Bernd & Hilla Becher | Bergwerke und Hütten

30 05 2011

A current show at the Munich City Museum presents “unusual” works by Bernd and Hilla Becher – their selection focusses on photographs of mines and steel works, showing not singular monuments, but entire factories. The Bechers took such panoramic shots ever since, but kept them shut away.


Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, D 1967 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, D 1967 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel.

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Bernd & Hilla Becher | Bergwerke und Hütten

20. Mai – 11. September 2011

Münchner Stadtmuseum – Sammlung Fotografie
München

www.muenchner-stadtmuseum.de

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PR-Text: Seit nahezu fünf Jahrzehnten hat das Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher weltweit an einer umfassenden Bestandsaufnahme der Industriearchitektur gearbeitet. Sie dokumentierten Fabrikhallen, Gasbehälter, Stromverteiler, Fördertürme, Stahlöfen, die als anonyme Funktionsarchitektur nicht zum Kanon der Kunstgeschichte zählen und durch die urbanistische bzw. wirtschaftliche Entwicklung dem Verfall preisgegeben waren. Diese Gebilde wurden schon bald von der Kunstgeschichte als „anonyme Skulpturen“ (Karl Ruhrberg) erkannt. Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit auf die plastische Schönheit von industriellen Zweckbauten gelenkt, die gewöhnlich von unbekannten Architekten errichtet wurden.

Charlottenhütte, Niederschelden, Siegerland, D 1963 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Charlottenhütte, Niederschelden, Siegerland, D 1963 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Charakteristisch für den Stil der Fotografen Bernd und Hilla Becher sind die präzise Festlegung der Aufnahmebedingungen und das Bemühen um größtmögliche Sachlichkeit und Objektivität in der Wiedergabe des Bildgegenstands. Gewöhnlich werden die Gebäude frontal, von leicht erhöhtem Standpunkt, zentriert und bei Lichtverhältnissen erfasst, die eine gleichmäßige Durchzeichnung sämtlicher Gebäudeteile erlauben und dramatische Licht-Schatten-Effekte ausschließen. Auf diese Weise wird die von der Umgebung isolierte Physiognomie der Gebäude mit geradezu anatomischer Präzision freigelegt. Dieser dokumentarische Ansatz lebt von dem leidenschaftlichen Interesse am Gegenstand in Kenntnis von historischen Vorläufern wie Karl Blossfeldt, Eugène Atget, Albert Renger-Patzsch oder Walker Evans. Ziel ist die bestmögliche Lesbarkeit und Vergleichbarkeit der baulichen Strukturen. Auf inszenatorische und manipulierende Eingriffe im Bild verzichteten die Künstler Bernd und Hilla Becher weitgehend.

Zeche Friedrich der Große, Herne, Ruhrgebiet, D 1978 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Zeche Friedrich der Große, Herne, Ruhrgebiet, D 1978 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Die vorliegende Bildauswahl von Bergwerken und Eisenhütten konzentriert sich erstmals auf den Typus der Industrielandschaften, bei denen es nicht um die Darstellung einzelner architektonischer Objekte geht, sondern um die Situierung ganzer Anlagen und Werkkomplexe der Schwerindustrie in ihrem urbanen und landschaftlichen Umfeld. Solche „Panoramablicke“ auf die Industrie haben die Bechers von Anfang ihrer Arbeit an immer wieder gemacht, aber zunächst unter Verschluss gehalten. Erst als sie sich mit ihren typologischen Reihungen von freistehenden Gebäuden durchgesetzt hatten, entschlossen sie sich zu einer Ausstellung und Publikation der Industrielandschaften, in denen Produktionsstätte, Siedlung und Natur miteinander verbunden sind.

Ein Großteil der Aufnahmen von Bergwerke und Hütten ist im Ruhrgebiet entstanden. Ergänzt wird die Auswahl durch Fotografien aus dem Siegerland, aus Großbritannien, Frankreich und den USA, so dass sich im vergleichenden Sehen eine Sprache industrieller Architektur entdecken lässt, die sich unabhängig von regionalen und nationalen Grenzen im Lauf eines Jahrhunderts entwickelt hat.

Ensley, Alabama, USA 1982 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Ensley, Alabama, USA 1982 © 2010 Bernd & Hilla Becher / courtesy Schirmer/Mosel

Nachdem die Eisenverhüttung als Industrie das Ruhrgebiet fast gänzlich verlassen hat und auch der Kohlebergbau in Europa vor dem Aus steht, stellt diese Sammlung eindrucksvoller Bilder einen inzwischen schon nostalgischen Rückblick auf eine vergangene Epoche der Industriegeschichte dar. Heute stehen viele der Anlagen zwar unter Denkmalschutz – auch eine Folge der Fotografien von Bernd und Hilla Becher – doch zahlreiche Industrie-Architekturen wurden bereits restlos zerstört und abgerissen. Die ehemals blühenden Industrielandschaften hinterließen Brachflächen, deren Neubewirtschaftung noch aussteht. Umso eindrucksvoller sind die Bildlandschaften der Bechers, die, als stille Monumente, einerseits die Vergangenheit des Ruhrgebiets unvergessen werden lassen und andererseits eine visuelle Argumentation für den notwendigen Strukturwandel einer ganzen Region darstellen.

Die Ausstellung wurde von Hilla Becher in Zusammenarbeit mit dem Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop und ihrem Leiter Heinz Liesbrock konzipiert. Zur Ausstellung ist ein Buch mit mehr als 150 Duotone-Tafeln und einem Text von Heinz Liesbrock im Schirmer/Mosel Verlag erschienen und zum Preis von 34 € im Museum erhältlich.

