Rediscovered: Interview with Rem Koolhaas in 2006 – or: what does an architect have to do with R. Meyer?

6 06 2009

An older interview with Dutch architect Rem Koolhaas, conducted in 2007 by German magazine Spiegel editors Matthias Matussek and Joachim Kronsbein, rediscovered by a friend of mine and still interesting to read, with some valuable insights, thus I don’t want to keep it from you.

Koolhaas tells about the CCTV project and working in autocratic Peking, the differences between himself and fellow architects like F. O. Gehry or I. M. Pei, the social possibilities of buildings, the Berlin Stadtschloss/Palace of the Republic situation – to reconstruct or not to reconstruct? – and how ugliness happens to be more interesting than beauty. And, well, about he used to write screenplays for Russ Meyer who’s rather well-known, too, for a certain kind of movie genre… (this is actually mentioned in Chuck Palahniuk‘s  “Snuff”, though a little contorted – Koolhaas wrote, but didn’t act).

Thanks for the good research, M.! :-)

Read the Spiegel interview here.




Ein Stück OMA im SAM…

5 05 2009

Bis Mitte Juni kann man im SAM noch ein Stück OMA bewundern. Nein, gemeint ist damit natürlich keine Ausstellung im Stil eines G. v. Hagens, sondern die aktuelle Ausstellung im Basler Schweizerischen Architekturmuseum S AM:

Madelon Vriesendorp, City of the Captive Globe, 1972

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DIE WELT DER MADELON VRIESENDORP
Gemälde, Postkarten, Objekte, Spiele von 1967 bis heute

Kuratiert von Shumon Basar und Stephan Trüby
Eine Ausstellung der Architectural Association, London

16.01. – 14.06.2009

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Madelon Vriesendorp ist Gründungs- mitglied des Office for Metropolitan Architecture (OMA) und Ehefrau von Rem Koolhaas. Die Ausstellung, die zuvor in der Architectural Association Londn zu sehen war, gibt erstmals einen Überblick über 40 Jahre Vriesendorp Schaffens.

Gezeigt werden 50 Gemälde und Zeichnungen, die zwischen 1967 und heute von der in London lebenden Künstlerin erschaffen wurden. Zu sehen sind außerdem rund 8000 Postkarten, die von Vriesendorp und

Madelon Vriesendorp, Flagrant Delit, 1975. Courtesy CCA Montreal

Koolhaas in New York während der 70er Jahre zusammengetragen wurden. Koolhaas selbst verweist in seinem Buch (und Bestseller) “Delirious New York. A Retroactive Manifesto for Manhattan” darauf, dass er dieses immense Postkarten-Archiv wesentlich zu seinen Forschungen beigetragen habe.  Sehr viele ihrer Arbeiten illustrieren Koolhaas’ Buch – das bekannteste, “Flagrant délit“, ist auf dem Cover zu sehen:

Das Chrysler und das Empire State Building in post-koitaler Umarmung in flagranti vom Rockefeller Center erwischt – ein Versuch, das unbewusste Doppelleben der modernen Architektur zu veranschaulichen.

Doch auch vor und nach dieser gefeierten Periode entstanden eine ganze Reihe bedeutender Werke, die von der breiten Öffentlichkeit meist unbeachtet blieben.

In der Ausstellung (Foto SAM)

In der Ausstellung (Foto SAM)

Darüber hinaus wird dem Besucher  Einblick versprochen in Vriesendorps erstaunliches “Archiv” mit Miniaturobjekten, Modellen und Figürchen (insgesamt einige tausend), in dem unter anderem eine lokal gekleidete, indianische Minnie Mouse zu sehen ist, die sich mit einem geflügelten Weihnachtsmann fraternisiert. Ebenfalls zu sehen ist eine interaktive Sonder-Installation, die eine lebensgrosse Verkörperung des von der Künstlerin erfundenen Psycho-Diagnose Bausatzes “The Mind Game” zeigt sowie neue, bisher unveröffentlichte Arbeiten der Künstlerin.

Die Kuratoren der Ausstellung, Shumon Basar (Direktor Cultural Projects, Architectural Association) und Stephan Trüby (Professor an der HfG Karlsruhe und in Stuttgart ansässiger Architekt und Theoretiker), erhielten einen einzigartigen Zugang zu Vriesendorps aussergewöhnlichem Studio/Archiv im Norden Londons, einer private Kosmologie gefundener und erfundener Symbole und Geschichten. Für Hans Ulrich Obrist ist Madelon Vriesendorp ein “fast unbekanntes Künstlergenie”.

