Call for contributions: poolbar-Architektur-Wettbewerb

17 11 2010

Noch ein Hinweis für alle Interessierten: Der poolbar-Architektur-Wettbewerb ist wieder ausgeschrieben.

Seit 1997 werden jährlich junge GestalterInnen eingeladen, für das poolbar-Festival in Feldkirch eine temporäre, Image prägende Architektur zu schaffen. Auch beim 18. poolbar-Festival vom 1. Juli bis zum 15. August 2011 wird dies nicht anders sein. Gemeinsam mit dem Vorarlberger Architekturinstitut (vai) und der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) schreibt die Festivalleitung deshalb den poolbar-Architektur-Wettbewerb erneut aus.

“Demokratischer Raum, humanes Licht”

… ist das herausfordernde Thema des Wettbewerbs, an dem jede/r mit Sinn für Architektur, Design und Ästhetik teilnehmen kann. Detaillierte Informationen zur Ausschreibung sowie Unterlagen und Pläne können auf HIER downgeloadet werden.

Am 10. Januar 2011 um 10 Uhr endet die Einreichfrist, noch am selben Tag wird die Jury – bestehend aus Herwig Bauer (poolbar-Festival), Jesco Hutter (Baumschlager Hutter Partners, nominiert vom vai), Verena Rauch (columbosnext architektur, nominiert vom vai) und Otto Bechter (Zumtobel, nominiert von der WKO) – ab 16 Uhr tagen und die besten Projekte auswählen.

Auch das Publikum wird wie bereits 2010 zur Stimmabgabe gebeten: Am Abend des 10. Januars stehen die Projekte online, gevotet werden kann bis zum 7. Juli 2011 (15 Uhr). Denn neu ist der Termin der Präsentation aller prämierten Projekte: Am poolbar architektur-Tag, dem 7. Juli, werden die besten Projekte der Öffentlichkeit vorgestellt und der Publikumspreis vergeben. Zudem führen Jury und/oder Gewinner/in(nen) durch das umgesetzte Siegerprojekt.




People meet in ARTitecture: 12. Architektur-Biennale in Venedig (Teil 1)

1 11 2010

Meine erste Architekturbiennale! Nachdem ich in den letzten Jahren schon mehrere Kunstbiennalen besuchen konnte, habe ich es dieses Jahr das erste Mal zu einer Architekturbiennale geschafft. Ein Tag ist nicht gerade viel, um alles mitzunehmen, aber wir haben es geschafft, zumindest die Länderpavillons in den Giardini (ausgiebig) und das Arsenale (zügig) zu sehen. Die Eindrücke waren vielfältig und sind jetzt allmählich verdaut, so dass es an der Zeit für einen „Erfahrungsbericht“ ist: Was hat gefallen, was weniger, welche zwei Pavillons haben es in mein persönliches Best of geschafft und was hat es mit der ARTitecture auf sich?

Mehr Fotos auf meiner Facebook-Seite.

Das Medienecho war eher verhalten (wie das meist so ist, bei Großveranstaltungen dieses Kalibers). Daher habe ich mich bemüht, möglichst „uninformiert“ nach Venedig zu fahren und alles so unvoreingenommen wir möglich wirken zu lassen. Trotzdem waren die Erwartungen, nuja, mittelgroß: „Bist du auch schon auf der Biennale gewesen dieses Jahr?“ – „Nein, noch nicht … Lohnt es sich denn?“ – „Äh, nicht so …“ In dieser Form liefen einige Unterhaltungen im Vorfeld der Fahrt ab. Bezeichnenderweise fiel das Echo von Architektenseite her eher reduziert aus, während es von Künstlerseite sehr viel positiver war. Nicht ohne Grund, wie ich jetzt weiß …

Tatsächlich sind sehr viele Pavillons weniger architektonisch gestaltet, sondern künstlerisch. Soll heißen, es werden wenige Exponate gezeigt, die sich mit konkreten Fragen des praktischen Bauens beschäftigen, sondern vielmehr freiere Herangehensweisen an das Thema Architektur – manche gelungener, manche weniger. Alles in allem könnte man in Ahnlehnung an das diesjährige, von Kazuyo Sejima ausgegebene Motto sagen: People meet in ARTitecture. Für mich und den Standpunkt, den ich mit deconarch.com verfolge, also eigentlich genau richtig. Ich kann allerdings auch nachvollziehen, dass gerade Architekten von einer solchen „Bauschau“, die keine so richtig ist, eher enttäuscht sind.