Info + illus. courtesy Münchner Stadtmuseum




Architecture photography in Stuttgart and Munich: Sebastian Burger and Gerrit Engel

14 10 2010

Two interesting shows in southern Germany: f75 in Stuttgart presents Sebastian Burger’s shots from Baku, capital of Azerbaijan, where about 800 highrises have been erected in the past 10 years – though many new appartments remain empty and are often only considered as investment items. Baku’s cityscape is changing rapidly. Henn Galerie in Munich shows the first retrospective of Berlin based photographer Gerrit Engel whose focus is on “portrait studies” of buildings.

© Sebastian Burger

© Sebastian Burger

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Sebastian Burger: Baku . Stadt der schlagenden Winde.
12. Oktober 2010 – 26. November 2010
f75 Fotogalerie Stuttgart

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PR-Text: In der aserbaidschanischen Hauptstadt wurden in den letzten zehn Jahren etwa 800 Hochhäuser errichtet. Neue Appartements stehen oft leer, Wohnungen werden nicht selten nur als Geldanlage gekauft. Das alte Stadtbild Bakus verändert sich rasant. Der Wandel geht mit der Verdrängung des aserbaidschanischen Kulturerbes aus der Zeit um 1900 einher. Sebastian Burger hat den Wandel mit all seinen Brüchen und Verwerfungen porträtiert, liebevoll und einfühlsam, aber ohne Beschönigung.

© Sebastian Burger

© Sebastian Burger

Sebastian Burger wurde 1979 in Seeheim-Jugenheim geboren. Nach Fotografen-Praktika in Hamburg und München studierte er an der Hochschule für Künste, Bremen.

Info + illus. courtesy f75

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Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3)

Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3) © Gerrit Engel

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Gerrit Engel Arbeiten 1996-2010
8. Oktober – 23. Dezember 2010

HENN GALERIE, München

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PR-Text: Die Ausstellung in der Henn Galerie ist die erste Werkschau des Berliner Fotografen Gerrit Engel. Gezeigt werden Auszüge aus den wichtigsten Werkgruppen der letzten 15 Jahre, darunter Buffalo Grain Elevators (1997), Marzahn (1999), Manhattan NEW YORK (2006), Berlin (2009) sowie die bisher noch nicht ausgestellte Arbeit Palast der Republik (2009). ARBEITEN 1996 – 2010 ist als Installation angelegt, die sich an thematischen und stilistischen Aspekten orientiert und die charakteristischsten Arbeiten aus Gerrit Engels Schaffen zeigt.

Einen Schwerpunkt in Gerrit Engels Fotografie bilden die so genannten „Portait-Studien“ von Gebäuden. Die Fotografien zeugen von einer sachlich-nüchternen Annäherung wie auch von einer sympathisierenden Haltung des Fotografen, der das Objekt zum Individuum mit skulpturalen und ikonischen Qualitäten erhebt. Wie schon bei Engels viel beachtetem Debüt Buffalo Grain Elevators gelingt ihm auch bei seinen stadträumlichen Projekten eine baugeschichtliche Bestandsaufnahme voller sozialer und politischer Zeichen.

Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3)

Gerrit Engel: Agway, 1997, aus der Serie Buffalo Grain Elevators, c- Print, 100 x 70 cm (Ed. 3) © Gerrit Engel

Gerrit Engel lebt und arbeitet in Berlin. Der 1965 in Essen geborene Fotograf studierte von 1990 bis 1997 Architektur und Fotografie an der Technischen Universität München und am City College New York. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Anlässlich der Eröffnung des Neuen Museums für Kunst und Design in Nürnberg im Jahr 2000 wurde sein Projekt über Marzahn präsentiert und in die ständige Sammlung aufgenommen. 2009 zeigte die Pinakothek der Moderne die erste umfangreiche Einzelausstellung mit Bildern aus den Werkgruppen Manhattan und Berlin in München. Weitere Arbeiten sind derzeit in Leipzig und Madrid und ab November in Rotterdam zu sehen.

Info + illus. courtesy Henn Galerie




Brian Ulrich’s Dark Stores, Dead Malls & Ghost Boxes in Munich

15 09 2010

The first solo show in Europe by Chicago based photographer Brian Ulrich is presented by f5,6 gallery in Munich. Ulrich observes the developments of American consumer behavior, especially after George W. Bush’s call for patriotism in 2001: “The vitality of our economy depends upon the willingness of Americans to spend”. (George W. Bush 26th October 2001). The results are part of his series COPIA. The most recent works show empty stores, malls and shops.

For an English description, please read on on the gallery’s website.


Brian Ulrich, Circuit City, Copia Dark Stores / Circuit City, 2009 101.6 x 127 cm Auflage 7

Brian Ulrich, Circuit City, Copia Dark Stores / Circuit City, 2009 101.6 x 127 cm Auflage 7

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BRIAN ULRICH
Dark Stores, Dead Malls & Ghostboxes

11. September – 06. November 2010

Galerie f5,6 , München

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Aus dem PR-Text: Die Arbeiten der Ausstellung Dark Stores, Dead Malls & Ghost Boxes sind Teil der Serie COPIA (lat. überfluss) in der Brian Ulrich seit 2001 scheinbar vordergründig alltägliche Vorgänge des Konsumierens in Form dokumentarischer Szenen und Porträts beobachtet. Ausschlaggebend für dieses Projekt war George W. Bushs Aufruf zum Patriotismus im Jahr 2001, als er die Bevölkerung dazu anhielt, die Treue zum Heimatland durch Kaufkraft auszudrücken. Ulrich beobachtet seitdem die Begleiterscheinungen einer konsumorientierten Welt in ihren kulturellen und sozialen Facetten auf den Bühnen der amerikanischen Einkaufszentren. Die Serie COPIA hat mehrere Unterteilungen, die den Verfall des Erfolgskonzepts Shopping Mall dokumentieren. Den Beginn macht RETAIL, Einzelhandelsalltag in Shopping Malls. THRIFT zeichnet den wirtschaftlichen Verfall durch Schließungen vieler Einkaufszentren nach und beobachtet die Veränderungen durch Nutzung der Räumlichkeiten als Outlet- oder Thrift-Stores. DARK STORES schließt die Kette der Mall-Serie vorerst mit Aufnahmen leerstehend zurückgelassener Einkaufsanlagen ab.

