Weissenhof Symposium 2010 “Gestalt der Bewegung”

6 12 2010

Morgen, 7.12.10, findet ein interdisziplinäres Symposium zur “Gestalt der Bewegung” im Stuttgarter Weissenhof-Institut statt. Im Anschluss daran wird der Release des Buches “update! 90 Jahre Bauhaus – und nun?” gefeiert.

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Weissenhof Symposium 2010
Gestalt der Bewegung
am 7. Dezember 2010 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

ab 9.30h bis 19.00h

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Mehr Infos
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Bewegung ist elementar und flüchtig zugleich, sie ist grundlegende Vorraussetzung für das Überleben und für unsere Kultur. Bewegung ist die Basis der Entdeckung, Vermessung und Erschließung unserer Lebenswelt.

Das interdisziplinäre Symposium des Weißenhof-Instituts wird die Bedeutung der Gestalt von Bewegung und von Bewegung auf die Gestaltung aus unterschiedlichen Perspektiven erörtern. Die eingeladenen Referenten aus den Disziplinen darstellende und bildende Kunst, Architektur, Design, Medien – und Kulturwissenschaft, Soziologie, Kunstwissenschaft, etc. werden zur Bedeutung und Darstellung von Bewegung in Kunst, Architektur und Design historische Entwicklungen illustrieren, grenzüberschreitende Zusammenhänge verdeutlichen und aktuelle sowie zukünftige Tendenzen diskutieren.

Programm

09.30 Uhr
Petra von Olschowski (Direktorin, ABK): Begrüssung
Prof. Annett Zinsmeister (Leitung des Weißenhofinstituts, ABK): Gestalt der Bewegung ‐ Einführung

10.00 Uhr
Mobile und Stabile
Prof. Dr.Ing.habil. Dr. phil. Margitta Buchert
(Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, Leibniz Universität Hannover)

Wie wird Bewegung als eine spezifische Form von Präsenzerfahrung in gestalterischen Artikulationen in der Architektur und den Künsten thematisiert und wahrnehmbar? Welche Eigenschaften von Bewegungsphänomenen können unterschieden werden? Relationen von Wahrnehmungsformen, gestalterischer Handlung und kulturellen Kontexten werden exemplarisch skizziert und in Bezug auf ihre zeitgenössische Relevanz reflektiert.

10.45 ‐ 11.30 Uhr
Der mobilisierte Betrachter
Dr. Söke Dinkla
(Kuratorin, Leitung Kulturhauptstadtbüro Ruhr 2010)

Vom “Dynamismo” des Futurismus über die Beschleunigung des Blicks in der Kinetischen Kunst bis zur Immaterialisierung in der digitalen Kunst die Kunst des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts setzt den Betrachter in Bewegung voraus. Aufbauend auf den historischen Vorläufern stellt Söke Dinkla anhand vielfältiger Beispiele die zeitliche Dimension der aktuellen Kunst im öffentlichen Raum zur Diskussion. Der Betrachter im Transit hat deutliche Spuren in der Werkkonzeption der aktuellen Kunst hinterlassen.

11.30 Uhr Kaffeepause

11.45 ‐ 12.30 Uhr
Choreographic Objects: traces and artifacts of physical intelligence
-Vortrag in englischer Sprache-
Dr. Scott de Lahunta
(Choreograph, Autor und Leiter des Forschungsprojekt „Motion Bank“ von William Forsythe)

In addition to live performances for an audience, the choreographers have begun to explore the potential of interactive digital media and related technologies to document, represent, transmit and disseminate aspects of their artistic practice. This talk will focus on varieties of informationrich resources they have created (including online interactive scores, digital dance archives, choreographic software agents and realtime training simulations).

