Virtual Exhibition: Night and Day
2 09 2010Von der Romantic Comedy bis zum Actionthriller: In den wenigsten Hollywood-Filmen fehlt er, der Blick auf das Lichtermeer einer Stadt. Es übt eine besondere Faszination aus, die Weite einer urbanen Ansiedlung reduziert auf ein helles Blitzen und Blinken von Lichtern im Dunkeln vor sich ausgestreckt zu sehen. Die Ausmaße urbaner Ansiedlungen scheinen sich ins Unendliche zu dehnen, während die architektonischen Strukturen selbst nur schemenhaft auszumachen sind. Stadt wird zum abstrakten Lichterspiel.
Verschiedene Künstler und Künstlerinnen beschäftigen sich mit Architektur im Dunklen, in der Nacht. Eine Thematik, die vor allem den Fotografen technisch einiges abverlangt – die Verschlusszeiten sind länger, Licht und Farben in der Dunkelheit in Griff zu bekommen ist anspruchsvoll -, die aber gerade hier besonders ausdrucksstarke Inhalte transportiert. In der Nacht sind eben nicht alle Katzen grau, sondern es lassen sich manche überraschende Beobachtungen anstellen und vielschichtige Einsichten gewinnen, die in der Hektitk des Tageslicht verloren gehen.
Romantic comedy or action thriller: hardly any hollywood movie lacks it, the view from above on the sea of lights of a nightly city. It is fascinating to see the vastness of urban settlements reduced on bright blinking and sparkling in the dark. They seem to extend infinitely, while the actual urban architectures can only be seen dimly. City becomes an abstract “play of lights”.
Several artists focus on the subject of architecture at night, which is very demanding to photographers in particular. Yet it also offers the possibility of very expressive takes: they make surprising observations and gain multifaceted insights which are easily overlooked during the hectic daylight.
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Die Fotografien von Juliane Eirich fangen die spezielle Aura von Orten nachts ein. Dabei geht es Eirich jedoch nicht um die Effekte des nächtlichen Hell-Dunkel-Spiels barocker Darstellungen bei Kerzenlicht, sondern vielmehr um die unverfälschte, klare Perspektive des außenstehenden Beobachters. Mit distanziertem Blick zeigen ihre Nachtaufnahmen meist menschenleeren Aufnahmen, die dem Betrachter die Möglichkeit bieten, dem lauten und immer hektischer werdenden Alltag zu entfliehen.
In einem technisch aufwendigen und langwierigen Prozess fängt Eirich ihre Motive ein. “Diese Orte scheinen mir wie ein Schauspiel, das keine Zuschauer sucht. …mir gefällt, dass sie normalerweise nicht viel Aufmerksamkeit bekommen, vor allem nicht nachts”, sagt sie.
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Matthias Hauns 2006 begonnene Serie Contemporary Fine Daydreams zeigt die ungesehenen, alltäglichen Seiten von Metropolen wie Paris, Tokyo, L.A., Nagasaki. Seine Bilder rücken das Unscheinbaren in den Blick und “verhelfen” ihm dazu, neben dem Stereotypen zu bestehen.
“Obwohl Hauns Motive die großen Städte der Welt sind, deren mediales Bild teilweise schon bis zum Überdruss veröffentlicht ist, präsentiert er einen ganz anderen Blick auf diese Städte. Seine Digital-Aufnahmen gehorchen gerade nicht den gängigen touristischen Sehmustern – und statt den Aufnahmen digital mehr Schärfe, Kontrast und knalligere Farben zu verleihen, nutzt er die digitalen Möglichkeiten vor allem, um Silhouetten zu verbergen und Ansichten zu fragmentieren. Digital nachbearbeitet wird nicht zur Korrektur der Aufnahmen, sondern zur malerischen Intervention ins Bild.”
(Info aus einem Text von Benno Schirrmeister, Webseite Matthias Haun)
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"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 © Ruben Brulat

"Pontualité non récurrente" aus der Serie "Immaculate", 2009, C-Print, 110x137,5 cm, Edition 3 © Ruben Brulat
Der französische Fotograf Ruben Brulat setzt seinen Körper ein, um die Beziehung des Einzelnen zur Welt zu zeigen, seine Schutzlosigkeit, seine Unschuld, seine Macht – er fotografiert sich selbst nackt und bei Nacht vor und mit urbanen Gebäuden. Er geht dabei nach einem genau konzipierten Drehbuch vor.
Sein Körper wird zur Eigenprojektion im großen Ganzen, nimmt Besitz von der Architektur der Häuser, tritt in Wechselwirkung zur Umwelt, sein Ich tritt in eine Symbiose ein mit der ihn umgebenden (Stadt-)Landschaft.
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Todd Hido ist vor allem für seine Nacht-Fotografien bekannt, in denen er menschenleere Vororte und Straßenränder dokumentiert. Seine Inspiration findet er vor allem in der Vergangenheit, Momentaufnahmen seiner Kindheit – etwa die Atmosphäre des amerikanischen Vororts, in dem er aufwuchs. In seiner Serie “House Hunting” hat der Fotograf Außenfassaden in Häusersiedlungen aufgenommen, deren beleuchtete Fensterscheiben ihre Bewohntheit signalisieren – dennoch wirken sie befremdlich und verlassen.
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Kategorien : Architecture + Art, Virtual Exhibition
Schlagworte : Day, Juliane Eirich, Matthias Haun, Nacht, Night, Ruben Brulat, Tag, Todd Hido







Matthias Haun Wartende, Paris, 2006 © M. Haun 