Brian Ulrich, Pep Boys 3, 2009

Brian Ulrich, Pep Boys 3, 2009

Dark Stores, Dead Malls und Ghostboxes sind Einzelhandelsbegriffe die tatsächlich zur Umschreibung von nicht mehr genutzten Verkaufsflächen dienen. Brian Ulrichs analoge großformatige Aufnahmen entstehen oft bei Nacht. Dabei schreibt er den Gebäuden ironischerweise eine Größe als Relikt oder Monument von kultureller Bedeutung ein, die sie ursprünglich nie hatten. Die zurückgelassenen Orte werden zu einer eigenen, neuen Landschaft, die von Brian Ulrich im Stil der von Lewis Baltz, Stephen Shore oder Bernd und Hilla Becher geprägten “New Topographics” interpretiert werden. Besonders interessant dabei ist vor allem der sich schließende Kreis einer fotografischen und vielleicht wirtschaftlichen ära die sich in den Arbeiten von Stephen Shore und Brian Ulrich erkennen lässt. Die in den 70er Jahren von Stephen Shore fotografierten, damals neu eröffneten Shoppinganlagen, wurden von Brian Ulrich zum Zeitpunkt ihres bereits eingetretenen Verfalls abgelichtet – eine Rückkehr zum Ausgangspunkt der die Fotografien beider Künstler tiefer in die künstlerische Dokumentarfotografie einschreibt.

Brian Ulrich, Richl and Mall 2009

Brian Ulrich, Richl and Mall 2009

Zentral ist in Ulrichs Arbeiten der klassische Umgang mit Licht und Farbe. Seine Fotografien zeichnen sich durch klare und ausgewogene Kompositionen aus. Dadurch kann jede Arbeit als Einzelbild existieren, ohne auf den Zusammenhang der thematischen Serien angewiesen zu sein. Zudem sind seine Porträts und Szenen aus den Malls und Thriftstores sowie seine jüngsten Arbeiten nie stumpfe Kritik oder in herablassender Absicht gegenüber Subjekt oder Objekt entstanden. Durch sensiblen und intelligenten Einsatz der Kamera gelingt Brian Ulrich ein eigenständiger Beitrag zeitgenössicher Betrachtung zu Kunst und Gesellschaft.

Brian Ulrich lebt und arbeitet in Chicago. Er hat seine Ausbildung am Columbia College in Chicago abgeschlossen und wurde zuletzt Stipendiat der Guggenheim Stiftung.

Info + Illus. courtesy f5,6, © Brian Ulrich




Sites of no return and at night: Photos by Johannes Twielemeier and Juliane Eirich

20 05 2010

“Orte ohne Wiederkehr”: Großangelegte Umsiedlungsaktionen assoziiert man mit China oder auch Afrika (Ägypten), nicht mit dem Ruhrgebiet. Johannes Twielemeier fotografierte von 2002 bis 2009 vom Abriss bedrohte Orte, die für die Erweiterung des Braunkohletagebaus Garzweiler weichen sollen.
Verlassen, leer, unbewohnt – so scheinen zunächst auch die ungewöhnlichen Arbeiten der jungen Fotografien Juliane Eirich (*1979), die Orte nachts fotografiert und dabei deren spezielle Aura einfängt. In der Münchner Galerie f5,6 ist eine Auswahl von Nachtaufnahmen aus den Serien Nightwatch (Hawai 2004), Hale Kula (Hawai 2005) und Korea Diary (Südkorea 2007/08) zu sehen.


“Sites of no return”: Compelled resettlements you’d expect in China or maybe Africa, not in Germany, Ruhr. Johannes Twielemeier photographed villages and locations endangered with demolition in order to make room for a surface mining site.
Empty, abandoned, deserted – that’s how young photographer Juliane Eirich’s (*1979) work might appear at the first glance. Eirich photographs locations at night, thus capturing their particular aura. Munich based gallery f5, 6 presents a selection of night photos from Nightwatch (Hawai 2004), Hale Kula (Hawai 2005) und Korea Diary (Südkorea 2007/08).

Johannes Twielemeier, Haus / Pier, Juli 2oo9

Johannes Twielemeier, Haus / Pier, Juli 2oo9

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Johannes Twielemeier – Orte ohne Wiederkehr

Museum für Sepulkralkultur, Kassel

13. Mai – 5. September 2010

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PR-Text: Im Jahr 1984 begann der Energiekonzern Rheinbraun mit den Planungen für Garzweiler2, der Erweiterung des bestehenden Braunkohletagebaus Garzweiler zwischen Aachen und Düsseldorf. Bis zum Jahr 2o4o entsteht hier auf einer Gesamtfläche von ca. 12o Quadratkilometern eines der grössten Braunkohletagebaugebiete Europas. Über 75oo Menschen in 13 Ortschaften werden dem Umbau weichen muessen und obwohl seinerzeit energiepolitisch heftig umstritten, hat die Umsiedlung der betroffenen Orte in den 9oer Jahren begonnen und eine ganze Region in eine Geisterlandschaft aus leerstehenden Häusern und verwaisten Straßen verwandelt. Etwa 7o % der betroffenen Bewohner haben das Angebot von Rheinbraun angenommen und versuchen mit den erhaltenen finanziellen Entschädigungen in den umgesiedelten Ortschaften eine neue Existenz aufzubauen. “Meine Bilder zeigen, was man für Geld nicht kaufen kann”, sagt der Fotograf Johannes Twielemeier, der von 2oo2 bis 2oo9 in den vom Abriss bedrohten Orten fotografierte.

