baukunst im Biele- felder Kunstverein

28 05 2009

In der Reihe “Baukunst” präsentiert der Bielefelder Kunstverein in diesem Jahr das Phänomen der “Micro Houses”, Kleinsthäuser, die unter optimaler Ausnutzung des Raums auf wenigen Quadratmetern Leben, Wohnen und Arbeiten ermöglichen. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA entstanden. Eine ganz ähnlich gelagerte Schau – “Portraits from Above – Hong Kong‘s Informal Rooftop Communities”  – ist zur Zeit auch im Kunsthaus Hamburg zu sehen; ich werde darauf zurückkommen.

An exhibit at the Bielefeld Kunstverein focuses the phenomenon of “Micro Houses”, minimal houses making optimal use of space: living and working on few squaremeters.

(Fotos Bielefelder Kunstverein)

exilhäuser architekten  Zusatzraum, 2000  Foto: Thilo Härdtlein

exilhäuser architekten Zusatzraum, 2000, Foto: Thilo Härdtlein

Micro House
30. MAI – 26. JULI 2009

Bielefelder Kunstverein

Beiräge: studio aisslinger; exilhäuser architekten; Haack + Höpfner Architekten und Horden Cherry Lee Architects; Folke Köbberling & Martin Kaltwasser; Korteknie Stuhlmacher Architecten; naumann.architektur; Michael Sailstorfer ; Architekturbüro Hans Peter Wörndl; Yasuhiro Yamashita | Atelier Tekuto;  studentische Projekte des Lehrstuhls für Gebäudelehre und Produktentwicklung (TU München)

Um den Raum auf wenigen Quadratmetern bestmöglich auszunutzen müssen die Kleinsthäuser über eine multifunktionale Raumnutzung und eine flexible Grundrissgestaltung verfügen. Stetig steigende Quadratmeterpreise, das Fehlen von freien Brachflächen in den Metropolen, eine zunehmende Mobilität, aber auch der Wunsch nach individuellen Rückzugsorten verlangen nach Lösungen und Anpassungen an die sich wandelnden Bedürfnisse.

studio aisslinger  Loftcube, 2003/07  Foto: Steffen Jänicke

studio aisslinger Loftcube, 2003/07 Foto: Steffen Jänicke

Darüber hinaus werden in den Micro Houses neue Materialien, Konstruktions- möglichkeiten und Technologien eingesetzt. Häufig sind sie nach den neuesten ökologischen Richtlinien gefertigt und übertreffen die bestehenden Standards mit innovativen Konzepten. So machen Micro Houses nicht nur den Traum vom günstigen Erst- oder Zweithaus wahr, sondern repräsentieren auch neue Formen des Landhauses sowie des sozialen und ökologischen Wohnungs- und Städtebaus.

Die Micro Houses nutzen vorhandene Architekturen, sie nisten sich in Zwischenräume ein, docken an größere Bauwerke an oder machen sich völlig selbständig. Daher haftet ihnen sowohl die Idee des Parasitären als auch des Unabhängigen an.

Yasuhiro Yamashita / Atelier Tekuto  Reflection of Mineral, 2006  Foto: Makoto Yoshida

Yasuhiro Yamashita / Atelier Tekuto Reflection of Mineral, 2006 Foto: Makoto Yoshida

Die Kleinsthäuser stehen in einer ganz eigenen Tradition. Viele Projekte sind inspiriert von einfachsten Gebäudetypen wie Zelten, Bushaltestellen, Garagen, Schutzräumen, Ställen und Hütten. Zudem finden sich Ideen des modularen Bauens und mobilen Wohnens wieder, die bereits von Architekten der Moderne wie Richard Buckminster Fuller, Walter Gropius oder Frank Lloyd Wright formuliert wurden.

Die Ausstellung im Bielefelder Kunstverein versammelt eine Auswahl verschiedener Architekturprojekte, die das Spektrum und die vielfältigen Ansätze auf dem Gebiet der Micro House-Architektur beispielhaft repräsentieren. Darüber hinaus werden in einem eigenen Raum studentische, nicht realisierte Entwürfe und Prototypen des Lehrstuhls für Gebäudelehre und Produktentwicklung (TU München) präsentiert. Nicht zuletzt erweitern künstlerische Beiträge, die insbesondere Aspekte der Transformation und deren gesellschaftliche Funktion thematisieren, die Ausstellung.

(Infos aus dem PR-Text des Bielefelder KV)