Perspectives on Rooms and Houses in Heidelberg, Gelsenkirchen and Zurich

18 03 2010

Die Heidelberger Galerie Kunst2 zeigt neue Arbeiten der niederländischen Malerin (und ausgebildeten Architektin) Tamara Giesberts, deren Thema Räume und Häuser sind. In Gelsenkirchen-Ückendorf eröffnet eine neue Stadtteilgalerie, die mit Fotografie in und mit dem Stadtteil arbeiten will, während die Zürcher Galerie Zur Stockeregg zwei renommierte Schweizter Fotografen mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen an “Räume” zusammenbringt.

Heidelberg based gallery Kunst2 presents new works of Dutch painter (and studied architect) Tamara Giesberts whose work is focussing spaces, rooms and houses. In Gelsenkirchen quarter Ueckendorf a new gallery is launched, exhibiting photography in and within the context of the quarter, while Zurich gallery Zur Stockeregg brings together two renowned Swiss photographers and their particular perspectives on “Rooms”.

Tamara Giesberts Bedroom Window Acrylic on Canvas 23.5" x 31.5"

Tamara Giesberts, Bedroom Window, Acrylic on Canvas, 23.5" x 31.5" © T. Giesberts

.

Tamara Giesberts

licht.raum

6. März – 20. April 2010

Galerie KUNST 2, Heidelberg

.

Die Heidelberger Galerie Kunst2 präsentiert neue Arbeiten von Tamara Giesberts, ausgebildete Malerin und Architektin, die seit 2009 in den USA entstanden sind.

Aus dem PR-Text: Geprägt von vierschiedenen Lichtsituationen veraiiert Tamara Giesberts ihr Thema Räume und Häuser. Es sind menschenleere Innen- und Außenräume, die jedoch nie verlassen oder trostlos wirken. Lebendigkeit erzeugt die Küsntelrin durch das Licht, das in die Räume einfällt oder die Häuser umgibt.

Die Lichtspiele in Verbindung mit außergewöhlichen Perspektiven und der mutigen Komposition von Farben verleihen den Bildern eine ganz besondere Aura. Zu Recht wird Tamara Giesberts in den USA als “Queen of light” bezeichnet.

Info Galerie Kunst2, further Info + illus.: The Knapp Gallery

************************************************************

© Pedro Malinowski

© Pedro Malinowski

.

Von hier – Katja Langer und Pedro Malinowski
Fotografische Positionen aus dem Stadtteil

26. Februar – 26. Juni 2010

bild.sprachen, Büro und Stadtteilgalerie, Gelsenkirchen

Ein Projekt des Fördervereins Pixelprojekt_Ruhrgebiet

.

.

Aus dem PR-Text: Mit dieser Ausstellung eröffnet das Projekt bild.sprachen die neue Stadtteilgalerie auf der Bergmannstraße in Gelsenkirchen-Ückendorf. bild.sprachen wird damit fortan an neuem Platz in und mit dem Stadtteil arbeiten und Fotografie in vielfältiger Anwendung präsentieren.

© Katja Langer
© Katja Langer

Die erste Ausstellung zeigt fotografische Arbeiten von Katja Langer (*1977, Reichenau / Erzgebirge) und Pedro Malinowski (*1963, Valparaiso, Chile), die in der Künstlersiedlung Halfmannshof leben und arbeiten. Die künstlerischen Positionen zeigen in unprätentiösen Bildern das eigene Lebensumfeld der beiden Fotografen. Malinowski entdeckt in seiner Arbeit “Ückendorfer Landschaften” dabei eine eigene Schönheit vor der Tür, die er in stimmungsvolle Bilder übersetzt. Langer hingegen entwirft durch ein patchworkartiges Zusammenfügen von mehr als 100 an sich unspektakulären fragmentarischen Bildern des alltäglichen Umfeldes ein Gesamtbild der Alltagswelt mit dem Titel: “Es ist am Regnen”.

Info + Abb. bild.sprachen

************************************************************

© Daniel Schwartz, Ancient Silver Mine, Lavrion, Attica. Greece, 1978,  Vintage gelatin silver print, 19.9 x 19.9 cm

© Daniel Schwartz, Ancient Silver Mine, Lavrion, Attica. Greece, 1978, Vintage gelatin silver print, 19.9 x 19.9 cm

.

RÄUME. FOTOGRAFIEN VON CHRISTIAN VOGT UND DANIEL SCHWARTZ

5. März – 19. Mai 2010

Galerie Zur Stockeregg,  Zürich

.

.

Aus dem PR-Text: Mit der aktuellen Ausstellung unter dem Titel “Räume” führt die Galerie Zur Stockeregg zwei herausragende Schweizer Fotografen zusammen: Christian Vogt und Daniel Schwartz. Die Werke der beiden Künstler werden unter dem Aspekt der Räumlichkeit beleuchtet, wobei der Begriff “Raum” im weiteren Sinne zu verstehen ist und somit Natur- und Innenansichten ebenso umfasst, wie er örtliche und zeitliche Erstreckungen untersucht.

Christian Vogt und Daniel Schwartz – in Motivwahl und Bildsprache unterscheiden sie sich deutlich voneinander. Und doch sind die Arbeiten dieser beiden Fixsterne am Schweizer Fotohimmel in einem Punkt deckungsgleich: Sie sind das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Bildthema. Beide Künstler nehmen sich Zeit für die optimale Einstellung, schiessen lieber kein Bild als ein banales. Weder Vogt noch Schwartz betätigen den Auslöser einfach reflexartig, um danach aus einer Bilderflut die besten Aufnahmen auswählen zu können. Stattdessen fühlen sich beide der traditionellen Schwarz-Weiss-Fotografie verpflichtet, wonach der Werkgenese eine konzentrierte Suche nach der richtigen Einstellung vorausgehen muss.