Bei VernissageTV gibt es ein Video zur Ausstellung (engl.).

ArtReview bietet einen ausfürhlichen Artikel zur Künstlerin (engl.).

Ein aufschlussreiches Interview mit Madelon Vriesendorp über ihre Arbeit, anlässlich einer Zwischenstation der Ausstellung in Berlin (aedes) 2008 (dt.).




Moral in der Architektur? (CCTV-Tower Peking)

19 05 2008

Ein weiterer Artikel zur Frage nach der Moral in der Architektur erschien am ersten Mai-Wochenende in der Süddeutschen: hier.

“Die Moral am Bau: das scheint ein bewegliches, auf interessante Weise schillerndes Gut zu sein.”

Im Mittelpunkt des Artikels steht die Besprechung des Pakinger CCTV-Towers – CCTV steht übrigens für “China Central Television”, nicht für Closed Circuit… – von Koolhaas’ OMA.

Der Bau ist eine architektonische Meisterleistung: wie eine in sich verdrehte Endlos-Röhre erhebt er sich, getragen von einem den Baukörper umhüllenden Netz. Der CCTV-Tower ist ein “komplex organisiertes Gebilde, das die Geschichte der hohen Häuser um ein intelligentes Kapitel bereichert.” Das Hochhaus ist unhierarchisch gegliedert – das Loop als Symbol für eine offene Gesellschaft?? Lässt sich eines der derzeit teuersten Projekte wirklich so einfach verkaufen??

Denn der CCTV-Tower ist aber auch das Hauptquartier des chinesischen Staatsfernsehens, “ein Medium also, das wie kein anderes dazu bestimmt ist, Macht auszuüben: die Macht der Fernsehbilder.” Hier wird produziert, was ein Sechstel der Weltbevölkerung an medialen Informationen erhält und somit beeinflusst, wie es sich über was eine Meinung bildet.

Ergänzt wird der Artikel durch ein Interview mit dem Bauleiter des CCTV-Towers, dem gebürtigen Karlsruher Ole Scheeren; das Interview ist allerdings nicht im Internet verfügbar. Über die Haltung OMAs oder zumindest Scheerens zur Frage nach der Moral in der Architektur wird hier allerdings nichts ausgesagt (und dies liegt nicht an den Fragestellungen des Interviewers).

Ein weiterer Artikel zum CCTV-Tower sowie anderen Bauprojekten in Peking und v. a. zu den Umständen des Baus, findet sich in der FAZ, hier (auch mit einigen Fotos von der Baustelle).

Ein ausführlicher Essay zum Thema (mit Reflexionen zu Koolhaas’ Bigness-Theorie) von Knut Birkholz außerdem hier.




Aedes Architekturforum Berlin

17 04 2008

Das Architekturforum Aedes in Berlin ist eine der wichtigsten Institutionen, die sich „der Kommunikation von Architekturkultur, Stadtgestalt und themenverwandten Inhalten“, so die Selbstbeschreibung, widmen. Ihr Ziel ist es, „Baukultur und Architektur in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken sowie architektonische Visionen, nachhaltige urbane Konzepte, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur darzustellen und zu vermitteln.“

Gegründet wurde die Aedes Galerie 1980 von Kristin Feireiss als erste private Architekturgalerie in Europa.

Schon früh hat die Galerie Gespür für innovative Strömungen in der Architektur bewiesen und auch und gerade umstrittene Arbeiten gezeigt:

Zaha Hadids Hongkong Peak wird 1984 gezeigt (Hadid hat den entsprechenden Wettbewerb 1983 gewonnen) oder Rem Koolhaas/OMAs Boompjes-Projekt in Rotterdam, das schon 1981 gezeigt wird – obwohl es nie realisiert wird und nicht zu den meist publizierten Projekten OMAs gehört, ist es doch dieser Entwurf, der 1988 in der Decon-Show des MoMAs gezeigt wird (abb. OMA Website).

Mittlerweile, so die Aedes-Website, wird die Galerie „weltweit verbunden mit den großen Namen der Avantgarde und bietet eine hervorragende Plattform für aufstrebende Architektengenerationen im globalen Kontext. Die kontinuierliche Arbeit hat Aedes zu einer Kulturmarke werden lassen, die hohes Ansehen genießt und in seiner Art einzigartig ist.“

Dass die Aedes Galerie immer noch Gespür für den Puls der Zeit hat, hat sie 2007 bewiesen: In diesem Jahr wurde Aedes Land eröffnet, die erste Galerie für Landschaftsarchitektur und Urbanen Raum – weltweit die erste Plattform, die diesem Thema eigenständig präsentiert.