In the land of limitless opportunities: Friederike Vahlbruch in Worms

11 06 2011

Friederike Vahlbruch‘s paintings are both realistic and surrealistic at once. She exceeds the limits of gravitation, diving into a surreal fantasy. The lines of central perspective transform into waves and spirals and open up infinite possibilities of re-viewing the well-known world.

© Friederike Vahlbruch

© Friederike Vahlbruch

 

 

 

 

 

Friederike Vahlbruch
Land der unbegrenzten Möglichkeiten
22.05. bis 19.06.2011
Kunstverein Worms
 

 
 

 
 

 

PR-Text: Die 1964 in Genf geborene Malerin Friederike Vahlbruch studierte 1984-1990 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und lebt seit 1991 in Köln. Einige ihrer Bilder waren bereits im Rahmen der Animal-Art-Ausstellung 2010 zu sehen. Nun präsentiert sie aktuelle Ölgemälde aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Eine gleichermaßen realistische Malerei auf handwerklich hohem Niveau, die sich spielerisch, manchmal auch satirisch einer surrealistischen Phantasie hingibt. Die Gesetze der Schwerkraft werden überwunden und die Linien der klassischen Zentralperspektive verwandeln sich in Wellen und Spiralen. Dieser Zerrspiegel eröffnet unbegrenzte Möglichkeiten, die Welt neu zu sehen, die eigenen Gefühle neu aufzuwirbeln und die persönlich erlebten Reiseeindrücke spannend zu erzählen.

MIDTOWN 2011, Öl auf Nessel, 70x170 cm

MIDTOWN 2011, Öl auf Nessel, 70x170 cm © Friederike Vahlbruch

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Der gerahmte Raum, Comic-Zeichnungen und Video-Installationen in zeitraumexit Mannheim

28 12 2008

zeitraumexit im Mannheimer Kunsthaus stellt „die Auseinandersetzung mit dem ‚gezeichneten’ und dem ‚erzählten’ Raum im Comic” in den Mittelpunkt. Gezeigt werden Arbeiten von vier Künstlerinnen aus Deutschland, Belgien und der Schweiz: Sofia Greff, Kathrin Borer, Géraldine Servais, Joelle Isoz. Mit der konventionellen Comic-Bildsprache haben ihre jedoch nicht viel gemein (mehr zu den Ansätzen der Künstlerinnen am Ende dieses Textes).

Sofia Greff

Zeichnung von Sofia Greff



Der gerahmte Raum. Comic-Zeichnungen und Video-Installationen
Arbeiten von  Sofia Greff / DE, Kathrin Borer / CH, Géraldine Servais / BE, Joelle Isoz / CH

kuratiert von Thilo Schwarz

30.11.08 – 24.01.09
Eintritt frei
16-20 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr
Vom 22.12.08-8.1.09 ist die Ausstellung geschlossen.

Ein paar Gedanken…

Das Ausstellungsthema wirft komplexe und vielschichtige Fragstellungen auf.

Der Comic als Bildergeschichte ist eine sich linear weiterentwickelnde Erzählsequenz, die von „Bildkästchen zu Bildkästchen” voranschreitet und eine Handlung oder einen Vorgang erzählt. Streng genommen treffen damit zwei sich eigentlich widersprechende Situationen aufeinander: zum einen die Erzählung, die sich weiterentwickelt und voranschreitet, zum anderen das Bild, das einen Momentausschnitt für immer festhält (oder zumindest für so lange, wie das Bildträger-Material es erlaubt).

Das Bild als ein auf den dargestellten Moment festgefrorenen Ausschnitt – spätestens seit der „(Er-)Findung” der Zentralperspektive ist diese Sichtweise geläufig. Albrecht Dürer, der die Konstruktionsmethode der Linearperspektive aus Italien in den Norden gebracht, definiert: „Item Perspectiva ist ein lateinisch Wort, bedeutt ein Durchsehung.” Die malerische Perspektive ermöglicht es, einen Raumeindruck auf einer Bildebene abzubilden. Das Bild wird, mit Alberti gesprochen, zum „Fenster”, durch das man hinausblickt und einen bestimmten zusammenhängenden Ausschnitt sieht, der sich nach allen Seiten hin fortzusetzen scheint, wäre er nicht vom Rahmen des „Fensters” verdeckt.

Grundlegend für die Perspektive ist also, dass der zweidimensionale Bildträger, sei es eine Leinwand, sei es Holz oder Stein, als solcher negiert wird und als bloß materielle Fläche dient, auf die mit bestimmten Farbmitteln ein illusionistischer Malraum aufgetragen wird. Die so geschaffene Bild„ebene” erzeugt die Illusion einer Realitätsabbildung. Wichtig ist dabei, dass die ganze Malfläche zum „Systemraum” wird, in dem die dargestellten Gegenstände und Figuren sowie der sie umgebende Raum in entsprechenden Größenverhältnissen wiedergegeben sind.

Allerdings entsprechen auch (zentral- bzw. linear-) perspektivisch wiedergegebene Bilder nicht zu 100% dem real Gesehenen. Man denke an die Randverzerrung, die durch die gekrümmten Augäpfel entstehen. Panfosky setzt sich mit diesem Thema in seinem nicht undproblematischen Aufsatz „Die Perspektive als ‚Symbolische Form’” auseinander.

Damit ist ein weiteres Problem angeschnitten: So paradox es klingt, Raum an sich kann nicht wahrgenommen werden. Man denke sich einen absolut leeren Raum. Betrachtet man eine farbige Fläche oder ein dreidimensionales Volumen? Räumliche Tiefe wird erst durch die den Raum einfassenden „Ränder” oder durch zwei im Raum sich befindende Objekte, die vor/neben/hinter einanderstehen, wahrnehmbar.

Die Arbeiten in der Ausstellung “Der gerahmte Raum”

In “Der gerahmte Raum” werden vier unterschiedliche Raumauffassungen der Künstlerinnen gegenübergestellt.

Während die 21 Blätter von von der Künstlerin selbst mehrfach umgehängt und im Raum arrangiert wurden, halten sich die Arbeiten von Joelle Isoz an eine feste Reihenfolge. Bei Sofia Greff gibt der Ausstellungsraum selbst den Rahmen vor: Greff hat die Decke des Raums auf einem Oberlicht abgebildet, der Besucher erlebt aus der Froschperspektive ein neues Raumgefühl. Bei Géraldine Servais hingegen reicht der Bildraum ihrer Einzelbilder nicht aus, die Erzählung durchbricht den Rahmen.

(Bildberschreibungen hier und hier)