© Christian Vogt, Architekturmuseum II, 2005, Carbon pigment print on rag paper, 13.5 x 40 cm, Edition of 3

© Christian Vogt, Architekturmuseum II, 2005, Carbon pigment print on rag paper, 13.5 x 40 cm, Edition of 3

Die Fotografien von Christian Vogt (*1946) sind immer erst die Spitze vom Eisberg: Sie sind der sichtbare Teil eines nur emotional wahrnehmbaren Ganzen. So geht es dem Künstler in der Serie “Naturräume” nicht um die akkurate Wiedergabe der Flora, sondern um die Wirkung des organisch verflochtenen Raumes auf den Betrachter sowie dessen daraus erwachsende emotionale Reaktion. [...]

Der Faktor Zeit spielt auch in den Werken von Daniel Schwartz (*1955) eine zentrale Rolle. Allerdings umspannen die von ihm thematisierten Zeiträume oft gleich Jahrhunderte. [...] So versteht es Schwartz meisterhaft, mit unaufgeregter Rhetorik profunde Inhalte zu vermitteln, während in seinen Werken Zeit-, Natur- und Kulturräume kollidieren. (Paulina Szczesniak, Februar 2010)

Info + Abb. Galerie Zur Stockeregg




Alex MacLean, Arwed Messmer und Peter Neusser (mit Elias Hassos) in Berlin

15 03 2010

Die Akademie der Künste in Berlin präsentiert eindrucksvolle Fotografien von Alex MacLean, der zwei Städte, wie sie unterschiedlicher – und gleicher – nicht sein könnten, porträtiert hat: Las Vegas und Venedig, zwei der künstlichsten Städte der Welt.
Arwed Messmer setzt sich mit urbaner Topografie auseinander und richtet seinen Blick dabei nicht nur auf die sichtbaren Transformationen der Architektur, sondern auch auf die historischen Dimension dieser Orte. Das Ergebnis eines Projekts der Autostadt Wolfsburg ist in einer Publikation zusammengefasst und war in Berlin zu sehen: Peter Neussers futuristische Impressionen der Stadt und Elias Hassos’ Porträts von für die Autostadt wichtigen Personen (!Rückblick!).

The Berlin Academy of Arts presents impressive photographs by Alex MacLean, who portrayed two cities that couldn’t be more different – and similar: Las Vegas and Venedig, two of the most artificial cities of the world.
Arwed Messmer focuses on urban topography, thematizing not only the visible transformations of architecture, but also their historical dimensions. The result of a project of the Autostadt Wolfsburg was both summarized in a publication and exhibited in Berlin: Peter Neusser‘s futuristis impressions of Wolfsburg and Elias Hassos‘ portrays of important people of the Autostadt (retrosp.).

Serie Las Vegas © Alex S. MacLean für Akademie der Künste, 2009

Serie Las Vegas © Alex S. MacLean für Akademie der Künste, 2009

.

Wiederkehr der Landschaft
Las Vegas und Venedig

13. März – 30. Mai 2010

Akademie der Künste, Berlin

.

.

Aus dem PR-Text: “Lange galt sie als neutrale Verfügungsmasse des boomenden Städtebaus, bestenfalls als logistische oder bautechnische Herausforderung: die Landschaft. Dabei verursacht der urbane Raubbau an Landschaften weltweit längst Umweltprobleme in unvorstellbarem Ausmaß – Stichwort Klimaveränderung, Wasserknappheit, Nahrungsmangel und Artenschwund.

[...] Urbane Nachhaltigkeit muss größer, muss umfassender gedacht werden: Die Stadt des 21. Jahrhunderts wird aus der Landschaft zu entwickeln sein. Aber Landschaft darf dabei nicht nur als materieller Ressourcenlieferant wahrgenommen, sondern muss auch in ihrer Bedeutung als ästhetischer und emotionaler Lebensraum gestärkt werden.

Serie Venedig © Alex S. MacLean für Akademie der Künste, 2009

Serie Venedig © Alex S. MacLean für Akademie der Künste, 2009

In der Ausstellung “Wiederkehr der Landschaft” werden zwei der künstlichsten Städte der Welt paradigmatisch gegenüber gestellt: Las Vegas und Venedig. Obwohl sie landschaftlich und historisch unterschiedlicher kaum sein könnten, kämpfen beide Städte mit ähnlichen ökologischen Problemen: Zersiedlung, Luftverschmutzung, Wasserknappheit. Die Luftbilder des amerikanischen Fotografen Alex S. MacLean, entstanden im Herbst 2009 im Auftrag der Akademie der Künste, belegen das eindringlich.

Die Stadtanalysen Las Vegas – Venedig werden von herausragenden Beispielen zeitgenössischer Architektur und Landschaftsarchitektur ergänzt. Gezeigt werden Entwürfe, die ökologische Effizienz mit hohem ästhetischem Anspruch verbinden.”

Informationen + Abb. Akademie der Künste

*************************************************************

©2007 Arwed Messmer, Breite Strasse 1-11, Kanzleiflügel des Staatsratsgebäudes mit der Überbrückung der Neumannsgasse zum ehemaligen Ministerium für Bauwesen der DDR, 85 x 440cm

©2007 Arwed Messmer, Breite Strasse 1-11, Kanzleiflügel des Staatsratsgebäudes mit der Überbrückung der Neumannsgasse zum ehemaligen Ministerium für Bauwesen der DDR, 85 x 440cm

.

Anonyme Mitte

Arwed Messmer

06. März bis 10. April 2010

berg19 raum für fotografie, Berlin

Aus dem PR-Text: Arwed Messmer setzt sich in seiner künstlerischen Arbeit vor allem mit der Topografie moderner Städte auseinander. Ein wiederkehrendes Thema ist die Umgestaltung Berlins, wo er seit 1992 lebt. Sein dokumentarisch geprägter Blick gilt dabei nicht nur den sichtbaren Transformationen der Architektur, sondern der historischen Dimension dieser Orte, die sich wie ein Filter vor die Wahrnehmung der heutigen Wirklichkeit schiebt. [...]  Messmer sieht sich in einer dokumentarischen Tradition, die er aufgreift und gleichzeitig verändert. Er kombiniert eigene Aufnahmen mit historischem Bildmaterial, das er sich aus Archiven aneignet und in einen neuen Bedeutungskontext überführt, was die Grenzen der Autorenschaft verschwimmen lässt.