Info + illus. courtesy Museum für Sepulkralkultur, Johannes Twielemeier


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Juliane Eirich, Supermarket, Korea Diary, 2007/08

Juliane Eirich, Supermarket, Korea Diary, 2007/08

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Juliane Eirich

21. Mai – 4. September 2010

Galerie f5,6 , München

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Aus dem PR-Text: Juliane Eirich (geb. 1979) fotografiert Orte, die ihre spezielle Aura erst nachts entfalten. Damit bearbeitet die Künstlerin einem Themenkomplex, dem bisher weder in der Malerei noch in der Fotografie ausreichend Augenmerk geschenkt worden ist. Dabei fordert doch gerade die nächtliche Atmosphäre diese beiden Genre, deren ureigene Domäne die Gestaltung von Farbe und Licht ist. Doch Eirich geht es nicht um die Effekte des nächtlichen Hell-Dunkel-Spiels barocker Darstellungen bei Kerzenlicht, sondern vielmehr um die unverfälschte, klare Perspektive des außenstehenden Beobachters. Ihre Arbeiten erinnern daher eher an den distanzierten Blick eines Edward Hopper oder an die Nachtaufnahmen eines Edward Munch, wobei die Einsamkeit und Ruhe der Nacht bei diesen eher negativ konnotiert sind. Juliane Eirich hingegen bietet mit ihren nächtlichen meist menschenleeren Aufnahmen dem Betrachter die Möglichkeit dem lauten und immer hektischer werdenden Alltag zu entfliehen.

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Juliane Eirich, Ship, Korea Diary, 2007/08

Juliane Eirich, Ship, Korea Diary, 2007/08

Dabei ist nicht nur das Motiv entscheidend, sondern auch der richtige Betrachterwinkel, sowie nicht zuletzt der Prozess der Belichtung an sich. Nimmt die Verschlusszeit bei Tagesaufnahmen in der Regel nur Sekundenbruchteile in Anspruch, so zieht sich diese in der Nacht oft bis zu 15 Minuten hin. Es handelt sich also um einen konzentrierten und präzisen Prozess, der es Juliane Eirich ermöglicht, sich voll und ganz auf das Motiv einzulassen. Die Ruhe der Nacht ist hierfür ideal. Weder Menschengewimmel noch Lärm lenken ab, so dass die Künstlerin während dem Prozess der Aufnahme eins wird mit dem dokumentierten Ort. “Diese Orte scheinen mir wie ein Schauspiel, dass keine Zuschauer sucht. …mir gefällt, dass sie normalerweise nicht viel Aufmerksamkeit bekommen, vor allem nicht nachts.” Außerdem liegt Eirich die Tatsache, dass Orte und Gebäude nicht posieren können. Sie sind offen für die subjektiven Empfindungen des Betrachters; sie können nicht manipulieren, wie Menschen, die sich gerne in Szene setzen. Die Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen von Menschen kreierten Orten und deren Umwelt ist dabei ein wichtiger Aspekt von Eirichs Arbeiten, der sich durch alle ihre Serien zieht. Dabei kann die vom Menschen beeinflusste Umwelt mit der Natur eine Einheit bilden oder auch in Disharmonie enden, die als lustig, störend oder auch einfach nur überraschend empfunden werden kann. Das vom Menschen gebildete zeigt damit seine Fähigkeit, auf die Natur einzugehen.

Info + illus. courtesy f5, 6 , Juliane Eirich




STROKE.02: First art fair for urban and new contemporary art in Munich

27 04 2010

Letztes Jahr im Oktober verwandelte die erste Messe STROKE.01 München in die Landeshauptstadt der Urban Art und Contemporary Art – ein großer Erfolg für die erste Ausgabe der neuen Messe, der ersten weltweit für diese Kunst. Die zweite Ausgabe findet schon Ende Mai 2010 statt und die Macher versprechen einiges Neuerungen, um noch einen draufzusetzen und die STROKE.02 noch kreativer und abwechslungsreicher zu machen.

In October 2009, the first edition of the art fair STROKE.01 turned Munich into the capital of Urban and Contemporary Art – a great success for the new event, actually the first fair focussing on this art movement. The second fair is taking place in the end of May 2010 already, and the organizers promise to top last year’s event and make STROKE.02 even more creative and lively. (Following below is STROKE.02′s German press release. Please check out their bilingual website for information in English.)


STROKE.02

Die weltweit erste Messe für Urban Art und New Contemporary Art

27. – 30.Mai 2010

München

PR-Text: Auf 10.000 Quadratmetern präsentieren die Top-Galerien der Szene Ihre Künstler und schaffen somit ein abwechslungsreiches Ensemble der „Urban Art“. Unter den Galerien befinden sich Größen wie die Intoxicated Demons aus Berlin, Honeycumb aus New York, Laura McNamara aus Birmingham, United No Art Collection aus Mailand und xhoch4 aus München.

Außerdem werden bekannte Künstler wie Claudio Ethos, die MA`Claim Crew, Pisa 73 und Box 23 bei Live-Paintings ihre Arbeit näherbringen, den Besuchern einen Einblick in die Entstehung ihrer Kunst gewähren und ihnen ihr Verständnis von Kunst näherbringen.

Die STROKE.02 setzt aber noch einen drauf und bietet ein besonderes Highlight: Auf circa 300 Quadratmetern wird Kunst aus LEGO Bausteinen unter dem Motto „LEGO goes Graffiti” ausgestellt. Dies beweist die Vielseitigkeit des Kinderspielzeuges und spiegelt die Kreativität der Szene wieder. Bei einem „LEGO Live Charity Battle“ werden bis zu vier Künstler über die gesamte Länge der Messe überlebensgroße Kunstwerke bauen und Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Diese werden während der Messe versteigert, der Erlös wird gespendet.

