New York New York: Back from the city that never sleeps …

15 04 2010

Nach einer etwas längeren Schreibpause – die Entschuldigung dürfte überzeugen: Grund war ein Forschungsaufenthalt in NYC – ist es an der Zeit, wieder einen Blick auf das aktuelle Geschehen im Kunst-Architektur-Bereich zu werfen. Aber zunächst ein Kommentar zur Stadt der Städte: New York New York!

After a longer silence – the excuse might convince: due to a research trip to NYC – it is about time for another glance on what’s currently happening, art+architecture-wise. But first a little comment on the city that never sleeps: New York New York! To summarize all the impressions would probably go beyond the scope. In short – it is fascinating to walk through NYC’s architecture, be it the highrises of Manhattan, be it the Brownstones in Brooklyn (Heights) and New Jersey. And off the beaten tourists track, it is the following artists, that appear interesting from deconarch‘s point of view (partly in English, the links provided always direct to an English written site).

NYC – mit Sicherheit eine der meistfotografierten Städte auf der Welt. Alle Eindrücke, Beobachtungen, Besonderheiten zu beschreiben, würde wohl den Rahmen mehr als einmal sprengen. Mehr als faszinierend, die Architektur vor Ort “live” zu erleben und zu erlaufen – in Manhattan vor allem, mit seiner 3-dimensionalen Geschichte der Highrise Buildings, aber auch die Brownstones in Brooklyn (Heights vor allem) oder New Jersey.

Bilder © S. K.

Darüber hinaus sind – abseits der “Touristenlaufstrecken” – aus deconarch.com-Perspektive besonders folgende Künstler aufgefallen:

Im Whitney Museum of American Art ist noch bis Ende Mai die Whitney Biennial 2010 (25. Februar bis 30. Mai 2010) zu sehen, bei der ein Querschnitt durch das zeitgenössische Kunstgeschehens Amerikas präsentiert wird. Gezeigt werden 55 Positionen, die schlicht unter dem Thema “2010″ zusammengefasst sind.

James Casebere, Landscape #1 (Dutchess County, NY), courtesy Whitney.org

James Casebere, Landscape #1 (Dutchess County, NY), courtesy Whitney.org © J. Casebere

Darunter sind zwei Arbeiten von James Casebere, “Landscape#1 und #2″. Whitney.org zu Caseberes Arbeit:

“Since the 1980s, James Casebere’s photographs have transported viewers into ambiguous, evocative, and surreal environments. Casebere’s process involves constructing tabletop models out of modest materials, such as Styrofoam, plaster, and cardboard. He then dramatically lights these constructions and care¬fully positions his camera to manipulate the com¬position and the mood of the resulting photograph. Devoid of human figures, the constructions invite viewers to project into and inhabit the space.

For Landscape with Houses (Dutchess County, NY) #1 and Landscape with Houses (Dutchess County, NY) #2, Casebere constructed his grandest, most detailed model to date—an American subdivision based on one in Dutchess County, New York. The fabricated community is a hybrid development of the sort hit hard by the foreclosure epidemic of the past few years.”

Eine Arbeit von Casebere ist aktuell auch im Guggenheim Museum zu sehen.

Maureen Gallace, Sledding, oil on linen, 25.5 x 25.5 cm 2000, courtesy www.maureenpaley.com

Maureen Gallace, Sledding, oil on linen, 25.5 x 25.5 cm 2000, courtesy www.maureenpaley.com © M. Gallace

Maureen Gallaces Ölbilder fangen Häuser  durch sorgfältige Beobachtung und gezielte Auslassungen ein. Oft verzichtet Gallace auf beschreibende architektonische Details wie Fenster und Türen und bringt mit ruhigen, meist flächigen, pastellig-erdfarbenen Bildern den Betrachter dazu, seine Assoziationen zu entfalten. Ihre Motive findet sie in ihrer Heimat New England, oft eingefangen durch Fotografien, die sie aus dem fahrenden Auto heraus aufgenommen hat.

Ein Artikel im frieze magazine zu Maureen Gallace.

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Im P.S.1 , der neuen Außenstelle des MoMAs, ist ein Video der schwedischen Künstlerin Klara Lidén zu sehen, einer ausgebildeten Architektin, die in ihrer Arbeit architektonische Eingriffe und INstallationen kreiiert: (MoMA.org zu Klara Lidén) “Klara Liden (Swedish, b. 1979) creates architectural interventions and installations by cannibalizing existing structures and materials, such as cardboard, corrugated metal, drywall, wood, and carpet remnants. With a spirit of activism and rebellion, Liden rethinks the places we inhabit and builds spaces that deviate from their normal functions. In addition, the artist makes videos that challenge accepted codes of behavior. Brimming with physical intensity and ferocity, Liden performs illicit acts for the camera, from the methodical destruction of a bicycle to an eccentric dance on a crowded Stockholm commuter train.”

New York City Ballett: Architecture of Dance

New York City Ballet: Architecture of Dance

Aufgefallen sind darüber hinaus: Die Ausstellung Modernism at Risk (February 17 – May 1, 2010) im American Institute of Architects AIA New York und das aktuelle Thema des New York City Ballets: Architecture of Dance.




Deconstructivist Architecture Exhibition at the MoMA 1988

16 02 2008

Das Wesentliche in aller Kürze:

1988 wurde im Museum of Modern Art New York eine Architektur-Ausstellung unter dem Titel “Deconstructivist Architecture” veranstaltet, kuratiert von Philip Johnson und Mark Wigley.

Gezeigt wurden 7 Architekten, die meisten von ihnen noch recht jung. Mittlerweile spielen alle 7 in der obersten Liga weltweit mit:

Zaha Hadid

Bernard Tschumi

Rem Koolhaas

Coop Himmelblau

Daniel Libeskind

Peter Eisenman

Frank O. Gehry

Seit besagter Ausstellung werden diese Architekten – salopp gesagt – in die “Schublade” Dekonstruktivismus einsortiert, eine Zuordnung, die eigentlich keiner von ihnen unterstützt. Hinzu kommt, dass die Dekonstruktion eigentlich ein Begriff ist, der aus der Philosophie stammt und einige Jahre zuvor von Jacques Derrida eingeführt wurde.

Problematisch dabei ist, auf welcher Grundlage also ein ursprünglich philosophischer Terminus in eine andere Disziplin übertragen werden kann:

Haben Kontakte bestanden zwischen Philosophie und Architektur? (Jein – bis auf Tschumi und Eisenman hat sich keiner der Architekten intensiv mit Derrida auseinander gesetzt. Aber keiner sagt jedoch “ich übertrage den philosophischen Begriff jetzt in die Architektur”.)

Hat der De-Konstruktivismus etwas mit dem modernen russischen Konstruktivismus zu tun? (auch hier wieder: jein)

Wird denn etwas “de” gemacht, wie die Vorsilbe nahe legt, also zerstört? (nein, gerade nicht. Alle Architekten entwerfen hoch-komplexe und konstruktiv höchst anspruchsvolle Bauten.)

Warum also die Bezeichnung Dekonstruktivismus in der Architektur?