©1949/2009 Arwed Messmer/Fritz Tiedemann/LDA Berlin, Fassadenabwicklung der Südseite der Stadtschlossruine, 85 x 440cm

©1949/2009 Arwed Messmer/Fritz Tiedemann/LDA Berlin, Fassadenabwicklung der Südseite der Stadtschlossruine, 85 x 440cm

Die Ausstellung “Anonyme Mitte” greift zwei grossformatige Panoramaaufnahmen von jeweils 4,40 Meter Länge aus der Serie heraus und stellt sie einander gegenüber. Beide Aufnahmen zeigen Gebäude kurz vor ihrer Zerstörung, eine historische Aufnahme des legendären Stadtschlosses und eine aktuelle Aufnahme des ehemaligen Staatsratsgebäudes sowie des ehemaligen Ministeriums für Bauwesen der DDR, das für 2010 auf der Abrissliste steht. [...] (Petra Karadimas)

Informationen + Abb. berg19 raum für fotografie

*************************************************************

"Autostadt in Wolfsburg", C-Print, 200x260 cm ©Peter Neusser für die Autostadt

"Autostadt in Wolfsburg", C-Print, 200x260 cm © Peter Neusser für die Autostadt

.

ERLKÖNIG / PROTOTYPES

mit Fotografien von Peter Neusser und Elias Hassos

25. Februar – 28. Februar 2010

Berlinische Galerie, Berlin

ein Projekt der Autostadt in Wolfsburg
.

.

Aus dem PR-Text: “Erlkönig” ist eine Forschungsreise in die junge, vitale Geschichte der Autostadt, die im Milleniumsjahr 2000 als Prototyp (die englische Übersetzung von “Erlkönig” lautet “prototype”) aus nichts als einer Vision entstand. Die Kunstwissenschaftlerin, Kulturjournalistin und Autorin Dr. Eva Karcher erzählt die Geschichte des Themenparks in Essays, Interviews und mit einem umfangreichen Bildteil. Sie analysiert die Struktur und Architektur der Unternehmensplattform, ihr Design der Nachhaltigkeit und die Ästhetik der künstlerischen Beiträge. Die Publikation umfasst 19 Interviews mit den Gründern und ihren prominenten Partnern aus allen kreativen Bereichen.

Die [...] Arbeiten der Münchner Fotografen Peter Neusser und Elias Hassos, die auch im Buch zu sehen [waren]: Während Hassos die Protagonisten [...] prägnant und glamourös porträtiert hat, präsentiert Peter Neusser seine futuristischen Bildimpressionen der Autostadt: Den nächtlichen Blick über das flirrende Lichtermeer einer Industriestadt und Erlebniswelt, die extravaganten Installationen mit und um die Automobile im ZeitHaus, Kunstprojekte wie den Dufttunnel von Eliasson oder Reyles Neonskulptur im Premium Clubhouse. Menschen geraten zu schemenhaften Figuren, sind Teil der idyllischen Parklandschaft oder der postmodernen Vision, wie ein kreatives Morgen aussehen könnte.

Link zur Publikation

Informationen + Abb. Berlinische Galerie




Spatiality and Urbanity at Heidelberg Kunstverein: Tilman Wendland, Armin Linke and Martin Creed

14 03 2010

Gleich zwei von derzeit drei Ausstellungen des Heidelberger Kunstvereins thematisieren Raum und Urbanität in verschiedener Weise: So gewährt der Heidelberger Kunstverein erstmals in dieser Größe Einblick in das außergewöhnliche Fotoarchiv der Globalisierung (das mittlerweile auf über 100.000 Fotografien angewachsen ist) von Armin Linke, der zur Zeit als Gastprofessor für Temporäre Architektur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe lehrt.Tilman Wendland hingegen hat im und mit dem Raum des HDKV eine Rauminstallation geschaffen, die räumliche Elemente des Ortes aufgreift und weiterentwickelt. Ein anderes Thema hat das Video von Martin Creed, das dem Betrachter einiges an Selbstüberwindung und Offenheit abverlangt.

Two of three exhibits the Heidelberg Kunstverein is currently showing, thematize Space and Urbanity in different ways: Armin Linke’s amazing photo archive of globalization (by now comprising more than 100,000 photographs) is presented in the biggest scope to date. Linke is presently teaching as visitng professor for temporary architecture at the HfG Karlsruhe. Tilman Wendland however has created in and with the exhibition space a spatial installation using and developing architectural elements of the location. Another topic is focused in Martin Creed’s video which requires a certain willpower and open-mindedness of the visitors.

Tilman Wendland, MIMI, 2006, Installationsansicht Kunstverein Mönchengladbach. Foto: Ivo Faber.

Tilman Wendland, MIMI, 2006, Installationsansicht Kunstverein Mönchengladbach. Foto: Ivo Faber.

.

TILMAN WENDLAND
13.03.2010 – 16.05.2010

Heidelberger Kunstverein

.

.

Aus dem PR-Text: Tilman Wendland schafft aus anspruchslosen Materialien ephemere Strukturen, die sich in vorhandene architektonische Situationen einpassen. In einer Tradition von Künstlern, die sich in den letzten vier Jahrzehnten nicht damit abgefunden haben, abgeschlossene Werke zu schaffen, sondern den Raum selbst und seine Redefinition zum eigentlichen Inhalt machen, hat Wendland in konzentrierter mehrtägiger Arbeit vor Ort für den Heidelberger Kunstverein ein bemerkenswertes Werk geschaffen.