12.30 ‐ 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 ‐ 14.15 Uhr
Bewegungsform und Lebensform. Moderne Arbeitswissenschaft und die Rhythmisierung des Lebens
Prof. Dr. Inge Baxmann
(Institut für Theaterwissenschaft, Universität Leipzig)

Die moderne Arbeitswissenschaft und ihr Ideal der Bewegungsökonomie basierte auf der Notation von Bewegung, die von Arbeitern inkorporiert werden sollten. Man wollte mentale Dispositionen und Verhaltensstile einüben, da diese neuen Körpertechniken des Wissens nicht nur die Veränderung der Arbeitspraktiken, sondern der gesamten Lebensformen umfassten

14.15 ‐ 15.00 Uhr
Taste, Trackpad, Trägheitssensor
Prof. Dr. Claus Pias
(Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien, Leuphana Universität Lüneburg)

Der Vortrag beschäftigt sich mit Bewegungsformen an Interfaces. Dabei geht es weniger um die Experimente der Medienkunst als um alltägliche Anwendungen, bei denen einfache Auslösevorgänge zunehmende durch komplexere Bewegungen ersetzt werden.

15.00 Uhr Kaffeepause

15.15 ‐ 16.00 Uhr
Landschaft in Bewegung
Prof. Christophe Girot
(Institut für Landschaftsarchitektur, ETH Zürich)

Aktuell entsteht eine neue Hermeneutik der Landschaft durch neue Darstellungstechniken die unsere Wahrnehmung und unser Ortsverständnis verändern. Beispiele großmasstäblicher Infrastruktur Projekte in den Alpen mit massiven Geländetransformationen zeigen die Ironie, dass Naturformen, die sich durch solche Projekte profilieren, in ihre Gestalt zunehmend Technologie abhängig werden.

16.00 ‐ 16.45 Uhr
Die Poesie der Bewegung in der Architektur
Prof. Michael Schumacher
(Institut für Entwerfen und Konstruieren, Leibniz Universität Hannover)

Die Poesie einer Bewegung ist kein automatisches Nebenprodukt ihrer funktionalen oder wirtschaftlichen Optimierung. Schöne Bewegungen erhöhen deutlich den Nutzwert von Gegenständen. Sie bilden einen Teil unserer kulturellen Identität.

16.45 Uhr Kaffeepause

17.00 – 17.45 Uhr
Wie werden wir uns morgen bewegen? Mobilität zwischen Stau und Befreiung.
Prof. Dr. Stefan Carsten
(Institut für Transportation Design, HBK Braunschweig)

Die mobile Gesellschaft der Gegenwart ist eine automobile Gesellschaft. Die mobile Gesellschaft der Zukunft bewegt sich dagegen situativoptimal im Raum. Dabei stellt sich unter anderem die Frage, welche Rolle z.B. das Auto in Zukunft noch spielen wird.

17.45 ‐ 19.00 Uhr
Abschlussdiskussion
Resumee und Diskussion auf dem Podium mit allen Referenten

vorr. 19.00 Uhr
Apero und Bookrelease

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Le Corbusier (not only in Stuttgart) to be World Cultural Heritage?

9 07 2009

The German Weissenhofsiedlung (1927) in Stuttgart (Southern Germany) is one of the most influential architectural residential developments of classical Modernism. The architects’ names, represented here, read like who’s who of avant-garde architecture of the 1920s – among them Le Corbusier who has realized 2 edifices here.

Both of them have been part of an application to enter the UNESCO list of world cultural heritage, which has been considered positively, though has to be revised.

Le Corbusier/Jeanneret: Einfamilienhaus Haus Citrohan, neben Doppelhau

Le Corbusier/Jeanneret: "House Citrohan" (left), semi-detached house (right) © SK

On a meeting of the UNESCO committee in Sevilla on June 27, 2009, the corporate request by Argentina, Belgium, Germany, France, Japan and Switzerland, proposing 22 of Le Corbusier’s buildings to be included in the world heritage, was well received. Within the next three years the request is to be revised and amended and can thus be presented to the committee again.

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Le Corbusier/Jeanneret: Semi-detached house | Weissenhofmuseum © SK

In deciding so, the ICOMOS‘ (Internat. Council on Monuments and Sites) suggestion to consider only three single buildings by Le Corbusier – Unité d’habitation in Marseille, the Ronchamp Church and the Villa Savoye in Poissy – was rejected. A good decision as the architect has definitely erected more milestones of architecture!

The Stuttgart buildings in particular are memorable: not only has Le Corbusier written out his 5 point program for the first time, but the detached house is the first realisiation of his “House Citrohan”. (I wrote more about the estate and the museum housed in Le Corbusier’s semi-detached house here)