Die Länderpavillons

Pavillon Kanada, Foto: SK

Pavillon Kanada, Foto: SK

Es versteht sich, dass bei einer Fülle von Pavillons, die von mehr als 50 Nationen bespielt werden, einiges mehr, einiges weniger gefallen kann. Auffallend ist, dass es bestimmte Typen der Pavillongestaltung gibt, die gehäuft vorkommen. Statt eines Aha-Effekts ertappt man sich daher häufiger bei einem Déjà-vu-Gefühl.

Pavillon Ungarn, Foto: SK

Pavillon Ungarn, Foto: SK

Da waren durchgestylte Raumlabyrinthe, meist mit Lichteffekten in Szene gesetzt, in denen mehr oder weniger Geheimnisvolles von der Decke hing – in Ungarn etwa sozialromantisch Bleistifte (Bleistifte? Achja, die gezeichnete Linie als Ursprung jedes Entwurfs, das Handwerkszeug des Architekten, Sozialromantisch eingesammelt von Schulen im ganzen Land), während in Kanada James Cameron grüßen lässt – sehr stylisch, sehr cool, aber trotz der grundsätzlich interessanten Idee von „Hylozoic Ground“ (der kanadische Architekt Philip Beesley hat einen Wald aus Acryl-Farn installiert als Vision einer neuen Generation responsiver Architektur) etwas zu viel Sci-Fi im Avatar-Stil und zu wenig Architektur.

An sich gar nicht uninteressant, aber streckenweise schwer zugänglich geben sich viele Pavillons, bei denen man sich fragt, wo genau der Architekturbezug, wenn nicht gar eine Auseinandersetzung mit dem Motto der Biennale ansetzen will. Bei einigen helfen die Zusatzinformationen weiter – das wäre bei sehr viel mehr Pavillons ebenfalls wünschenswert gewesen –, bei anderen bleibt dem Besucher nur viel Fantasie (oder weitergehen). Polen etwa präsentierte eine cool illuminierte Raumskulptur aus – Fahrradkörben? Vogelkäfigen? Der begleitende Text liest sich zwar im Nachhinein spannend, lässt sich aber aus der Installation nicht wirklich erschließen. „Emergency Exit”? Oh, ja bitte.

Im Pavillon der Nordischen Länder, Foto: SK

Im Pavillon der Nordischen Länder, Foto: SK

Viele Pavillons sind solide gestaltet – ganz ordentlich, ohne allzu viel Neues, Überraschendes, Aufregendes zu bieten: Brasilien etwa, mit einer Ode an Oscar Niemeyer, da kann man nicht viel falsch machen, ebenso etwa auch die USA (verschiedene urbanistische Konzepte), Frankreich (was ist METROPOLIS?) und Korea (traditionelle Bauweisen in der Gegenwart).

Spanien Pavillon, Foto: SK

Spanien Pavillon, Foto: SK

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Einige Pavillons widmen sich durchaus konkret der Architektur und dem Urbanismus (allerdings sind es nicht zwangsläufig auch die interessanteren Pavillons). Spanien etwa zeigt Solarhäuser, Österreich gibt sich egozentrisch-pompös (sehr treffend kommentiert HIER), Dänemark stellt didaktisch gelungen Fragen nach der Zukunft des Städtebaus. Auch der skandinavische Pavillons ist interessant, hier darf der Besucher sogar selbst Jury spielen und Goldene Hirsche an das gelungenste Exponat vergeben, oder Japan, das sich selbstkritisch mit dem „Metabolismus“ auseinandersetzt, der vor 50. Jahren als erstes einflussreiches Architekturmanifest aus Japan um die Welt ging. Etwas zu voll präsentiert sich der Pavillon zwar, bietet dem Besucher aber dennoch spannende Einsichten – sozusagen von oben und unten, von innen und außen: Über zwei Stockwerke ist ein Haus-Modell gebaut, in das man von unten in ein „Guckloch“ eintreten kann.