Fast genau so viel Zeit wie für ihre Entstehung verlangt die Heidelberger Arbeit auch vom Betrachter, um entschlüsselt zu werden. Die Installation greift Elemente aus der Struktur der Ausstellungshalle auf und entwickelt sie eigenständig fort. Räumliche Details wie die Fenstersprossen des Oberlichtes oder die Form einer Außenbeleuchtung werden mit- und ineinander verschränkt. Man sucht das Pendant eines Elements der Installation in der sie umgebenden Architektur und findet meist ein mit feinfühligem Humor gespiegeltes, verkleinertes oder verflachtes Detail wieder. Die zuvor womöglich als nebensächlich eingestufte Architektur der Halle wird selbst sichtbar, ja drängt sich geradezu auf. Plötzlich schaut man sich nicht nur das Werk an, sondern den Raum selbst.

*********************************************

Armin Linke, Museum, Babylon, Irak, 2002, C-Print, 50 x 60 cm. © Armin Linke, Courtesy der Künstler und Galerie Klosterfelde, Berlin

Armin Linke, Museum, Babylon, Irak, 2002, C-Print, 50 x 60 cm. © Armin Linke, Courtesy der Künstler und Galerie Klosterfelde, Berlin

.

ARMIN LINKE

27.02.-16.05.2010

Heidelberger Kunstverein

.

.

Aus dem PR-Text: Algerien, Südkorea, Brasilien, Uzbekistan, Italien, Mexiko oder die Schweiz – so lauten neben vielen anderen über die Welt verteilten Orten die Reiseziele des in Mailand geborenen Fotografen Armin Linke. Seit 1999 arbeitet Linke an seinem außergewöhnlichen, umfassenden Bildarchiv der Globalisierung, das mittlerweile über 100.000 Fotografien umfasst. Dabei geben sich sowohl seine Motive als auch die Bildtitel, die er dafür wählt, nüchtern und unspektakulär. Neben der Ortsangabe verweisen sie lediglich sachlich auf das abgebildete Ereignis. [...] Doch sind die Angaben mehr als nur eine Feststellung von Tatsachen. Sie bezeichnen Aufnahmen von politisch und historisch markanten Ereignissen und Orten, ohne dem jeweiligen Moment zusätzliches Gewicht durch eine poetische oder dramatische Überhöhung zu verleihen. Armin Linke, der nicht nur weltweit reist, sondern auch weltweit ausstellt, verweigert sich sowohl dem Sensationsbedürfnis des Betrachters als auch dessen immanentem Wunsch nach erklärenden, adjektivreichen Bildlegenden, durch welche die alltägliche Berichterstattung das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen versucht.

Armin Linke, Pantelleria, Italy, 2009, C-Print, 150 x 200 cm. © Armin Linke, Courtesy der Künstler und Galerie Klosterfelde, Berlin

Armin Linke, Pantelleria, Italy, 2009, C-Print, 150 x 200 cm. © Armin Linke, Courtesy der Künstler und Galerie Klosterfelde, Berlin

Die Bildtitel sind eine Art Synonym für Linkes gesamtes OEuvre. Die ausgewählten Abzüge zeigen weder dramatische Inszenierungen noch verkünstelte Lichtarrangements. Die Suche nach dem unaufgeregten Abbild scheint an vorderster Stelle zu stehen. Weil keine eindeutigen und tradierten bildlichen Metaphern zu erkennen sind, entziehen sich die Aufnahmen einer einfachen Kategorisierung durch eine sprachliche Deutung. Der Fotograf sucht explizit nach dem visuellen Wissen, das im kollektiven visuellen Gedächtnis (noch) nicht mit sprachlichen Klischees verbunden ist.

*********************************************

Und auch die dritte Ausstellung verdient aufmerksamkeit, auch wenn sie nicht explizit Architektonisches thematisiert. Trotz und gerade weil Martin Creeds Videoarbeit „Sick Film“ (Work 610), 2006, im wahrsten Sinne geschmacklos ist, eröffnet sie – im Kontext des umfangreichen konzeptuellen Werks des Turner Prize-Gewinners Creed – zahlreiche Assoziationen und Diskussionsansätze.

Martin Creed, Work 548, 2006, 1:31 min., Videostill. Courtesy  Hauser & Wirth © Martin Creed / Foto: Hugo Glendinning

Martin Creed, Work 548, 2006, 1:31 min., Videostill. Courtesy Hauser & Wirth © Martin Creed / Foto: Hugo Glendinning

Aus dem PR-Text: “Dabei hat er das Video nicht ganz alleine gemacht. Vielmehr hat er zwölf Bekannte und Freunde zu einem Abendessen in sein Atelier in London eingeladen. Nach dem Essen hat er jeden von ihnen gebeten, einzeln vor einen weißen Hintergrund zu treten, den er im Vorfeld für die Aufnahmen aufgestellt hatte. Die Vorgabe lautete, sich selbst vor laufender Kamera zum Übergeben zu bringen. Martin Creed nutzt eine Strategie der Provokation des Betrachters, die spätestens seit den Jahren des Aufbruchs in der Kunst um 1969 ein gängiger Topos ist.”

Zugegeben, es ist nicht einfach, das Video anzuschauen. Aber wer sich auf die Arbeit einlässt, kann zu einer komplexen Diskussion finden: Was ist Kunst? Was ist zeigbar? Was ist schön? Ist eine körperliche Reaktion “ekliger” als die massenmediale Bilderüberflutung, die Erdbebenopfer, kriegszerstörte Regionen, angehende Topmodels,  Sportereignisse, … unkommentiert nebeneinadner auf einem Titelblatt aufzuführen vermag?