Dieses umfangreiche Programm wird von abendlichen DJ Acts abgerundet und bietet den Besuchern somit ein komplettes Programm, bei dem für jeden etwas dabei ist.

„Schon jetzt sind wir ausgebucht“, freut sich Raiko Schwalbe über die durchweg positiven Rückmeldungen im Vorfeld. Er lebt seit zehn Jahren in München und betreibt gemeinsam mit seinem Bruder Marco in Berlin die Galerie Intoxicated Demons. Während sein Bruder als Grafikdesigner mehr für die kreative Seite zuständig ist, kümmert sich Raiko Schwalbe als ehemaliger Kundenberater hauptsächlich um den geschäftlichen Teil. Von dieser Symbiose profitiert auch das Münchner „Team From Hell“ um Florian Pop, Hubertus Becker und Qurin Schwanck, mit dem die Brüder Schwalbe innerhalb von drei Monaten die Urban Art-Messe STROKE.01 in einer ehemaligen BMW-Niederlassung auf die Beine gestellt haben.

Updates zu den Teilnehmern und dem Programm unter www.stroke02.com




Exhibitions on (urban) space: Stuttgart – Munich – Frankfurt

4 03 2010

Neues aus dem Süden: Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt Katinka Bock in der “Frischzelle”; die Künstlerin setzt sich intensiv mit dem Ort auseinander, für den ihre Arbeiten – Skulpturen, Filme, Installationen – bestimmt sind. In München geht eine neue Kooperation zwischen einem Architekturbüro (Henn) und einer Galerie (Beck & Eggeling) an den Start, die sich dem Thema Raum widmet – mit Fotografien von Thomas Wrede. Und in Frankfurt spürt eine Gruppenausstellung in der Galiere Galerie Anita Beckers dem “Paradise is somewhere else” nach.

News from the German south: The Kunstmuseum Stuttgart presents Katinka Bock, who’s analyzing intensively the location where her works will be shown – sculptures, films, installations.  In Munich, a new cooperation between an architecture studio (Henn) and a gallery (Beck & Eggeling, Dusseldorf) is about to start, dealing with space – the opening exhibition presents photographs by Thomas Wrede. And in Frankfurt gallery Anita Beckers, a group exhibition traces how “Paradise is somewhere else”.


Katinka Bock, Landschaft unter dem Tisch, 2009, Holz, Terracotta, 70x70x60cm, Installationsansicht Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft; Foto: Stephan Minx, © Katinka Bock

Katinka Bock, Landschaft unter dem Tisch, 2009, Holz, Terracotta, 70x70x60cm, Installationsansicht Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft; Foto: Stephan Minx © K. Bock

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FRISCHZELLE_12: Katinka Bock
6. März – 6. Juni 2010

Kunstmuseum Stuttgart

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PR-Text: Bevor Katinka Bock mit einer Arbeit beginnt, begibt sie sich auf Spurensuche. In intensiver historischer Recherche setzt sie sich mit den Orten auseinander, für die ihre Skulpturen, Filme und Installationen bestimmt sind. Mithilfe natürlicher Materialien wie Ton, Papier, Holz, Metall und Stein macht die 33-Jährige Verborgenes sichtbar. Anhand vorhandener Geschichts- und Raumbezüge gestaltet die in Paris lebende Künstlerin abstrakte Landschaften, in denen durch das Aufeinanderprallen von Natürlichkeit und Künstlichkeit neue Dimensionen entstehen. Als zwölfte Künstlerin in der Ausstellungsreihe junger Kunst wird Katinka Bock die »Frischzelle« im Kunstmuseum einmal mehr auf neue Weise gestalten.

Info + Abb. Kunstmuseum Stuttgart

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"Swimmer", 2002, 95 x 67 cm aus der Serie Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007, C-Print Diasec

"Swimmer", 2002, 95 x 67 cm aus der Serie Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007, C-Print Diasec © Th. Wrede

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THOMAS WREDE

Manhattan / Picture Worlds

4. März – 30. April 2010

Henn Galerie in Kooperation mit Beck & Eggeling

München

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Eine spannende Kooperation: Das renommierte Architekturbüro Henn hat sich für eine Ausstellungsreihe zeitgenössischer Kunst mit dem weitgefassten Thema “Raum” mit der erfahrenen Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling zusammengeschlossen. Den Auftakt der Kooperation markiert die Ausstellung “Manhattan / Picture Worlds” mit Fotografien von Thomas Wrede in München.

"King Kong", 2006, 95 x 123, 150 x 194 cm  aus der Serie 'Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007', C-Print Diasec

"King Kong", 2006, 95 x 123, 150 x 194 cm aus der Serie 'Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007', C-Print Diasec © Th. Wrede

Aus dem PR-Text: Während der letzten sieben Jahre fotografierte Thomas Wrede (*1963) die großen Plakatwände im New Yorker Manhattan, die für ihn signifikante Architekturelemente der schnelllebigen Metropole darstellen. Die von der Werbung vermittelten Ideale setzt er gekonnt in Kontrast zum Realismus der Straße, in dem er die Menschen und die Atmosphäre des New Yorker Alltags mit seiner Kamera einfängt. Es entsteht eine Real-Collage, in der sich die unterschiedlichen Ebenen der Realität zu einem spannungsreichen Bild komplettieren, das nur mithilfe einer Fotografie erzeugt werden kann. Die Stadt wird so zur Bühne und Kulisse; die auf übergroße Formate aufgeblasenen Ideale der Werbung verschwimmen mit dem amerikanischen Alltag.

