Hong Kong’s “Portraits from Above” in Dresden

6 02 2011

The exhibition “Portraits from Above – Hong Kong’s Informal Rooftop Communities” presents the photo documentation by Canadian architect Rufina Wu and German photographer Stefan Canham, including photos, drawings and texts. Within 3 months Wu and Canham have visited and portrayed the informal slum cities of Hong Kong – because of the city’s geographical disposition, these auxiliary sheds have been moved to the roofs of highrises from the 50s and 60s. On minimal space people are “residing” in corrugated iron shacks with up to three “storeys”. Since about 50 years these illegal informal communities are essential part of the HK cityscape.

From February to May 2011, “Portraits from Above” are presented in Dresden, at Deutsche Werkstätten Hellerau.

© Rufina Wu, Stefan Canham

© Rufina Wu, Stefan Canham

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“Portraits from Above – Hong Kong’s Informal Rooftop Communities”

Deutsche Werkstätten Hellerau

Dresden, Germany
9. Februar – 06. Mai 2011
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Rooftop Communities in Hongkong: Ghetto with City View

2 06 2009

Das Kunsthaus Hamburg zeigt die Ausstellung ‘Portraits from Above – Hong Kong‘s Informal Rooftop Communities‘ mit Zeichnungen, Fotografien und Text von Rufina Wu und Stefan Canham. Die Schau ist sowohl ein Beitrag zu ‘Jugend kulturell Bildende Kunst. EXTRA‘ als auch zum 6. Hamburger Architektur Sommer. Sie wurde bereits im Spiegel Online wahrgenommen.

The exhibition “Portraits from Above – Hong Kong’s Informal Rooftop Communities” at the Hamburg Kunsthaus presents the photo documentation by Canadian architect Rufina Wu and German photographer Stefan Canham, including photos, drawings and texts. Within 3 months Wu and Canham have visited and portrayed the informal slum cities of Hong Kong – because of the city’s geographical disposition, these auxiliary sheds have been moved to the roofs of highrises from the 50s and 60s. On minimal space people are “residing” in corrugated iron shacks with up to three “storey”. Since about 50 years these illegal informal communities are essential part of the HK cityscape.

Die kanadische Architektin Wu und der deutsche Fotograf Canham spüren in ihrem Projekt den “Slums” über – genauer: auf den Dächern Hongkongs nach. Während sich die „Ghettos“, die Barackenstädte der armen Bevölkerung, in anderen Megastädten auf freien Stadtflächen, meist am Rande der anderen Viertel ansiedeln, hat die gedrängte räumliche Situation in Hongkong andere Lösungen nötig gemacht: Die einzigen „freien“ Flächen, die noch verfügbar sind und waren, befinden sich auf den Dächern der Wolkenkratzer. Hier wurden kleinste Wohnzellen errichtet – sie sind das andere Ende der “Micro Houses” als beliebte neue Bauform.

Seit über fünfzig Jahren sind die informellen “Dach-Siedlungen” ein wesentlicher – und spektakulärer – Bestandteil der Stadt. Trotzem ist diese Architektur ohne Architekten noch weitgehend unbekannt außerhalb Hongkongs.

Einwanderung in Hongkong

Im Zuge der politischen Veränderungen in China im 20. Jahrhundert – Stichwörter sind etwa der Große Sprung nach vorn oder die Kulturrevolution – kamen Flüchtlingsströme nach Hongkong. Diese Zuwanderer vom chinesischen Festland, später auch Migranten aus Südostasien und Pakistan, mussten sich in der 7-Mio.-Stadt, in der aufgrund der geografischen Lage das Bauland knapp und die Wohnungsnot umso größer ist, billige Behelfsunterkunft suchen.

Hinzu kommt, dass in Hongkong nur der einen Anspruch auf eine Sozialwohnung hat, der sieben Jahre in der Stadt gelebt hat. Bis es soweit ist, müssen einige immer noch mit vergitterten Etagenbetten in einer der berüchtigten Bettunterkünfte (“cage homes”) auskommen. Allerdings sind diese Sozialwohnungen meist in Wohntürmen in Satellitenstädten untergebracht – dort gibt es jedoch keine Jobs.

Jobs wiederum finden die Einwanderer in den Altstadtvierteln auf Märkten, in Garküchen oder im innerstädtischen Kleingewerbe-Gewimmel – als Küchenhilfen, Reinigungskräfte oder auf dem Bau.

Slums in Top-Lage

Auf den Dächern von sieben bis zwölfstöckigen Wohnbauten aus den 50er und 60er Jahren errichteten sich die Einwanderer informelle, selbstorganisierte Wohnsiedlungen. In Verschlägen und Hütten aus Wellblech, Holz und Restmaterialien leben sie auf engstem Raum. Einige dieser “Dach-Aufbauten” sind bis zu drei Stockwerke hoch.

Tatsächlich bieten diese informellen Kleinst-Wohnzellen auf den Dächern auch einige Vorteile:

“Obwohl meist winzig, ärmlich und der Witterung ausgesetzt, bieten die Dachhütten mehr Licht und Luft als manche Etagenwohnung. Hier und da gibt es kleine Freiflächen, auf denen Kinder kicken oder Basketball spielen. Dachgärten aus Topfpflanzen werden gehegt. Leitern aus Stühlen und Kisten schaffen Verbindungen zwischen Gebäudeteilen. Manchmal findet sich Platz für kleine Schreine und Hausaltäre. Und in den engen Gängen zwischen den Verschlägen verschmelzen buddhistische Gesänge mit den Klängen pakistanischer Musikvideos und thailändischer Seifenopern.”  (zitiert aus Spiegel Online)

Dennoch:

“So pittoresk diese Dachaufbauten sind, zu sozialromantischer Verklärung taugen sie kaum. Die Sonne heizt die Räume gnadenlos auf. Bei Taifun segeln Dachpappen wie Drachen durch die Luft. Und beschwert sich ein Bewohner der umliegenden Häuser über den Blick auf den Verhau aus Wellblech, Planen und verrottenden Latten, rücken die Abrisstrupps an. Denn obwohl die Behörden die Siedlungen meist tolerieren, ja sogar Post zustellen, Strom und Wasser liefern, Gebühren und Steuern kassieren – die Aufbauten sind illegal. 

Vergleichbare Siedlungen wuchern auf den Dächern Kairos, auch in Phnom Penh soll es sie geben.”(zitiert aus Spiegel Online)

Zur Zeit sind die Dachsiedlungen in Hongkong stark bedroht: Die relativ niedrigen Hochhäuser aus den 50er und 60er Jahren werden nach und nach durch wesentliche höhere Bauten ersetzt werden.

Ausstellung in Hamburg

Rufina Wu und Stefan Canham dokumentieren die informellen Siedlungen auf Hongkongs Dächern mit Fotos der Wohnverschläge von innen und außen, Zeichnungen zur architektonischen Anlage der „Dach-Aufbauten“ und mit Texten. Sie machen sichtbar, wie diese Selbsthilfe in Existenznöten funktioniert. Zudem porträtieren sie auch einige Bewohner und ihr Leben in ihren Wohnzellen.

Für ihre Arbeit wurden Wu und Canham mit dem 3. Preis des Internationalen Bauhaus Award 2008 ausgezeichnet.