Infos + Abb. Heidelberger Kunstverein




Ganz besondere Ansichten „Von Menschen und Häusern“ im neuen Jahrbuch des HDA Graz

12 03 2010

Als eines der schönsten Bücher 2009 in der Kategorie „Kunstbücher und Fotobände” ist es vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gerade ausgezeichnet worden, für den Staatspreis 2009 ist es nominiert: Mit „Von Menschen und Häusern. Architektur aus der Steiermark. Architektur Graz Steiermark 2008/2009″ ist dem Haus der Architektur HDA Graz ein ungewöhnliches, ein besonders schönes Architekturbuch gelungen. Herausgegeben von Ilka und Andreas Ruby ist der Band – zugleich auch das Jahrbuch 2009 des HDA – anders aufgemacht, als die bisherigen Jahrbücher, die alle 2 Jahre erscheinen, und entspricht so gar nicht der Vorstellung, die man gemeinhin von Jahrbüchern hat: etwas trocken, etwas behäbig mit vielen Texten und Berichten über Aktivitäten der Herausgeberinstitution.

Im Gegenteil, das zweisprachig auf Deutsch und Englisch veröffentlichte „Von Menschen und Häusern“ ist in einem größeren Format gehalten, das die bessere Lesbarkeit vor allem der Abbildungen ermöglicht, und konzentriert sich ganz auf die Architektur: Gezeigt werden Aufnahmen von den zwölf besten aktuellen Bauprojekten der Steiermark, die für den Architekturpreis Landes 2009 nominiert waren. In dem entsprechend zwölf Kapitel umfassenden Hauptteil des Jahrbuches werden die Bauwerke in den Fotografien von Livia Corona vorgestellt, einer in New York lebenden mexikanischen Fotokünstlerin, die eigens für dieses Projekt eingeladen wurde.

Präsentiert werden so unterschiedliche Bauprojekte wie ein „In-Side-Out“-Haus (Arquitectos), ein ökosozialer Wohnbau (Hubert Riess) in Graz, Wohn-, Büro- und Geschäftsbauten (Innocad, Markus Perntahler, Splitterwerk, X Architekten), der Umbau des klassizistischen Palais Thinnfeld, in dem sich seit 2007 das HDA befindet (Ifau und Jesko Fezer), aber auch eine Messe-Halle (Riegler Riewe), vier regionale Markstplätze (Hog) und das neue Stadtzentrum Troifach (Yes-Architecture), ein Veranstaltungszentrum (Gangoly + Kristiner) sowie ein Natur- und Alpincamp (Holzbox).

© Livia Corona

In-Side-Out, Pischelsdorf, Arquitectos, Photograph by Livia Corona © 2009

In Coronas Fotografien werden die Bauwerke anders porträtiert, als man es von der herkömmlichen Architekturfotografie gewohnt ist: Keine Standard-Aufnahmen von isolierten Gebäuden in idealisierter Perspektive, Innenansicht, Außenansicht, Aufsicht, sondern Ansichten von Häusern mit Menschen, belebt, bewohnt, genutzt. Oft sind die Bauten selbst gar in den Hintergrund gerückt, vor dem sich alltägliche Szenerien abspielen – nicht umsonst heißt der Band „Von Menschen und Häusern“. Die enge Verbundenheit von Gebäuden und ihren Bewohnern ist ein Aspekt, der in der typischen „Hochglanz-Architekturfotografie“ mit ihren stilisierten und ästhetisierten Gebäudeaufnahmen meist ausgeklammert wird. Coronas Ansichten hingegen stellen ein Gegenmodell dazu dar. Sie zeigen eine Reportage über die Möglichkeiten von sozialräumlichen Handeln.

Corona, die den Rubys wegen ihrer besonderen Herangehensweise an Architektur und deren Abbildung aufgefallen war, überlegt sich für jedes Projekt eine Geschichte, die mit Personen nachgestellt, inszeniert und in analoger Technik fotografiert wird. Für das  Jahrbuch hat ein dreiköpfiges Assistententeam  aus Graz die Fotografin ständig vor Ort begleitet, hat Darsteller/Schauspieler gesucht, die Inszenierungen mitgestaltet und in jeglicher Form assistiert. Ein äußerst aufwendiges Projekt – doch die Mühen haben sich gelohnt.

© Livia Corona

Frog Queen Graz, Splitterwerk, Photographs by Livia Corona © 2009

Der Ansatz, die für den Architekturpreis nominierten Bauprojekte von einer Fotokünstlerin porträtieren zu lassen, ist nicht die einzige Besonderheit und Neuerung. Auch die Auszeichnung selbst hat eine grundlegende Umgestaltung erfahren: Statt von einer Jury wurde  2009 erstmals ein ausgewählter Fachexperte mit der Durchführung betreut, der die eingereichten Projekte begutachtete und das Siegerprojekt auswählte. Der erste Kurator war der renommierte Berliner Architekturkritiker Andreas Ruby.

Eine spannende Neuerung, denn schließlich hat man einen Ruf zu verteidigen in der Grazer Architektur. In den 1980er und 1990er Jahren hat sich hier eine lebhafte Architekturszene mit Architekten wie Manfred Kovatsch, Karla Kowalski und Klaus Kada entwickelt, die als „Grazer Schule” international bekannt ist. Die historische Grazer Altstadt, die mit ihrer charakteristischen Dachlandschaft und Höfestruktur 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, zeichnet sich aus durch ein harmonisches Nebeneinander unterschiedlicher Stile von der Gotik über die italienische Renaissance, den Barock und den Historismus bis ins 20. Jahrhundert. Die stetige architektonische Weiterentwicklung des Stadtbildes prägt den besonderen Charakter Graz’ und wirkt bis heute fort. Aus dem letzten Jahrzehnt finden sich zahlreiche architektonische Besonderheiten, etwa die die Murinsel von Vito Acconci (2003) und das Kunsthaus von Peter Cook und Colin Fournier (2003).