Wie schon in früheren Fotoserien wie beispielsweise den bekannten “Real Landscapes”, geht es Thomas Wrede auch hier um die Verschiebung von Größenverhältnissen und vor allem die Erzeugung unterschiedlicher Realitätsebenen.

Ab dem 24. März 2010 zeigt die Kunsthalle Bielefeld ebenfalls Arbeiten aus der Serie ‘Manhattan / Picture Worlds’.

Info + Abb. Galerie Henn

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Sandra Senn Forces #1, 2009 210 x110 cm Pigment print on Hahnemühle paper Edition 5/ + 2 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

Sandra Senn Forces #1, 2009 210 x110 cm Pigment print on Hahnemühle paper Edition 5/ + 2 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

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Paradise is Somewhere Else

Niklas Goldbach | Nathalie Grenzhaeuser | Monica Ursina Jäger | Zhenchen Liu | Uriel Orlow | Julia Oschatz | Sandra Senn

February 26th – April 10th, 2010

Galerie | Anita Beckers | Frankfurt

Die Gruppenausstellung in der Galerie Anita Beckers präsentiert Arbeiten von  Niklas Goldbach (*1973), Nathalie Grenzhaeuser (*1969), Monica Ursina Jäger (*1974), Zhenchen Liu (*1976), Uriel Orlow (*1973), Julia Oschatz (*1970) and Sandra Senn (*1973). Die Arbeiten zeigen fiktive Architketurne, künstliche Landschaften und historische Ruinen und spielen mit unserem Blick auf die Welt und hinterfragen heutige Ideale – und ihr Fehlen.

Niklas Goldbach "HABITAT C3B", 2008 Video Loop, 7:37 min, HD Video, Stereo Edition 5 + 1 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

Niklas Goldbach "HABITAT C3B", 2008 Video Loop, 7:37 min, HD Video, Stereo Edition 5 + 1 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

Aus dem PR-Text: Bordering important political issues and yet unwilling to take sides, Niklas Goldbach’s film “Habitat C3B” depicts a series of performers unfolding different unexplainable actions in a modernist setting. Lapsing into the totalitarian, these actions re-enact the economic and social realities of our world, forcing us to question how exactly free is our urban and social space and how much room for self-determination we really have.

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Taking up the no longer-existing “Palais der Republik” in Berlin as a motive, Sandra Senn photographed its ruins and manipulated them into a new constructed reality. If in one work the rainbow suggests a dream-like quality in other work the remainings of the building have a desolated war- like setting.

In “Paradise is Somewhere Else” all imaginary and constructed landscapes seem to point to unidentifiable places, in terms of place as well as of time. Either a memory of the past or a vision of a world to come, these images seem to cling to a disturbing documental reality, yet unable to find its anchor in the familiar order of things.

Info + Abb. Galerie Anita Beckers




Bauhaus zwanzig-21 Gordon Watkinson im Haus der Gegenwart, München

23 02 2010

Ab dem 24. Februar werden im Haus der Gegenwart München, einem experimentellen Wohngebäude Fotografien von Gordon Watkinson gezeigt, die Bauten der Bauhaus-Architekten porträtieren. Den modernen Gebäuden stellt der Fotograf zeitgenössische, typologisch ähnliche Bauten gegenüber.

From February 24th on, the Haus der Gegenwart Munich, an experimental residential house,  presents photographs by Gordon Watkinson. Watkinson has portrayed the buildings of Bauhaus architects and contrasts them with contemporary houses of similar types.

Gordon Watkinson

© Gordon Watkinson

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BAUHAUS ZWANZIG-21
Fotografien von Gordon Watkinson im Haus der Gegenwart
24. Februar bis 14. März 2010
Haus der Gegenwart, München

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PR-Text: “Bauwerke von Architekten wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Hannes Meyer, Georg Muche und Richard Paulick fest. Watkinson verzichtet in seiner Fotografie bewusst auf unwichtige Elemente, um sich stets auf das Wesentliche zu konzentrieren und hält auf diese Weise die zeitlose Formsprache der modernen Architektur fest. In „Bauhaus zwanzig-21“ stellt er die charakteristischsten Gebäude aus dieser Zeit gegenwärtigen, typologisch ähnlichen Bauten gegenüber. Zu den Architekten der Gegenwart, deren Bauwerke in der Ausstellung zu sehen sind, zählen Allmann Sattler Wappner, Rolf Disch, Fink+Jocher, Ingvartsen, Graham Phillips, RCR Arquitectes, Werner Sobek und Wingårdhs.

Die Fotografien, die die Ästhetik der Neuen Sachlichkeit und des Funktionalismus vor Augen führen, werden
durch Reeditionen von Bauhaus-Möbeln ergänzt. In den 1920er und 1930er Jahren entworfen, werden sie noch heute von Firmen wie Knoll, Tecnolumen und Thonet produziert.”

Haus der Gegenwart München

Haus der Gegenwart München

Das Haus der Gegenwart ist ein vom SZ-Magazin initiiertes, experimentelles Wohngebäude, das sich als Labor des Alltags für den Diskurs gesellschaftlicher Fragen aus den Bereichen Architektur, Design und Wohnen versteht und sich bei Architekten, Designern, aber auch der designinteressierten Öffentlichkeit als offenes Forum für Ausstellungen, Workshops und Podiumsdiskussionen etabliert hat.

Infos + Abb. Haus der Gegenwart München




Sleepless in NY? Christopher Thomas photographs the city that never sleeps – sleeping

12 10 2009

Frank Sinatra hat es auf den Punkt gebracht – der “Big Apple” ist immer in Action, ist quirlig, hektisch, turbulent. Aber es gibt auch dort Momente, in denen die Stadt zur Ruhe kommt, in denen die Hektik aus dem Blickfeld weicht und die Metropole zu schlafen scheint. Christopher Thomas hat sie in faszinierenden Schwarzweiß-Aufnahmen eingefangen.

