Moral in der Architektur? (CCTV-Tower Peking)
19 05 2008 Ein weiterer Artikel zur Frage nach der Moral in der Architektur erschien am ersten Mai-Wochenende in der Süddeutschen: hier.
“Die Moral am Bau: das scheint ein bewegliches, auf interessante Weise schillerndes Gut zu sein.”
Im Mittelpunkt des Artikels steht die Besprechung des Pakinger CCTV-Towers – CCTV steht übrigens für “China Central Television”, nicht für Closed Circuit… – von Koolhaas’ OMA.
Der Bau ist eine architektonische Meisterleistung: wie eine in sich verdrehte Endlos-Röhre erhebt er sich, getragen von einem den Baukörper umhüllenden Netz. Der CCTV-Tower ist ein “komplex organisiertes Gebilde, das die Geschichte der hohen Häuser um ein intelligentes Kapitel bereichert.” Das Hochhaus ist unhierarchisch gegliedert – das Loop als Symbol für eine offene Gesellschaft?? Lässt sich eines der derzeit teuersten Projekte wirklich so einfach verkaufen??
Denn der CCTV-Tower ist aber auch das Hauptquartier des chinesischen Staatsfernsehens, “ein Medium also, das wie kein anderes dazu bestimmt ist, Macht auszuüben: die Macht der Fernsehbilder.” Hier wird produziert, was ein Sechstel der Weltbevölkerung an medialen Informationen erhält und somit beeinflusst, wie es sich über was eine Meinung bildet.
Ergänzt wird der Artikel durch ein Interview mit dem Bauleiter des CCTV-Towers, dem gebürtigen Karlsruher Ole Scheeren; das Interview ist allerdings nicht im Internet verfügbar. Über die Haltung OMAs oder zumindest Scheerens zur Frage nach der Moral in der Architektur wird hier allerdings nichts ausgesagt (und dies liegt nicht an den Fragestellungen des Interviewers).
Ein weiterer Artikel zum CCTV-Tower sowie anderen Bauprojekten in Peking und v. a. zu den Umständen des Baus, findet sich in der FAZ, hier (auch mit einigen Fotos von der Baustelle).
Ein ausführlicher Essay zum Thema (mit Reflexionen zu Koolhaas’ Bigness-Theorie) von Knut Birkholz außerdem hier.
Kategorien : Architecture
Schlagworte : CCTV-Tower, Knut Birkholz, Ole Scheeren, OMA, Rem Koolhaas