© Livia Corona

Veranstaltungszentrum Bad Radkersburg, Gangoly + Kristiner, Photograph by Livia Corona © 2009

Zurück zum Jahrbuch selbst. Dass das Buch ganz den Bildern gewidmet ist, zeigt sich auch daran, dass für die üblichen Texte, die zu einer Publikation dieses Formats gehören, kein Platz verschwendet wird – drei Vorworte und das Nachwort der Herausgeber sind platzsparend im Einband untergebracht. Ganz ohne schriftliche Informationen kommen aber auch die zwölf Architekturporträts nicht aus. Sie werden von Texten begleitet, die jedoch keine simplen Beschreibungen liefern, sondern – eine weitere gelungene Idee – Statements der „Betroffenen“ darstellen: In Interviews, die von Studenten der TU Graz geführt und ausgewertet wurden, kommentieren Nachbarn, Anwohner, Bauherren und Architekten die Bauprojekte – was ist gelungen, was weniger, was gefällt, was gefällt nicht, was ist praktisch, was müsste verbessert werden. So erhält der Leser die grundlegenden Informationen zu den Gebäuden zwar nicht ganz so schnell und offensichtlich, wie er dies aus einem nur beschreibenden Text ziehen würde, er erhält jedoch einen breiten und vielfältigen Einblick in die „Geschichte“ der porträtierten Gebäude, die facettenreich vor Augen treten. Die Kommentare lesen sich spannend und unterhaltsam und bieten zugleich eine aufschlussreiche Momentaufnahme zeitgenössischer Bauprojekte mit ihren Vor- und Nachteilen. Hinzu kommen Planzeichnungen, die das jeweilige Porträt abrunden. Das Jahrbuch schließt mit einem ausführlichen Statement des Kurators Ruby.

„Von Menschen und Häusern“ ist kein typisches Architektur-Buch, das nur Fachleute anspricht, sondern – ein gewisses Interesse  an Architektur vorausgesetzt – ein sehr viel breiteres Publikum und möglicherweise auch Leute gewinnt, die sich nicht ohne Weiteres mit Bauwerken auseinandersetzen würden – ganz so, wie es denn auch das Ziel des Jahrbuchs war, nicht nur zu dokumentieren, sondern über eine (zu) enge Definition von Architektur hinauszugehen. Durch die unkonventionelle Gestaltung mit den Texten im Einband, den Grundrissen auf transparentem Einleger, dem für Jahrbücher ungewohnten Cover, das sich ein wenig an den Publikationen das NAI orientiert, und nicht zuletzt durch den anderen Zugang zur fotografischen Architekturdarstellung und dem Textteil ist ein Buch gelungen, das ein etwas anderes, ein besonderes Lese- und Schauerlebnis bietet.

Von Menschen und Häusern. Architektur aus der Steiermark. Architektur Graz Steiermark Jahrbuch 2008/2009. Mit Fotografien von Livia Corona

Verlag Haus der Architektur Graz
Herausgeber: Ilka und Andreas Ruby
Text: deutsch/englisch
332 Seiten mit 111 farbigen, ganzseitigen Abbildungen und 45 Grundrissen, Schnitten und Ansichten
Format: 24×31 cm, Broschur
Projektleitung: Markus Bogensberger, Heinz Rosmann, Fabian Wallmüller
Projektkoordination: Tanja Gurke
ISBN 978-3-901174-71-1




Corinne Wasmuht’s Supracity in Nuremberg

12 03 2010

Die Kunsthalle Nürnberg präsentiert mit “Supracity” einen konzentrierten Überblick über Corinne Wasmuhts Schaffen der letzten 15 Jahre bis hin zu ganz neuen Gemälden, die eigens für die Ausstellung geschaffen wurden. In den Panorama-Gemälden der Künstlerin verfließen Momentaufnahmen urban-architektonischen wie landschaftlichen Umgebung ineinander und eröffnen Bildräume einer neuen Art.

The exhibition “Supracity” at Kunsthalle Nuremberg presents a concise summary of Corinne Wasmuht’s work of the past 15 years, including her latest paintings created especially for the Nuremberg exhibition. The artist’s panorama-size paintings make snapshots of our urban-architectural environment melt, thus creating image spaces of a particular kind.

.

.


Corinne Wasmuht
Supracity
11.03-16.05.2010

Kunsthalle Nürnberg

.

.

PR-Text: Corinne Wasmuhts großformatige Gemälde der letzten Jahre eröffnen neue Dimensionen der Wahrnehmung. Die 1964 in Deutschland geborene und in Argentinien aufgewachsene Künstlerin erzeugt multidimensionale Bildräume, die auf den ersten Blick eine Orientierung anbieten, sich dann jedoch einer genaueren Festlegung durch ihren hybriden Charakter entziehen. Ihre in altmeisterlicher Technik auf Holz gemalten Bilder lassen Momentaufnahmen unserer urban-architektonischen wie landschaftlichen Umgebung polyperspektivisch ineinanderfließen. Obwohl Fragmente unserer unmittelbaren Alltagswirklichkeit erkennbar bleiben, entstehen faszinierende, fremd anmutende Räume und Umgebungen, wobei die einzelnen Szenen syntaktisch unverbunden nebeneinander zu schweben scheinen. Architekturen, Körper und Räume stehen als autarke Einheiten in diesen Bildern nebeneinander, nur an den Schnittstellen lose verbunden durch feine Abstufungen in der Farbtemperatur, die manchmal in giftig schillernde Abgründe driftet. Porös und brüchig scheinen sich die Bildräume in Auflösung zu befinden – oder vielleicht bauen sie sich auch gerade erst zu einer neuen, unbekannten Wirklichkeit auf?

Corinne Wasmuhts Gemälde sind zugleich abstrakt und gegenständlich, flächig und tiefenräumlich. Wie ein Spiegelkabinett mit labyrinthischen Kammern, unendlichen Projektionen und eigentümlichen Verzerrungen von Fluchtpunkten und -linien liefern diese Bilder im Panoramaformat eine Überfülle an visueller Information.