Frank Sinatra knew it – the “Big Apple” is always on the go, is hectic, lively, in action. But even in NY there are moments when the city calms down, when the hectic disappears and the metropolis seems to fall asleep. German photographer Christopher Thomas has captured them in fascinating b/w shots, using classic techniques and thus producing images that appear timeless (even though he shot most of the images in the past 2 years).

In autumn 2009, a photo book, edited by Prestel, collects 80 of the most impressive photographs, and an exhibition in Munich presents the photographs for the first time.

Christopher Thomas, Fifth Avenue, Pigment Fine Art Print, 56 x 76 cm

Christopher Thomas, Fifth Avenue, Pigment Fine Art Print, 56 x 76 cm © Ch. Thomas

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Christopher Thomas – New York Sleeps

18. September – 31. Oktober 2009

Bernheimer Fine Art Photography
München


“I want to wake up in a city, that never sleeps!

New York, New York”

Und sie schläft doch. Christopher Thomas hat New York am frühen Morgen fotografiert. Und plötztlich begegnet die Stadt als ein Ort der Stille jenseits des hektischenAlltags, eine verzauberte Metropole ohne Menschen: Grand Central Station, Fifth Avenue, Flatiron Building, Katz’s Restaurant, Brooklyn Bridge…  – vertraut und fremd zugleich.

Thomas, der als  renommierter Werbe- und Modefotograf über alle avancierten Technologien verfügt, fotographiert mit einer Großbildkamera, die ihn zur Langsamkeit zwingt (eine für ihn gebaute Linhof Laufbodenkamera), mit Stativ, schwarzem Tuch und schwarzweißen Polaroid-Filmen. Auch mit seiner klaren Konzeption von Aufnahmetechnik, Komposition, Licht, Format und dem Verzicht auf Farbe, dem exquisiten Druck in reicher, subtiler Tonalität wie auch der Präsentationsform – handgeschöpftes Büttenpapier, Passepartout, im Rahmen schwebend montiert – nimmt er klassische Traditionen auf.

 Christopher Thomas, Cyclone Rollercoaster, Coney Island, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm
Christopher Thomas, Cyclone Rollercoaster, Coney Island, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm © Ch. Thomas

Die so entstandenen Fotografien erinnern an die klassischen Aufnahmen der frühen Fotografen und zeigen ein New York, das zeitlos erscheint.

PR-Text: “Er verwendet einen schwarz/weiß – Film Typ 55 von Polaroid, wie ihn bereits auch schon Ansel Adams verwendet hat. Dieses Filmmaterial besteht aus einem Negativ und einem Positiv. Das Negativ ist sehr groß (ca. 10 x 13 cm), extrem feinkörnig und nuancenreich. Christopher Thomas arbeitet mit dem Negativ (und nicht wie üblich mit dem Positiv), von dem er dann die Abzüge macht. Die Schwierigkeit bei dieser Arbeitsweise liegt darin, dass das Negativ sehr empfindlich ist und sofort nach dem Entwickeln (nach ca. 20 Sekunden) in ein Natriumsulfitbad gelegt werden muss, um es zu klären und den Entwickler zu entfernen. Ein Photograph in einer der modernsten Städte der Welt bedient sich also einer historischen Technik und es entstehen Bilder von zeitloser Ästhetik.”

Christopher Thomas, Solomon R. Guggenheim Museum, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm

Christopher Thomas, Solomon R. Guggenheim Museum, Pigment Fine Art Print, 101,6 x 142,4 cm © Ch. Thomas

Entstanden sind die Fotografien – nach ersten Aufnahmen im Jahr 2001 (vor dem 11. September) – in den letzten beiden Jahren zu allen Jahreszeiten. Eine Auswahl von 80 Arbeiten ist in einem im Herbst 2009 im Prestel Verlag veröffentlichten Bildband versammelt. Zeitgleich zeigt die Bernheimer Fine Art Photography zum ersten Mal die Photographien der Serie New York Sleeps.

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Infos + Bilder Bernheim Fine Old Masters + Christopher Thomas




Ralf Meyer: Architektonische Nachhut (Ausstellung Stuttgart)

26 04 2009

Zur Zeit ist wieder einiges los in den Galerien und Museen – zahlreiche Ausstellungen widmen sich Fotografen, deren Fokus in irgendeiner Form um Architektur kreist. Überhaupt scheint die Fotografie das Medium der ersten Wahl zu sein, wenn es um die Auseinandersetzung mit architektonischen Strukturen geht. In den nächsten Tagen werde ich weiterhin kurze Übersichten über interessante Ausstellungsprojekte geben.

It’s a lot going on in galleries and museums recently – numerous exhibits present photographers whose work focus architecture.  And after all, photography seems like the first choice when dealing with architectonic structures. Within the next days I ‘ll give a summary of interesting exhibits (when taking place in Germany, I’ll stick  to this language, when internationally, I’ll use English.)

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Ralf Meyer, Nürnberg Zeppelintribüne © Ralf Meyer

Ralf Meyer, Nürnberg Zeppelintribüne © Ralf Meyer

Ralf Meyer:

Architektonische Nachhut

Hinterlassenschaften des National- sozialismus

30. April – 5. Juli 2009

vhs-photogalerie, Stuttgart

Die Auseinandersetzung mit dem Erbe der jüngeren Vergangenheit scheint ein aktuelles Thema zu sein (vgl. hier) – nach Bunkern jetzt die “Architektonische Nachhut” von Ralf Meyer – eine Annäherung an die architektonischen Hinterlassenschaften des “Dritten Reiches” in Deutschland.