Serbien Pavillon, Foto: SK

Serbien Pavillon, Foto: SK

Australien Pavillon, Foto: SK

Australien Pavillon, Foto: SK

Und dann waren da noch – die Pavillons, die irgendwie cool/amüsant/interessant waren, aber irgendwie nicht so recht auf eine Architekturschau passen wollen. Australien etwa zeigt eine Disco-Laser-Licht-Show im Darkroom (ach ja, es gibt auch einen 3D-Film über Bauprojekte). Griechenland baut eine Arche mit allem Saatgut und Serbien einen Holzspielplatz für Erwachsene: Walk the plant! See you on the seesaw! Nicht wirklich architektonisch, aber definitiv der lustigste Pavillon – und genauer besehen auch einer der wenigen Ausstellungsräume, in dem man wirklich von „people meet“ sprechen konnte. Ohne Vermittlung sind diese Ideen jedoch nicht ohne Weiteres zugänglich.

To be continued …




Architecture Photography in Innsbruck and Berlin: Andreas Feininger and Lukas Roth

27 05 2009

Ich bin wieder zurück aus Berlin – eine kleine Momentaufnahme dieser Reise in architektonisch/künstlerischer Hinsicht folgt, versprochen! – und Zeit für 2 neue Foto-Ausstellungsankündigungen. Eine in Berlin (in die ich es leider nicht mehr geschafft habe, der Terminkalender war zu voll) und eine sozusagen in entgegengesetzter Richtung, in Innsbruck.

I am back from Berlin – and a short art/artistic summary of the trip will follow, promised! – and it’s time to tell you about 2 new photo exhibits. One in Berlin (though I didn’t make it to visit it, schedule too full) and the other one sorf of in the opposite direction, in Austria Innsbruck.

View from Midtown Manhattan, New York © Andreas Feininger Archive.com

ANDREAS FEININGER
THAT’S PHOTOGRAPHY

FO.KU.S

Foto Kunst Stadtforum

Bank für Tirol und Vorarlberg Stadtforum, 6020 Innsbruck
Österreich

bis 01. August 2009, Eintritt frei

Andreas Feininger (1906-1999), einer der Meisterfotografen des 20. Jahrhunderts und Sohn des berühmten Malers Lyonel Feininger, gehört zu der Künstlergeneration , die in den 1930er Jahren eine neue fotografische Sehweise entwickelte: Klarheit und Einfachheit sind Grundprinzipien seiner Arbeit. Feininger studierte am Bauhaus in Weimar Architektur und Fotografie. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte Feininger nach New York.  Die Architektur und das Leben seiner Wahlheimat New York haben ihn über die Jahrzehnte hinweg fasziniert. Er gehörte fast zwanzig Jahre als Bildredakteur zum berühmten Fotografenstab beim »Life«-Magazin.

Reed Stalk.     Andreas Feininger Archive.com

Reed Stalk © Andreas Feininger Archive.com

Sein Werk ist von zwei großen Themenkomplexen bestimmt: Stadtansichten und Naturmotive.

Feiningers Ansichten der Metropole NY, die kurz nach seiner Ankunft entstanden, zählen heute zu den Klassikern der Fotografie-Geschichte und prägten das Bild von New York im kollektiven Gedächtnis.

Durch die Verwendung von Fachkameras mit Teleobjektiven mit sehr langer Brennweite, teilweise selbst gebaut, konnte der Autodidakt großen Abstand von den Motiven halten und die tatsächlichen Größenverhältnisse darstellen. Seinen durchkomponierten Makroaufnahmen von Naturdetails verleihen diesen Motiven fast skulpturalen Charakter.

In Innsbruck bieten 80 ausgewählte Werke einen Überblick über Feiningers Werk.

Übrigens gibt es in Tübingen ein Andreas Feininger Archiv.

English Information about Andreas Feininger (wiki)

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In Berlin zeigt das Epicentro – die Ausstellungräume Gruppo del Café Palermo in Kooperation mit der Galerie Camera Work – Arbeiten von Lukas Roth, den ich schon einmal vorgestellt habe. Der 42-Jährige studierte an der École Nationale de la Photographie im südfranzösischen Arles und wird inzwischen mit Größen wie Andreas Gursky verglichen. Wie dieser fotografiert Roth vorwiegend Architektur, Innen- und Außenräume, die er digital bearbeitet und aus Detailfotos neu montiert.

Begleitet wird die Ausstellung von ausgewählten Arbeiten des Designers Piet Hein Eek.

More info in English on the named websites.

Lukas Roth

im Epicentro Berlin

16. Mai – 19. Juni 2009

Eröffnung: Freitag, 15. Mai 2009, 18 Uhr

Café Palermo Epicentro

Galerie CAMERA WORK
Contemporary Photography and Vintage Masterworks

© Lukas Roth