Corinne Wasmuht, Nothern Gate Gugong, 2006, Öl auf Holz, 209 x 535 cm, Sammlung Giuseppe Dalle Nogare, Bozen, Foto: Stefanie Seufert, Berlin

Corinne Wasmuht, Nothern Gate Gugong, 2006, Öl auf Holz, 209 x 535 cm, Sammlung Giuseppe Dalle Nogare, Bozen, Foto: Stefanie Seufert, Berlin

Die Ausstellung Supracity zeigt einen konzentrierten Überblick über die Entwicklung der letzten 15 Jahre bis hin zu ganz neuen Gemälden, die eigens für die Ausstellung geschaffen wurden. Corinne Wasmuht lebt und arbeitet in Berlin und lehrt seit 2006 als Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Der Katalog erscheint im Verlag Walter König (14,80 Euro) und entstand in Zusammenarbeit mit dem Haus am Waldsee, Berlin. Die Ausstellung wird für Nürnberg um wertvolle Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen erweitert.

Info + Abb. Kunsthalle Nürnberg




art Karlsruhe 2010

8 03 2010

Vom Geheimtipp zum Pflichttermin: Über das erste Märzwochenende hat die mittlerweile 7. Ausgabe der art Karlsruhe ihre Pforten geöffnet. Von Wirtschaftskrise war nichts zu spüren (aber hier müsste man wohl in die Kassen der Galeristen schauen). Die Stimmung jedenfalls war gut, die Besucher kamen schon zur Preview zahlreich. Die Vorlage vom letzten Jahr – der Rekord lag bei über 42.000 Besuchern – wurde nochmals um über 1000 Besucher getoppt, wie aus Karlsruhe zu hören ist.

Once an insider, it now is an obligatory date in the art scene: The 7th art Karlsruhe fair was held during the first weekend in March. No impact of the economic crisis was visible (but to judge that, we’d have to take a glimpse into the galleries’ books, wouldn’t we). Yet the atmosphere was great, the visitors came in droves. Last year’s record of more than 42.000 visitors could even be topped.

My impression from the preview (in German) can be found on “Art and Events” (Link). Now I’ll present galleries and artists interesting to deconarch’s “architecture meets art” focus.

Einen allgemeinen Bericht von mir frisch von der Preview am 3. März 2010 gibts bei “Art and Events” zu lesen (Link).

Auch aus dem Blickwinkel des „Architecture meets art“ gab es dieses Mal doch einiges zu entdecken bzw. wieder zu sehen. Dazu gehören „alte Bekannte“, deren Ausstellungen bzw. deren Arbeit zu besuchen sich immer wieder lohnt.  So etwa vor allem die Zürcher Galerie Alex Schlesinger mit ihrem Fokus auf Urbanem Leben, Architektur und Industrielandschaften, die u. a. Werke von Tobias Weber, Janika Fabrikant und Patrick Tschudi präsentierte.

Auch die Galerie CP Wiesbaden habe ich 2009 schon erwähnt – hier wurden wieder Arbeiten Anja Ganster und Michael Bach gezeigt. Neue Gemälde von Karl-Heinz Bogner waren bei der Galerie Kränzl zu sehen.

Sheri Warshauer, Brooklyn Bred, 2008, Acryl und Latex auf Leinwand, 152 x 152 cm Unikat, Courtesy Davis Klemm Gallery

Sheri Warshauer, Brooklyn Bred, 2008, Acryl und Latex auf Leinwand, 152 x 152 cm Unikat, Courtesy Davis Klemm Gallery

Eindrucksvoll zu sehen waren auch einige Gemälde von Stefan Hoenerloh in verschiedenen Ständen sowie eine großfromatige Arbeit von Ben Willikens.

Aufgefallen sind darüber hinaus Arbeiten der französischen Künstler Anne Valverde (Fotografien) und Thikent (“Peintographies”), Sheri Warshauer bei Davis Klemm, Frankfurt, Sabine Wilds Fotografien bei Dengler und Dengler, Stuttgart.

Darüber hinaus erwähnenswert sind Detlef Waschkaus Reliefs, die sich zum Teil mit Kultur-Landschaften und Gebautem beschäftigen, sowie Johannes Schramms “Wasser”-Arbeiten.

Die Beschäftigung mit dem Urbanen ist Programm in der “Bastropolis” von M. S. Bastian / Isabelle L.:

Magic Bastropolis Kunstharz auf Leinwand, 2007 190 x 160 cm

M.S. Bastian/Isabelle L., Magic Bastropolis Kunstharz auf Leinwand, 2007, 190 x 160 cm, courtesy Neue Kunst Gallery




Exhibitions on (urban) space: Stuttgart – Munich – Frankfurt

4 03 2010

Neues aus dem Süden: Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt Katinka Bock in der “Frischzelle”; die Künstlerin setzt sich intensiv mit dem Ort auseinander, für den ihre Arbeiten – Skulpturen, Filme, Installationen – bestimmt sind. In München geht eine neue Kooperation zwischen einem Architekturbüro (Henn) und einer Galerie (Beck & Eggeling) an den Start, die sich dem Thema Raum widmet – mit Fotografien von Thomas Wrede. Und in Frankfurt spürt eine Gruppenausstellung in der Galiere Galerie Anita Beckers dem “Paradise is somewhere else” nach.

News from the German south: The Kunstmuseum Stuttgart presents Katinka Bock, who’s analyzing intensively the location where her works will be shown – sculptures, films, installations.  In Munich, a new cooperation between an architecture studio (Henn) and a gallery (Beck & Eggeling, Dusseldorf) is about to start, dealing with space – the opening exhibition presents photographs by Thomas Wrede. And in Frankfurt gallery Anita Beckers, a group exhibition traces how “Paradise is somewhere else”.


Katinka Bock, Landschaft unter dem Tisch, 2009, Holz, Terracotta, 70x70x60cm, Installationsansicht Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft; Foto: Stephan Minx, © Katinka Bock

Katinka Bock, Landschaft unter dem Tisch, 2009, Holz, Terracotta, 70x70x60cm, Installationsansicht Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft; Foto: Stephan Minx © K. Bock

.