“Ziel des Fotografen Ralf Meyer war es zu beobachten, auf welche Weise wir heute mit der Architektur dieser Phase unserer Geschichte umgehen. Wie sieht das Leben in und um diese Bauten herum aus, die zwischen 1933 und 1945 im Nationalsozialismus entstanden sind? (…) Wir begegnen diesen Gebäuden im Stadtbild, wohnen und arbeiten in ihnen und kaufen dort ein. Welche Wechselwirkungen entstehen durch die tägliche Konfrontation mit diesen Relikten? Architektur ist gebauter Ausdruck einer Epoche und ermöglicht dadurch Rückschlüsse auf das Denken damals und heute.”

Ralf Meyer, Berlin Flughafen Tempelhof © Ralf Meyer

Ralf Meyer, Berlin Flughafen Tempelhof © Ralf Meyer

Zu sehen ist (der Großteil) einer Sammlung von fast 150 Fotografien, die zwischen 2001 und 2005 an 30 Orten in Deutschland  entstanden sind und mehrfach ausgezeichnet wurfen. Darunter finden sich ebenso die “bekannten” Bauten aus den 1930er und 1940er Jahren wie der Berliner Flughafen Tempelhof, das Olympiastadion und das Studio Babelsberg, der Obersalzberg, die Kosterabtei Münsterschwarzach  und das Haus der Kunst, München, aber auch (heute) gewöhnliche Nutzbauten für Ämter, Firmen, Jugendherbergen, etc.

Eine – wie mir anhand  der Foto-Galerie auf Meyers Homepage scheint – sehr intelligente Annäherung an das Thema, das zwischen Übersensibilisierung und Nichtbeachtung pendelt.

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Übrigens gibt es, was vielen Touristen nicht bekannt ist, auch im idyllischen Heidelberg so ein “dunkles Erbe”. Die Thingstätte wurde in den 1930ern als Vorzeige-Amphitheater gebaut, dann aber nicht genutzt. Heute ist sie relativ verfallen, wird aber ca. 2mal im Jahr für Konzertveranstaltungen genutzt und ist beliebt für private Ausflüge – tatsächlich (historischer Background aus:) ist das Areal sehr schön und gibt (historischer Background an:) einen sehr eindringlichen Eindruck von nationalsozialistischen Propaganda-Maschinerie, die sich nicht ohne Grund einen so idyllisch gelegenen Ort auf einem bereits zu Keltenzeiten besiedelten Berg für ihr Monumental-Projekt ausgesucht hat.

Thingstätte Heidelberg, Panorama (Quelle Wikipedia.de)

Thingstätte Heidelberg, Panorama (Quelle Wikipedia.de)




Isabella Berr, Orte Räume Übergänge (Ausstellung in der Fotogalerie Wasserburg bei München)

25 04 2009

Eine interessante Ausstellung beginnt am Wochenende in der Fotogalerie von Karin Schneider-Henn in Wasserburg bei München, auf die ich bereits für die Schau der Butoh-Fotografien von Alexandra Paszkowska hingewiesen habe.

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Isabella Berr, frau außerhalb © Fotogalerie KSH

Isabella Berr
Orte Räume Übergänge

Ausstellung vom 26. April 2009 – 21. Juni 2009

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Isabella Berr, ferne Nähe © Fotogalerie KSH

Die Arbeiten von Isabella Berr (*1963, seit 1992 freie Fotografin) machen Randerscheinungen des Alltäglichen zum Hauptthema. Ihre weichen, verschwommenen Bilder lassen den Betrachter im Ungewissen über das, was er sieht. In den undeutlichen Szenen kann er nur noch erahnen, welche Situationen er vor sich hat. Vordergrund und Hintergrund verschmelzen, Details verschwinden. Die wie Traumsequenzen anmutenden Fotografien wecken die Bilder Assoziationen mit dem klassischen Kino, etwa dem frühen Luis Buñuuel oder Michelangelo Antonioni, liegen nahe. Berrs Fotografien faszinieren durch ihre Unschärfe, durch die sie eine fast abstrakte, aber auch malerische Qualität entwickeln. Sie gleichen einer vagen Erinnerung, einer der Wirklichkeit entrückten Zwischenwelt.

“Unschärfe ist die höchste Präzision, derer ich fähig bin.”

(Jochen Gerz, zitiert von I. Berr )

Diese Mehrdeutigkeit kommt auch in der Auswahl der Bildtitel zum Ausdruck, die Berr assoziativ gestaltet. Sie wählt Wörter oder Satzfragmente, die sich dem “Dazwischen” nähern. Während sie oft aus literarischen Kontexten zitiert, sind andere Titel sind nur Zuweisungen oder Ortsbeschreibungen.

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Isabella Berr, Turners frau © Fotogalerie KSH

Auch die aktuelle Ausstellung “Orte Räume Übergänge” verweist die Zwischenwelt, dem Davor-Dahinter-Dazwischen, nach dem Berr immer wieder sucht. “Räume sind in den Bildern einerseits real definiert, aber führen den Betrachter auch an Orte der eigenen Erinnerung und Empfindung. Sie beschreiben Festlegung und Auflösung, Ferne und Nähe , Realität und eigene Wahrheit”, so die Fotografin.

Berr fotografiert  durch Glasfenster oder Folie, durch Räume hindurch oder gespiegelte Situationen – ihre Bilder entstehen aus dem Moment heraus, ihre Arbeiten entstehen meist unreflektiert. „Ich sehe Situationen, spüre einen Impuls diese festzuhalten. Erst im Atelier beim Auswerten des Materials suche und finde ich das, was später das  Bild wird.” Sie bearbeitet Bildausschnitte, ergänzt, fügt manchmal Bilder zusammen.

Auch die Ausstellungen sind nicht in sich geschlossen zu betrachten, Eher fügen sich die neu entstehenden Bilder zu den schon Vorhandenen und zeigen so immer wieder neue Aspekte.