FRISCHZELLE_12: Katinka Bock
6. März – 6. Juni 2010

Kunstmuseum Stuttgart

.

.

PR-Text: Bevor Katinka Bock mit einer Arbeit beginnt, begibt sie sich auf Spurensuche. In intensiver historischer Recherche setzt sie sich mit den Orten auseinander, für die ihre Skulpturen, Filme und Installationen bestimmt sind. Mithilfe natürlicher Materialien wie Ton, Papier, Holz, Metall und Stein macht die 33-Jährige Verborgenes sichtbar. Anhand vorhandener Geschichts- und Raumbezüge gestaltet die in Paris lebende Künstlerin abstrakte Landschaften, in denen durch das Aufeinanderprallen von Natürlichkeit und Künstlichkeit neue Dimensionen entstehen. Als zwölfte Künstlerin in der Ausstellungsreihe junger Kunst wird Katinka Bock die »Frischzelle« im Kunstmuseum einmal mehr auf neue Weise gestalten.

Info + Abb. Kunstmuseum Stuttgart

******************************************************************

"Swimmer", 2002, 95 x 67 cm aus der Serie Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007, C-Print Diasec

"Swimmer", 2002, 95 x 67 cm aus der Serie Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007, C-Print Diasec © Th. Wrede

.

THOMAS WREDE

Manhattan / Picture Worlds

4. März – 30. April 2010

Henn Galerie in Kooperation mit Beck & Eggeling

München

.

.

.

Eine spannende Kooperation: Das renommierte Architekturbüro Henn hat sich für eine Ausstellungsreihe zeitgenössischer Kunst mit dem weitgefassten Thema “Raum” mit der erfahrenen Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling zusammengeschlossen. Den Auftakt der Kooperation markiert die Ausstellung “Manhattan / Picture Worlds” mit Fotografien von Thomas Wrede in München.

"King Kong", 2006, 95 x 123, 150 x 194 cm  aus der Serie 'Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007', C-Print Diasec

"King Kong", 2006, 95 x 123, 150 x 194 cm aus der Serie 'Manhattan / Picture Worlds - 2001-2007', C-Print Diasec © Th. Wrede

Aus dem PR-Text: Während der letzten sieben Jahre fotografierte Thomas Wrede (*1963) die großen Plakatwände im New Yorker Manhattan, die für ihn signifikante Architekturelemente der schnelllebigen Metropole darstellen. Die von der Werbung vermittelten Ideale setzt er gekonnt in Kontrast zum Realismus der Straße, in dem er die Menschen und die Atmosphäre des New Yorker Alltags mit seiner Kamera einfängt. Es entsteht eine Real-Collage, in der sich die unterschiedlichen Ebenen der Realität zu einem spannungsreichen Bild komplettieren, das nur mithilfe einer Fotografie erzeugt werden kann. Die Stadt wird so zur Bühne und Kulisse; die auf übergroße Formate aufgeblasenen Ideale der Werbung verschwimmen mit dem amerikanischen Alltag.

Wie schon in früheren Fotoserien wie beispielsweise den bekannten “Real Landscapes”, geht es Thomas Wrede auch hier um die Verschiebung von Größenverhältnissen und vor allem die Erzeugung unterschiedlicher Realitätsebenen.

Ab dem 24. März 2010 zeigt die Kunsthalle Bielefeld ebenfalls Arbeiten aus der Serie ‘Manhattan / Picture Worlds’.

Info + Abb. Galerie Henn

******************************************************************

Sandra Senn Forces #1, 2009 210 x110 cm Pigment print on Hahnemühle paper Edition 5/ + 2 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

Sandra Senn Forces #1, 2009 210 x110 cm Pigment print on Hahnemühle paper Edition 5/ + 2 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

.

Paradise is Somewhere Else

Niklas Goldbach | Nathalie Grenzhaeuser | Monica Ursina Jäger | Zhenchen Liu | Uriel Orlow | Julia Oschatz | Sandra Senn

February 26th – April 10th, 2010

Galerie | Anita Beckers | Frankfurt

Die Gruppenausstellung in der Galerie Anita Beckers präsentiert Arbeiten von  Niklas Goldbach (*1973), Nathalie Grenzhaeuser (*1969), Monica Ursina Jäger (*1974), Zhenchen Liu (*1976), Uriel Orlow (*1973), Julia Oschatz (*1970) and Sandra Senn (*1973). Die Arbeiten zeigen fiktive Architketurne, künstliche Landschaften und historische Ruinen und spielen mit unserem Blick auf die Welt und hinterfragen heutige Ideale – und ihr Fehlen.

Niklas Goldbach "HABITAT C3B", 2008 Video Loop, 7:37 min, HD Video, Stereo Edition 5 + 1 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

Niklas Goldbach "HABITAT C3B", 2008 Video Loop, 7:37 min, HD Video, Stereo Edition 5 + 1 AP Courtesy Galerie Anita Beckers

Aus dem PR-Text: Bordering important political issues and yet unwilling to take sides, Niklas Goldbach’s film “Habitat C3B” depicts a series of performers unfolding different unexplainable actions in a modernist setting. Lapsing into the totalitarian, these actions re-enact the economic and social realities of our world, forcing us to question how exactly free is our urban and social space and how much room for self-determination we really have.

[...]

Taking up the no longer-existing “Palais der Republik” in Berlin as a motive, Sandra Senn photographed its ruins and manipulated them into a new constructed reality. If in one work the rainbow suggests a dream-like quality in other work the remainings of the building have a desolated war- like setting.

In “Paradise is Somewhere Else” all imaginary and constructed landscapes seem to point to unidentifiable places, in terms of place as well as of time. Either a memory of the past or a vision of a world to come, these images seem to cling to a disturbing documental reality, yet unable to find its anchor in the familiar order of things.

Info + Abb. Galerie Anita Beckers